Vater will nach 30 Jahren Kontakt

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von teeklee 17.01.11 - 12:52 Uhr

Hallo, ich brauche dringend einen Rat. Seit gestern bin ich völlig fertig mit der Welt. Ich habe einen Anruf auf meinem Handy erhalten (wo auch immer jemand diese Nummer her hat-angeblich aus dem Internet). Eine Fremde Frau . Sie fragte mich, ob mir der Name xxxx was sagt. Klar, ich war wie vor dem Kopf gestossen. Mein leiblicher Vater den ich 30 Jahre nicht gesehen habe. Mit 3 Jahren hatten sich meine Eltern getrennt oder eher meine Ma. Er hatte immer schon den Herzenswunsch mich kennenzulernen. Sie würden mich nicht drängen und sich auch nicht wieder melden, kann mich melden falls ich den Kontakt wünsche oder fragen habe. In dem Moment schossen mir tausende Fragen: WARUM, WESHALB , WIESO durch den Kopf. Er ist wohl 55 Jahre alt und physisch sehr krank schon seit der Trennung. Ob dies der Auslöser ist weiss keiner genau. Er lebt in einem betreuten Wohnen für physisch Kranke. Wäre ein sehr liebenswürdiger Mensch . Die Sehnsucht hat ihn nicht in Ruhe gelassen. Wenn ich den Kontakt nicht wolle, soll ich mir keine Gedanken machen sie hätten ihn darauf vorbereitet.
Nun zu der Vorgeschichte: meine Ma wollte seit Jahren nicht über dieses Thema reden. Ich habe es irgendwann angefordert. Unter Tränen erzählte sie mir: er war Spielsüchtig, Alkohlabhängig, hat das ganze Geld verprasst und für uns blieb nichts über. Irgendwann hatte meine Ma ihn vor die Wahl gestellt und hat ihn dann rausgeschmissen. Er hat nie Unterhalt oder so bezahlt. Meine Ma konnte sich kaum was leisten hat mich immer abgeben müssen, damit sie Geld verdienen kann. Kein Auto. Zur Arbeit jeden Tag mit dem Fahrrad eine Strecke 25 km gefahren usw. Sie hat es wirklich schwer als Alleinerziehende gehabt. Unterstützung von Ihrer Mutter gab es nicht. Nach Jahren hat sie dann meinen jetzigen Vater kennengelernt und sie haben geheiratet. Auch hat er mich adoptiert. Mein leiblicher Vater wollte das erst nicht, aber mit Geld kann man dann doch so einiges erreichen. Ich musste meiner Mutter hoch und heilig versprechen nie den Kontakt zu suchen. Sie würde es nicht verkraften wenn er wieder in ihr Leben kommt. Sie wollte mich immer Schützen vor ihm, wollte nicht das ich irgendwann für ihn Zahlen muss (daher auch die Adoption).

Ich weiss ich würde meine Mutter demassen enttäuschen, sie würde so denke ich den Kontakt zu mir abbrechen und ich müsste dies (falls ich wollte) geheim halten und somit meine Eltern belügen.

Klar, muss ich wissen ob ich das möchten. Sagen wir mal 50/50. Ich möchte schon wissen wie sieht dieser Mensch aus und vor allem meine Fragen beantwortet haben. Aber vor den Konsequenzen die dies mit sich bringt habe ich Angst: Eltern, dann mit welcher Absicht will er nach der Zeit den Kontakt ????, Er hat keine Familie etc. also weil er alleine ist und krank?, mein Lebensgefährte hat Angst das ich mich dann Verpflichtet fühle.
Man kann ja auch nicht sagen: man lernt sich kennen und bricht dann wieder den Kontakt ab. !!!!!

Hoffe man kann mein Gefühlschaos verstehen ???!!!!

Nun bin ich in einer Zwickmühle und weiss so gar nicht was sich machen soll.

Mein Lebensgefährte rät mir eher ab.

Ich habe mir überlegt evt. einen Brief aufzusetzen. Wo ich etwas von mir erzähle, Fotos beilege , ihn mit meinen Fragen konfrontiere und das ich derzeit nicht in der Lage bin mich auf einen Kontakt einzulassen.
Vielleicht erhalte ich so schon genug Antworten.

