Beruf aufgeben "für" die Kinder?

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Beitrag von febe 15.01.11 - 23:51 Uhr

Hallo,

ich stehe an einem Scheideweg. Ich habe einen Beruf erlernt, der nicht halbherzig auszuüben ist. Ich habe 3 Kinder (8,5 Jahre, 9 Monate), die ich gerne selbst betreuen möchte. Bisher konnte ich nebenbei arbeiten, wenn es mir auch manchmal sehr schwer fiel, aber irgentwie habe ich es immer hinbekommen, dass sie nicht länger als bis 3 im Kiga waren und das erst ab dem 4. Lebensjahr. Entweder ich oder mein Mann haben halbtags gearbeitet...
Jetzt bei dem dritten kommt es mir so vor als ginge es einfach nicht mehr. Ich glaube ich würde die Kinder vernachlässigen, wenn ich wieder arbeiten ginge und würde gerne aufhören. Mein Mann verdient momentan nicht sehr viel, so dass wir das nur mit größeren Einschränkungen schaffen können, aber ich wäre zu Hause, und dadurch ergibt sich für ihn natürlich auch die Möglichkeit mehr seiner Karriere nachzugehen, als das bisher der Fall war.
Wenn ich jetzt aufgebe, gibt es kein zurück mehr, ich müsste dann in ein paar Jahren (bin jetzt 37) etwas neues machen. Das ist natürlich dann auch mit viel Aufwand verbunden, wohingegen ich jetzt meinem erlernten Beruf weiter nachgehen könnte.

Hat hier jemand seinen Beruf aufgegeben und ist glücklich/unglücklich damit?

Was würdet ihr tun?

febe

Beitrag von julibraut 16.01.11 - 00:15 Uhr

Darf ich mal fragen, was du für einen Beruf hast?
Wenn ich jetzt mal von mir sprechen darf, würde ich meinen Beruf nicht vollständig aufgeben. Gibt es keine Möglichkeit, den Beruf auch in Teilzeit auszuüben. Wie lange bist du denn jetzt in Elternzeit? Wenn du die drei Jahre genommen hast, dann sind deine Kinder ja dann schon 11,8 und 3. Dann sieht es doch schon wieder ganz anders aus und du könntest doch wieder in Teilzeit gehen. Ich stelle es mir schwer vor, mit drei Kindern dann nochmal was neues zu beginnen, das einem auch gefällt.

Beitrag von febe 16.01.11 - 00:29 Uhr

Hallo,

ich bin oder vielmehr wäre Junior-Professorin f. Biochemie und ich kann nicht in Teilzeit arbeiten. Ich kann auch nicht drei Jahre Elternzeit nehmen, leider nicht. Ich habe initial nur bis zum ersten Jahr genommen und kann das jetzt nicht ohne Zustimmung des AG verlängern. Als Prof mit befristeter Stelle bin ich sehr auf die Gunst des AG angewiesen (in dem Fall der Dekan, der mich eh blöd findet, weil ich mit den drei Kindern nicht wie alle anderen meine Arbeit über alles andere stelle). Also kann ich das nicht auf Biegen und Brechen durchsetzten.
Ja, ich denke wenn der kleine 3 wäre, würde es klappen aber ich kann das nicht machen. Ich müsste zumindest jetzt teilweise da sein und wenn er 2 wird vielleicht, müsste ich wieder voll da sein (ich habe da gerade erst angefangen).

Beitrag von julibraut 16.01.11 - 00:34 Uhr

Das ist nun wirklich ein sehr anspruchsvoller Beruf, der dir sicher auch sehr viel Spaß macht. Allerdings finde ich die Einstellung von deinem Dekan auch mehr als daneben. Aber gut, solche Menschen kenne ich. Die gibt es auch bei uns (ich bin Lehrerin). Gerade jetzt wird doch überall so groß von Familie und Beruf gesprochen und dann werden einem solche Steine in den Weg gelegt. Hast du denn schon eine Idee, was du stattdessen machen könntest? Gäbe es eine Alternative für dich? Wenn ja, und wenn du mit der Alternative gut leben könntest, dann würde ich es mir überlegen.

