Sehtest, früher Weitsichtig- heute Kurzsichtig? Brille wirklich nötig?

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Beitrag von heike040689 15.01.11 - 00:50 Uhr

Hallo :)

Ich war heute beim Optiker um einen Sehtest machen zu lassen.

Früher waren meine Augen immer in Ordnung. Dann bei meinem letzten Besuch beim Augenarzt ( mit 16 ) wurde mir gesagt, dass ich auf einem Auge ganz leicht zu einer Weitsichtigkeit tendiere, dies aber noch keiner Behandlung - sprich Brille oder Kontaktlinsen, bedarf.
Mit 21 solle ich dies nochmal überprüfen lassen.

Da ich nun auch 21 bin aber man hier bei uns leider Ewigkeiten auf einen Augenarzttermin warten muss ging ich erstmal zum Optiker und teilte ihm auch den letzten Stand der Messung vor 5 jahren mit.

Dieser meinte dann aber zu mir, dass ich auf beiden Augen kurzsichtig wäre und keinesfalls weitsichtig. Ich war natürlich sehr verwundert. Ich wusste nicht, dass man erst zu einer Weitsichtigkeit tendieren kann und dann doch kurzsichtig werden kann.

Probleme hatte ich bisher eigentlich nie. Zumindest fiel es mir nicht auf.

Nun riet der Optiker mir dazu eine Brille zu tragen.
Mein Vater allerdings meinte, dass er sich dies bei den Werten nicht vorstellen könne. ( Er ist ja selber auch bereits jahrelang Brillenträger ) Er ist aber leider auch immer sehr skeptisch bei allem und jedem und meinte, dass es klar ist, dass der Optiker mir dies rät, da ja auch er sein Geld verdienen will :/

Kennt sich eventuell jemand von euch mit den Werten aus und kann mir kurz erklären was diese genau bedeuten und ob es nun wirklich empfehlenswert ist eine Brille zu tragen oder eher nicht?

Hier einmal die Werte der Messung heute für die Erfahrenen unter euch:


VD: 0.0


Rechts:

SPH: -1.00
CYL: +0.50
AX: 62


Links:

SPH: -1.00
CYL: +0.50
AX: 132


REF PD: 61


Ich würde mich sehr über Antworten freuen. :)

LG Heike

Beitrag von myimmortal1977 15.01.11 - 01:06 Uhr

1,00 ist nicht die Welt, aber schon so, dass Du den Unterschied zur 100 %-igen Sehfähigkeit mit Brille z. B. bei Dämmerung und schlechten Lichtverhältnissen, z. B. bei Regen beim Autofahren deutlich bemerken würdest.

Die Sehfähigkeit ändert sich ja nicht von jetzt auf gleich. Es ist ein schleichender Prozess, wo man den Unterschied, wie es vorher mal gewesen ist, nicht wirklich bemerkt.

Wenn Du Dir jetzt eine Brille anfertigen lassen würdest, würdest Du feine Konturen und die Straßenbegrenzungen, einschließlich Beschilderungen bei schlechten Wetterverhältnissen deutlich eher und besser erkennen können. Wo man vorher dachte, Mensch, die können die Straßenbegrenzungsstriche auch mal wieder deutlicher nachmalen, sind sie wieder deutlich sichtbar.

Ein Straßenschild, was Du vorher auf 1,5 Meter erst lesen konntest, kannst Du dann bei 6 Meter sehr gut lesen.

Du würdest es schon merken, kannst jetzt aber logischer Weise den Unterschied nicht erkennen, da Du es in der Praxis nicht probieren kannst, ohne Brille.

Als ich das erste Mal eine Brille brauchte, hatte ich auf dem linken Auge - 0,8 und auf dem rechten Auge -1,2. Ich konnte die Schrift damals an der Tafel in der Schule nicht mehr richtig lesen. Mit Brille ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Meine erste Brille bekam ich mit 13. Heute habe ich auf dem linken Auge -1,75 und auf dem rechten Augen -2,25. Ohne Sehhilfe gucke ich wie durch eine Nebelwand.

