Thema Jugendamt....bitte um Rat!

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von katrinchen-p 15.01.11 - 19:26 Uhr

Hallo ihr Lieben,


heute schreibe ich aus einer absoluten Notsituation heraus. Es geht um meine Freundin und ihren 15 Monate alten Sohn.
Meine Freundin ist wie ich 21, leider bis jetzt ohne Berufsausbildung.

Sie ist alleine mit ihrem Sohn. In ihrer Kindheit gab es anscheinend massive Probleme. Wie sie mir schilderte wurden sie und ihre 4 Geschwister brutal geschlagen, so dass sie mit 18 von Zuhause auszog. Das Jugendamt wurde ihrerseits über die Zustände in ihrer familie informiert was zur Folge hatte, dass es regelmäßige Besuche in der Familie gab.
In der Schwangerschaft kam das Jugendamt dann auch zu ihr, da sie Probleme vorbeugen wollten....
Auch nachdem das Baby da war, gab es noch regelmäßige Besuche. 1 Mal die Woche.
Nun war das Jugendamt diese Woche wohl noch einmal da und eröffneten ihr, dass sie in ein Frauenhauis ziehen solle damit sie eine Ausbildung machen kann. Innerhalb von 14 Tagen solle sie jetzt von daheim ausziehen und in ein Frauenhaus mit ihrem Sohn gehen...

Darf so was sein? Denn augenscheinlich liegt kein Problem vor. Sie ist sehr liebevoll mit ihrem Sohn und tut ihr bestes.

Eigentlich bin ich eher verzweifelt, deshalb schreibe ich hier auch.
Könnt ihr mir einen rat geben, wie ich sie unterstützen kann?

Beitrag von 2001-2004-2009 15.01.11 - 19:34 Uhr

Innerhalb von 14 Tagen finde ich vielleicht sehr hart, aber prinzipell ist es ne gute Idee. Ich kann das natürlich nur nach den par Worten beurteilen. Vom Amt bestimmt ganz doof gemacht, sie hätten da gewiss mehr mit ihr reden sollen und wie gesagt, die Zeit finfe ich kurz, sehr kurz.

Sie soll ja auch da nicht hin, weil sie sich nicht gut um ihr Kind kümmert, so wie ich das lesen, sondern rein wegen der beruflichen Zukunft.
Für sie ist das sehr wichtig. Wie will sie sonst in 10 Jahren auf dem Arbeitsmarkt klar kommen?!
Und ne Ausbildung zu machn, wenn man keine Unterstützung in der Familie hat, dann kann so eine Einrichtung sehr hilfreich sein. Da ist es nicht wie im Gefängnis.

LG

Beitrag von nana141080 15.01.11 - 19:35 Uhr

Hallo,

der Staat gibt nicht Tausende von Euro aus um eine Mutter, bei der ALLES in Ordnung ist, in ein Frauenhaus zu stecken.

Sorry, aber da ist wohl einiges was du nicht weißt.

Und, ein Frauenhaus ist in der Regel eine Notzufluchtsstätte für Frauen die nicht wissen wohin. Du meinst sicher ein Mutter-Kind-Heim?!

Sie können sie nicht zu einer Ausbildung zwingen, von daher kann es nicht so sein wie du denkst!

VG Nana

Beitrag von katrinchen-p 15.01.11 - 19:39 Uhr

Ich meine schon Frauenhaus, aber trotzdem danke für deine Antwort.

Ich kann es nur so sagen, wie es mir gesagt wurde....

Sie tut ihrem Kind ja nichts

Beitrag von nana141080 15.01.11 - 19:49 Uhr

Ok, wenn es so ist wie du schreibst, wie stellt das Amt sich dann vor die jetzige Wohnung zu kündigen? Wer macht den Umzug?
Wer hat die vorab Integration übernommen? Sie soll da dann mehr als 3 Jahre leben?