Beitrag von febe 16.01.11 - 10:47 Uhr

Hallo,

tatsächlich hatte ich den Beruf der Lehrerin für mich ins Auge gefasst, ich unterrichte sehr gerne und könnte mir vorstellen Chemie und Bio zu unterrichten, in ein paar Jahren. Der Umstieg ist nicht leicht, vielleicht müsste ich nochmal zu Uni als Studentin, aber es wäre eine Option. Wie findest Du Deinen Beruf? Familinfreundlich, oder ist das ein Gerücht?

febe

Beitrag von janiki020305 16.01.11 - 10:07 Uhr

Hallo,

natürlich ist diese Entscheidung keine einfache. Aber ganz ehrlich: Du bist sehr wahrscheinlich einen weiten Weg gegangen, um beruflich dort anzukommen wo Du nun bist. Willst Du das alles aufgeben? Es hat sicherlich auch etwas mit der persönlichen Einstellung zu tun. Ich könnte z.B. gar nicht in Vollzeit zuhause sein - damit würde ich weder mir noch den Kindern einen Gefallen tun, denn mein Beruf ist mir sehr wichtig und gibt mir viel Selbstbewusstsein.
Ich habe überings großen Respekt vor Dir, dass Du beruflich soviel erreicht hast!

Viele Grüße, Nina

Beitrag von febe 16.01.11 - 10:53 Uhr

Ja ich würde zu Hause glücklich sein, ganz sicher, für jetzt und auch noch für 2-3 Jahre, aber dann???? wahrscheinlich nicht mehr. Dann ist Prof sein auf jeden Fall vorbei und das ist beängstigend, nicht weil es unbedingt das sein muss, sondern, weil ich halt nix anderes habe. Ich hab ja nun mal das gelernt.
Hätte ich eine halbe Stelle als Lehrerin, die in 3 Jahren auf mich wartet, ich würd sofort zu Hause bleiben. Es ist die Unsicherheit, die mir Angst macht.

Davon, dass es für die Kinder besser wäre, bin ich fest überzeugt!

febe

Beitrag von hebigabi 16.01.11 - 21:20 Uhr

Schon mal darüber nachgedacht, dass dein Mann auf Teilzeit gehen könnte - wär das keine Lösung?

LG

Gabi

Beitrag von hoffnung2011 16.01.11 - 00:15 Uhr

Ich habe nur zwei Kinder und ich habe meinen studierten Beruf leider gezwungener Maßen aufgegeben. Ich bin nicht glücklich darüber. Wenn es wieder gehen wird, dann werde ich versuchen einzusteigen, nur bei mir geht es (der Einstieg). Menschen meines Berufes werde händenringend gesucht..

Ich glaube aber, dass du im Inneren des Herzen spürst, was dein Weg ist oder ? Ich bin der Meinung, dass die Kinder beides brauchen, eine Mami zuhause und eine Mami die weg ist. Ich sehe das schon, wenn meine Kleine im Kindergarten ist und dann nach Hause kommt, wir beide haben in der zeit was anderes gesehen und freuen uns umso mehr aufeinander.

Zudem ist für mich was anderes die Erfüllung seitens Kinder und die innere Erfüllung wegen einem Beruf.

Ich habe auch ncih so lange studiert, um dann irgendwo vollkommen neu anzufangen.

Jetzt ist es nur pure Theorie aber ich sehe, der Kindergarten tut schon meiner tochter sehr gut und wenn mein großer soweit ist, geht er auch dahin.

auch du hast so etwas wie Elternzeit, d.h. da kannst du nciht gefeuert werden oder und wenn du als kompromiss dann voll druchstartest ?

Stelle ich es mir zu einfach vor ????? (Ich habe natürlich keine 3 kinder)..

Lg und gute Nacht

Beitrag von maja-willi03 16.01.11 - 07:35 Uhr

Hm und kann denn dein Mann nicht die 3 Jahre zu Hause bleiben?

Du wirst doch als jun. Professorin ganz gut verdienen. Wäre das eine Option?

Beitrag von febe 16.01.11 - 08:22 Uhr

Klar wäre es das, aber für mich ist das natürlich ein Riesenunterschied. Jetzt geht das Baby zu niemand anderem als zu mir, aber vielleicht könnte er das 3. Jahr zu Hause bleiben, sicher.

Ich bin aber eher an einer prinzipiellen Lösung interessiert und glaube zum ersten Mal, es sollte einer permanent zu Hause sein und ich würde es so gerne machen, wenn nicht diese Option mit der JProfessur wäre.

Ich bin einfach in der Zwickmühle, weil ich gerne zu Hause bliebe aber ängstlich bin, wie ich in 5 Jahren darüber denke.

febe

Beitrag von widowwadman 16.01.11 - 10:15 Uhr

Ich wuerde mir das an deiner Stelle sehr schwer ueberlegen. Deinem Kind wird es in einer guten Einrichtung genauso gut (wenn nicht besser) gehen wie daheim, aber du wirst nach ein paar Jahren daheim den Anschluss nicht mehr da finden wo du aufgehoert hast, und das moeglicherweise bereuen.

