Muss dass wircklich immer sein ?

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von valensaa 15.01.11 - 15:02 Uhr

Ich lese hier immer wieder, dass man natürliche Abgäneg bis 12.te Woche haben KANN, aber ich lese auch dass manche Mütter FG in der 15 SSW haben, und diese so still gebären.
Natürlich auch in den späteren Wochen, aber mir kommt es immer so vor, als MUSS man sie still gebären, wieso ?
Wieso kann man zb. keinen KS vornehmen lassen ?
Sowas lese ich sehr selten, dass Frauen KS machen lassen, gerade dann wenn sie sich nur schwer verabschieden können, verständlicherweise !

Einmal habe ich gelesen, musste ein Mutter die Ärzte "überreden" einen KS vornehmen zu lassen..

Ist dass normal ?

Beitrag von king.with.deckchair 15.01.11 - 15:10 Uhr

Weil das stille Gebären für den Körper (und die Psyche, auch wenn du das nicht glauben magst) schonender ist.

Ein Kaiserschnitt ist immerhin eine größere OP, die große Risiken birgt und zu Verwachsungen und Problemen bei späteren Schwangerschaften führen kann.

Das stille Gebären ist aber IMHO auch für die Psyche der bessere Prozess. Weil man so den Abschied vom Kind "aktiv" begleitet und sich nicht einfach "etwas (wie einen Fremdkörper) herausschneiden" lässt.

Beitrag von wertvoll 15.01.11 - 15:19 Uhr

Ich kenne mich nicht so gut aus, aber ich möchte zwei Dinge bei einem Kaiserschnitt zu bedenken geben. (ich hatte im September einen Notkaiserschnitt in der 27. SSw, unser Sohn starb nach drei Tagen, da die Lunge nicht richtig ausreifte).
Nach einem Kaiserschnitt sollte man ein Jahr warten, eher man wieder SS werden sollte. Sonst besteht die Gefahr, dass die Narbe wieder aufgeht. Das ist nicht ungefährlich, man kann innerlich verbluten. Ich denke, wenn man gerade das Kind verloren hat, will man nicht gleich wieder SS werden, aber ein Jahr warten ist echt lang. :-(
Das andere ist, ein Kaiserschnitt ist eine OP, die wie jede andere Gefahren birgt. Es kann zu einem Darmverschluss kommen, zu Wundheilungsstörungen, andere Organe können verletzt werden.
Ich habe nach vier Monaten noch Empfindungsstörungen und die Narbe erinnert mich manchmal positiv an unseren lieben Sohn, manchmal empfinde ich sie als Makel und unangenehme Erinnerung, die ich ein Leben lang tragen muss.

wertvoll

Beitrag von kruemelchen1901 15.01.11 - 15:22 Uhr

Hallo,

noch vor einem Monat hab ich ähnlich gedacht "Warum tut man das den Frauen an, es ist doch so schon schlimm genug." Dann kam ich selber in die Situation und ich sage jetzt ganz klar, es ist der richtige Weg. Auch wenn es sich komisch anhört, die Geburt unserer Tochter Taja in der 18 SSW habe ich sehr intensiv erlebt und ich war froh sie zu sehen und mich von ihr verabschieden zu können. Da es ja etwas dauert, bis die Wehen einsetzen hat man viel Zeit sich damit auseinanderzusetzen: meine Kleine wird bald geboren, sie wird nicht die nächsten Wochen in meinem Bauch verbringen können. Es ist schwer, aber so enorm wichtig für den Trauerprozeß.
Außerdem ist ein KS eine OP mit allen Risiken, nach der man auch nicht so schnell wieder schwanger werden sollte.

lg

nicky

Beitrag von co.co21 15.01.11 - 15:52 Uhr

Hallo,

ganz kurz kann man sagen: Ja, es muss immer sein!

Ich dachte auch damals mich trifft der Schlag, als man mir sagte in der 15. SSW ich müsse mein Baby so auf die Welt bringen, ich hatte ja eher an eine AS oder so gedacht (KS ist für mich ohnehin die schlimmste Vorstellung der Welt!), aber wusste ja auch nicht, dass das baby schon so groß ist, zu groß für eine AS (war meine 1. SS).

