Das verstehe ich nicht! Wollen die uns verarschen?

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Forum: Politik & Philosophie

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Beitrag von similia.similibus 14.01.11 - 11:10 Uhr

Und am liebsten würde ich auf die Straße gehen und meinem Ärger Ausdruck verleihen! Oder kann mir das hier einer hausfrauenfreundlich erklären?

Hat Schwqrz-Gelb nicht einst getönt: "Mehr Netto vom Brutto"? Tatsächlich ist es nun aber so, dass uns 2011 weniger Netto vom Brutto bleiben wird. Aber das ist ja noch nicht alles. Das, was mich am meisten aufregt, was mich sprachlos macht und mich verwirrt: am meisten belastet werden geringe und mittlere Einkommen. Ein Alleinstehender mit 3000 Euro Brutto im Monat wird mit jährlich 61 Euro zusätzlich belastet. Wer doppelt so viel verdient, muss nur auf 1,32 Euro verzichten. Hä? Wie "gerecht" ist das denn? #kratz#klatsch
Und nicht verheiratete ohne Kinder werden weniger belastet als verheiratete mit Kindern, Steuerklasse 3. Wie kann die Politik sowas vertreten? Wieso gehen wir nicht auf die Straße, streiken und machen Rambozambo! #aerger

Oder, klärt mich auf, habe ich hier grundsätzlich was falsch verstanden? #kratz

Beitrag von nisivogel2604 14.01.11 - 12:20 Uhr

Gibt doch mehr Netto vom Brutto. Und zwar für den Staat.

Warum wir nicht streiken? Weil die meisten Menschen mit den Achseln zucken und sagen: das bringt ja sowieso nichts

Beitrag von similia.similibus 14.01.11 - 13:21 Uhr

Ja, dem ist wohl so. Wir könnten alle ein bisschen mehr französisches Temperament gebrauchen! *seufz*

Beitrag von adalgisa 14.01.11 - 12:49 Uhr

Guten Morgen!

Na, endlich aufgewacht? Ich rede schon seit Jahren, dass die Schwarz-Gelbe-Pest uns nur schadet, aber auf mich hört ja keiner...

Ich muss aber auch einräumen, dass mich der linke Ernst und die kommunismusfreundliche Gesine auch mehr als nur ein wenig irritieren. Vielleicht ist wirklich nur noch Grün eine erträgliche Alternative? #kratz

Jedenfalls wüsste ich nicht, wem ich sonst noch meine Stimme geben könnte ...

Beitrag von lassiter 14.01.11 - 13:13 Uhr

Grün strebt, über den Umweg EEnG, den Agrarstaat an.

Keine Alternative!



Josef

Beitrag von .doctor-avalanche. 14.01.11 - 14:35 Uhr

So ein Nonsens, sorry.......

Beitrag von adalgisa 14.01.11 - 15:38 Uhr

Also Doc. Aval. schreibt oft und gerne ziemlichen Quatsch in meinen Augen, aber hier hat er mit seiner Erwiderung auf Deinen Beitrag zu 105% Recht...

Beitrag von flitzkacke 14.01.11 - 22:27 Uhr

Ob ihn das nun adelt?

Beitrag von similia.similibus 14.01.11 - 13:13 Uhr

Tja - ich mag auch nicht mehr wählen. Übrigens - schwarz-gelb war nicht meine Wahl! :-(

Beitrag von adalgisa 14.01.11 - 15:35 Uhr

Meine Wahl war das noch nie, aber da man sich ja zwingend festlegen muss, wenn man wenigstens etwas ändern will, muss man sich halt umsehen. Schwarz und Gelb waren noch nie wählbar für mich, Rot hat die kleinen Leute verkauft und Dunkelrot hat irgendwie chaotische Leute an der Spitze, also bleibt derzeit nur noch Grün als das kleinste Übel (Spritpreise von 5 € pro Liter, damit könnte ich zur Not ja noch leben #schein ) für mich übrig. Braun war noch nie meine Farbe und mehr hat unser politisches Spektrum derzeit nicht wirklich zu bieten...