Weiss nicht. Chaos voll. Ich war völlig aufgelöst nach dem Telefonat und hatte Magenschmerzen habe viel geweint.
Nur mit der Handy-Nr. verstehe ich immer noch nicht.#zitter

Traurige Grüsse

Beitrag von schnuppelschaf1 17.01.11 - 13:14 Uhr

Hallo!

Mit dem Brief ist eine gute Idee.
Somit denke ich ist euch Beiden geholfen.

Dann zu deiner Mama.
Ich kann das verstehen das sie dann gekränkt ist und auch enttäuscht.
Sie muß aber dir die Chance geben bzw.den Weg offen lassen,ob du diesen Schritt gehen möchtest,deinen leiblichen Vater kennenzulernen.
So bekommst du vielleicht die Antworten auf die Fragen,die du dir schon immer gestellt hast.

Laß ihn erzählen,das was deine Mama erzählt würde ich erstmal gar nicht erwähnen.
Warte auf eine Antwort.

Wenn du den Kontakt dann möchtest mußt du es deiner Mutter sagen..das ist wichtig.

Viel Kraft für das was dich erwartet!

Steffi

Beitrag von lena1309 17.01.11 - 13:24 Uhr

Hallo,

ich kann dein Gefühlschaos verstehen, ich habe eine ähnliche Situation mit meinem Erzeuger, denn mehr ist er für mich nicht mehr.
Bei mir liegt die Sache aber so, dass ich diesen Mann kenne und er mich so oft enttäuscht hat, dass ich für mich da besser eine Entscheidung treffen kann, denn für dich ist dein Vater ein Fremder.

Ich würde ihm an deiner Stelle keinen Brief mit persönlichen Infos und Photos schicken. Dein Lebensgefährte will keinen Kontakt, also bestimmt auch nicht, dass dein Vater etwas über ihn weiß.
Und über einen Brief kann er ja auch deine Adresse herausfinden, steht ja als Absender da. Ich weiß nicht, ob du das wirklich willst.

Dir hat dieser Mann ja auch scheinbar nicht wirklich gefehlt, aber neugierig ist man ja schon. Und deine Mutter hat nicht das Recht, von dir zu verlangen, nie herausfinden zu wollen, woher 50% von dir kommen. Verstehst du, wie ich das meine.
Der Mann hat sie sehr verletzt und sie hat bestimmt auch die richtige Entscheidung getroffen, aber heute bist du erwachsen.

Wenn dich die Fragen zu sehr belasten, geh einmal hin und triff ihn. Bitte einfach deinen Partner, dich zu begleiten. Der kann dich auffangen, wenn du eventuell abstürzt, denn es ist nicht sicher, ob dir dieser Besuch gefallen wird und du alle Antworten zu deiner Zufriedenheit erhälst.
Dein Vater ist krank und er hat wahrscheinlich eine ganz andere Sicht der Vergangenheit. Das muss dir bewusst sein.

Ich erzähle mal kurz von meiner Entscheidungsfindung:
Mein Vater ist Alkoholiker und da sehr uneinsichtig. Er lebt mittlerweile in einem Heim. Das weiß ich, weil mich die Stadt ausfindig gemacht hat und ich meine Finanzen offen legen musste, um eventuell finanzielle Beihilfe zu leisten. (Deine Mutter war sehr klug, dich adoptieren zu lassen)
Somit gibt es für eine engagierte Mitarbeiterin im Heim auch die Möglichkeit, mich zu finden. Sollte dieser Tag einmal kommen, werde ich jeglichen Kontakt untersagen, denn ich habe meine Antworten gefunden. Aber lange Jahre hatte ich diese nicht, aber jetzt habe ich meine innere Ruhe gefunden.

Vielleicht brauchst auch du diesen Moment der Wahrheit, um abschließen zu können.
Das kann ein Weg mit vielen Tränen sein, aber für mich hat er sich gelohnt.

Wünsche dir ganz viel Kraft.
M.