Im nachhinein, und sogar noch besser seit ich dann ein Jahr später in der 11. SSW "nur" eine AS hatte kann ich es verstehen. So schlimm es war, es tat auch gut, dass ich mein Baby nach der Geburt in der hand halten konnte, mich verabschieden konnte und auch mein Mann es sehen durfte!
Ich habe nun sogar ein Foto von dem Kleinen und das ist eine sehr schöne Erinnerung.
bei der 2. FG hatte ich wie gesagt nur die AS und das war einfach nur grauenvoll...schwanger in den OP, ohne Baby raus, einfach so, ohne dass man was gemerkt hat...ich hatte wirklich große Probleme mit von diesem Baby richtig zu verabschieden.

Natürlich ist eine stille Geburt kein Erlebnis was man haben will, aber es ist auf jeden Fall schonender für Körper und Psyche der Frau. Kenne eine Frau, die musste einen KS bekommen, weil die Gebärmutter gerissen ist in der 36. SSW, ihr Sohn war damals auch im Mutterleib gestorben und sie bedauert es bis heute, dass sie keine richtige Geburt haben durfte.
Ein KS macht es übrigens noch schwerer sich zu verabschieden...es gibt ja schon Frauen, sie psychisch ein Problem haben ein lebendes Baby per Ks zu bekommen, was würde in dem Fall der KS bei einem toten Baby bedeuten?

LG Simone

Beitrag von tanjchick55 15.01.11 - 17:12 Uhr

hi...

bei mir ging damals alles schnell. ich hatte wehen bekommen, und nach eine stunde war alles vorbei. in der 18. ssw musste ich meine kleinen engel still gebären.
ich glaube nicht, dass ich mit einem ks besser dran wäre. nach drei wochen bin ich dann arbeiten gegangen, hatte viel ablenkung. nach einem ks wäre ich niemals so fit gewesen. und die narbe, die mich jedesmal an meinem schlimmsten tag erinnern würde, das muss man wirklich nicht haben.

Beitrag von lieke 15.01.11 - 20:56 Uhr

Hallo,

also mir hat man das klipp und klar so erklärt, dass ein KS immer dazu dient die Gesundheit von Mutter und/oder Kind zu schützen oder mindestens eines der Leben zu retten.

Daher hiess es, dass mein Leben nicht in Gefahr sei, und das des Kindes ja leider nicht mehr zu retten....

Ein anderer Aspekt ist die Verarbeitung der Trauer. Ich war in der 30.SSW und muss im nachhinein sagen, dass es gut war langsam den Abschied Schritt für Schritt zu durchleben, also mit einer langwierigen Geburt. Für mich wäre ein KS sehr unwirklich gewesen, aber im Moment wo man da steht und es einem passiert realisiert man das nicht so, genauso, wie man es sich vorher auch nicht "theoretisch" vorstellen kann.

Als 3. Punkt wurde mir auch noch genannt, dass jede OP an der GM evtl nachteilig sein kann für nächsten SSen. Ich bin dann so ein Typ, der sich dann darüber Gedanken gemacht hätte, denn ich hatte danach 2 FGen.

Ob die Mutter, die du ansprichst, jetzt noch hinter ihrer Entscheidung steht, ist die Frage. Hoffentlich! Ich wohne im Ausland, bei uns wird die KS Indikation viel strenger gehandhabt als in D, aber im nachhinein bin ich froh, dass meine Überredungsversuche nicht gefruchtet haben. Auch, weil das Kind so direkt bei seinen Eltern sein kann und man die kurze Zeit so lange wie möglich auskosten kann.

Normal ist natürlich nicht, dass ein Kind vor seinen Eltern stirbt, aber es dann vaginal zu gebären halte ich für normal.

LG

Beitrag von kirin27 17.01.11 - 07:39 Uhr

ich kann dazu auch nur sagen, dass ich froh war, dass es so war!

ich sags mal ganz krass! AS oder absaugung Ende der 14.ssw, du wirst ein kind nie zu gesicht bekommen! so kannst du dich verabschieden!
kannst bilder haben bei uns sogar eine karte mit den kleinen fussabdrücken!