Übrigens bedarf es nicht zwangsläufig einen Augenarzt, um die Sehstärke festzustellen. Viele Optiker sind heute genauso gut ausgestattet, um das machen zu können.

Bei erhöhtem Augeninnendruck und Krankheiten, die das Auge betreffen, z. B. grüner oder grauer Star, sollte man immer zum Augenarzt.

Wenn Du dem Optiker nicht traust, geh doch zum anderen Optiker und gucke, was da raus kommt.

Ich würde bei 1,00 mir aber eine Brille anfertigen lassen. Gerade, wenn Du auch in der Dämmerung Auto fährst.

LG Janette

Beitrag von birkae 15.01.11 - 18:42 Uhr

Bei diesen Werten würde ich dir auch eine Brille empfehlen!

Wenn du unsicher bist, gehe noch einmal hin, lasse dir die Stärken in eine Probierbrille stecken und schaue mit dieser Brille aus dem Fenster. Du wirst staunen, wie "schlecht" du bisher gesehen hast, ohne es zu wissen.

Und 5 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Warum dein Augenarzt dich erst wieder in 5 Jahren sehen wollte, ist mir schleierhaft...

Hast du, um die Werte messen zu lassen, nur an einem elektrischen Gerät gesessen, oder musstest du auch Frage "wird es jetzt besser?", "wird es jetzt schlechte?" beantworten?

LG
Birgit (Optikerin in Elternzeit)

Beitrag von heike040689 16.01.11 - 13:41 Uhr

Hallo :)

Ersteinmal vielen lieben Dank für die Antworten.

Warum der Augenarzt mich erst nach 5 Jahren wieder sehen wollte weiß ich nicht. Er meinte damals jedenfalls, dass es nicht nötig wäre vorher nochmal zu kommen.

Also um die Werte zu messen, wurde ich nur an ein Gerät gesetzt aber gefragt wurde ich rein garnichts. Vom Augenarzt her kenne ich das auch nur mit den Tropfen und damals wurde ja auch eine leichte Weitsichtigkeit festgestellt. Vielleicht hängt der Unterschied ja auch wirklich damit zusammen.

Am 2.2. hat mein Mann einen termin beim Augenarzt zum Sehtest. Vielleicht können diese mich ja dann auch noch für einen Sehtest dazwischen schieben. Dann muss ich nicht mehr so lange warten.

Aber in der Zwischenzeit werde ich morgen auch nochmal zu einem anderen Optiker gehen um dort die Werte mal zu vergleichen.

@ Birgit: Ich habe im Internet nämlich auch gelesen, dass es ebenso wegen der Hormone davon abhängig sein kann in welchem Zyklusabschnitt man ist. Dann kann sich das schonmal leicht ändern. Stimmt das wirklich oder ist das quatsch?

Liebe Grüße

Heike

Beitrag von birkae 16.01.11 - 17:40 Uhr

Ein Sehtest ist auch leicht von der Tagesform abhängig.
Meinen Kunden habe ich immer gesagt, dass es am sinnvollsten ist, vormittags zu testen. Da ist das Auge vom erholsamen Nachtschlaf nicht mehr zu entspannt, aber auch noch nicht so gestresst, wie am Nachmittag bzw. Abend.

Im Prinzip sind diese Schwankungen aber trotzdem nicht so gravierend, dass man Angst haben muss, die falsche Brille zu bekommen.

Ein richtiger Sehtest wird immer noch mit einer Probierbrille bzw. einem Gerät, in dem die Stärken Schritt für Schritt geändert werden, gemacht.
Das was mit dir gemacht wurde, ist nur ein Gerät, um schon mal einen Anhaltspunkt zu bekommen, in welcher "Gegend" die Fehlsichtigkeit liegt.

