trotzphase! die 1000ste...

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von scura 15.01.11 - 22:39 Uhr

Meine Tocher im Nov. 2 geworden ist momentan in einer herrlichen Bockphase. Ich kann damit ja einigermassen leben, aber eines nervt gewaltig.... Wenn sie etwas nicht will, dann versucht sie nach mir zu schlagen. Ich sage ihr dann energisch, das ich nicht geschlagen werden will. Oder besser: Stop, du schlägst mich nicht! Und dann kommt wie aus der Pistole geschossen: Entschuldigung, Mami ganz doll lieb! und streichelt und drückt mich. Ein paar Minuten später kann es dann wieder von vorne losgehen.
Diese Entschuldigerei ist ja sicher auch richtig. Im Kindergarten bestehen sie richtig darauf, wenn zwei Kinder Konflikte miteinander haben. Aber ich habe das Gefühl, es ist so antrainiert, sie versteht noch gar nicht um was es geht.

Andererseits lasse ich mich natürlich darauf ein und kuschel mit ihr.
Wir haben auch schonmal versucht, wenn sie so einen Bockanfall hat, das ich dann den Raum verlasse und mein Mann übernimmt. Aber da schreit sie sich in Rage: Maaaaaaammmmiiii, Maaaaammmmmiii Entschuuuuuulllldiguuung#augen Kann sich auch nicht mehr beruhigen bis ich wieder da bin. Dann ist auch alles gut.

Mann Mann, sie kann doch noch nicht ihr Handeln reflektieren. Soll sie bockig sein, gehört dazu. Aber dieses ewige entschuldigen.... ich finde das ganz komisch...
Kann man das nicht anders lösen? Ich glaube sie hat das echt aus dem Kiga. Ich habe nur einmal darauf bestanden, das sie sich entschuldigt. Als sie nach ihrer Uroma gehauen hat.

Übrigens sie ist kein Hau/Beiss-Kind. Es passiert nur in bestimmten Bock-Situationen wie Windel wechseln, zu Bett gehen... halt wenn sie etwas nicht möchte, aber muss.

Beitrag von hoffnung2011 15.01.11 - 23:23 Uhr

Es ist jetzt bitteres ALchen...Wie man Höflichkeit reingedrückt bekommt..schrecklich..

Gehe in eine gut ausgestatte Buchhnandlung rein, setz dich dahin, schau dir Bücher über die Trotzphase und kauf dir eins, was dir gefällt. Da wird genau zu diesem rpoblem Stellung genommen und auch Lösungsvorschläge angezeigt.

Respekt, meine fast 3-jährige kennt das Wort:entschuldigung nicht..trotzdem haut sie mich nicht. Wenn sie gerne will, brauche ich auch gar nichts zu sagen..

Beitrag von lisasimpson 16.01.11 - 09:49 Uhr

du sagst ihr, was sie NICHT machen darf, wenn sie wütend ist- das ist gut.
aber- was darf sie denn STATT DESSEN machen?

sie erlebt das erste mal abgegrenzt von dir wünsche und bedürfnisse. dise kann sie nicht umsetzen, weil du sehr viel mächtiger bsit als sie.
sie fühlt sich ohnmchtig.
das macht sie sauer, traurig, wütend.
was kann sie mit disen gefühlen machen?
und:wie kann sie sich selbst als "selbstwirkam" erleben- also in was versetzt sie in die lage, doch einen kompromiss zu finden, doch ihre wünsche erfüllt zu bekommen?

lisasimpson

Beitrag von scura 16.01.11 - 12:23 Uhr

Also ich habe da die Methode z.B. zu sagen: Okay, du willst jetzt nicht ins Bad gehen und dich Bettfertig machen, dann gehe ich schon mal vor und warte auf Dich." Das deeskaliert die Situation erstmal, und meisstens lässt sie nicht lange auf sich warten. Allein sein ist ja doof. Klappt meisstens in Situationen wo man eh Zeit hat. Morgens vor dem Kindergarten o.ä. wenn man selber in Eile ist, platzt mir manchmal die Hutschnur. (Ich versuche nicht laut zu werden, aber nerven tuts schon)

Beitrag von lisasimpson 16.01.11 - 12:44 Uhr

ach wenn das nicht das ist, was ich meinte- so kannst du dennoch das experiment machen und die zeit stoppen (im dem fall wenn du ruhig bist, darauf vertraust, daß sie kommen wird, weil kooperation viel befriedigender als als opposition und im anderne falle- du wirst laut, es esklaliert und niemand will einen schritt auf den anderne zugehen)- duz wirst sehen, daß die zweite methode (die wir dann anwenden wenn wir eh schon im zeitrdruck sind) länger dauert, unbefriedigender für alle ist und uns mit einem beknackten gefühl in den tag starten läßt.


aber- wenn sie sich nicht anziehen will, dann schaut, welchen kompromiss ihr finden könnt- wie lange darf sie noch spielen. vielleicht zieht sie sich zuerst an und dann kann sie noch (draußen?) spielen, etwas zu spielen mitnehmen, oder oder oder.
wie könnt ihr wege finden, so daß ihr beide gewinnt?
sie bekommt ihr bedürfnis befriedigt und du bekommst deinen zeitplan geregelt?

Kampf ist meist die zeit- und energieaufwändigste methode. daher versuche ich ander zu finden, die uns mit einem guten gefühl starten lassen UND die dazu führen, daß jeder seinen plan vom gelungen vormittag umsetzen kann.

Natürlich klappt das nicht immer- aber mein ziel ist es dennoch

lisaismpson

Beitrag von marion2 17.01.11 - 08:06 Uhr

Hallo,

wie soll sie lernen, was eine Entschuldigung ist, wenn sie sich nicht entschuldigen soll?

Ich finds merkwürdig. Das was du in Frage stellst, ist das Erlernen von Grundregeln für das Zusammenleben.

Antrainiert ist auch der Gang auf die Toilette - sie könnte auch einfach in die Ecke des Kinderzimmers... In diesem Fall stellst du das Antrainieren aber sicher nicht in Frage. Die Sache mit der Hygiene und den Bakterien versteht eine 2jährige trotzdem nicht.

Gruß Marion

Beitrag von sonnen.schein83 17.01.11 - 14:28 Uhr

Also ich verstehe die Textschreiberin sehr gut. Jeder kennt doch die Situation, in der ein Kind, egal welchen Alters, sich einfach schnell entschuldigt und man irgendwie das Gefühl hat es ist nicht ernst gemeint bzw. im Kleinkindalter fehlt doch einfach oft das Verständnis, vor allem was die weitreichende Bedeutung einer Entschuldigung betrifft. (Es tut mir leid ist das eine. Aber dann kommt doch noch die Erkenntnis, es war falsch und deswegen mache ich es nicht wieder)

Auf jeden Fall würde ich aber weiter auf die Entschuldigung bestehen. Im Moment ist das sicher irgendwo "antrainiert" , aber irgendwann sind die Kinder kognitiv so weit, dass sie die komplexe Sache "Fehler machen" begreifen und auch das entsprechende Verhalten !reflektiert! und nicht aus Gewohnheit an den Tag legen. Mit Ausnahmen natürlich;-)