Waren die jungen Leute um 1930 alle glücklicher?Die Kinder gesünder?

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Beitrag von tauchmaus01 14.01.11 - 09:41 Uhr

Hallo,
ich habe eine Patentante, sie ist 93. Eben hatten wir eine Diskussion. Sie erzählte mir von einer Reportage die gestern lief, bei der ein Test gemacht wurde, eine Schwangere saß in der EInkaufspassage und trank Alkohol. VIele Menschen gingen vorbei und schauten weg. Nur eine sagte wohl was.

Ja, also das wäre früher nie so passiert. Da hat man sich angepasst und es gab auch nicht so Partys wie heute. Da wurde in kleinem Rahmen gefeiert und wenn da eine Schwangere bei war, dann trank auch sonst keiner was.

Ausserdem waren früher zu den Olympischen Spielen (1938) in Berlin alle viel ausgelassener und fröhlicher als heute die Jugend. Das kann man gar nicht mehr vergleichen mir den jungen Leuten heute. Heute sind sie alle nicht mehr so ausgelassen.
Und davon abgesehen, war die Generation früher auch sportlicher.
Die Kinder waren alle gesünder als heute und, und, und.....

Ich meinte nur, dass ich mein Leben als auch sehr glücklich betrachte und meine Freunde und ich damals sehr ausgelassen feiern konnten. Nun gut, vielleicht war ICH persönlich dank der Familie nicht ganz so frei, aber ich hatte eine glückliche Kindheit und als ich heranwuchs auch ne Menge Partys erlebt.

DArauf sie: "Du verstehst ja gar nicht was ich meine! "

Tja, was meint sie denn bloß?
Sind wir heute nicht mehr fröhlich? Sind unsere Kinder mehr krank als 1930 ? Saufen alle Schwangeren heute?

Das Telefon endete dann plötzlich, weil ich meinte dass sie doch so überhaupt nicht beurteilen kann WIE junge Menschen heute feiern. Die Medien zeigen ja nur die Sauftouren, smarte Afterworkpartys die nett sind, werden ja nicht gezeigt.

Was denkt ihr?

Mona

Beitrag von michi0512 14.01.11 - 09:52 Uhr

Tja, beurteilen kann man das nicht. Immerhin bin ich 81er Baujahr und habe keinen Dunst von den 30ern, 40ern...

Aber wenn ich meine Kleinkindkindheit mit denen meiner Kinder vergleiche stelle ich eins fest:

Ja, ich hatte es besser!

Wir konnten draußen viel unbekümmerter spielen, es gab weniger Gefahren (Verkehr etc.). Ich ging früher meinen Schulweg ALLEINE, ab der 1. Klasse. Heute gehe ich diesen Weg wieder 2mal am Tag und bagnge jedes Mal um das Leben meiner Kinder.


Wir haben früher im Maisfeld gehockt und Mais gefuttert - den Bauer hats nicht interessiert. Heute rennt er einem mit der Mistgabel hinterher.


Wir sind auf Bäume geklettert, haben mutig Sandkuchen gegessen (WIRKLICH GEGESSEN) und uns gegenseitig mit Brennesseln gerärgert. Und heute?

"Lucas, kletter nicht rum Du fällst runter. Leonie, höre auf Sand zu essen. Tom, pack die Nesseln weg es tut weh."

Wir brauchten keine Radhelme, Reflektoren oder irgendwas. Heute ist es ein absolutes MUSS!


Aber dafür kann am ende keiner was - so entwickelt es sich.

Und genauso sehe ich es mit dem Feiern: ich habe viel und ausgiebig Party gemacht. Ich habe nie übertrieben und kenne KEINEN der sich ins Koma soff. Heute? Ich schäme mich für einige wenige alte Bekannte die Jeden Abend mit der Kanne in der Hand vorm Kaufland hocken.