Beitrag von ninnifee2000 14.01.11 - 13:45 Uhr

Was haben wir von Grün?

Noch höhere Bezinpreise...

Höhere Ausgaben für umweltfreundliche Energieerzeugung. Schön und gut. Aber davon wird mein Kühlschrank auch nicht voll.

Im Moment ist keine Partei für mich eine Alternative.

Beitrag von adalgisa 14.01.11 - 15:28 Uhr

Nunja, besser höhere Benzinpreise als noch mehr Klientelpolitik...

Und "keine Alternative" bedeutet, weiter diese Schleudertruppe zu ertragen mit ihrer Kopfpauschale und Steuerentlastung für Hoteliers... ;-)

Beitrag von felidae01 14.01.11 - 18:03 Uhr

"Nunja, besser höhere Benzinpreise als noch mehr Klientelpolitik... "

H, was wäre daran dann soooo anders? Dann steckt sich vielleicht der Staat noch mehr in die Tasche und kann dann noch mehr Steuergelder verschwenden...

Würden diese Öko-Freaks das mehrverdiente Geld sinnvoll in die erforschung von Alternativen stecken, dann könnte ich vielleicht damit leben.

Aber abgesehen davon, dass sie diese Mehrkosten eben nicht in diese Forschung stecken, kann es sich kaum ein Pendler leisten, Spritkosten von 5 € auf den Liter zu stemmen. Und kaum ein Chef würde sich zu entsprechend notwendigen Lohnerhöhungen hinreißen lassen. Wenn ich mal so überschlage... Meine bessere Hälfte braucht derzeit rund 300 Euro pro Monat... Da wären das bei 5 Euro pro Liter dann mal locker was um die 900 bis 1000 (?) Euronen... Na dann halleluja...

Diese grünen labern auch nur vom Okö... Aber selber fahren sie oftmals dicke fette Spritschleudern und sind somit auch irgendwie nur unehrlich und lächerlich...

Ansonsten geb ich Dir recht. Diese Geschenke für gewisse Gruppen sind einfach nur widerlich - wäre ja auch mal echt überraschend gewesen, wenn am Ende mal die belohnt würden, die diese Steuern auch erwirtschaften und sonst nur ausgenommen werden wie große weiße Flattertiere...

LG #katze

Beitrag von .doctor-avalanche. 15.01.11 - 11:02 Uhr

"Würden diese Öko-Freaks das mehrverdiente Geld sinnvoll in die erforschung von Alternativen stecken, dann könnte ich vielleicht damit leben. "

Glaubst Du ernsthaft, dass auch ohne diese "Öko-Freaks" Deutschland heute Weltmarktführer im Bereich moderner umweltschonender Technologien wäre?

Insofern ist es ihnen als treibende politische Kraft der letzten 30 Jahren in diesem Bereich zu verdanken, dass teilweise durch Gesetze, teilweise aber auch durch langsames Umdenken bei den Verbrauchern und Anwendern, "green technolgies" zu DEN Wachstumsbereichen in Deutschland zählen und auch zunehmend zum Expostschlager werden.

Und ohne höhere Spritpreise würde die Autoindustrie sich auch kaum bemüssigt fühlen, effizientere und spritsparendere Modelle auf den Markt zu bringen.

Beitrag von zeitblom 14.01.11 - 14:30 Uhr

"am meisten belastet werden geringe und mittlere Einkommen"

Auch falls dies stimmen sollte, dann nur im Jahresvergleich, nicht aber im Gesamtvergleich. Denn tatsaechlich ist der Anteil der Steuern aus dieser Einkommenschicht verglichen mit dem Anteil der Steuern der "besserverdienenden" Schicht sehr klein. Quelle? "Unterm Strich" vom letzten SPD-Finanzminister Peer Steinbrueck.

