Frankreich und die Rechtsextremen

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Beitrag von seikon 16.01.11 - 20:18 Uhr

In Frankreich steht ja jetzt mit Marine Le Pen eine Frau an der Spitze der rechtsextremen Partei.

Ihre Forderungen u. A.

Austritt aus der EU
Schließung des Arbeitsmarktes für Einwanderer
Generelle Verschärfung der Zuwanderungsgesetze
In Schwimmbädern sollen Muslime zu anderen Zeiten baden wie nicht Islamisten. Es könne ja nicht sein, dass man den muslimischen Frauen immer mehr Platz und Rücksicht entgegen bringen muss.

Waren noch ein paar andere, nette "Argumente" dabei.

Irgendwie erinnert mich das doch sehr an einen kleinen, cholerischen Österreicher mit Schnauzbart. Nur dass es diesmal nicht die Juden sind, sondern die Muslime.

Es heißt ja immer, dass das Bewußtsein mittlerweile ja sooooo gereift ist, dass sowas NIE wieder passieren kann.
Der Film "die Welle" hat das schon eindrucksvoll Demonstriert, wie einfach das geht. Und angesichts der neuesten Ergebnisse in Frankreich bin ich da ehrlich gesagt schockiert.

Wie seht ihr das denn?

Beitrag von grafzahl 16.01.11 - 22:14 Uhr

Du glaubst also, dass die Rechtsextremisten in Frankreich die Möglichkeit bekommen, die Verbrechen der Nationalsozialisten Deutschlands zu wiederholen?

Länder, in denen extremistische Parteien die Regierung bilden, gehen in die Isolation. Ob ihnen das dann gut bekommt, wird man sehen.

Und auf Deutschland übertragen:
Der Rechtsextremismus ist derzeit ohne Bedeutung. Ich sehe da eher das Problem, dass die Linksextremisten in den Parlamenten vertreten sind. Aber wenn sie es zu bunt treiben und gegen das Grundgesetz agieren, werden sie verboten. Ist nicht die Ideallösung, aber eine Option. Ich bevorzuge, die Linken und ihre wirren Ideen zu entlarven. Aber ihre Protestwähler werden sie immer haben. Die wählen jetzt die Linkspartei und morgen die NPD.

Beitrag von seikon 16.01.11 - 22:25 Uhr

Nein, ich denke nicht, dass die Franzosen dann zu einer großen Muslimenvernichtung aufrufen. Also so krass nicht.

Aber allein die Tatsache, dass man Muslimen den Zugang zu öffentlichen Einrichtungen einteilen möchte ist schon bedenklich finde ich. So hats damals bei den Juden auch angefangen.

Oder die Wiedereinführung der Todesstrafe.

Ich finde es einfach bedenklich, wie sich das grad entwickelt da. Weil ja immer gemeint wird, dass auch so eine Gesinnung wie sie im dritten Reich herrschte heute nicht mehr flächendeckend möglich wäre.

Beitrag von babylove05 16.01.11 - 22:33 Uhr

Hallo

solche sachen wie Muslime andere öffnungzeiten aufzudrücken erinnert mich eher an den Schwarzenhass damals in den USA ... wo selbst die Busse unterteil waren und die schwarzen nur im hintern abgetrennten teil fahren durfte , einige öffentliche einrichung garnicht betreten und auch viele Restaurant und der gleichen nicht besuchen durften ....

Lg Martina

Beitrag von parzifal 17.01.11 - 01:15 Uhr

"In Schwimmbädern sollen Muslime zu anderen Zeiten baden wie nicht Islamisten."

Die Forderung ist ja vollkommener Nonsens.

Bis jetzt habe ich auch noch nie gehört, dass Nichtmoslems nicht mit Moslems baden wollen. Ich dachte solche Forderungen gäbe es allenfalls umgekehrt.

Gibt es eventuell Badezeiten nur für Moslems und dies soll eine Art "Retourkutsche" sein? Ansonsten kann man mit so einer Forderung doch gar keine Stimmen machen.

Beitrag von justagirl22 17.01.11 - 01:23 Uhr

Sind doch net alle Vorschläge schlecht. Austritt aus der EU wär ich sofort dafür und Verschärfung der Zuwanderungsgesetze halte ich auch für sinnvoll.
Und nein, ich bin nicht rechts und ich wähle nicht die NPD. Ich bin nur der Meinung, dass die EU das Schlimmste ist, dass uns passieren konnte...

Beitrag von grafzahl 17.01.11 - 03:29 Uhr

> Und nein, ich bin nicht rechts und ich wähle nicht die NPD.

Nein, natürlich nicht. Du befürwortest nur zufällig deren Positionen:

"Die Mitgliedschaft im Brüsseler EU-Fremdbestimmungssystem muss beendet werden"

"Die NPD fordert deswegen eine gesetzliche Regelung zur Rückführung der derzeit hier lebenden Ausländer."

O.k. - du willst nur die Zuwanderungsgesetze verschärfen, während die NPD die Ausländer gleich rauswerfen will.

Schon mal was von Fachkräftemangel gehört?


> Ich bin nur der Meinung, dass die EU das Schlimmste ist, dass uns passieren konnte...

Inwiefern?

Beitrag von ninnifee2000 17.01.11 - 07:36 Uhr

Es gibt keinen Fachkräftemangel, nur Arbeitgeber, die nichts zahlen wollen...

