Arbeiten und Schwangerschafts"wehwehchen"

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von anunnaki 13.01.11 - 22:58 Uhr

Hallo ihr Lieben...

schlaflos, weil ich mir zu viele Gedanken mache, wie ich das alles schaffen soll. Gerade erst "frisch" schwanger (6ssw), noch lange nicht soweit "offiziell schwanger" zu sein, quäl ich mich allerlei "Startschwierigkeiten" rum.
Es ist ein absolutes Wunschkind, speziell nach der Fehlgeburt Ende September, aber gerade im Moment denke ich mir, was habe ich mir nur dabei gedacht einerseits, andererseits habe ich furchtbare Angst, auch dieses Kind wieder zu verlieren. Jedes Zwicken und Zwacken löst Panik in mir aus und am liebsten würde ich mich sofort hinlegen, auch weil ich jeden Tag bleischwer müde bin und dann in der Nacht nicht schlafen kann.

Und da fängst das Problem an, ich habe einen fordernden Beruf, ich trage viel Verantwortung und kann nicht einfach mal ein paar Tage Krankenstand gehen. Gerade jetzt geht es um viel und ich sollte voll da sein. Ich arbeite in einer Männerdomäne und ich habe mir den Respekt und die Anerkennung meiner Kompetenzen hart erkämpfen müssen und bin immer noch dabei. Mir ist klar (auch wenn es mich wirklich immer wieder aus der Fassung bringt), dass ich auf der Baustelle im Sommer mit Babybauch auf verlorenen Posten stehe.
Aber jetzt schon? Heute vormittag hätte ich dem Bauherren beim Durchgehen der Einreichung fast auf die Pläne gek****. Na super!

Wenn es so weiter geht, kann ich meine heren Zukunftspläne an den Nagel hängen.... Und ich verstehe mich selber nicht. Vor zehn Jahren, als junge, alleinerziehende Mutter ohne Geld und Ausbildung hatte ich mit ganz anderen Herausforderungen klar kommen müssen und jetzt scheitere ich an Schwangerschaftsübelkeit und einer erbsengroßen Blase? Schaff nicht mal eineinhalb Stunden Besprechung?

Arg!
Frustrierte Grüße,
anunnaki

Beitrag von sweetelchen 13.01.11 - 23:01 Uhr

Ich kenne das, ich hatte ab der 20 Woche nur noch Beschwerden und war für alles Anfällig.
In dem Fall müssen dich deine Kollegen verstehen, du warst immer voll dabei und dein Körper ist jetzt im Ausnahmezustand und du musst auf ihn hören.
Gerade auch weil du schonmal eine FG hattest.
Sie werden bestimmt Verständnis haben.

Beitrag von widowwadman 13.01.11 - 23:20 Uhr

Das erste Tri ist hart. Da hab ich mich in dieser Schwangerschaft wie in der letzten gequaelt. Aber das heisst nicht dass es fuer den Rest der Schwangerschaft so bleiben muss, mir ist ab der 14./15. Woche alles wieder leichter gefallen.

Bei meiner ersten Schwangerschaft konnte ich so dann bis 38+1 arbeiten, diesmal wirds 36+1 , sofern es mir weiterhin gut geht. Mein Job ist auch recht anspruchsvoll, besonders da ich auf Befoerderungskurs gesetzt wurde, und mir deshalb ein paar Projekte uebertragen wurden, in denen ich mich beweisen und an denen ich wachsen kann.

Ich wuerd dir raten die Hoffnung nicht aufzugeben. Und wenn du dich wirklich krank fuehlst, dann bist du krank. Ne Grippe wuerde auf deinen Beruf ja auch keine Ruecksicht nehmen, und du musst ja am Anfang noch nicht erzaehlen warum du dich krankfuehlst.

Beitrag von anunnaki 13.01.11 - 23:26 Uhr

Naja, ich fühl mich nicht krank, "nur" furchtbar schwanger ;-)
Es ist eher so, auf eine Grippe würd ich nicht Rücksicht nehmen.... Aber das letzte Jahr hat mich empfindlich und ängstlich gemacht... und ehrlich gesagt mag ich mich so nicht!

Beitrag von widowwadman 13.01.11 - 23:33 Uhr

Ja, aber schrecklich schwanger fuehlen geht an die Reserven, genauso wie krank sein. Glaub mir, das geht bald vorbei und ploetzlich geht's dir wieder blendend

Beitrag von sarosina1977 14.01.11 - 06:46 Uhr

Hallo anunnaki.

Ich reiche Dir die Hand, weil ich Dich so verstehe :-)

Ich bin Freiberuflerin und in dieser SS läuft vieles anders als in der ersten, die - so meine Erinnerung - von den Wehwechen völlig frei war. Auch mich holt regelmäßig diese bleierne Müdigkeit ein. Ich bin gereizt, launisch (was ein großes Handicap in meinem Alltag ist) und ich friere so sehr, dass an Businesslook nicht mehr zu denken ist - ich sehe aus, wie eine verkappte Wintersportlerin auf Dienstreise.

Ein großes Projekt, das im August über die Bühne geht, habe ich bereits jetzt schon gekappt, weil ich einfach weiß, dass es für mich unmöglich ist, mich mit riesen Bauch drei Wochen vor der Geburt durch Menschenmassen zu schieben.

Die meisten Auftraggeber wissen noch gar nichts von meiner SS und bis vor kurzem plagten mich die Sorgen, ob sie mich überhaupt wieder einsetzen, wenn ich wieder kann. Ich habe - kaum schwanger - schon Pläne entwickelt, wie die Betreuung des Babys stattfinden kann, wenn ich auf Außentermin muss.