Beitrag von ong_xa 14.01.11 - 23:26 Uhr

Steinbrück ist als Ökonom ungefähr so gut wie Sarrazin als Evolutionsbiologe.

Beitrag von zeitblom 17.01.11 - 11:09 Uhr

Das kann ich nicht beurteilen (ich wuesste auch nicht, worin sich ein "guter" Oekonom auszeichnet), doch ich traue ihm zu, die entsprechenden Statistiken nicht nur gut zu kennen, sondern sie auch richtig lesen zu koennen.

Beitrag von ong_xa 17.01.11 - 13:08 Uhr

""guter" Oekonom "

meine ich im Sinne von kompetent, qualifiziert.

Das von Dir eingebrachte Zitat (sofern er es im Wortlaut genauso beschrieben hat) sowie seine Tätigkeiten als Ministerpräsident und Minister) lassen dies aus meiner Sicht nicht erkennen.

Beitrag von zeitblom 17.01.11 - 13:50 Uhr

Den genauen Wortlaut muesste ich nachschlagen. Ich bin aber davon ueberzeugt, dass Dtl. froh sein konnte, einen so besonnenen und kompetenten Finanzminister waehrend der Finanzkrise gehabt zu haben.

Sind denn die Zahlenfakten andere? Oder duerfen sie bloss aus Opportunitaetsgruenden nicht so interpretiert werden?

Beitrag von ong_xa 17.01.11 - 16:33 Uhr

"Ich bin aber davon ueberzeugt, dass Dtl. froh sein konnte, einen so besonnenen und kompetenten Finanzminister waehrend der Finanzkrise gehabt zu haben.“

Lese ich da jetzt raus, dass Du die Finanzkrise für ausgestanden hältst?
Ich denke nicht, dass dies der Fall ist. Ich halte Steinbrück sogar für ein gutes Stück mitverantwortlich.

Steinbrück ist immer wieder als Unterstützer des „Finanzstandorts Deutschland“ aufgetreten. So versprach er zum Beispiel am 10. Januar 2005 vor dem Auditorium der Industrie- und Handelskammer Frankfurt in einer Grundsatzrede, er wolle den Finanzstandort Deutschland auch durch Produktinnovationen stärken.

Weiter hieß es, die Finanzmarktaufsicht solle mit „Augenmaß vorgehen.“ Das alles und vieles mehr seien vordringliche Maßnahmen zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschland. Steinbrück hat also die Finanzmarktaufsicht zu einer laschen Kontrolle ermuntert. Und heute spielt sich der Mann mit den Schwefelhözern als Feuerwehrmann und Retter auf.

Zu der Zeit, als Steinbrück für die Förderung des Finanzplatzes Deutschland, für nachsichtige Kontrollen und „Produktinnovationen“ warb, war schon bekannt, dass deutsche Banken in Schwierigkeiten sind.

Im Februar 2003 trafen sich Bundeskanzler, Bundesfinanzminister und Bundeswirtschaftsminister mit den Spitzen der Banken und Versicherungen zu einem Krisengespräch mit dem Ziel der Gründung einer Bad Bank. Das kam seinerzeit nicht zu Stande, weil das Treffen vom Handelsblatt bekannt gemacht wurde.

http://www.handelsblatt.com/archiv/bad-bank-sorgt-fuer-aufregung;606003

Aber die Auslagerung fauler Forderungen in Zweckgesellschaften und ähnliche Bad Banks fand statt. So bei der Industriekreditbank IKB, so bei der Ende September 2003 gegründeten HRE.

Es gäbe auch noch eine Menge zu sagen zu Steinbrücks Meinungen zur Konjunkturpolitik (da hat er sich zum Glück nicht durchgesetzt) oder die ausgehandelten Bedingungen zur Bankenrettung (die im Grundsatz sicher richtig war, von der Ausgestaltung allerdings extrem ungünstig für uns Steuerzahler).