Nein, in dieser Form gibt es kein frauenhaus oder auch kein Jugendamt die so krass reagieren. zumal die neuen Ausbildungsplätze erst im August wieder frei sind.
Findest du nicht das es viel zu viele ungereimtheiten gibt?
Ich habe ein paar Jahre im Sozialamt mit Jugendpflege gearbeitet. Drt bekam ich nat. auch viele Frauen in meinen Bereich die schnell weg mußten oder auch viele Mädchen die ein baby bekamen....egal welche Stadt ich am telefon hatte um eine Lösung zu finden, keine hat so reagiert wie du es beschreibst!

VG nana

Beitrag von windsbraut69 16.01.11 - 11:22 Uhr

Das paßt vorn und hinten nicht.
Ich denke, Deine Freundin verschweigt dir gravierende Details.

Gruß,

W

Beitrag von schnubbi83 15.01.11 - 19:41 Uhr

Hey

Na ist schon heftig ABER in erster Linie soll die Maßnahme deine Freundin unterstützen und helfen einen besseren Weg zu gehen

als den Weg den sie in der Kindheit erlebt hat. Du solltest dich mit ihr zusammen setzen und ihr sagen das du ihr beistehst und ihr hilfst!

Vorallem ist in diesen einrichtungen die Betreuung des Kindes gewährleistet, während sie ihre Ausbildung macht...Vielleicht sollte sie das nutzen..

Alles Gute

Schnubbi83

Beitrag von katrinchen-p 15.01.11 - 19:48 Uhr

Sicher sagte ich ihr auch schon, dass der gedanke dahinter eigentlich ein guter ist. Sie ist aber so aufgelöst, dass es für sie-auch aus meinem Munde-klingt, als mache sie etwas falsch.

Beitrag von schnubbi83 15.01.11 - 19:52 Uhr

Ja das versteh ich..Ich glaube jede Mutter bei der sich das Jugendamt "einmischt" ist gekränkt und fühlt sich hintergangen.

Hauptsache sie und du und nahestehende Personen wissen das sie ihre Sache gut macht#liebdrueck
Vielleicht lässt du sie mal paar Nächte drüber schlafen...Im Endeffekt ist es ja doch noch ihre Entscheidung...

Beitrag von emeri 15.01.11 - 20:09 Uhr

hey,

naja, schwer zu beantworten ohne die tatsächlichen fakten zu kennen. ferndiagnosen sind in so einem fall eigentlich unmöglich. zumal du die geschichte auch nur von erzählung kennst und wer weiß, ob deine freundin da alles wirklich richtig verstanden (in der aufregung missversteht man leicht einiges).

wenn alles in ordnung ist und es keinerlei anzeichen für missstände etc. gibt, dann kann ich mir das fast nicht vorstellen. auch halte ich ein frauenhaus (das ja für frauen die vor gewalttätigen übergriffen geschützt werden sollen) nicht für die optimale lösung in so einem fall. ich könnte mich auch nicht erinnern, dass bei uns (habe auf einem JA in österreich gearbeitet) eine unterbringung, die ja von staatsgeldern bezahlt wird sofern deine freundin kein einkommen hat, gemacht wird "nur" damit eine mutter, bei der eigentlich sonst alles in ordnung ist, eine ausbildung zu ermöglichen. ich denke mal, das wurde ihr quasi als "zuckerl" dazugesagt um ihr diese unterbringung schmackhaft zu machen. aber das als einziger grund?! da bekäme ich von unserem chef aber sowas von auf die finger. ausbildung (und betreuung des kindes währenddessen) kann sich jemand der keine sonstigen probleme hat und einfach nur jung ist, wohl auch anders organisieren. außerdem ist NUR eine fehlende ausbildung kein grund für eine kindeswohlgefärdung und schon gar nicht für eine unterbringung von mutter und kind.

deine freundin soll nochmal beim amt nachfragen, was da jetzt genau gemeint ist, wo die gründe liegen und eventuell jemanden zur unterstützung mitnehmen - und wenn es nur darum geht, dass ein zweites paar ohren hört, welche gründe für diese geplante unterbringung angeführt werden. außerdem müsste das ja schriftlich mit der mutter vereinbart werden und auch da müssten die gründe drin stehen.

die geschichte klingt so doch etwas zu seltsam.

lg

Beitrag von doreensch 15.01.11 - 20:34 Uhr

aber man kann doch auch nicht etliche wochen den platz ür sie freihalen, sicher ist das eine 14 tage bedenkzeit

sicher ist es ein hilfevorschlag um sie zu unterstüzten und kein zwang wie sie es gerade versteht, wobei sie sich fragen sollte mit wie sie ohne untersüzung eine ausbildung als alleinerziehende machen will

definitiv ist das kein frauenknast..