Und als ich gestern im Supermarkt in der Schlange vor der Kasse stand und mir plötzlich speiübel wurde, da habe ich mir sogar blitzschnell überlegt, wo um alles in der Welt ich mich übergeben könnte, wenn es mir wirklich hochkommt. In den Pfandflaschensammelbehälter??? Oder in meinen Einkaufsshopper???

:-)

Ich steigere mich schnell in irgendwas rein, sehe lieber "the worst case" als einfach nur ein helles Licht am Horizont. Deshalb habe ich vor zwei Jahren mit Meditation angefangen und inzwischen bin ich bei Selbsthypnose angelangt, die mir sehr hilft, meinen Alltag in emotional ruhigen Fahrwassern zu lassen. Mit Hilfe von CDs, die ich abens im Bett per MP3-Player anhöre, werde ich einfach ruhiger und meine hausgemachten Sorgen lösen sich auf.

Das war einfach ein Tipp von mir.

Liebe Grüße!

Beitrag von anunnaki 14.01.11 - 12:11 Uhr

Hallo Sarosina,

es tut gut zu hören, dass es anderen gleich geht wie mir. Ich werde versuchen, so lange wie möglich vollen Einsatz zu zeigen, auch weil ich auf die Einkünfte angewiesen bin und habe Angst, wie es die Auftragslage beeinflussen wird, wenn meine Schwangerschaft offiziell wird. Ich arbeite zwar in einem Team, wir sind aber alle mehr oder weniger selbständig. Habe das Gefühl, ich müsste gerade eigentlich noch leistungsfähiger sein als sonst, da ich "vorausarbeiten" sollte für die Zeit die kommt. Andererseits versuche ich unaufällig etwas zurückzutreten um mir keine zu großen Aufgaben aufzuhalten und lasse den anderen bei den interessanten Projekten den Vortritt...
Bei uns wird mein Freund die Elternzeit nehmen, da ich nicht mehr als den Mutterschutz machen werde können.
Ich habe auch bei meiner großen nie "pausiert", aber ich merke, dass es mir schwerer fällt.

Ich mache normalerweise Yoga um einen Ausgleich zu schaffen und den Zukunftspessimismus in den Griff zu bekommen. Da komme ich immer gut im Moment an. Allerdings geht das zur Zeit nicht, da mir sofort noch übler wird. Vielleicht ist es auch das, was mir fehlt, werde mich mal mit bewegungsfreier Meditation auseinandersetzen. Bis jetzt war ich immer zu unruhig dafür....

Liebe Grüße,
an.



Beitrag von summer3103 14.01.11 - 11:22 Uhr

Hallo!

Ersteinmal: Herzlichen Glueckwunsch!

Ich glaube, wir haben ungefaehr den gleichen Beruf und ich kann deine Bedenken daher vollkommen nachvollziehen.
Ich hatte damals - als ich mit meinem Sohn schwanger war - auch nur maennliche Arbeitskollegen und habe meine SS bis zur 20.SSW verheimlicht, da mein Bauch nicht so schnell gewachsen ist und ich ihn auch ganz gut mittels Kleidung kaschieren konnte. Uebelkeit hatte ich auch nicht grossartig, musste mich vielleicht 2x auf der Buerotoilette uebergeben, aber das hat niemand wirklich gemerkt.

Einerseits hatte ich natuerlich ein schlechtes Gewissen, dem Kind gegenueber, aber da es mir und ihm gut ging, gab es keinen Grund, kuerzer zu treten, als meine maennlichen Mitarbeiter.

Naja, im Endeffekt wurde mir diese pflichtbewusste Arbeitseinstellung jedoch nicht gedankt, denn ein ehemaliger (maennlicher) Mitarbeiter der Firma (deren Nachfolger ich urspruenglich war), kam waehrend meines MuSchutzes zurueck und hat mich vertreten. Das Ende vom Lied: Ich hatte nach meiner Rueckkehr ein kleines Kind daheim und war ploetzlich nicht mehr so zuverlaessig als Mutter (die in erster Linie abhaengig von einer funktionierenden Kinderbetreuung ist). Das ich die ganze Zeit vorher - im Gegensatz zu einigen meiner maennlichen Kollegen - nie krank gefeiert habe (auch waehrend meiner gesamten SS nicht), wurde dabei nicht im Entferntesten beruecksichtigt. Die Auftragslage nahm in der Zeit rapide ab und ich war die erste MA, die gehen durfte! Toll, oder? Soviel zur Gleichberechtigung im Beruf!

Und was habe ich daraus gelernt? In meinem jetzigen Job, stelle ich meine SS an erster Stelle! Ich werde mich schonen und nicht "auf Teufel komm raus" meine Arbeitsleistung beweisen. Es wird dir ohnehin nicht gedankt, denn Frauen in Maennerberufen sind und bleiben leider immer mit Ausfallrisiken behaftet - nicht nur waehrend der SS, sondern auch nachher als Muetter :o)

Denke an dich und dein Kind - ganz besonders, da du schon eine FG hinter dir hast! Du tust dir selber kein Gefallen, wenn du dich mit dem Geschlechterwettbewerb unter Druck setzt und machst dir u.U. nachher noch Vorwuerfe, falls in der SS Probleme auftreten sollten (Gott behuete).

Alles Gute weiterhin fuer dich & #ei,

Summer (7. SSW)