Seine Zeit als Ministerpräsident klammere ich mal ganz aus.

Aber jetzt möchte ich Dir Gelegenheit geben zu erläutern, warum Du Steinbrück für einen besonnenen, kompetenten Finanzminister
hieltst.

„Sind denn die Zahlenfakten andere? Oder duerfen sie bloss aus Opportunitaetsgruenden nicht so interpretiert werden?“

Vermutlich nicht, nur muss man höchstwahrscheinlich noch weitere Zahlenfakten kennen um sich ein umfassendes Bild zu machen. Das hat er scheinbar aus den bereits genannten Opportunitätsgründen unterlassen.

Beitrag von zeitblom 18.01.11 - 10:48 Uhr

"Lese ich da jetzt raus, dass Du die Finanzkrise für ausgestanden hältst? "

Wahrscheinlich noch nicht, dies liegt aber weniger an den Ursprungsursachen (Hypothekenmarkt der USA und Investitionen in ABS etc) der Krise als an der desolaten Lage von Laendern wie Griechenland und Irland.


"Aber jetzt möchte ich Dir Gelegenheit geben zu erläutern, warum Du Steinbrück für einen besonnenen, kompetenten Finanzminister
hieltst. "

Vielleicht nur deshalb, weil er im Gegensatz zu vielen anderen Politikern und den meisten Buergern, die sehr begrenzten Einflussmoeglichkeiten der Politik in einer so komplexen, globalisierten und Welt bekennt, was ich nicht fuer Hilflosigkeit, sondern fuer Realismus halte.


Beitrag von ong_xa 18.01.11 - 22:25 Uhr

" der desolaten Lage von Laendern wie Griechenland und Irland. "

Wie sind sie denn in diese Lage gekommen? Es ist noch nicht lange her, da hat man Irland als Wirtschaftswunderland und Vorbild für Deutschland gefeiert.

"begrenzten Einflussmoeglichkeiten der Politik "

Heute ist bekanntgeworden, dass sich der harte Sanierer und eiserne Sparer Steinbrück wohl einige Steuereinnahmen hat durch die Lappen gehen lassen. Näheres gibt es wohl in einigen Wochen bei Wikileaks.

"besonnen"

You must be Joe King !#freu



Beitrag von zeitblom 19.01.11 - 10:18 Uhr

"Wie sind sie denn in diese Lage gekommen?"

Ich weiss: es waren die boesen Spekulanten, die gnadenlos hilflose Staaten belogen und betrogen haben...

Beitrag von ong_xa 19.01.11 - 18:41 Uhr

Vergess mal für einen Moment die ideologischen Reflexe.

Alle wirtschaftlich relevanten Staaten dieser Erde haben in Folge der Finanzkrise fogendes gemacht:

-Bankenrettungspakete geschnürt
-Konjunkturprogramme aufgelegt
-Unternehmen durch Bürgschaften oder Sondersubventionen gestützt
-sinkende Steuereinnahmen gehabt

Ist es dann nicht geradezu zwingend, dass beinahe sämtliche Staaten
Rekorddefizite zu verzeichnen haben? Und dass damit die Verschuldungsraten massiv in die Höhe gehen?

Beitrag von zeitblom 20.01.11 - 10:17 Uhr

Das ist ja richtig. Doch eben nur eine Ursache von einer Reihe anderer Ursachen. Waere die realwirtschaftliche Situation z.B. auch in den USA vor der Finanzkrise stabiler ("nachhaltiger") waere moeglicherweise die Krise gar nicht ausgebrochen, da dann die Hypotheken auch von den unteren Schichten haetten bezahlt werden koennen. Haetten europaeische Staaten wie Griechenland und Italien es geschafft, aehnlich wie Dtl. einige strukturelle Reformen durchzusetzen (hinsichtlich Rente und Gesundheitssystem z.B.), waere zumindest Griechenlands Situation etwas weniger katastrophal.