Ich habe als Kind/Teenager keine fremden Leute angepöbelt, bespuckt oder ausgelacht. Heute ist es Gang und Gebe dass man vorm Buswartehäuschen blöd angemacht wird.

Wird hatten Respekt - under geht vielen jungen Menschen verloren. Ich denke ein Grund dafür sind die Medien. Schau Dich bei Urbia um: So würden viele PRIVAT von Angesicht zu Angesciht nicht miteinander sprechen. Und HIER sind zum größten Teil Erwachsene...


GlG

Beitrag von bade_frau 14.01.11 - 10:07 Uhr

Super geschrieben#pro#pro

Früher hat auch keine was gesagt, wenn man sein Bett angenagt#hickshat... Heute könnte es ja giftig sein #nanana

Ich bin Jahrgang `82 und wurde noch in der Tragetasche auf dem Rücksitz gestellt#schockohne Sicherheitsgurte....

Die Zeiten ändern sich.....

Lg

Beitrag von daviecooper 14.01.11 - 10:59 Uhr

Hallo!

ich bin 76er-Baijahr und gebe dir in vielen Dingen Recht, aber:

Dass wir damals ohne Fahrradhelm gefahren sind, halte ich im Nachhinein nicht für eine besonders tolle Errungenschaft der guten alten Zeit, wenn man sich mal die Zahlen der verkehrstoten Kinder in der damaligen Zeit anguckt und mit heute vergleicht...

LG

daviecooper

Beitrag von michi0512 14.01.11 - 11:16 Uhr

Das stimmt, ich wollte Radhelme und Reflektoren nicht runtermachen oder abwerten. Im Gegenteil: ich selbst nutze diese Dinger und achte penibel drauf dass meine Kids das auch tun.

Aber im Vergleich zum damaligen Verkehrsaufkommen allgemein (also wir hier im Osten :-P - kann nur aus meiner Kindheit in meiner Heimat reden) war es einfach möglich fast "gefahrenlos" ohne Helm zu fahren. Klar, wir sind gestürzt - und wieder aufgestanden. Denn hinter uns war meist kein 40Tonner der dann über uns drüber rollte....

Ich weiß nicht wie das mit dem Verkehr woanders war. Ich komme aus einer 12TSD Einwohnerstadt, im Osten - und wenn wir mal nen Trabi gesehen haben war das ein Highlight :-P

GlG

Beitrag von gh1954 14.01.11 - 11:49 Uhr

>>>Ja, ich hatte es besser!

Wir sind auf Bäume geklettert, haben mutig Sandkuchen gegessen (WIRKLICH GEGESSEN) und uns gegenseitig mit Brennesseln gerärgert. Und heute? <<<

Woran liegt das denn? Das liegt an deiner Generation und etwas Älteren, die ihre Kinder überbehüten bis zum geht nicht mehr.

Beitrag von .roter.kussmund 14.01.11 - 11:59 Uhr

ich fand es früher auch schöner.
es gab fast keine zäune, fast keine verbotsschilder/absperrungen und viel mehr bäume...
heute wird sich an jedem noch so kleinen (wild wachsenden) strauch und zu langem grashalm gestört.

Beitrag von spatzl27 14.01.11 - 09:57 Uhr

Hallo Mona,

ich denke IHRE SICHTWEISE ist nicht verkehrt: Sie sieht sich damals in Eurem Alter und sie sieht die Jugend heute und die Unterschiede.

Es ist einfach ne andere Generation und es war eine andere Zeit in der sie aufgewachsen ist.
Schau, Krieg, kaum Essen.. Keine Medien in Form von PCs, TV, Wii,.... Man hat sich anders beschäftigt. Draußen an der frischen Luft gespielt. Das war ein anderer Zusammenhalt unter den Kindern als heute. Damals hatte man sicher nicht viel zum Vergleichen.

