Wochenbettdepression- wie lange dauerts?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von thitona 16.01.11 - 22:10 Uhr

Hallo Mädels,

mich hat es leider erwischt, eine Wochenbettdepression.

Fühle mich müde, erschöpft und antriebslos und habe ständig Heulkrämpfe. Muss seit einigen Tagen Anti-Depressiva einnehmen.

Wer von euch hat(te) auch eine Wochenbettdepression? Wie hat sie sich bemerkbar gemacht? Wie lange hat es gedauert, bis die Depression weg war? Welche Behandlung hattet ihr neben den Tabletten (Anti-Depressiva)?

Danke für eure Antworten.

Beitrag von ann75 17.01.11 - 08:04 Uhr

Liebe Thitona,

das tut mir Leid!
Schau mal, letzte Woche gab es eine Doku auf ARTE mit vielen Infos dazu

http://videos.arte.tv/de/videos/traurig_nach_der_geburt-3637696.html#

Alles Gute für Dich,
Anne

Beitrag von joulins 17.01.11 - 09:19 Uhr

Hallo Thitona,

informiere dich hier:

http://www.schatten-und-licht.de/main.html

Im Prinzip bist ja schon neurologisch/psychiatrisch in Behandlung, also wird es auch bald besser werden, in etwa 3 Wochen wirst du gut auf das Medikament eingestellt sein, dann normalisiert sich dein Leben etwas.

Ich habe auf deiner VK gesehen, dass es dein zweites Kind ist - das heißt, du hast jetzt zwei Kinder unter zwei, das ist exorbitant anstrengend, auch wenn man keine Depression hat. Sorge in jedem Fall dafür, dass du Entlastung hast mit Kindern und Haushalt, auch, wenn es dir wieder besser geht. Erschöpfungszustände sind nicht zu unterschätzen.

Meine PPD (bei beiden Kindern) haben sich mit mit dem vollen Programm bemerkbar gemacht (Erschöpfung, Überforderung, Reizbarkeit, Panikschübe, Zwangsgedanken, Wahrnehmungsstörungen, körperliche Symptome wie panikartiges Erbrechen und Durchfälle, Emotionslosigkeit, Wechsel von Aufgescheuchtsein und Starre ...), gedauert hat die schlimme Phase bei beiden Kindern etwa ein Vierteljahr, danach hab ich mich eine Weile geschleppt, irgendwann ging es wieder so lala. Wieder die Alte war ich jeweils nach einem Jahr, aber das wird bei dir sicher schneller gehen, da du medikamentös behandelt wirst.

Ich hatte keine medikamentöse Behandlung, aber war beim ersten Kind etwa einen Monat Wochen in stationär-psychiatrischer Behandlung in einer Mutter-Kind-Einheit. Danach bin ich für eine Weile mit dem Kind zu meinen Eltern gegangen.

Beim zweiten Kind hatte ich ja (wie du) ein Zweijähriges zuhause, also war an Psychiatrie-Aufenthalt etc nicht zu denken, da ist meine Mutter für eine Weile nach Berlin gekommen, um mir zu helfen und die schlimmste Zeit zu überbrücken - das war enorm wichtig für mich. So war ich nicht die ganze Zeit allein. Medikamente hatte ich auch beim zweiten Kind nicht, ich musste ja fahrfähig bleiben. Habe mich irgendwie so durchgeschlagen, wieder mit dem vollen Programm, aber doch etwas milder.

Versuche, durchzuhalten, es wird bestimmt bald besser, wenn die Medikamente richtig anschlagen. Ansonsten: such dir Unterstützung und bleib nicht so viel allein - gemeinsam trägt sich vieles öeichter, mit anderen Müttern zusammen schon mal sowieso.

#liebdrueck

Ich wünsch dir viel Kraft für die nächste Zeit!
Alles Liebe
Joulins

Beitrag von thitona 17.01.11 - 21:57 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten. Das hat mir sehr geholfen.

Meine Große geht in die Krippe. Von daher habe ich Entlastung. Mein Mann ist auch n Haushalt und Kinderbetreuung eingebunden und hilft wo es nur geht.

Den Film auf Arte habe ich gesehen. Er gibt mir nur keine Antwort auf die Frage, wie lange es dauern kann.

Es ist gut zu wissen, dass ich nicht allein bin.

Liebe Grüße

Thitona

Beitrag von coconut05 17.01.11 - 22:09 Uhr

Hatte ich bei meinem Kleinen auch verstärkt. So richtig schlimm waren die ersten 4 Wochen, dann wurde es langsam besser. Als er so ca. 3 - 4 Monate alt war konnte ich endlich sagen es ist wieder okay.
Aber das ist bei jedem unterschiedlich.

Alles Gute. LG

Beitrag von moggele81 26.01.11 - 14:14 Uhr

Hallo
lass dich drücken von einer, die da auch grad durch muss!
Ich nehme seit etwa drei Wochen Anti-Depressiva, Citopram oder so, 20mg.
Die ersten etwa 10 Tage war nichts von der Wirkung zu spüren, was aber normal sein soll, dann ging es mir schlagartig besser. In der Hoffnung, es hätte vielleicht nur einen "Anschubser" gebraucht, um mich wieder in Gang zu bringen, hat der Arzt auf eine halbe Tablette reduziert, das habe ich aber seit gestern wieder auf ne ganze umgestellt, denn die ersten Symptome kamen ziemlich schnell wieder. Werde jetzt auf jeden Fall mal länger die Tabletten nehmen.
Sonst habe ich im Moment keine Behandlung. Ich geh viel raus, wenn es das Wetter zulässt, meine Eltern kommen oft zu Besuch oder ich besuche sie, wenn mein Mann arbeitet.
Bin mal gespannt wie lang das dauert. Nuja eigentlich ist es mir am wichtigsten, dass es wieder ganz weggeht.
Ach ja, meine Kleine ist jetzt gut 3 Monate alt. Die Depris schlichen sich langsam ein, als sie so anderthalb Monate alt war.
Insofern kann ich dir leider auch nicht sagen, wie lang sowas dauern kann...aber vielleicht hilft es dir zu wissen, dass du nicht allein bist. Ich sag mal toi toi toi und alles gute!

gruß
moggele