Beitrag von xyz74 17.01.11 - 13:46 Uhr

Ich stecke in einer ähnlchen Situation wie Du.
Bei uns war vieles ähnlich bis auf das Spielen etc.
Das Problem war eher exzesive Gewalt :-( gegen meine Mutter, meine Geschwister u Haustiere.
Der Unterschied ist das meine Mutter aber sehr gut unterscheiden kann zwischen IHREM Leid und meinem Recht auf meine Wurzeln.
Sie würde nie auf die Idee kommen mir zu verbieten meinen "Vater" zu sehen. Ganz im Gegenteil, sie hilft mir sogar ihn zu finden.
Wer weiß wie lang er noch lebt...
Weißt du ich finde es schon sehr dreist sowohl von Deiner Mutter als auch von Deinem LG DIR vorschreiben zu wollen zu wem Du Kontakt haben sollst.
Ohne diesen Mann würde es DICH nicht geben.
Stell Dir vor, er stirb irgendwann und Du stehst da und stellst fest, dass Du eine Chance verpasst hast einen Teil von Dir kennenzulernen.
Ich persönlich finde diesen Gedanken schrecklich.
Schon allein wenn ich in den Spiegel blicke, sehe ich täglich diesen Mann.
Meine Tochter sieht ihm noch ähnlicher.
Meine Mutter sagt auch, dass viele meiner positive Eigenschaften definitiv von meinem Vater kommen.
Wie gesagt, auch wenn wir nicht mit ihnen aufgewachsen sind, so sind diese Männer ein Teil von uns.... und haben uns auch durch ihre Abwesenheit zu dem Menschen gemacht, der wir heute sind.

Beitrag von nele27 17.01.11 - 14:32 Uhr

Das

***Der Unterschied ist das meine Mutter aber sehr gut unterscheiden kann zwischen IHREM Leid und meinem Recht auf meine Wurzeln.***

ist der springende Punkt. Ich finde es immer wieder schlimm wie Mütter erst mit jemandem Kinder kriegen und ihn dann den Kindern entziehen wollen, wenn er ihnn nicht mehr passt. Auch wenn die Gründe noch so nachvollziebar sind - das dürfen die Kinder selbst entscheiden.

Beitrag von nele27 17.01.11 - 14:29 Uhr

Hi,

ich kann Dich gut verstehen - mir ists auch so gegangen. EInes Tages erhielt ich einen Anruf von einer fremden Frau, die sagte, mein Vater traue sich nicht bei mir anzurufen, wolle aber sehr gern Kontakt. Das war vor 2 Jahren

Ich hab das erstmal - und das rate ich Dir auch - locker auf mich zukommn lassen. Habe ihr gesagt, dass ich grundsätzlich auch Interesse habe und er sicvh gern bei mir melden kann. Auf mehr hatte ich keinen Bock. Er rief dann am nächsten Tag an und daraus hat sich ein ganz netter lockerer Kontakt ergeben. Große Aufarbeitung haben wir noch nicht gemacht, aber das ist mir auch zu früh. Sehe es aber insgesamt positiv.

Mütter sind übrigens oft nicht unschuldig am fehlenden Kontakt. Meine Mutter hat jegliche Kontaktversuche von ihm systematisch abgeschmettert, weil sie keinen Bock mehr hatte sich mit ihm abzugeben... also quasi ihn als Vater gleich mit entsorgt. Er war leider zu feige sich durchzusetzen.
Uns hat sie immer erzählt, er wolle kenen Kontakt, sei ein schlechter Mensch etc. :-[
Tja, heute habe iuch (nicht nur deswegen) keinen Kontakt mehr zu ihr.
Mein Vater verliert dagegen übrigens kein schlechtes Wort über meine Mutter. Er hat mehr Anstand.

Deine Mutter sollte sich mM nach da raushalten. Es ist Dein Recht Deinen leiblichen Vater zu sehen und zu überlegen ob Du Kontakt möchtest. Wenn ihr das nicht passt, hätte sie mit wem anders Kinder kriegen sollen. Lass Dich da nicht einschüchtern.
Dein LG kann Dich ja gern beraten, aber letzten Endes ist es Deine Enscheidung. Lass Dir diese nicht nehmen.
Wenn Du den Kontakt suchst rate ich Dir, es ganz locker angehen zu lassen.

LG, Nele

Beitrag von berry26 17.01.11 - 16:18 Uhr

Hi,

ich kann dich auch sehr gut verstehen. Mir geht es ähnlich wie dir. Also zumindest das ich meinen Vater seit 28 Jahren nicht gesehen habe und auch keinerlei Erinnerung mehr an ihn habe. Ich habe auch keine Ahnung warum meine Mutter sich getrennt hat, allerdings hatte er nie Interesse mich kennenzulernen. Hätte er das gewollt, so hätte er 20 Jahre dazu die Möglichkeit gehabt. Jetzt hätte er es wohl sehr schwer mich zu finden.

