Unentschlossen

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von nschneid 17.01.11 - 11:28 Uhr

Hallo,
ich bin momentan sehr unentschlossen und verzweifelt, vielleicht könnt ihr mir einen Tip geben...
Ich habe bisher in einem Betrieb im Controlling gearbeitet, bis mein Kleiner unterwags war. In der Schwangerschaft starb dann mein Papa. Da er zusammen mit meiner Schwester und meinem Mama einen Familienbetrieb geführt hat, bin ich da mit Geburt eingestiegen, sonst hätten die beiden es nicht geschafft. Eigentlich wollte ich dann nach einem Jahr zurück in meinen Beruf - dann hat meine Mama die Diagnose Lungenkrebs bekommen und ich musste wieder aushelfen - jetzt fehlten ja 2 Leute. Inzwischen ist meine Mama wieder stundenweise da, aber nicht wirklich belastbar.

Ich war immer stolz auf meinen ursprünglichen Job, und die letzten 2 Jahre waren nicht einfach - ich arbeitete im letzten Jahr von morgens bis Krippenende, und ging wieder arbeiten wenn der Kleine im Bett war buis ca. 1-2 Uhr nachts. und das von April bis September.

Jetzt habe ich ein Angebot von meinem alten Chef bekommen: Ich könnte zurückkommen entweder ins Corntrolling in der Zentrale oder las Stellvertreter einer Niederlassung.

Jetzt bin ich hin und her gerissen - ich möchte meine Familie nicht hängen lassen und bin hier natürlich wesentlich flexibler, scheue eventuell auch die Verantwortungdes Stellvertreters, aber es klingt shcon verlockend.

Ich habe aber Angst, wenn ich wieder zu meinem ursprünglichen Betrieb gehe: Ich werde immer noch im Familienbetrieb aushelfen müssen, und sehe ich dann noch meinen Kleinen genug? Ich will es allen Recht machen, aber irgendwie schaffe ich das nicht...

Nicole, die voller Sorge an ihren Termin heute denkt...:-(

Beitrag von cami_79 17.01.11 - 14:17 Uhr

Also was ich jetzt schreibe meine ich ganz herzlich und nett:

Bei deiner Geschichte (soweit nachvollziehbar) würd ICH nur das machen, was mir wichtig ist. Wenn es dir wichtig ist viel Zeit mit dem Kind zu verbringen, dann mach das und wenn es dir wichtig ist beruflich weiter zu kommen, dann manch eben das.
Wenn du deiner Familie seit 2 Jahren nur aus Pflichtgefühl hilfst, dann suche jetzt eine würdige Vertretung für dich, es muss ja noch andere Menschen geben, die das beruflich asufüllen können.

Wenn ich die Fee mit den 3 guten Wünschen wäre, was würdest du dann machen (ungeachtet der Vorgeschichte, einfach frei aus dem Bauch)??

Beitrag von myimmortal1977 17.01.11 - 14:28 Uhr

Liebe Nicole,

das ist jetzt eine Gewissensfrage. Deiner Familie die Existenz retten oder bewahren oder selbst eigene Wege gehen.

Ich glaube kaum und Du solltest da auch realistisch bleiben, dass Du beides wuppen würdest. Das geht vielleicht einige Monate, ggf. 1 - 2 Jahre gut und dann liegst Du selbst unterm Tisch.

Damit wäre in erster Linie weder Dir selbst, noch Deiner Familie geholfen. Außerdem hat Dein Kind auch ein Recht auf seine Mutter und das gesund. Denn das setzt alles andere voraus.

Du solltest Dich mit Deiner Mutter und Deiner Schwester zusammen setzen und Ihr solltet gemeinsam überlegen, wie es mit dem Familienbetrieb in Zukunft weiter gehen soll.

Lungenkrebs ist keine so pralle Diagnose. Meine Eltern hatten beide Lungenkrebs, ich weiß, wovon ich da rede.

Deiner Mutter ist es sicherlich auch nicht gerade gesundheitlich dienlich, wenn sie da jetzt wieder am Routieren ist.

Und letzten Endes läuft es so wie so darauf hinaus, dass über kurz oder lang eine existenzielle gesunde Entscheidung getroffen werden müsste.

Was passiert mit dem Betrieb, wenn es Deiner Mutter gesundheitlich schlechter gehen sollte und sie ganz und gar ausfallen würde.

Könntest Du den Betrieb mit Deiner Schwester überhaupt allein aufrecht erhalten? Willst Du ihn überhaupt mit aufrecht erhalten? Könntest Du Dir vorstellen immer dort zu arbeiten?

Deine Familie kann Dir die Grundentscheidung auch nicht allein auf die Schultern legen. Das wäre unfair.

Gesund und fair gegenüber allen wäre es, da jetzt mal Tacheles zu reden und die genauen Zukunftsperspektiven für Euren Betrieb auszuloten.

Es ist glaube ich niemanden geholfen, wenn Deine Mutter Deinem Vater bald hinter her geht.

Deine Mutter muss sich schonen und ihre Zukunftspläne neu ausrichten.

Eine generelle Empfehlung wird Dir hier niemand aussprechen können. Weder ich noch andere hier wissen, wie es um Euren Betrieb bestellt ist und in wie weit Du bereit wärst, Opfer zu bringen.

Aber beides, Controlling und Betrieb würde ich nicht machen.

Take care!

Janette