Oftmals werden die Kinder doch heute vom Elternhaus schon geprägt: Haste was, biste was. Sicher nicht alle.. Aber wer konnte sich damals Markenkleidung leisten. Wann ging man damals zum Tanz? Nachmittags.. heute nicht vor Mitternacht. Ergo, man kam morgens wahrscheinlich besser aus der Hefe.

Sicher wurde Alk auch getrunken, aber anders... Nicht in dem Maße.
Und mal ganz ehrlich. Viele Menschen, nicht nur Jugendliche sind doch heute in einem ganz hohem Maße einem Leistungsdruck ausgesetzt. Man muss funktionieren, volle Leistung bringen.. Mobbing steht an der Tagesordnung. Der Druck, der viele innerlich kaputt macht, wird sicher durch Feiern ausgeglichen: eine Art Ventil, auch über Alk am Ende Spaß zu finden..

Früher wurde wahrscheinlich auch eher drauf geachtet, wer da mit Alk steht und konsumiert.. Heute, wer fragt großartig nach. Die Kids mit 16 sehen teilweise aus wie 20.. oder haben volljährige Freunde. An Alkohol ran zu kommen ist nicht schwer.. Viele können nur Spaß haben, wenn sie eins nach dem anderen kippen..

Hmmm, dann stellt sich mir die Frage, warum zeigen die Medien nicht die smarten Afterworkpartys...? Kommen die so oft vor? Oder neigt sich die Waage eher zu ungunsten der anderen Seite??? Was überwiegt?

LG Spatzl

Beitrag von sillysilly 14.01.11 - 10:23 Uhr

Hallo

Denke schon - aber aus anderen Gründen

Meine Mutter geb. 1938 - hat den Krieg, die Auswirkungen miterlebt -
alles verloren, gehungert, Vater im Krieg geblieben, u.s.w.

klar sind solche Menschen mit solchen Erlebnissen dankbarer für die einfachsten Dinge.
Nehmen nicht alles als Selbstverständlichkeit hin - und z.B. ein Handtuch, Bettwäsche war damals etwas Wert - jetzt nicht mehr

Ich denke es ist einfach eine Sache von Wertschätzung von dem was man hat.


Grüße Silly

Beitrag von arienne41 14.01.11 - 10:25 Uhr

Hallo
Ja in gewisser Weise hat sie schon recht.

Die Menschen damals haben sich ja auch anders beschäftigt waren mehr draußen hatten Kontakte zu den Nachbarn auf dem Dorf kannte jeder jeden.
Damals saßen die Leute viel vor dem Haus und die Nachbarn kamen dazu und man erzählte sich Geschichten usw.

Damals gab es auch den ganzen Chemiemist nicht die Kinder konnten einen Apfel einfach aus der Obstplantage nehmen und auch ohne ihn abzuwaschen essen :-) und der war lecker.

Das Leben von 1930 und 2010 ist nicht miteinander vergleichbar.
Ich denke man lebte mehr miteinander als heute.
Zu meiner Kindheit gab es kaum Scheidungen und heute........?

Beitrag von sillysilly 14.01.11 - 10:33 Uhr

Hallo

naja, das mit den Scheidungen ist für mich kein Argument - ;-)
was sich manche Leute dann miteinander quälen mußten und ich bin der Meinung es ist oft besser sich zu trennen, gerade für die Kinder - vor allem wenn es sich in Hass verwandelt.

Ein großer Unterschied ist, daß es damals ums Überleben ging, um das finanzielle Absichern - um die Familie im weiteren Sinne
heute dreht sich viel nur noch um das Kind - das goldene Ei -
und wenn man nicht in die Musik-Spielgruppe seiner Wahl kommt ist es für viele Eltern schon schlimm

Oder wenn sich die Kinder mal mit der Schere die Haare schneiden .... ist das Drama groß, da habe ich dann weinende Mütter im Raum stehen #zitter - früher durften Kinder mehr Kinder sein, klar ist es ärgerlich aber mehr nicht



Grüße Silly

Beitrag von robingoodfellow 14.01.11 - 10:43 Uhr

*grins* Also ich hab gelacht als mir die Erzieherin erzählt hat mein Sohn habe an sich Friseur gespielt.

