Wir waren Helden!

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Beitrag von gchantrea 15.01.11 - 11:26 Uhr

Hallo liebe Urbiagemeinde,

wie sehr sich die Zeiten doch ändern können. Ich habe bei Facebook diesen untenstehenden Text gefunden und stelle den mal hier zur Diskussion.

Was mich interessiert: Werden Kinder heute wirklich verweichlicht oder sind es einfach nur andere Zeiten? Erinnert ihr euch gern zurück oder nur sehr ungern? Was habt ihr gern gemacht und was habt ihr gespielt (z.B. bei schlechtem Wetter oder im Winter)?

"Wenn du als Kind in den 70er oder 80er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.
Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.

Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.

Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hanghinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.
Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!

Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Kannst du dich noch an "Unfälle" erinnern?
Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.
Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde."

Meine Meinung dazu:

Als ich den Text las, kamen viele Erinnerungen hoch - teils gute, aber auch nicht so gute.

Mein Exmann hatte mal Backofenreiniger getrunken, weil die Flaschen zu leicht zu öffnen waren, da leidet er heute noch drunter - also gab es auch Schattenseiten. Ich selbst hab mir mal beim Spielen mit einem rostigen Blech die Daumenkuppe abgesäbelt - da musste ich dann auch zum Arzt und mir eine Tetanusspritze abholen.

Trotz allem hatte ich eine wunderbare Kindheit, war sehr viel draußen, hatte viele Freunde.

Wir haben oft von morgens bis abends draußen gespielt - Fernsehen durfte und wollte ich nicht oft, ich hatte keinen Computer und Videospiele kannte ich gar nicht.
Schlechtes Wetter gabs nicht - dann wurde auf dem Dachboden gespielt und da gab es tolle Sachen.
Im Winter haben wir oft auf den Feldern hinter unserem Dorf kranke Vögel eingesammelt und die wieder gesund gepflegt. Es gab Schneeballschlachten und wir haben Schlittenrennen gemacht - oft mit den Erwachsenen.
Wir haben auch mal Mist gebaut, aber da mussten wir selbst für gerade stehen - unsere Eltern sind nicht verklagt worden.

Ich war nicht in unzähligen Vereinen und hab mich trotzdem nicht gelangweilt. Trotzdem bin ich teamfähig und kann auch verlieren.

In der Schule hat man sich noch um Schwächere gekümmert und man hat gern geholfen - Mobbing kannte ich nicht (das kam erst später). Man hatte nachmittags zu tun, die Schule hat viel angeboten. Wir sind mit Bollerwagen losgezogen und haben Flaschen und Altpapier eingesammelt, wir sind für ältere Leute einkaufen gegangen und niemand hat etwas dafür verlangt. Wir haben uns schon über ein Stück Schokolade gefreut.

Ich muss dazu sagen, ich bin im Osten Deutschlands aufgewachsen, Jahrgang 1977, da war ja eh vieles anders.



Ich möchte nicht, dass jemand denkt, ich will hier nur die schönen Seiten zeigen oder alles beschönigen. Sicher nicht, denn wie ich schrieb, gab es auch weniger positive Dinge.
Mich interessieren eure Erinnerungen, eure Meinungen dazu, wie ich anfangs schon schrieb - bin, glaube ich, gerade ein bisschen nostalgisch...:-)

Ich freu mich auf eure Texte und stell mal eine Runde #tasse bereit! ^^

LG Chantrea






Beitrag von ich-halt 15.01.11 - 11:53 Uhr

Ich bin 1980 geboren und ich muss sagen dieser Text trifft vieles ziemlich genau so wie ich es in Erinnerung habe.
Ich hatte eine schöne Kindheit und ich würde mir wünschen, dass meine Kinder genau so aufwachsen könnten. Aber das ist in der heutigen Zeit nicht mehr möglich.

Ich bin ziemlich ländlich aufgewachsen und wir waren bei Wind und Wetter draussen. Im Wald, am Fluss, auf Feldern usw. In den Ferien von morgens bis spät Abends. Meistens mussten unsere Eltern uns suchen #schein denn Handys hatten wir nicht.

Und heute?? Mein Sohn ist in der zweiten Klasse und ist der einzige der noch kein Handy hat!!
Ich hab mein erstes Handy gekauft da war ich 19.

