Wie wurdet Ihr nach der Elternzeit in der Firma aufgenommen?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von kukuksei2 14.01.11 - 14:23 Uhr

Hallo!

Meine Frage steht ja schon oben;-)

Mich würde mal interessieren wie ihr wieder ins Berufsleben gestartet seid. Arbeitet Ihr jetzt weniger? Habt Ihr Probleme mit Kollegen / Arbeitgeber?

Ich war 2 Jahre in Elternzeit und arbeite seit 3,5 Monaten wieder. Ich bin jetzt in einer anderen Abteilung in der ich nur noch 3 Leute (von 10) kenne. Ich habe das Gefühl ich finde keinen Anschluss (die meisten sind auch jünger als ich und haben keine Kinder).

Ich wurde auch schon angesprochen, wieso ich Teilzeit arbeite, da wir doch eigentlich nur Vollzeitkräfte einstellen (hatte vorher einen Vollzeitjob und bin schon seit 2003 in der Firma).
Außerdem werde ich mit Arbeit zugeschüttet (vorher hat die Arbeit eine Vollzeitkraft gemacht, jetzt muss ich sie in 5 Stunden schaffen). Überstunden kann ich nicht machen, da ich meinen Kleinen aus der Kita holen muss.

Zusätzlich bin ich auch oft erkältet (Kita halt!), habe Husten, Heiserkeit etc., schleppe mich aber trotzdem zur Arbeit. Leider wird das nicht anerkannt, sondern eher gefragt warum ich nicht Telefondienst machen kann (ohne Stimme geht das schlecht).

Vielleicht wird es ja besser..., die Hoffnung stirbt zuletzt.

Hattet Ihr ähnliche Erfahrungen?

Gruß
Sanni

Beitrag von kurt77 14.01.11 - 14:47 Uhr

Hallo Sanni,

ich bin auch nach 2-jähriger Elternzeit als Teilzeitkraft wieder eingestiegen. Bei uns in der ´Firma sind nur noch 4 von 25 Mitarbeiter von früher da gewesen.
Ich habe 3 Tage die Woche voll gearbeitet von 8:00-18:00 Uhr und wurde auch in dieser zeit mit arbeit vollgestopft.
Ergebnis vor 0,5 Jahr _Burn-out..KRANKSCHREIBUNG -habe jetzt meine gutbezahlten Job gekündigt und werde mir jetzt in ruhe was anderes suchen..ich habe mich immer unter Druck gefühlt...

Schade habe es mir auch anderes vorgestellt..aber vielleicht ist es auch besser so...

Viel Erfolg weiterhin für Dich
Kurt77

Beitrag von kukuksei2 14.01.11 - 15:39 Uhr

Hallo,

ich wünsche Dir auch alles Gute und das Du einen tollen Job mit netten Kollegen findest.

Das Gefühl unter Druck zu stehen kenne ich. Manchmal mache ich 5 Sachen gleichzeitig und weiß nicht mehr wo mir der Kopf steht. Dann sehe ich auf die Uhr und stelle fest, dass es nur noch 1 Stunde bis zum Feierabend ist. Und dann stehe ich erst recht unter Druck, denn schaffe ich nicht genug, sitze ich am nächsten Morgen gleich wieder mit meiner Teamleiterin im Büro und muss erklären wieso ich nicht alles geschafft habe.

Leider kann ich nicht kündigen, da wir das Geld brauchen und mein Mann mir das auch übel nehmen würde.

lg
Sanni

Beitrag von angi05 14.01.11 - 14:48 Uhr

Hi,

das ist ja nicht gut für dich angefangen:-(

Bei mir war es ganz anders. Ich bin allerdings auch vollzeit gestartet, da mein Mann zu Hause war.
Ich kannte die Kollegen im neuen Team nur vom Sehen, aber wir waren gleich auf einer Wellenlänge.

Als ich dann meine Stunden reduziert hab und in ein anderes Team ging (wir wurden zeitgleich komplett umstrukturiert), war allerdings von den kinderlosen auch oft kein "Mitleid" zu erwarten! Ich hatte zwar weniger Fallzahlen, aber da mir die Nachmittage zum aufarbeiten gefehlt haben, hatte ich ständig Rückstände...
Zudem kamen gesundheitliche Probleme bei mir, was wiederum die Kollegen "nervte" (ähnlich wie bei dir).

Ich war dann irgendwann so "aufgerieben", dass ich mich intern wo anders hinbeworben habe.

Dort ging es mir wieder besser (was aber auch an der anderen Aufgabe lag).

Hast du auch die Möglichkeit intern zu wechseln?

Habt ihr mal Teambesprechungen oder etwas ähnliches, wo du das mal ansprechen kannst?
Hast du mal mit deinem Vorgesetzten darüber gesprochen?