Würde sich nun nach fast 30 Jahren jemand melden und mir das sagen was dir gesagt wurde, wäre ich auch mehr als durcheinander.
Ich denke aber das die Idee mit dem Brief eine sehr gut ist. Warum den Kontakt nicht langsam und erstmal schriftlich aufbauen? Lass es einfach auf dich zukommen und fühle dich zu nichts verpflichtet.

Was deine Mutter angeht so kann ich dieses Verhalten nicht verstehen. Du hast ein Recht darauf deine Wurzeln zu kennen und es hat rein gar nichts mit Ihrer Beziehung zu diesem Mann zu tun.

LG

Judith

Beitrag von teeklee 17.01.11 - 16:29 Uhr

Erst einmal lieben Dank für die Lieben Worte . Vorallem schön auch zu sehen das auch andere in ähnlichen Situationen stecken oder gesteckt haben.;-)

Mein leiblicher Vater wohnt gerade mal 25 km von hier und wohnt in einem betreuten Heim für Physich Kranke. Somit wird er auch kein Einkommen haben.

Was ich mich natürlich fragen, warum jetzt. Wenn man wirklich sein Kind gesucht hätte vorher man hätte zick Möglichkeiten gefunden auf jemanden zuzukommen. Schliesslich bin ja schon ne ganze Zeit erwachsen. Er wusste wo ich bin - es wäre nicht so schwer gewesen.#schein

Jahrelang nichts gehört - nieeeeee.

Und wie gesagt laut Adoption bin ich ja gar nicht mehr verwandt mit ihm. Meine Ma hat jahrelang versucht mich zu "schützen" da sie nicht wollte das ich später für meinen Vater finanzielle wie auch emotional aufkommen muss.

Eigentlich möchte ich keinen direkten Kontakt. Ich habe Angst vor den Konsequenzen. Aber natürlich auch neugierig.

Aber man kann ja nicht sagen ich gehe einen Mini-Schritt und sage dann so nach dem Motta: so jetzt habe ich ihn gesehen und habe meine Fragen beantwortet und wieder Schnitt - das ist das Problem

Vorallem frage ich mich wirklich wo in aller Welt haben die meine Handy-Nr. her. Meine ganze Verwandschaft hat die Nummer nicht.

Jetzt 8 Monate vor meiner Hochzeit war das wirklich der falsche Zeitpunkt.

Wie gesagt meine Eltern dürften niemals was davon erfahren. Leider lasse ich mir auch schnell nen schlechtes Gewissen einreden.

Ist wirklich echt verwirrt alles.

Beitrag von berry26 17.01.11 - 16:40 Uhr

Also das liegt natürlich ganz an dir aber durch die Adoption MUSST du dich zu nichts verpflichtet fühlen und du bist es auch nicht. Dein leiblicher Vater musste dieser Adoption ja mal zustimmen und sollte daher wissen das er von dir nichts zu erwarten hat.

Warum jetzt? Naja wäre es ein so großer Unterschied gewesen wenn er sich vor 10 Jahren gemeldet hätte?

Du hast Angst das du weiterhin Kontakt zu ihm haben muss, wenn du ihn einmal gesehen hast? Nur weil du dich einmal mit ihm ausgesprochen hast, oder 2-3 Briefe geschrieben wurden, heißt das nicht das er automatisch zu deiner Familie gehört! Rein rechtlich seit ihr nicht miteinander verwandt und wenn mich jemand emotional zu viel Kraft kostet oder gar ausbeutet, so hat er in meinem Leben nichts verloren! Diese Erfahrung musste ich leider auch mit meiner Mutter machen.

Das mit der Handy-Nr. hätte ich allerdings gleich beim Telefonat mir detailliert erklären lassen.