Bei schlechtem Wetter waren wir meistens trotzdem draussen oder wir haben uns in Scheunen, Garagen usw. versteckt zum spielen. Das war okay und keiner hatte was dagegen.

Meine Mittage waren auch nicht so verplant wie die von vielen Kindern. Wenn ich mich mit jemandem treffen wollte bin ich hin gelaufen (!!! alleine!!!) und hab geschaut ob derjenige aufmacht. Wenn nicht bin ich zum nächsten Haus.
Heute muss man Termine Wochen vorher ausmachen, weil viele Kinder total volle Terminkalender haben. Das finde ich traurig

Ich hatte viele Unfälle (vom Baum gefallen, in Dornen getreten, mit dem Fahrrad gestürzt ect) und ich bin trotzdem erwachsen geworden.

Ich denke das was so schön war an unserer Kindheit war, dass wir unbeschwert waren. Wir waren nicht eingeengt und auch nicht so einem Leistungsdruck ausgesetzt wie die Kinder heute, wo schon im Babyalter jedes Kind zwei, drei vier Kurse besucht.
Wir konnten noch Kind sein und haben gelernt unsere Konflikte alleine zu lösen.

Ich hab mich auch das ein oder andere mal geprügelt, hatte blaue Augen oder ne blutige Nase. Heute würde man mich dafür wohl zu den strengsten Eltern der Welt oder nach Amerika ins Erziehungscamp schicken.

Ich hab auch mal zuviel Kirschen gegessen und dann war mir schlecht. Da hatte keiner Mitleid und es wurde nicht gleich die Giftzentrale angerufen ;-)

Vieles war für Kinder einfacher, weil sie einfach auch selbstbestimmen konnten und ich bin froh, dass ich so eine Kindheit haben durfte.

Puh, dass ist jetzt lang geworden, deshalb ende ich jetzt obwohl mir noch viel mehr einfallen würde :-)

lg ich-halt

Beitrag von docmartin 15.01.11 - 12:03 Uhr

Ich denke es ist wie mit vielen anderen Sachen auch. Es gibt positive Veränderungen udn negative. Wir wohnen ländlich und unsere Kinder sind auch viiieeel draußen, haben keien Spielekonsolen, keien Handys etc. mit den anderen aus unserem Bekanntenkreis ist es ähnlich.
Meine Kindheit war auch sehr ungezwungen (Wohnung in der Stadt udn Wochenendehaus auf dem Land) und wir sind gerade im Sommer und in den Ferien sehr spät nach hause gekommen vom Rumstromern auf den Feldern und Wisen. ABER auch damals gab es Gefahren...ich erinnere mich gut an die Geschichten von "Mitschnackern" udn dem Verbot alleine in den Stadtpark zum Spielen zu gehen. Nur in Begleitung eines Erwachsenen.
Sachen wie Fahrradhelme sind einfach technische weiterentwicklungen und wenn du sagst: wir haben auch überlebt...dann gilt das nciht für alle. Ein Junge aus der Nachbarschaft wurde mit dem Rad angefahren und starb an seinen Kopfverletzungen mit der FOlge dass meine Eltern mir den Schulweg per Rad verboten bis ich 12 Jahre alt war. Ich weiß nicht ob ein Helm das komplett verhindert hätte, aber gestiegene Sicherheitsnormen halte ich für positiven Fortschritt.
Und auch damals (Jahrgang 74) hatte ich einige Klassenkamerade in der Grundschule bei denen ich sagen kann, dass deren Leben an Verwahrlosung grenzte. Auf dem Schulweg stieß immer ein Junge zu mir der -weil die Eltern ständig betrunken waren dun nicht aus dem Bett kamen-sich und seine beiden kelinen Schwestern morgens alleine fertigmachte und dann auf dem Weg zur Schule mit mir gemeinsam die beiden Zwerge im Kindergarten ablieferte.
Ebenso weiß ich von vielen die ihre Nachmittage vor dem Fernseher verbrachten (was ich-meine Eltern waren gegen fernsehen udn wir hatten daher keinen-toll fand). In der fünften Klasse kamen dann die ersten Computer auf und da gab es dann irgendwann schon eine Kluft zwischen denen die nicht mal wussten wie man so ein Ding einschaltet und denen, die damit täglich umgingen.
Wie gesagt...positive und negative Veränderungen aber pauschal...ich kann nur sagen ich war glücklich auch ohne Fernseher zu Hause. Meine ELtern achteten sehr auf die Schule und "gesunde" Frezeitaktivitäten und bei anderen sah es eben anders aus.
Gruß Franziska

Beitrag von parzifal 15.01.11 - 12:09 Uhr

Da wird doch vieles nur verklärt.