Wächst doch wieder.

Beitrag von sillysilly 14.01.11 - 10:50 Uhr

Hallo

und ich hatte schon Eltern die mich verklagen wollten :-p

Muß dazu sagen, nicht bei einem Mädchen, wo Meterlange Haar zum Opfer gefallen sind.

Sondern bei einem Jungen - mit Stoppelfrisur - der sich vorne den Pony geschnitten hatte

grüße Silly

Beitrag von robingoodfellow 14.01.11 - 11:35 Uhr

Ach je, du arme.

Aber solche dämlichen Eltern laufen hier auch rum.

Die wollen eine rumdum Alleinbetreuung für ihre Prinzchen. #aerger

Knuddel und gute Nerven

Beitrag von ayshe 14.01.11 - 12:29 Uhr

##
Das Leben von 1930 und 2010 ist nicht miteinander vergleichbar.
Ich denke man lebte mehr miteinander als heute.
Zu meiner Kindheit gab es kaum Scheidungen und heute........?
##
Was die Generationenhäuser angeht, lebte man sicher enger zusammen.

Aber was die Scheidungen angeht, naja, was meinst du, was los war, wenn sich 1930 jemand scheiden lassen wollte?
Viele lebten doch nur nach außen zusammen, Männer durften frendgehen, da hat jedenfalls keiner etwas gesagt, bei Frauen waren es dann gleich Huren, wurden ausgestoßen, waren wertlos.
Eine Frau, die womöglich ein uneheliches Kind bekam, war sowieso gesellschaftlich komplett unten durch,
Männer durften ihre Frauen schlagen, war ganz normal, sie hatten zu tun, was er wollte und Frauen durften gerade endlich auch mal wählen,
sie mußten die Männer für jeden Scheiß um Erlaubnis fragen....


etc. pp.

Beitrag von risala 14.01.11 - 10:37 Uhr

Hi,

ich kann von den Zeiten vor dem zweiten Weltkrieg nichts beurteilen. Aber generell gebe ich Deiner Tante recht.

Glücklich ist man heute auch - aber wären wir noch mit den zufrieden, was es damals gab? Ich denke nicht. Vieles was heute selbstverständlich ist, war damals Luxus.

Ich bin BJ 1972 - und ganz ehrlich? Ich wäre froh, mein Sohn könnte so aufwachsen wie wir. Morgens einfach raus - und abends müde und ausgetobt nach Hause kommen. Vielleicht zwischendurch mal ein "Mama, wir haben Hunger/Durst" bei verschiedenen Eltern und mehr sah man uns nicht. Wir sind überall mit dem Rad hingefahren - teilweise bis zu 15km weit. War kein Problem. Wir haben im Wald gespielt, auf den Wiesen, Kröten und Frösche gefangen und "gerettet" (warum auch immer die Viecher wieder in den Wassergraben gehüpft sind :-[;-)), etc.

Heute muss man selbst bei uns auf dem Dorf aufpassen, dass die Kinder nicht von rücksichtslosen Bus- und Autofahrern überfahren werden. Selbständig werden ist heute für die Kinder nicht mehr so "frei" und "leicht" möglich wie noch in den 70er/80er Jahren. Viele Kinder haben heutzutage auch zu viele Termine, keine Zeit zum spielen und Kind sein. Früher haben sich die Kinder in der Schule verabreden können - heute heisst es "ich muss erst fragen, ob ich heute Zeit habe".

Ja, ich denke, früher war die Kindheit "glücklicher" - wenn man glücklich als freier, phantasievoller, in gewisser Weise auch sicherer definiert.