LG

Judith

Beitrag von babybaer4 17.01.11 - 17:04 Uhr

Hallo,

tu es ,rufe an!
Meine Eltern trennten sich als ich 6j alt war.Er war Alkoholiker und hat das liebe Geld in der Kneipe gelassen.Meine Mutter ist nachts putzen gegangen ,damit sie für 3 Kinder essen kaufen konnte.Oft musste sie von dem Geld ihn auslösen weil er kein Geld hatte.
Davon und von vielen anderen Dingen wußten wir aber lange Zeit nichts.
Wir haben uns unser eigenes Bild gebildet ,weil er sich nicht um uns gekümmert hat.Er war uns egal und wurde nur noch der "Erzeuger"genannt.Nach ca25j habe ich zufällig seine Adresse rausgefunden.Ein Heim für Alkis.Ich schrieb ihm eine Karte und er meldete sich.Wir haben ein paar mal miteinander telefoniert.Als ich ihn dann mal kritisierte ,weil er sich nicht um gekümmert hat, hat er sich nicht mehr gemeldet.Ich habe auch auf Stur gestellt und irgendwann kam der Anruf vom Heim das er Tot ist.
Wir sind dann zu seiner Beerdigung gefahren die vom Heim organisiert wurde.Bei der Trauerfeier haben sie dann über ihn erzählt.
Das er sehr hilfsbereit war,sich auch mal ausnutzen lassen hat und das er jedem Streit/Kritik aus dem Weg gegangen ist.Ebenso erfuhren wir das er immer unsere Kinderfotos über seinem Bett hängen hatte#schock
Ich bereue es heute das ich es nicht versucht habe ihn kennenzulernen.Vielleicht wäre das Bild was ich mir über die Jahre aufgebaut habe über ihn ein anderes geworden.
Ich weiß nicht ob er mir sympatisch gewesen wäre oder ob ich den Kontakt ganz schnell wieder abgebrochen hätte.Das werde ich nie rausfinden.
DAher denke ich solltest du es zumindestens versuchen ,den Kontakt kann man immer noch abbrechen .

Lg Sabine

Beitrag von alpenbaby711 17.01.11 - 20:11 Uhr

also ganz ehrlich ich glaube du willst aber hast Schiß ( verständlicherweise) weil du nicht weißt was auf dich zukommt. So einen Brief halte ich zwar für gut, aber ich glaube schon das du ihn sehen willst. So könntest du auch für dich abschließen wenn es nicht paßt oder etwas ist.
Ela

Beitrag von kati543 17.01.11 - 20:42 Uhr

Weißt du, du warst damals noch sehr klein. Du hast die Trennung deiner Eltern nicht mehr in Erinnerung oder falls doch, dann nur sehr verzerrt. Deine Mutter hat dir die Geschichte aus IHRER Sicht erzählt. Inwieweit sie sich da noch an alles erinnert hat oder vielleicht etwas dazugedichtet und anderes weggelassen hat, kannst du derzeit nicht beurteilen. Ohne natürlich deiner Mama etwas unterstellen zu wollen, aber Menschen erinnern sich nun mal nur an einzelne Momente die entweder besonders positiv oder besonders negativ waren. Das ist menschlich. Das kann niemand ändern.
Dein leiblicher Vater will seit du klein bist, Kontakt zu dir. Deine Mutter hat das immer abgelehnt. Früher ging das noch leicht - heute ist das zum Glück (zumindest per Gesetz) schwerer. Dein Vater hat Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um deine Kontaktdaten herauszubekommen. Bist du nicht neugierig auf deinen leiblichen Vater? Willst du nicht wissen, was alles passiert ist? Man muß sich doch nicht allein treffen. Die Frau, die angerufen hat, könnte doch als Vermittler fungieren (deinen Mann oder deine Mutter halte ich für falsch). Man könnte viele Bedingungen an dieses Treffen knüpfen. Du hast doch alle Möglichkeiten.
Der Schwiegervater meines Bruders hat auch noch eine Tochter aus erster Ehe. Seine Ex hatte sie total feindlich dem Vater gegenüber erzogen. Er hat Geschenke geschickt - ist im Mülleimer gelandet. Er hat Unterhalt jeden Monat pünktlich gezahlt - der Tochter wurde gesagt, er zahlt nie. Er hat regelmäßig vor der Tür gestanden und später angerufen - wurde immer abgewimmelt und der Tochter erzählt, dass der Vater kein Interesse hat. Irgendwann war die Tochter erwachsen. Ihren Vater hatte sie ca. 15 Jahre nicht mehr gesehen gehabt. Aber sie wollte ihren Vater kennenlernen - also hat sie ihn kontaktiert. Sie hat ihrem Vater alles möglich vorgeworfen-er konnte bei vielen Sachen belegen, dass das Gegenteil der Fall war. Die Tochter war geschockt über die Lügen der Mutter. Aber die Vorurteile waren zu fest in ihr drin. Ein richtiges Verhältnis ist das nie geworden. Daher habe ich gesagt, dass du nur die Version deiner Mutter kennst - um zu beurteilen, was damals passiert ist, musst du auch die Version deines Vaters kennenlernen.