Beispiel:

"Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags."

Folge: Bei halb soviel Pkw´s (70er Jahre) gab es bis zu 4x soviel Verkehrstote wie heute. Die Wahrscheinlichkeit im Verkehr zu sterben alöso x-fach höher.

Es wurde nur kein Aufhebens davon gemacht, sondern als normal akzeptiert.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 15.01.11 - 12:21 Uhr

#pro

Beitrag von gchantrea 15.01.11 - 12:21 Uhr

Das stimmt auch wieder - aber ich hatte ja geschrieben, dass ich nichts beschönigen möchte.

Ich hatte den Text 1 zu 1 von Facebook übernommen. Klar gibt es viele Dinge, die damals nicht in Ordnung waren.

Ich kann mich allerdings erinnern, dass mein Vater immer darauf bestand, dass wir angeschnallt waren, bevor wir irgendwohin fuhren.

LG Chantrea

Beitrag von devadder 15.01.11 - 12:52 Uhr

Ich kenne diesen Text schon lange, da ich schon älter bin als die meisten hier. Ich kann nur dazu sagen, dass man damit außerdem, nicht nur, zum Ausdruck bringen möchte, dass es nicht notwendig ist wegen jedem Sch.... das Rad neu zu erfinden. Wenn heute in der Schule mal ein Abfluß stinkt, werden gleich alle Alarmglocken geläutet. Giftige Dämpfe, Gesundheitsgefährdung, Gutachten müssen erstellt werden, Klagen werden angedroht und und und. Das ist mal nur ein kleines Beispiel von etlichen die ich hier nennen könnte. Ist das alles wirklich nötig? Wahrscheinlich ist auch vieles, weil die Leute frustriert sind und anstatt sich gegen wichtige Dinge zur Wehr zu setzen, wie zum Beispiel unsere Regierung, lieber ein mal klein anfangen. Die Hauptsache erst mal gestänkert. und einen auf wichtig gemacht.

Beitrag von dodo0405 15.01.11 - 12:56 Uhr

Naja, meine Tochter trinkt auch aus Wasserhähnen und kraxelt auf Bäume, sie fällt hin und wird nicht in Watte gepackt.

Dass ich sie sichere, wenn wir unterwegs sind, halte ich für mehr als sinnvoll, ich hatte schon zwei sehr schwere Autounfälle bei denen mir beide Male der Gurt das Leben gerettet hat - und ich mit erlebt habe, wie Dinge von der Rücksitzbank durch die Windschutzscheibe flogen. Somit fühle ich mich nicht als "Held", nur weil ich als Kind mit der Kinderwagentasche kurzerhand im Kofferraum oder auf der Rücksitzbank transportiert wurde.

Wir wohnen sehr ländlich. Ich würde mein Kind nie alleine bis zum Einbruch der Dunkelheit irgendwo rum streunen lassen. Das durfte ich übrigens auch nicht. Und zwar bis zum Alter von 16 Jahren.

Kinderverschlüsse an Flaschen finde ich mehr als sinnvoll. Und wenn ich daran denke, dass meine Eltern damals die ersten waren, die einen Schutzschalter im Stromkreislauf eingebaut haben und damals von allen belächelt wurden - naja, als ich dann mit der Stricknadel in die Steckdose gestochen hab... ich wär tot gewesen ohne diesen Schutzschalter.

Natürlich zielt der Text darauf ab, wie sehr sich die Zeit verändert - und die Kindheit.
Ich jedoch möchte die schönen Dinge meiner Kindheit gerne auch meiner Tochter zuteil werden lassen. Ich konnte zum Beispiel immer zu unseren Nachbarn gehen und durfte dort "Brotzeit" machen mit Marmeladenbrot. Man mag jetzt behaupten, das sei kein adäquates Abendessen - meine Tochter marschiert auch 1-2 Mal die Woche zu unseren Nachbarn und macht dort auch "Brotzeit" mit Marmeladenbrot. Und ist glücklich. :-)

Beitrag von bianca153 15.01.11 - 13:09 Uhr

Hallo

Ich kannte diesen Text schon und ich muß sagen, er trifft auf meine Zeit zu und ich vermisse sie.
Der Zusammenhalt ( Nachbar, Schule, Freunde, Arbeitslollegen ... )war besser und einer half dem anderen.
Heute ist sich jeder selbst der Nächste. Frei nach dem Motto : Nach mir die Sinnflut .... ( trifft nicht auf unseren Freundeskreis zu )

Und ja, ich bin der Meinung, das die Kinder von Heute verweichlicht werden. Alles wird desinfiziert, Kinder spielen mal im Sand etc. und schon kommt Mama angelaufen mit Feuchttüchern etc.

