wann habt ihr den endgültigen Schluss-Strich gezogen? Wann war klar...

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von anja-g 14.01.11 - 11:39 Uhr

... dass ihr euch trennen werdet??

Hallo erst mal!

mich interessiert wie lange ihr überlegt und mit euch gerungen habt bis ihr euch endgültig dazu entschlossen habt euch von eurem Mann zu trennen?

Dies betrifft insbesondere diejenigen, die kleine Kinder haben.

In meinem Fall ist es so dass ich wirklich nicht mehr möchte, schon länger nicht mehr. Aber wegen der Kinder kann ich es nicht durchziehen. Sie lieben ihren Papa so sehr und ich könnte es ihnen nicht antun.

Nur nimmt das ganze im Moment wirklich Ausmaße an, die ich langsam aber sicher nicht mehr vertreten kann. Wir können kein normales Wort mehr miteinander reden, nur Gemotze, auch vor den Kindern. Ich habe nur noch Magenschmerzen weil ich das ganze nicht mehr ertragen kann.

Und immer und immer wieder kommen irgendwelche Dinge, die mal gar nicht gehen. Lügen.... Gemaule.... Ignoranz.... Missverständnisse...

Es wird langsam ungesund. Und ich glaube die Kinder merken es auch. Jedenfalls ist die Situation entspannter wenn mein Mann nicht da ist.

Ich habe nur tierisch Angst vor der Zukunft. Wie wird es ganz ohne ihn sein? Krieg ich das mit 2 kleinen Kindern + arbeiten hin?? Werde ich hier wohnen bleiben können (sind gerade erst im September hier eingezogen und fühlen uns richtig wohl)? werden die Kinder sehr leiden? (natürlich werden sie es, und das würde ich mir nicht verzeihen!!)

Bitte berichtet mir von euch!

LG, Anja

Beitrag von nightwitch 14.01.11 - 11:47 Uhr

Hallo,

ich habe unter dir gerade einen Beitrag verfasst, dass ich mich getrennt habe. Also inoffiziell hab ich für mich die Trennung vollzogen, jetzt muss ich es nur noch meinem (Ex)Partner beibringen, dass ich es nicht mehr möchte.

Ich sehe der Sache positiv ins Auge. Ich habe mich schon vor Monaten (da hatten wir eine wirklich böse Krise) erkundigt, welche finanziellen Mittel ich nach der Trennung zur Verfügung habe (Unterhalt, ergänzendes ALGII (arbeite auf 400 Euro) usw).
Habe dann meine ganzen Fixkosten zusammengerechnet und habe festgestellt, dass ich noch genug Geld für Lebensmittel und sonstiges über habe.
Ich kann auch in der Wohnung bleiben. Ab Sommer soll meine kleine Tochter dann auch in den Kindergarten (wenn wir denn dann einen Platz bekommen) und ich kann wieder länger arbeiten und demnach mehr verdienen.

Falls du Fragen hast, würde ich mich freuen, wenn du mich mal anschreibst. Wir sitzen ja sozusagen im gleichen Boot ;-)

Den Anstoß für die Trennung hat übrigens meine Große vor ein paar Tagen gegeben: sie hat den Vater mehr oder minder vor die Tür gesetzt, da ihr sein Gezanke auf den Geist ging. Da war für mich klar, so kann es nicht weitergehen. Eben WEIL wir kleine Kinder haben.

Ich bin der Meinung: lieber gute getrenntlebende Eltern als eine schlechte und zerstritte Partnerschaft.

Lieben Gruß
Sandra

Beitrag von claudi2712 14.01.11 - 15:00 Uhr

Hallo Anja,


plump gesagt:

sie werden Dir nie verzeihen, wenn sie in einer wut- und ärgererfüllten "Familie" aufwachsen mussten. Du wirst Dir nie verzeihen, dass Du nie für Dich und nur für andere gelebt hast. Du wirst Dir nie verzeihen, kein gutes Vorbild für Deine Kinder gewesen zu sein und schlussendlich wirst Du Dich immer fragen "was wäre gewesen wenn"....

Ein lieber Mensch hat mal zu mir gesagt :"willst Du jeden Tag ein Stückchen mehr sterben und irgendwann wird nichts mehr von Dir als Person übrig sein?" Ist es DAS Wert?

Hab vertrauen in Dich!

Claudia

Beitrag von lichtchen67 14.01.11 - 17:08 Uhr

Mein sohn war 16 als wir uns trennten und für ihn kam das aus völlig heiterem himmel, er war extrem geschockt, es war ein hartes jahr, dann war es ok - heute ist er ein normaler nicht grollender junger Mann.

Die Kinder meines heutigen Partner waren bei der Trennung 7 und 11, sie haben gesagt, endlich trennt ihr euch, das war ja nicht mehr auszuhalten mit der Schreierei zu Hause. Sie sind heute auch zwei sehr entspannte Teenager....

Deine Kinder werden mit der Situation umgehen können, wenn ihr als Erwachsene sie ihnen so angenehm wie möglich macht und beide immer für sie da seid. So eine gestörte Situation zu Hause ist auf Dauer viel schlimmer und "schädigender" für Kinder, ungesundes Klima.

Ob Du klar kommst, wie Du klar kommst, ob Du in der Wohnung bleiben kannst musst Du durchrechnen. Ich konnte es - für meinen Sohn war das sehr wichtig in seinem Umfeld zu bleiben.

Lichtchen

Beitrag von pcp 15.01.11 - 12:53 Uhr

Meine Eltern haben sich auch wegen uns Kinder nicht getrennt und ich habe es ihnen bis heute nicht verziehen.

Denn die eisige Kälte, die unbehagliche Stimmung, die Tränen und die Vorwürfe - das alles war uns anscheinend schon zuzumuten, im Gegensatz zu einer Trennung?

Ich finde das verlogen und charakterschwach. Meine Schwester und ich haben bis heute daran zu knabbern.

lg

Beitrag von anja-g 16.01.11 - 21:14 Uhr

@ pcp:

danke für deine Worte! Oft denkt man, man tut den Kindern einen Gefallen damit wenn man als Eltern zusammen bleibt. Aber dass sie viel mehr spüren was los ist, dessen ist man sich oft gar nicht so bewusst.

Vorhin kam nach "Pippi Langstrumpf" auf KiKa ein kindgerechter Bericht zum Thema Scheidung und Trennung der Eltern. Das habe ich dann mal mit meinem Sohn angesehen und er hat mir ganz viele Fragen gestellt warum Paare sich trennen und was dann passiert wenn der Papa eine eigene Wohnung hat etc.

Irgendwann war er dann den Tränen nahe und meinte nur: aber ich will nicht dass mein Papa irgendwann mal auszieht

#schmoll