Beitrag von justagirl22 17.01.11 - 16:59 Uhr

#pro

Beitrag von justagirl22 17.01.11 - 17:02 Uhr

Ich glaube nicht an einen Fachkräftemangel, sondern daran, dass unsere Regierung zu wenig tut, um unsere Fachkräfte zu halten. Ich würde an deren Stelle auch ins Ausland gehen, wenn ich dort mehr verdiene und bessere Chancen hätte.

Zur EU.....Was hat sich denn seitdem verbessert? Ich sehe nur Verschlechterung. Ein Staat nach dem andern geht pleite und dieses völlig unnötige EU Parlament kümmert sich daraum, dass wir billiger ins Ausland telefonieren können. Wow!

Beitrag von grafzahl 17.01.11 - 17:42 Uhr

> Ich würde an deren Stelle auch ins Ausland gehen, wenn ich dort mehr verdiene und bessere Chancen hätte.

Dann würde ich dir die Daumen drücken, dass in deinem Gastland nicht irgendwelche Rechtsextremisten in die Regierung gewählt werden, die dich rauswerfen, weil du angeblich der einheimischen Bevölkerung die Arbeitsplätze weg nimmst.

Beitrag von justagirl22 17.01.11 - 19:06 Uhr

Ich habe nichts davon geschrieben, dass ich dafür bin Fachkräfte aus dem Ausland rauszuwerfen, sondern dass mehr getan werden muss, um unsere Fachkräfte hier zu halten und ihnen die Arbeit hier attraktiver zu machen.

Beitrag von .doctor-avalanche. 17.01.11 - 07:51 Uhr

"Und nein, ich bin nicht rechts und ich wähle nicht die NPD. Ich bin nur der Meinung, dass die EU das Schlimmste ist, dass uns passieren konnte... "

Den letzten Halbsatz erkläre mal genauer. Was genau ist denn so schlimm, dass Deutschland Mitglied der EU ist?

Beitrag von echtjetzt 17.01.11 - 11:52 Uhr

>>Und nein, ich bin nicht rechts und ich wähle nicht die NPD. Ich bin nur der Meinung, dass die EU das Schlimmste ist, dass uns passieren konnte...<<

Das hätte ich aber auch mal ganz gerne erläutert. Für mich ist die EU Mitgliedschaft, speziell das Schengener Abkommen, ein Segen.

Beitrag von justagirl22 17.01.11 - 17:03 Uhr

Was ist den daran ein Segen? Was hat sich denn verbessert? Ich sehe nichts...

Beitrag von leni.pfeiffer 18.01.11 - 04:17 Uhr

Ehrlich nicht?
Ich muss echtjetzt da zustimmen. Das Reisen ist doch ohne die Grenzkontrollen viel angenehmer. Aber wahrscheinlich merkt man das erst, wenn mal wieder irgendwo an der Passkontrolle eines Nicht-Schengen-Staates stand.
LG, L

Beitrag von marion2 18.01.11 - 09:39 Uhr

Die Passkontrolle ist kein gutes Argument. #nanana

Bist du erst einmal innerhalb der Grenzen der EU kannst du dich frei bewegen - auch als Kriminelle.

Beitrag von echtjetzt 18.01.11 - 12:10 Uhr

Da kann ich jetzt mit Europol dagegen halten, die sich genau darum kümmern. Grenzübergreifende Kriminalität ist jetzt einfacher zu bekämpfen.

Beitrag von marion2 19.01.11 - 09:21 Uhr

sag das mal denen, deren autos so abhanden kommen

Beitrag von echtjetzt 19.01.11 - 10:33 Uhr

OK, wie erreiche ich die? :-)

Beitrag von marion2 20.01.11 - 10:47 Uhr

per Telefon #cool

Beitrag von leni.pfeiffer 18.01.11 - 15:30 Uhr

"Die Passkontrolle ist kein gutes Argument."

Fuer mich schon. Wenn man viel reist, ist das sehr angenehm. Fuer mich persoenlich ist es also wirklich von Vorteil.

Beitrag von .doctor-avalanche. 18.01.11 - 09:49 Uhr

Wenn Du nichts sehen willst - allein die Vorteil für den Exportstandort Deutschland - dann tut es mir ja herzlich leid für dich aber dann macht es auch wohl wenig Sinn, Dir es aufzählen zu wollen. Du würdest aus deiner Europafeindlichkeit heraus ohnehin, mal mehr, mal weniger unbeholfen, alles ins Negative ziehen.

Beitrag von echtjetzt 18.01.11 - 12:02 Uhr

Du kannst innerhalb der EU problemlos reisen wohin du möchstest, dort arbeiten, wohnen.. Ohne Visa, ohne große Kontrollen. Für dich wahrscheinlich selbstverständlich, aber ohne EU unmöglich. Keine Zölle und entsprechende Abwicklungen bei Exporten innerhalb der EU. Das ist dermaßen großartig, das glaubst du gar nicht.

Aber was hat sich denn nun verschlechtert?

Beitrag von paddelboot-neu 18.01.11 - 19:26 Uhr

"Ich bin nur der Meinung, dass die EU das Schlimmste ist, dass uns passieren konnte... "

Und der damit verbundene Euro....

das kann ich voll unterschreiben.

Diese beknackte Merkel hat ja nun neulich auch gesagt, dass der Euro auf jeden Fall (könnte man übersetzen mit "um jeden Preis") erhalten bleiben soll....

Tja, leider auf Kosten der Arbeitnehmer...

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