Bei jeden Husten und Schnupfen wird zum Arzt gerannt und die Kinder werden mit Medikamente vollgestopft.

Ach man könnte noch so viel aufzählen.

Mein kind ist definitiv nicht verweicht, denn :

- er spielt in den größten Dreckhaufen und fühlt sich wohl dabei
- läuft durch Pfützen, bis es oben aus den Gummistiefeln wieder rauskommt
- wenn das Essen runter fällt, dann wird der Schmutz ( kommt drauf an was es für Schmutz ist ;-) ) abgepustet und es wird weiter gegessen
- er darf auch mit schmutzigen Händen essen
- er teilt seine Kekse mit dem Hund

etc.

Also eigentlich macht er das alles, was wir früher auch gemacht haben.

Und ich bin froh, das er so ist, wie er ist.


LG
Bianca

Beitrag von hinterwaeldlerin09 15.01.11 - 13:22 Uhr

Ich kenne den Text auch.

Ich bin über 40 und kann nicht sagen, ob früher der Zusammenhalt etc. besser war. Das Leben bekommt oft erst in der Draufschau ein Gesicht und wir alle haben die Tendenz, die Vergangenheit zu verklären.

Ich glaube allerdings, dass die Erwachsenen von heute verweichlicht sind. Und die Erwachsenen von heute sind die Kinder aus der Wir waren Helden" Geschichte.

Ich kenne viele Erwachsene, die ständig jammern, ständig klagen. Die Deutschen gehen im Schnitt 18x im Jahr zum Arzt. 18x!!

Ich kenne viele Erwachsene, die nicht wirklich in der Lage sind, eine Belastungssituation durchzustehen. Viele drücken sich davor. Ich kenne viele Erwachsene, die sich lieber in eine Opferrolle begeben, als etwas anzupacken, ggfs. auch gegen Widerstände.

Ich glaube, die Kinder zeigen uns nur, wie und wer wir sind.

Und da gibt es viele, die sich noch nicht entschieden haben, was sie sein wollen: Mann/Frau oder Maus!


lg die hinterwäldlerin

Beitrag von fernande 15.01.11 - 14:35 Uhr

Dazu passt gut ein Bericht, den ich letztens im Fernsehen gesehen habe.

Es ging um unsere Generation und was wir aus unseren Chancen gemacht haben.

An einer Stelle wurde postuliert, dass man uns nach der Schule ins Leben entlassen hat mit den Worten, dass wir alles erreichen können, was wir wollen. Doch niemand hat uns klar gemacht, was man alles erreichen kann und wie man das am besten anstellt.

Beitrag von simone_2403 15.01.11 - 13:45 Uhr

Da gibts noch etwas ;-)

Die, die in diesem Jahr Abitur machen, wurden um 1990/91 geboren.

Die meisten davon kennen nur 2 Päpste.
Für sie gibt es außerdem keinen Kanzler vor Helmut Kohl.
Bei "The Day After" denken sie an Kopfschmerzen, nicht an einen Film.
Und Cola gab es schon immer nur in unkaputtbaren Plastikflaschen.
Der Verschluss war immer aus Kunststoff und nie aus Metall.
Cola in Glas-Flaschen? Und dann nur ein Liter?

Und was sind übrigens Knibbelbilder?
Ministeck?
Atari ist für die meisten genauso weit weg wie Schallplatten:
Denn sie haben nie einen Plattenspieler besessen,
da ja schon vor ihrer Geburt die Compact Disc erfunden worden ist.
Und sie haben nie Pac Man gespielt.
Und erst recht kann niemand von ihnen glauben, dass man Geld ausgegeben
hat, um ein "Telespiel" zu spielen, das nicht einmal so aussah wie Tennis...