Beitrag von teeklee 19.01.11 - 09:45 Uhr

Danke Euch nochmals ;-) Bin wirklich froh, dass so viele nette Antworten kamen:-D

Habe nun selber mal etwas recheriert aus reiner Neugierde. Habe in xxxx dort wo er ja in einem betreuten Wohnen für seelisch Kranke ist alle Heime abtelefoniert. Ich wollte wissen, wo er dort ist und irgendwie war er niergens. So, nun hatte ich heute das letzte Heim angerufen und dort war es ganz witzig (habe mich überings mit xxx ausgegeben) wurde ich gleich gefragt wer ich bin. Habe entfernte Verwandtschaft gesagt und er meinte: na ja er wohnt hier nicht , würde ihn aber kennen. Er könnte mir aber nicht mehr sagen wenn ich nicht sage wer ich bin. Also habe ich ich gesagt das ich halt nen Anruf bekommen habe und ich nur wissen wollte wo er ist. Der Mann meint: ach ja die adoptieret Tochter. Ok. Er hatte ihn jahrelang betreut und war sein Vormund: Vormund, ich war geschockt. Man muss doch stark am Boden sein um einen Vormund zu haben. Nur er würde ihn auch nicht mehr betreuen , er würde nicht im Heim leben und würde in „normalen Verhältnissen“ leben. Ob er arbeitet wusste keiner. Er wollte mir auch nicht mehr sagen. Klar. Ich selber habe darum gebeten ihm nicht mitzuteilen dass ich mich gemeldet habe. Er meinte auch selber muss man erst einmal entscheiden, ob man einen Kontakt will und so was muss gut überlegt sein. Falls ich wollte könne er auch vermitteln, auch wenn er mit der Sache nicht mehr involviert wäre. Aber mein Anruf zeigt ja doch eine Art von Interesse. Der Typ war sehr nett.



Irgendwie bin ich immer noch geschockt. Vorallem da ich denke er muss ja irgendwann in der EHE Alkohol –Abhängig geworden sein und das muss ja einen Grund gehabt haben. Vorher wird ja dies nicht möglich gewesen sein, ich glaube nicht meine Ma hätte ihn geheiratet.



Bin immer noch hin und her gerissen, ich glaube ein persönlicher Kontakt wäre mir viel zu viel. Ich glaube ich würde mit meinem schlechten Gewissen gegenüber meiner Eltern nicht umgehen können (auch wenn es mein Recht ist ) und ich verscheinlich auch mit der Situation an sich nicht . Ich bin wirklich am überlegen einen Brief zu schreiben, wo ich einfach ein Lebenszeichen von mir gebe . Wie es mir geht, wer ich bin und ein paar Fotos. Ich denke mehr kann man auch nicht erwarten. Sicherlich würde ich auch einige Fragen stellen, aber einen richtigen Kontakt = ich weiss nicht ob mir das guttuen würde.



Ein Vater ist ja wirklich jemand der jemanden aufzieht wie in guten wie auch in schlechten Zeiten. Schliesslich mal salopp gesagt handelt es sich nur um einen Erzeuger.



Wenn mein jetztiger Vater mich nicht adopiert hätte, dann würde ich für ihn Zahlen müssen. Aber was muss passieren das man als Erwachsener einen Vormund bekommen.




Aber wie gesagt irgendwie würde ich mich auch wie ein Arsch fühlen meinen Eltern gegenüber. Ob es das Wert ist???? Stell Dir vor der würde auf einmal vor meiner Tür stehen, oder auf der Hochzeit auftauchen. Da wäre alles für den Arsch. Wenn meine Eltern nicht mehr Leben würde, würde ich evt. eher handeln.


Wie gesagt, ich denke ich werde mich für einen Brief entscheiden. Hier werde ich auch klar schreiben das mir ein persönlicher Kontakt erst einmal zu viel wäre (ich glaube das würd ich selber nicht verarbeitet bekommen). Hier kann ich meinen Lebensweg der 30 Jahre aufschreiben. Was sich so gemacht habe, was aus mir geworden ist usw. Gerne würde ich naütrlich dann noch einige Fragen stellen. Weiss aber nicht ob das Sinnvoll wäre , da ja hier schon ein gewisser Vorwurd mit ihm Spiel wäre: warum hast Du mich adoptieren lassen usw.?#zitter

Mit so einem Brief wäre alles offen.