Beitrag von katrinchen-p 16.01.11 - 09:15 Uhr

Sicher, dass ich kein Frauenknast und diese Einrichtungen sind auch mehr als gut und nötig.

Klar hat sie eigentlich den etwas anderen Weg eingeschlagen. Man sollte eben erst arbeiten gehen und dann Kinder bekommen....sagte ich ihr auch, aber es ist eben wie es ist.

Es gibt zwischen ihr und ihren Eltern wohl ziemlichen Zoff, sie schicken sich das Jugendamt wohl gerne zu. Meine Freundin eben, weil sie ihre Geschwister "beschützen" will und ihre Eltern aus verletztem "Stolz"?! Ich habe keine Ahnung...leider. Es ist auch mehr als unschön so kaputte Familienverhältnisse zu sehen....
Grundsätzlich finde ich die Arbeit eines Jugendamtes gut und besonders auch sinnvoll, die wollen im Grunde ja nicht Böses. Das habe ich ihr auch schon versucht zu erklären....aber wenn da eben dieser Mutterstolz rauskommt, dann ist mit vernünftigen Argumenten nicht mehr viel.

Naja, ich werde sie am Montag begleiten, einfach um zu hören was jetzt ist und ob sie alles richtig verstanden hat. Im Grunde kann sie ja nicht gezwungen werden zum arbeiten....wer nicht will, will nicht wobei ich diese Option auch in keinster Weise für richtig halte.

Beitrag von doreensch 16.01.11 - 15:45 Uhr

Heutzutage wird man schon zum Arbeiten "gezwungen" gibt halt Kürzungen bis zur Nullinie wenns sein muss...

Beitrag von windsbraut69 17.01.11 - 07:07 Uhr

Aber nicht bei einer alleinerziehenden Mutter mit 15 Monate altem Kind!

LG

Beitrag von nisivogel2604 16.01.11 - 10:09 Uhr

Das Jugendamt hat gar nichts zu entscheiden. Sie können sie zu überhaupt nichts zwingen und wenn bei deiner Freundin wirklich nichts im argen ist, dann sollte sie sich dringendst an einen Anwalt wenden, der ihr diese Menschen vom Leib hält.

Das Problem ist, das Jugendamtsmitarbeiter ihre Kompetenz unheimlich gern überschreiten und wo sie einmal drinsitzen, da lassen sie nicht wieder los. Und wo man so schön hinterhaken kann, da nutzt man seine scheinbare Kompetenz ja dann auch mal ganz gern aus

Ich halte so gut wie nichts vom Jugendamt nachdem ich mit diversen Ämtern (Umzüge) und vielen Mitarbeitern so einige leidvolle Geschichten durchhabe


Beitrag von sunflower.1976 16.01.11 - 22:03 Uhr

Hallo!

Ein Frauenhaus ist doch eigentlich für Frauen, die z.B. von ihrem Partner misshandelt, geschlagen usw. werden und daher Schutz brauchen.
Daher verstehe ich diese Anordnung nicht.

Um eine Ausbildung zu machen, gibt es andere - und für den Staat kostengünstigere - Möglichkeiten (z.B. Tagesmutter). Je nach Ausbildung lässt sich vielleicht auch die Möglichkeit einer Teilzeit-Regelung finden.

Deine Freundin sollte sich vielleicht mal um eine Tagesmutter bemühen, die ihr Kind versorgt, wenn sie einen Ausbildungsplatz haben sollte. Aber trotzdem irritiert mich diese Frauenhaus-Sache. Hoffentlich ist da wirklich alles okay. Denn ich kenne ein paar Frauen (ehemalige Patientinnen von mir) die aus irgendwelchen Gründen im Frauenhaus waren. Und da ging es nicht um eine Ausbildung bzw. Kinderbetreuung sondern um ganz andere Dinge...

LG Silvia