Im Übrigen hieß Twix niemals Raider und war auch nie "der Pausensnack".
Ach ja: Und was zum Teufel sind Treets?
Auch eine Kugel Eis hat immer eine Mark gekostet,
es gibt keine Marken, die "Vanilla" oder "Fiorucci" heißen
und erst recht gab es nie eine Zeit ohne Marken.
Was ist übrigens ein Parka?
Und wieso sollte man sich Windeln um den Hals hängen - oder Palästinensertücher?

Wo wir gerade vom Outfit sprechen:
Was sind Popper? Was ist ein Popperschnitt?
Und warum sollte man sich seine Schultern auspolstern
und das Ende seines (Stoff!-)Gürtels im 90*-Winkel nach unten hängen lassen?

Diese Generation hat nie einen Fernseher mit nur drei Programmen gesehen.
Ganz zu schweigen von einem Schwarz-Weiß-Fernseher.
Und vor allem nicht ohne Fernbedienung!
Sie hatten immer Kabel- und Satelliten-Fernsehen.

Was ist eigentlich Betamax?

Der Walkmann wurde von Sony vor ihrer Geburt erfunden.
Rollschuhe haben Rollen, die hintereinander angeordnet sind und der Schuh ist
immer schon dran; und was sind Disco-Roller???

Wetten dass... war immer mit Thomas Gottschalk.

Pommes hat man schon immer im Backofen gemacht.
Und was sind Bonanza-Räder?

Klar kennen sie Günther Netzer und Franz Beckenbauer:
Das sind Fußball-Kommentatoren.

Die jetzt Zwanzigjährigen haben noch nie beim Schwimmen über den
Weißen Hai nachgedacht.
Sie wissen nicht wer Mork war und warum er vom Ork kommt.
Ihnen ist auch egal wer J.R. erschossen hat
und außerdem haben sie keine Ahnung, wer J.R. überhaupt ist.
Michael Jackson war immer schon weiß.

Sie haben noch nie einen Big Mac in einer Styropor-Verpackung gesehen
und schon immer gibt es Haarschaum und Unisex-Hairstylingprodukte.

Sie glauben, dass es nicht sein kann, dass Puma-Schuhe mal der letzte
Schrei waren und dass das Top-Modell von Adidas nur 99 Mark gekostet
hat und keine Luftkammern hatte und nicht blinkte.
Sie haben noch nie ein Snickers mit roter Verpackung gesehen.
Sie wissen nicht, dass man Daten auch auf Kassetten speichern kann,
denn sie haben auch noch nie eine Diskette gelocht, geschweige denn umgedreht.

Sie wissen nicht, warum Niki Lauda immer eine Mütze trägt.

Sie kennen Herrn Kaiser von der Hamburg-Mannheimer nur ohne Brille und
Seitenscheitel.
Den netten Mann von Persil kennen sie gar nicht.
Hieß der Mann nicht Clementine und war eigentlich eine Frau ?
Sie wissen nicht, dass Frau Sommer nicht mit Dr. Sommer von der Bravo verheiratet
Ist, sondern bei Jakobs-Kaffee arbeitet
und an Festtagen ein Pfund Krönung mitbringt.

Sie wissen nicht, dass Parkuhren früher auch 5 Pfennig Stücke genommen haben.

Aber Du weißt das alles.

Denn… du bist alt #schein

Beitrag von gchantrea 15.01.11 - 13:50 Uhr

#pro

Beitrag von ippilala 15.01.11 - 15:04 Uhr

Wahnsinn! Auf Grund der Tatsache, dass ich doch ein ganzes Jahr vor der beschriebenden Generation liege, kenne ich fast alle beschriebenen Dinge!

Bin ich jetzt alt?

Beitrag von simone_2403 16.01.11 - 11:38 Uhr

Ja UUUUUUUUUURalt #rofl;-)

Beitrag von angelzoom 15.01.11 - 18:30 Uhr

Herrlich, vielen Dank.

Ja genau das was du geschrieben hast, habe ich neulich versucht meiner Schwester (Jahrgang 93) zu erklären.
Als ich sagte, dass ich das neue Roxette-Album auf Casette hatte hat sie nur gelacht.
Sie weiß nicht was ein Walkman ist und kann nicht verstehen, dass ich damals super stolz war auf meine Walkman der bei der MC auch noch selber die Seite gewechselt hat.