Ich arbeite Vollzeit, bastel nebenbei an meiner Befoerderung und weiss jetzt schon dass ich 9 Monate nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten werde. Bei meiner grossen Tochter habe ich das genauso gemacht und sie ist ein glueckliches und ausgeglichenes Kind.

Gib dich nicht fuer deine Kinder voellig auf. Es ist ja nun kein 400€ Aushilfsverkaeuferinnenjob von dem wir hier sprechen. Und moechtest du deine Chancen spaeter wenn die Kinder groesser sind auf sowas beschraenken?

Beitrag von widowwadman 16.01.11 - 10:10 Uhr

Das haette ich nun auch vorgeschlagen

Beitrag von kallindra 16.01.11 - 08:33 Uhr

Hi febe,

ob Du später bereust oder nicht kann Dir ja niemand sagen.

Aber eine solche Chance ist natürlich der Hammer, ich glaube ich würde nicht damit zurchtkommen, es aufgegeben zu haben.

Überleg Dir halt, ob du es Deinen Kindern später zum Vorwurf machen würdest, nach dem Motto: was ich alles für Euch getan hab.

Du merkst ja sicher jetzt schon, dass Dein grösstes Kind selbständiger wird und Dich weniger braucht.

Alles, alles Gut ebei der entscheidung!

K.

Beitrag von 23082008 16.01.11 - 11:04 Uhr

Hallo febe,

also so einen Beruf würde ich nicht aufgeben. Es war bestimmt ein sehr langer und harter Weg dorthin zu kommen.
Mein Kind gebe ich mit 12 Monaten in eine sehr, sehr gute Kita, damit ich mein letztes Masterstudium beenden kann. Ich werde im Anschluß ins Referendariat (Lehrkraft für berufl. Schulen) starten. Vorher habe ich als Assistentin der Geschäftsleitung 10 Jahre gearbeitet, aber gemerkt, dass mich das nicht glücklich macht, darum habe ich das Master-Studium begonnen. Ich merke jetzt schon, dass mich die alleinige Aufgabe als Mutter und Hausfrau nicht glücklich macht. Allerdings wollte ich das erste Jahr definitiv nur für mein Kind da sein. Mein Mann steht völlig hinter mir. Nur wenn ich glücklich bin, können meine Kinder das auch sein!
Du bist nunmal mehr als Mutter und Hausfrau.

Liebe Grüße
Moni

Beitrag von zwillinge2005 16.01.11 - 13:21 Uhr

Hallo febe,

nein, niemals.

Leider hast Du nur ein Jahr Elternzeit eingereicht. Das war etwas "ungeschickt". Aber deshalb jetzt alles aufgeben - niemals.

Such Dir eine gute Betreuung und eine Putzfrau, die Dir den Rücken frei hält. Mit zwei Vollzeitgehältern sollte das Leben doch zu managen sein.

Hast Du als mit einer Vollzeit Juniorprofessur sehr fixe Arbeitszeiten? Oder lässt sich da ein bisschen "spielen"? Also hast Du Anwesenheitspflicht an der Uni von 8-17 Uhr? Wahrscheinlich nicht, oder?

Bedenke, dass Du mit knapp 40 keine qualifizierte andere Tätigkeit mehr machen kannst - ob dann noch soviele Lehrer gesucht werden weiss man nicht und überqualifiziert wärest Du da auch eher, oder?

LG, Andrea

Beitrag von sunflower.1976 16.01.11 - 22:49 Uhr

Hallo!

Schwere Entscheidung!
Ich habe sozusagen meinen Beruf (Ergotherapeutin) aufgegeben. Ich habe gemerkt, dass es nicht das ist, was ich mein Leben lang machen möchte. Bei meinem alten AG hätte ich nur in Vollzeit arbeiten können und bei uns "auf dem Land" ist es schwer, eine Stelle in meinem bisherigen Fachbereich zu finden, v.a. in Teilzeit vormittags.
Also habe ich mich entschieden, ein Fernstudium zu beginnen (Bildungswissenschaft an der Fernuni Hagen). Momentan studiere ich nur in Teilzeit, aber mein Studienpensum kann ich recht flexibel anpassen.
Ich stehe erst am Anfang meines Studiums und schreibe im März meine zweite Klausur. Momentan bin ich sehr zufrieden mit der Entscheidung und hoffe sehr, dass das auch so bleibt. Denn irgendwie habe ich mich doch geärgert, dass ich nach dem Abi nicht studiert habe und jetzt habe ich meine letzte Chance, das nachzuholen.

LG Silvia