Liebe Grüße Angi 05

Beitrag von kukuksei2 14.01.11 - 14:55 Uhr

Hallo,
ja, ich habe evtl. die Möglichkeit zu wechseln (in meine alte Abteilung). Der Ateilungsleiter will mich wiederhaben.
Ob es was wird, weiß ich nicht. Er meinte bloß es sieht gut aus#kratz.
Die Teambesprechungen sind vor meinem Arbeitsbeginn, so dass ich davon nichts mitbekomme.
Mit meinem jetzigen Vorgesetzten ist das so eine Sache...
Er ist "dicke" mit 2 Mädels aus meiner Abteilung, er trifft sich sogar privat mit denen. Ausgerechnet die beiden sind diejenigen die Druck ausüben. Also eher schwierig.
lg
Sanni

Beitrag von angi05 14.01.11 - 16:57 Uhr

Hi,

es ist echt unglaublich, dass Mütter in unserer Arbeitswelt immer noch ungern gesehene Kolleginnen sind!
Man (Frau) findet wirklich selten Firmen, die sich auf Familien einstellen (sei es Arbeitsplatzteilung, familienfreundliche Arbeitszeiten, Telearbeit ect).

Aber sich darüber auf zu regen lohnt wohl nicht.

Ich drücke dir die Daumen, dass es mit der Versetzung in die alte Abteilung klappt.

Gruß Angi 05

Beitrag von helly1 14.01.11 - 17:53 Uhr

Hallo,

ich war über 3 Jahre zu Hause, arbeite jetzt (erst) seit 2 Wochen wieder in Teilzeit (50 %, jeden Vormittag).
Ich arbeite in einer anderen Filiale, dort habe ich zuletzt vor fast 8 Jahren gearbeitet, dementsprechend kenne ich nur noch sehr wenige, in meinem Team eigentlich keinen. Aber ich bin total freundlich empfangen worden und bis jetzt läuft noch meine Einarbeitung, also bis jetzt kein Stress. Werde auch die nächsten Wochen noch viel auf Seminare gehen, die zwar nichts mit der Einarbeitung an sich zu tun haben, sondern die aufgrund Neuerungen jeder Mitarbeiter mitmachen muss. Alles in allem fühle ich mich wohl und freue mich täglich zur Arbeit zu gehen (ich hoffe, das bleibt so!).

Dir viel Glück, dass sich was an deiner Situation ändert!

LG helly

Beitrag von kukuksei2 14.01.11 - 18:45 Uhr

Danke!

Anhand deiner Einarbeitungszeit merkt man auch schon, dass es in deiner Firma besser läuft als bei mir. Ich wurde nur einen Tag eingearbeitet. Dann musste ich selbst sehen. Ich frage mich so durch...
glg
Sanni

Beitrag von silke_35 14.01.11 - 19:59 Uhr

Hallo Sanni,

da habe ich wohl Glück gehabt.

Ich bin 2007 nach 3 jähriger Elternzeit wieder in Teilzeit zurück in die selbe Abteilung, allerdings ein anderes Aufgabengebiet. Mein jetziges Aufgabengebiet war bereits vorher schon eine Teilzeitstelle und meine Vorgängerin ist in Altersteilzeit gegangen. Ich arbeite normal 25 Stunden die Woche (täglich 5 Stunden). Im letzten Jahr ist das Arbeitsvolumen schon enorm angestiegen, allerdings haben meine Kollegen damit nichts zu tun. Die haben mich alle sehr nett und freundlich wieder aufgenommen. Ich pendel zurzeit immer so um die 100 Überstunden rum. Gerade heute war ich wieder bis 16 Uhr im Büro. Das waren mal eben drei Überstunden.

Ich habe aber einen sehr gut bezahlten Job, nette Kollegen, Gleitzeit, Kantine u.v.m. Ich kann die Stunden abfeiern und auch mal ne Woche zu Hause bleiben.

LG
Silke

Beitrag von hollycassy 20.01.11 - 23:52 Uhr

Hallo Sanni,

ich hatte bessere Erfahrungen: Nach einem Jahr Elternzeit bin ich mit einer Halbtagsstelle in mein altes Team zurückgekommen und habe einen neuen Aufgabenzuschnitt bekommen.
Nach einem knappen Dreivierteljahr fragte mich meine Chefin, ob ich meine Wochenarbeitsstunden auch etwas früher als geplant aufstocken könne - Hintergrund waren Umstrukturierungen in unserer Abteilung mit einer neuen Leitungsaufgabe unserer Chefin, die nach potentiellen Nachfolgern suchte. Einen Monat später hatte ich die Teamleitung kommissarisch inne, einige Monate später fand dann die Stellenausschreibung und ein Bewerberverfahren statt, an dem auch ich teilgenommen habe. Das Auswahlverfahren verlief erfolgreich, seit Herbst bin ich offiziell Vorgesetzte meines alten Teams. Hätte nie gedacht, dass so kurz nach der Elternzeit überhaupt so etwas wie Karriere nur ansatzweise möglich sei. Jetzt muss ich Kind, Kita & Krankheiten auch irgendwie mit einer Dreiviertelstelle unter einen Hut bringen, habe aber zum Glück noch Unterstützung von meinem Mann, der relativ flexibel arbeiten kann.

Ich wünsche Dir, dass es bei Dir besser wird!
Alles Gute

hollycassy