Du hast das alles super auf den Punkt gebracht und in dem Fall bin ich gerne alt

Beitrag von asimbonanga 15.01.11 - 13:49 Uhr

Hallo,
ich kenne diesen Text und habe mir auch schon (ohne Verklärung der Vergangenheit hoffe ich ) meine Gedanken dazu gemacht.
Ganz sicher spielt die Berichterstattung der Medien eine Rolle.Eltern sind viel ängstlicher und behütender geworden.Die Freiheiten ,die ich schon im Vorschulalter hatte-haben meine Kinder nicht gehabt.Allgemein schotten sich die Leute mehr ab-alles muss verabredet werden. Einige der Früherziehungs--Kurse z.B. halte ich heute für überflüssig.Ganz allgemein haben viele Kinder heute zu wenig Bewegung und Möglichkeiten wirklich selbstständig zu werden.Den Lauf der Zeit kann man nicht aufhalten------TV, Spielkonsolen, PC verändern Kinder, ganz fernhalten kann man sie davon nicht.

L.G.

Beitrag von fernande 15.01.11 - 14:21 Uhr

Hallo Chantrea,

auch ich kenne diesen Text und finde ihn ganz schrecklich. Ich verstehe auch die Motivation nicht so gant und vermute da irgendein linkes Spießertum hinter.

Klar, ich hatte auch eine schöne behütete Kindheit, habe viel draußen gespielt, jahrelang hatten wir gar keinen Fernseher. Wir hatten unsere Banden und sind durch fremde Gärten gegeistert.

Ich denke jeder egal welcher Generation, der keine große Not erleiden musste, sieht seine Kindheit als eine goldene Zeit an und wird nostalgisch, wenn er daran zurückdenkt. Selbst meine Mutter, die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren groß geworden ist erzählt großartige Geschichten über Freundschaft und Spiele und hat diese in den Trümmern einer Großstadt erlebt.

Aber unsere Kindheit in den 70/80er Jahren war nicht nur dieses Fest, wie uns dieser unsägliche Text weismachen will.
Ich erinnere mich gut, dass viel Angst war in dieser Zeit, vor Atomkrieg und Terror. Mit Eltern die selber oft genug den Krieg noch erlebt haben, war da ein ganz anderer Hintergrund als die heutigen Kinder es erleben. Welches Kind heute erlebt denn solch eine Angst?

Wir hatten alle Freunde? Es gab auch genügend Kinder, die froh waren nachmittags nicht in der Schule sitzen zu müssen und halt keine Freunde hatten. Und es gab auch schon dicke Kinder und böse Kinder.

Auch in unserer Generation wurden Kinder gemobbt, nur damals hieß es hänseln und es gab genügend Lehrer, die da auch noch mitgemacht haben.
Gerade die Lehrer... ich erinnere mich sehr an eine echte Ohnmacht als Kind Lehrern gegenüber.
Generell haben sich viele Erwachsene recht übergriffig Kindern gegenüber verhalten.
Erzwungene Küsschen für den angeschwippsten Onkel waren nicht so ein Skandal wie heute.

Natürlich finde ich meine Kindheit ganz besonders schön und denke zum Beispiel oft, wie schön es wäre, wenn meine Töchter auch einfach so auf der Strasse spielen könnten.

Aber zum größten Teil bin ich froh, dass sie heute Kind sind, denn toben, mit Freunden spielen und sich blaue Flecken holen schaffen sie heutzutage auch sehr gut.

Gruß
f

Beitrag von franziska211 15.01.11 - 17:08 Uhr

#pro

dem Stimme ich vollkommen zu!

Hats ein bisschen was von "wir waren noch nicht so verweichlicht, hatten noch Phantasie etc".

***Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Kannst du dich noch an "Unfälle" erinnern?
Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde." ***

Wenn zu dieser Zeit alles so toll war, wieso sorgt ihr dann nicht dafür. dass die kinder von heute das genauso erleben? Die Kinder, die heute so sind, sind doch EURE Kinder.
Und alleine, wenn man sich hier umschaut, dann ist es doch genau DIE Generation, die "verklagt" und nach der "Aufsichtspflicht" fragt.

Es sind einfach andere Zeiten. Und so schön diese zeit auch war, bin ich der Meinung, dass die kinder und Jugend von heute einfach einem anderem Druck gewachsen sein muss und die meisten lassen das zu!

Noch ein schönes Wochenende #winke

Beitrag von sassi31 15.01.11 - 22:38 Uhr

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