Krippenplatz ... sorry, muss mal Luft machen

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Beitrag von schnuppelag 13.01.11 - 11:21 Uhr

Hallo!

Wir leben mit unserem 9 Monate alten Sohn in Dresden und haben uns sehr frühzeitig um einen Krippenplatz für unseren Sohn gekümmert (u.a. städtisch, sowie in freier Trägerschaft). Ich möchte ab August zu Schuljahresbeginn wieder als Grundschullehrerin arbeiten gehen, mein Freund ist ebenfalls Vollzeit berufstätig.
Mein Sohn sollte am besten ab Juli in die Krippe gehen, damit wir den ersten Monat als Eingewöhnungszeit nutzen können, bevor ich wieder arbeiten gehe.

Gestern erhielten wir von der Stadt Dresden einen "Zwischenstand", dass ein Krippenplatz zum gewünschten Zeitpunkt sehr unrealistisch ist. Zu Deutsch: eine Absage.
OK, noch nicht weiter verwerflich. Bei der Anmeldung für einen Platz musste man ja nichts von seinen Umständen angeben (so was wie einen vorhandenen Arbeitsplatz, Einkommen etc.)... ich wollte mich die Tage darum bemühen, trotzdem einen Platz zu erhalten (zB bei denen in freier Trägerschaft ... und durch diverse Beratungen in der zuständigen Stelle).
Aber dann unterhielt ich mich mit einer Freundin, die einen 7 Monate alten Sohn hat. Kurzer Hintergrund: beide Eltern arbeitslos, unwillig zum Arbeiten, Hartz4-Bezieher. Sie hat ihren Sohn ebenfalls in der KiTa ab Mai angemeldet... ebenfalls eine Absage erhalten... ist dann aber zu ihrem Kinderarzt gegangen, hat ihm irgend etwas vorgeheult, der hat ihr einen Wisch ausgestellt, dass ihr Kind unbdingt Sozialkontakte braucht... ist damit zum Jugendamt gegangen und erhält nun tatsächlich einen Krippenplatz!

Entschuldigt, wenn ich mich darüber brüskiere... aber irgendwie finde ich es unfair.
Ich hab meine feste Arbeit und kann nicht arbeiten gehen, weil mein Sohn keinen Krippenplatz erhält? Aber jemand, der den ganzen Tag Zuhause ist, darf sein Kind in die Krippe schicken?

Ja, ich weiß, mir würde eine Tagesmutter zustehen... aber das käme für mich nur im Notfall in Frage... ;-)

Sorry, für's Aufregen... aber entsetzt bin ich schon darüber!

Beitrag von kadabra 13.01.11 - 11:48 Uhr

Hallo,

ich kann Dich voll verstehen und Du hast mein vollstes Mitgefühl!

Ich komme auch aus dem Großraum DD und es war schon bei meinem großen Sohn so ein fürchterliches Theater mit dem Krippenplatz (er wird im August 4 Jahre alt). Momentan bin ich im Babyjahr und hoffe auch inständig, daß wir ab Oktober/November einen Krippenplatz bekommen.

Mir graut schon wieder vor den ewigen Diskussionen und dem Gebettel, es nervt einfach sooooooo! Auch ich arbeite voll und mein Mann auch. Wir sind also ebenfalls auf einen Krippenplatz angewiesen... Na mal sehen, wie sich das bei uns so entwickelt.

Als Tip kann ich Dir nur geben, sei penetrant und geh dem Jugendamt total auf den Nerv! Nach dem Theater mit meinem großen Sohn hab ich gelernt, daß nur wer frech ist, auch ans Ziel kommt (siehe Deine Freundin...).
Ist sonst auch nicht meine Art, aber wenns um meine Kinder geht, werd ich ja zum Tier!!! ;-)


LG und beiss Dich durch!! Drücken wir uns die Daumen... #klee

Beitrag von bonsche 13.01.11 - 12:11 Uhr

hallo,

ich kann dich voll uns ganz verstehen.