Ob früher weniger gefeiert/getrunken wurde? Ich denke nicht - nur nicht so offen. Ob Schwangere früher verantwortungsbewusster waren? Ich weiß es nicht - rauchen und ein/zwei Glas/Gläser Wein oder Likör gehörten oft zum guten Ton bzw. waren "in". Gesünder waren die Menschen sicherlich. Gegessen wurde oft/meistens, was aus dem eigenen Garten/Stall kam, Fleisch war bei den meisten Familien nur 1-2x pro Woche auf dem Tisch, Tiere wurden natürlich gefüttert (nennt sich heute "Bio"), Süßigkeiten und Fastfood waren seltener/gar nicht verfügbar. Die Menschen bewegten sich mehr, weil eben nicht jeder ein Auto/Motorrad hatte um zum Bäcker zu fahren.

Natürlich war früher nicht alles besser - ich möchte meine Waschmaschine, Spülmaschine, etc nicht mehr missen - aber Handy & Co könnte ich gut weglassen.

Gruß
Kim

Beitrag von blami1977 14.01.11 - 11:01 Uhr

Super auf den Punkt gebracht!

Beitrag von fee1972 14.01.11 - 21:55 Uhr

Danke !

Ich bin auch Baujahr 72 und empfinde es genau wie du .

Wir durften noch Kinder sein mit allen Konsequenzen ;-)

Heute habe ich selbst 5 Kinder und bin zur Glucke mutiert . Aber auch aus gegebenen Anlaß , Mirco , bin ich ängstlicher als sonst .

LG Dany

Beitrag von silver206 14.01.11 - 10:49 Uhr

Hallo Mona,

erstmal muss ich kurz klugscheissern. Die Olympischen Spiele in Berlin waren 1936 :p .


Nun zu Deinem Thema, ich denke auch, dass früher die einfachen Dinge mehr geschätzt wurden. Heute hat man ein höher, schneller, weiter. Ich denke, dass es das früher nicht gab.

Die Zeit ist vergänglicher, sei es materiell oder emotional.


LG Irene

Beitrag von schwarzesetwas 14.01.11 - 10:59 Uhr

Früher war alles besser meint sie.
Ist ja auch normal.
Schließlich bleiben die positiven Sachen im Gehirn eher haften, als die negativen.

Gesünder kann ja nun mal schon nicht sein, wenn man die Lebenserwartungen von 1930 mit den heutigen vergleicht.

Und was Alkohol angeht: Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute an ihrem selbstgebrannten Schnaps gestorben sind.

Lg,
SE

Beitrag von michi0512 14.01.11 - 11:11 Uhr

"Gesünder kann ja nun mal schon nicht sein, wenn man die Lebenserwartungen von 1930 mit den heutigen vergleicht. "

Das kann man sooo nicht sehen! Es gab früher weniger Medikamente. Die Gleichen Krankheiten wie DAMALS kann man heute ggf. mit ein paar Pillen heilen. Desweiteren hat die Lebenserwartung in dem Sinne nichts mit dem heutigen Krankheiten bzw. der Gesundheit zu tun.

Und ich denke schon man war gesünder. Neulich fragte ich bei meiner Freundin nach 5 Zwiebeln. Sie wollte wissen ob ich die roh esse (wegen der Menge). Als ich sagte dass ich Hustensaft machen möchte war sie geschockt. Der Griff zu Wick-Flasche ist bequemer, es kommt vom Arzt etc...

Hinzu kommt zur Lebenserwartung auch, dass die MEnschen Früher schwerer arbeiteten, man braucht sie blos die Wiederaufbau-arbeiten nach den Beiden Weltkriegen anschauen. DAS war körperliche Schwerstarbeit. Natürlich nutzt da ein Körper schneller ab - und man verstirbt auch eher. Aber das hat nichts mit Gesundheit zu tun - finde ich.

GlG

Beitrag von josili0208 14.01.11 - 13:07 Uhr

>Früher war alles besser meint sie.
Ist ja auch normal.
Schließlich bleiben die positiven Sachen im Gehirn eher haften, als die negativen. <

Das menschliche Gehirn regeneriert sich selbst und filtert die Erinnerungen irgendwie.
Sonst würden Gefühle wie Trauer, Wut, Ärger, Angst nie verblassen und mit der Zeit erträglicher werden...