Wenn ein Kunde erkennen lässt, dass er eine Brille möchte, wird i.d.R. ein richtiger Sehtest gemacht. Sehtests werden von der Krankenkasse ja nicht mehr übernommen, die Kosten entstehen aber trotzdem. Da die Kunden aber ungern für diese Dienstleistung bezahlen wollen, haben sich einige Optikergeschäfte angewöhnt, bei den Kunden erst einmal nur die automatische Messung zu machen. Scheinbar konnte man an dir nicht erkennen, dass du auch eine Brille im Anschluss möchtest, sondern einfach nur das Gewissen beruhigen wolltest, die ärztliche Anweisung zu befolgen. :-p
Wenn bei meinen Kunden solche WErte wie bei dir heraus gekommen sind, habe ich ihnen schon gesagt, dass da eine Brille nötig sein wird und wir am besten eine richtige Überprüfung der Sehleistung machen. Diese Kosten werden dann nicht eingefordert, wenn eine Brille bestellt wird. Es gibt aber auch Optiker, die machen die Überprüfung grundsätzlich kostenfrei. Ist alles eine Frage der Werbung und des Service.

Auch Augenärzte lassen sich die Überprüfung der Sehstärke bezahlen. Auch sie können der Kasse nichts mehr in Rechnung stellen. Kommt man jedoch mit PRoblemen, ist das Abrrechnen wieder eine Folgeerscheinung der Untersuchung der Probleme...;-) So war es zumindest, als ich noch arbeitete.

Das Tropfen der Augen macht man eigentlich nur bei Kindern, um die Muskeln kurzzeitig lahm zu legen. Somit findet man leichter heraus, wie fehlsichtig das Auge ist, ohne dass die Muskeln gegen die Fehlsichtigkeit arbeiten und das Ergebnis verfälschen.

Augenärzte sind in der Regel extrem gefragt und haben eine Monatelange Warteliste. Es ist eher unwahrscheinlich, dass du dazwischen geschoben wirst.

LG
Birgit

Beitrag von heike040689 18.01.11 - 16:46 Uhr

Achso, okay. :) Danke Birgit.

Hmm, das kann möglich sein, dass das nicht ganz ersichtilch war mit der Brille. Wirklich gewollt habe ich da ja auch keine. ;) Aber mitlerweile habe ich mich mit dem Gedanken schon ganz gut anfreunden können.

Ich habe nun Glück gehabt. Ich kann tatsächlich am 2.2. mit meinem Mann zusammen zu seinem Augenarzt. Dann bin ich mal gespannt.

Ich kann mich ja im Nachhinein nocheinmal melden.

Liebe Grüße

Heike

Beitrag von a79 15.01.11 - 23:16 Uhr

Hallo,

ich würde mir -auch wenn es ne Weile dauert- einen Augenarzttermin holen, mit diesen Werten dorthin gehen und mich tropfen lassen (in der Regel im Erwachsenenalter mit Mydriatikum), um die Pupille weitzustellen und den Muskel im Auge zu lähmen, der für die Linsenkrümmung zuständig ist -diese Linsenkrümmung, durch die Deine Augen auf verschiedene Entfernungen scharfgestellt werden können, und die sich demnach flexibel auf verschiedene Entfernungen verändern kann, wird dadurch ausgeschaltet und man kann objektive Werte messen. Beim Optiker wird nur in einem Gerät überprüft, wie die Brillenwerte sind (sogenannter Refraktometer: in ein Gerät reinschauen, in dem ein Kreis, Stern, Tannenbaum o.ä. ist und der sich mal unscharf mal scharf vor deinem Auge zeigt) oder wurde Dir auch ein Probiergestell aufgesetzt und Brillenwerte gesteckt?
Leider versucht das Auge nämlich immer, das Bild im Refraktometer scharf zu stellen und die Wert mit enger Pupille werden dadurch verfälscht -es kann also sein, dass Du immer noch weitsichtig ist und das Gerät nur die Linsenkrümmung auf das vermeintlich in der Nähe stehende Objekt im Gerät gemessen hat....lass Dir ohne Augenarzt und Tropfen keine Brille mit - Werten verschreiben....kann auch Kopfschmerzen verursachen, wenn falsch verordnet...