als ich finn anmelden wollte, hat die leiterin mich sofort gefragt, ob ich wieder arbeiten gehen werde. was bei uns ja ab 01.02. auch wieder der fall ist. wir haben gott sei dank einen krippenplatz bekommen und sind seit dezember in der eingewöhnungsphase. ich fand es von der leiterin sehr schön, dass sie wirklich darauf achtet, dass die mutter wieder arbeiten gehen möchte und nicht, dass sie den ganzen tag zuhause sitzt und ihr kind "abschiebt" um ihre ruhe zu haben.

ich finde das von dem kinderarzt deiner freundin auch eine frechheit.

deutschland, deutschland... was ist aus dir geworden? ich verstehe solche ungerechtigkeiten auch nicht und bin sehr wütend über solche sachen.

ich drücke dir ganz fest die daumen, dass du doch noch eine unterkunft für deinen sohn findest #klee

liebe grüsse, ivi & finn (24.01.2010)#herzlich

Beitrag von boochan 13.01.11 - 12:32 Uhr

"dass sie den ganzen tag zuhause sitzt und ihr kind "abschiebt" um ihre ruhe zu haben. "

Hi,

das find ich persönlich doch sehr frech von dir sowas zu behaupten...

Ich habe auch vor mein Kind in eine Kindertagesstätte zu geben, wenn er so ein Jahr oder so ist. Ich find es einfach wichtig für seine Entwicklung mit anderen Betreuern und noch wichtiger mit anderen Kindern zu sein.
In der Zeit würd ich auch "nur" studieren bzw Diplom machen, aber wäre doch die ganze Zeit eigentlich zu Hause...

Und es ist nun mal so, dass das ein Problem von den Gemeinden ist, dass zu wenige Plätze da sind. Aber jedes Kind hat trotzdem die gleichen Rechte einen Platz zu bekommen, egal, was die Eltern machen oder eben nicht machen!
Das hat nix mit "abschieben" zu tun!

Da rum zutricksen, mit einem Schreiben vom Kinderarzt, find ich genauso unfair, aber Schade, dass sowas immer zu funktionieren scheint..
Dreist kommt eben weiter..

LG

Boochan

Beitrag von kadabra 13.01.11 - 12:39 Uhr

Wenn Du studierst, ist das doch eine ganz andere Geschichte. Ich glaube nicht, daß sie Studierende gemeint hat, sondern vermutlich ist die Freundin wirklich "untätig" zuhause.

Und natürlich haben die Kinder ein Recht darauf, mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen. Aber es kann doch wirklich nicht sein, daß berufstätige ihren Job nicht ausüben können und wenn's geht noch ihren Arbeitsplatz riskieren, nur weil sie keinen Krippenplatz bekommen. Dafür hat den aber womöglich ein Kind, dessen Mutter daheim ist (UND NICHT STUDIERT).

Ich denke, so hat sie es gemeint.

VG Kada

Beitrag von bonsche 13.01.11 - 12:52 Uhr

hallo boochan,

ich meinte auch nicht diejenigen, wie dich, die studieren, sondern wirklich die mütter, die einfach nur ihre ruhe haben wollen.

sicherlich hast du recht und alle kinder haben das recht, auch mit anderen kindern kontakt zu haben. aber trotzdem finde ich es unfair, jemanden einen krippenplatz zu geben, die eigentlich den ganzen tag zuhause ist, als jemanden, der wirklich wieder arbeiten gehen möchte oder muss. es gibt ja auch krabbelgruppen etc. wo mütter mit ihren kindern kontakt zu anderen müttern und kindern haben können. die leiterin hat uns auch erzählt, dass es genügend mütter gab, die zuhause sind und einfach ihre ruhe haben wollten und ihre kinder in eine einrichtung geben wollten. es gibt viele mütter, die einfach aus finanziellen gründen wieder arbeiten gehen müssen und dann bekommen sie keinen kita-platz, wegen solchen müttern wie bereits erwähnt und das sowas ein kinderarzt unterstützt, finde ich persönlich nicht sehr schön.

liebe grüsse, ivi & finn (24.01.2010)#herzlich

Beitrag von maja-willi03 13.01.11 - 13:52 Uhr

Geh damit an die Öffentlichkeit. Schreib es der Tageszeitung oder telefonier mit denen.

Vorher würde ich nochmal mit der Leitung sprechen.

Ich würde es mir nicht gefallen lassen.

Man muß sich nicht alles gefallen lassen, finde ich. Und das geht zu weit.