Beitrag von purpur100 14.01.11 - 11:04 Uhr

wie hier schon geschrieben wurde:
Früher war alles besser;-)
Es bleiben immer die positiven Dinge im Kopf hängen; die negativen werden verdrängt.

klugscheißmodusOFF#winke

Beitrag von derhimmelmusswarten 14.01.11 - 11:05 Uhr

Naja, die Dame ist 93 und alte Leute berichten ja gern Sachen aus ihrer damaligen Zeit, die man mit heute nicht mehr vergleichen kann. Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen. Mein Opa war 1926 geboren. Er erzählte viel über den Krieg, die Gefangenschaft und die harte Arbeit auf dem Bauernhof seines Vaters. Mit 14 Jahren begann er eine Lehre, für die er jeden Tag 15 km mit dem Fahrrad fuhr. Er verdiente 1 Reichsmark! Das Leben war geprägt von harter Arbeit. Aber auch von starkem Familienzusammenhalt. Kinder gesünder? Würde ich nicht behaupten. Wie viele starben an eigentlich harmlosen Sachen, die wir heute gut behandeln können? Wer konnte sich damals ein Krankenhaus leisten? Eine Geburt war gefährlich. Viele Frauen starben bei der Geburt oder im Wochenbett. Eine Schwangerschaft lief nebenher und kurz danach mussten die Frauen wieder in den Stall und aufs Feld. Ich weiß nicht, welche Zeit da nun besser sein soll!

Beitrag von docmartin 14.01.11 - 11:08 Uhr

Ich weiß nciht in welchem Umfeld deine Tante aufgewachsen ist, aber in den dreißigern war absolut nicht alles Gold!
Einigen ging es sicher recht gut, es wurden sicher auch noch andere gesellschaftliche Regeln eingehalten als heute aber wenn ich daran denke wie die Wirtschaft am Boden lag, die Kommunisten udn Sozialisten sich Straßenkämpfe geliefert haben in deren Schatten die Braunen wachsen und gedeihen udn schließlich das Ruder übernehmen konnten...und Städte wie Berlin, Essen, aber auch in Gegenden von München und Hamburg...Mietskasernen mit bis zu 6 Hinterhöfen, Kinder die auf Kinder aufpassen mussten damit beide Eltern arbeiten konnten und doch sind 30% der Kleinkinder an direkten und indirekten Folgen von Hunger und schlechten hygienischen Bedingungen gestorben.
Warum hatten es die Nazis verhältnismäßig leicht so viele Menschen auf ihre Seite zu bringen? Eben weil es vielen nciht gut ging, Arbeitslosigkeit, Hunger und Not regierten udn die Mehrheit der Deutschen einfach nur ein bisschen mehr vom Leben haben wolten. Ein bisschen Sicherheit, ein bisschen mehr Brot für die Kinder.
Das die Kinder mehr draußen spielten...klar, bei acht Personen in einer dreißig m² Wohnung kannst du nciht drinnen spielen...dass die Kidner nicht ferngesehen haben...klar es gab praktisch keine Fernseher...Sprtovereine vor allem für Arbeiterkinder, Wandervogel...klar die Kinder hatten andere Beschäftigungen als heute aber beser??? Und was den Alkoholkonsum angeht..auch damals wurde mächtig getrunken...vielleicht nicht von 12 jährigen aber gerade in bestimmten Bevölkerungsschichten war schwerer Alkoholkonsum an der Tagesordnung.
Dass deine Tante nicht so viel davon mitbekommen hat ist klar, die MEdien berichteten damals deutlich anders udn der Boulevardjournalismus war ausgesprochenw enig ausgeprägt und beschränkte sich hauptsächlihc auf Filmstars...
Gruß Franziska