Sollte eine geringe Kurzsichtigkeit bestehen, müsste auch der Sehtest -der Optiker hat doch sicher einen gemacht, oder?- entsprechend unter 100% gelegen haben, schätzungsweise bei 60-80%...eine geringe Weitsichtigkeit bis 3 Dioptrien würdest Du vermutlich jetzt noch gar nicht bemerken, zumindest nicht, wenn Du nicht viel Lesen oder lernen musst...und solange dies nicht der Fall ist, würde ich unter 3 Dioptrien plus auch keine Brille verordnen...

Ich hoffe, ich habe nicht mehr Verwirrung gestiftet als geholfen...kannst gern nochmal nachfragen, wenn was unklar war...

LG

Andrea

Beitrag von birkae 18.01.11 - 19:26 Uhr

"würde ich unter 3 Dioptrien plus auch keine Brille verordnen... "

Wie kommst du auf diese Aussage? Bist du in diesem Stärkenbereich, dass du aus Erfahrung schreibst? Ich kann aus eigenen Erfahrungen schreiben, dass man mit diesen Werten schon richtig "schlecht" sehen kann.
Nur weil man durch das schleichende Verändern der Sehleistung die Einbußen der Sehqualität nicht wahrnimmt, heißt es nicht, dass keine Brille nötig ist.

Übrigens der Kehrwert von 3 dpt (1/3) ergibt 0,33Meter. Das ist bei einer Kurzsichtigkeit der am weitesten entfernte Punkt, an dem man noch scharf sehen kann. Deshalb finde ich deine Aussage nicht nur aus eigenen Erfahrungen, sondern auch aus optischen Gründen sehr fahrlässig.

Jemand, der von der Materie keine Ahnung hat, könnte an deinem Posting falsche Hintergrundinfos auffangen. Und im Straßenverkehr brauchen wir gut sehende Menschen.
In meiner Beruflichen Laufbahn habe ich schon genug Kunden gehabt, die die für den Führerscheinsehtest geforderten "70%" Sehleistung nicht brachten und mit "nur" -0,75 dpt wieder auf "100%" stiegen.

Außerdem kommt unterschwellig aus deinem Posting heraus, dass nur Augenärzte vernünftige Sehteste machen. Das möchte ich so auch nicht stehenlassen. Wir Optiker lassen uns für unsere Kunden Zeit, die richtigen Werte zu bestimmen. Ich habe in meiner Laufbahn als Optiker wesentliche mehr Kunden gehabt, die mit der verschriebenen Brille von Augenarzt nicht klar kamen, als von uns verordnete Brillen. Und die Mehrkosten, die durch den Augenarzt entstanden sind, mussten wir Optiker dann auch noch tragen...

LG
Birgit

Beitrag von a79 18.01.11 - 19:54 Uhr

Hallo, ich denke Du hast mich falsch verstanden -ich meine +3 dpt, also Weitsichtigkeit....Das man mit -3 dpt auf jeden Fall eine brille braucht, ist mir (bin Orthoptistin) vollkommen klar, hatte deswegen auch 3 dpt plus geschrieben, weil es schnell gehen musste...sorry für das Missverständnis
Ebenso wie bei den Augenärzten gibt es auch bei den Optikern solche und solche -da müssen wir uns sicher nicht drüber streiten, oder? Ich habe niemals abgestritten, dass es durchaus Optiker gibt (habe jahrelang von einer Augenarztpraxis aus mit einem zusammengearbeitet, der für meine Sorgenkinder Brillen gemacht hat -hauptsächlich bei älteren Patienten mit geringen Schielwinkeln, welche nicht operabel waren und durch Prismen keine Doppelbilder mehr hatten)...aber eben auch welche, die nur mit Refraktometer eine Brille aufschreiben.

LG

Andrea

Beitrag von a79 18.01.11 - 22:44 Uhr

Upps, ich meinte natürlich "...durchaus -gute!- Optiker gibt..." bin leicht schusselig momentan.

Beitrag von sabine301180 16.01.11 - 06:59 Uhr

Bei diesen Werten brauchst du nicht unbedingt eine Brille. Allerdings könntest du mit einer Brille wesentlich deutlicher sehen was du jetzt garnicht merkst. Es gibt ja recht günstige Optiker, bei denen eine Brille nicht teuer sein muss.