Geburtsbericht von Max (*12.09.2008)

Archiv des urbia-Forums Geburtsberichte.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von kleineswunderkind 17.01.11 - 14:46 Uhr

Hallo liebe Leserinnen,

hier kommt, wenn auch mit fast zweieinhalb Jahren Verspätung, mein Geburtsbericht. Ich habe lange gebraucht, um über das Erlebte zu sprechen und erzähle euch heute mal alles.

Max ist unser erstes Kind und am 12.09.2008 in der 38. SSW per Kaiserschnitt geboren. ET war der 26.09.2008.

Bereits die Schwangerschaft verlief nicht so, wie man es sich als werdende Eltern wünscht. Angefangen in der 9. SSW mit starken Blutungen, dann in der 18. SSW Plazentagefäßriss mit starkem Blutverlust, drohende Frühgeburt in der 24. SSW ohne Wehen (Zervixinsuffizienz) und Cerclage bis hin zu immer mal wieder Blutungen. Habe die gesamte Schangerschaft fast nur liegend verbracht.
Das einzige was zählte war, dass unser Kind gesund und möglichst lange bis zum Termin durchhält,dafür ist man wirklich bereit alles zu tun.
In der 36. SSW sollte dann die Cerclage (Band um den MuMu) gezogen werden und ab da durfte der Kleine eigentlich kommen, die Lungen waren bereits ausgebildet nach Lungereifespritzen.
Dann kam der 25.08.2008, an dem nochmal ein hochauflösender Ultraschall gemacht werden sollte, dafür musste ich wieder in eine große Klinik nach Osnabrück. Die Plazenta lag immer schon sehr tief, ich hatte ja die Hoffnung dass sie so hoch gewachsen war dass sie nicht in Nähe des MuMu war. Doch weit gefehlt. Diagnose: Plazenta praevia! Also bekam ich einen Termin für einen geplanten Kaiserschnitt am 12.09.2008 in der Klinik.
Am 11.09.2008 sind wir dann dort eingecheckt nachmittags und am näächsten Tag morganes früh um 06.00 Uhr sollte ich die erste sein. Es war ein reger Betrieb zu der Zeit (Zitat der Hebammen: "An Weihnachten und Neujahr werden die meisten Babys gezeugt, im September ist hier Hochkonjunktur!" :-)
Na ja, auf uns triffts jedenfalls zu! ;-)
Die PDA wurde versucht zu legen, was ich ja schon kannte von dem Eingriff der Cerclage. Nur diesmal war mein Bauch so weit nach vorne, dass ich mich kaum rund machen konnte. Nach fünf Stechversuchen durch den Anästhsisten drohte er mir schon mit Vollnarkose. Da gab ich nochmal alles und - es klappe! Ich bin selber Krankenschwester und wollte ales selber mit meinem Mann im OP miterleben natürlich!
Dann ging alles sehr zügig, schmerzfrei war ich und nach einem kurzen Drücken auf meiner Lunge und meinem Magen (Gut, dass ich nüchtern war *g*) war nach ca. 5 Minuten unser kleines Wunder geboren. Ich habe mich nicht getraut ihn sofort zu berühren, man wird echt so schnell Mutter, ich war dafür noch zu ehrfürchtig. Der Papa ist dann mit zur U1 und durfte noch symbolisch einen Stück der Nabelschnur abschneiden. Ich wurde noch vernäht und durfte nach insgesamt 40 Minuten zu meine Männern in den Kreissaaal.
Durch den starken Betrieb auf der Station konnte man mir beim Stillen nicht helfen, was ich in den folgenden Tagen auch sofort merkte; trotz Pumpen und allen Tricks wollte unser Kleiner nichts von meiner Brust wissen (Saugschwäche).
Mit dem Entlassungstag habe ich beschlossen abzustillen, da ich schon da eine starke Entzündung hatte. Unser Sohn war mit seiner Flasche sehr gut zufieden.

Hier seine Daten:

3390 g
51 cm
36,5 KU
08.50 Uhr

Max hat nach fünf Wochen schon durchgeschlafen und war von Anfang an ein liebes und ganz ruhiges Baby ohne Kolliken oder ähnliches. Eine kleine Entschädigung für achteinhalb Monate des Hoffens.

Heute geht Max seit er 2 Jahre wurde in den Kindergarten und ist ein echter Sonnenschein und Mitreisser dort. :-)

Nummer zwei soll in diesem Jahr entstehen, wir sind trotz der Erfahrungen in der ersten Schwangerschaft und Geburt guter Dinge, dass sich nicht alles wierderholen muss.
Es fehlt mir jedoch das Geburtserlebnis einer spontanen Geburt, auch wenn es komisch klingt: Ich hatte keinen aktiven Part bei der Geburt, es waren keinerlei Schmerzen was mir auch fehlte (kann Schmerzen sehr gut aushalten!) und das großartige Gefühl, das selber geleistet zu haben.
Ich kann nur jeder Frau empfehlen: Keinen Kaiserschnitt ohne Indikation, hinterher fehlt das Erlebnis Geburt, was einen Grund hat dass es so viele Stunden mit Wehen dauert!

Danke fürs lesen, auch wenn es lang geworden ist.

Euer kleineswunderkind

Beitrag von jiminy87 17.01.11 - 15:44 Uhr

Ich kenne das Gefühl das einem die Geburt fehlt.
Ich hatte auch einen Ks da mein schatz in BEL lag. Der Ks ist völlig problemlos verlaufen, aber dennoch fehlt mir das Gefühl der normalen Geburt. Ich habe mich die ertsen Tage völlig überrumpelt gefühlt und habe erstmal eine Zeit gebraucht, um mich als Mutter zu fühlen.

Ich hoffe das ich beim zweiten Kind eine spontane Geburt erleben darf.

Beitrag von kleineswunderkind 17.01.11 - 18:39 Uhr

ja, das war bei mir auch genauso, echt heftig! scheint was dran zu sein dass die natur das anders eingerichtet hat (spontan)!
ich hoffe dass ich beim nächsten auch spontan entbinden werde!!!

alles gute und viel erfolg beim schwanger werden wünscht dir

kleineswunderkind

#winke

Beitrag von wunschmamiii 17.01.11 - 16:29 Uhr

12.09. geboren ist super :) Bin ich nämlich auch! Nur 25 Jahre vorher hihihihi

Beitrag von kleineswunderkind 17.01.11 - 18:36 Uhr

das sind halt die besten!!! #winke #ole

Beitrag von strahleface 17.01.11 - 21:58 Uhr

Schönes Datum, da haben wir geheiratet #verliebt
Klasse, daß Ihr es noch einmal versucht #pro

LG Strahleface

Beitrag von hippogreif 18.01.11 - 19:48 Uhr

Also ich finde, Du brauchst Dir wirklich überhaupt nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, nichts aktives für die Geburt getan zu haben. Ey Maus hör mal, schließlich würde es doch ohne Dich Deinen Sohn überhaupt nicht geben! Du hast ihn doch 9 lange Monate im Bauch getragen und so viele Strapazen auf Dich genommen - und nicht die Ärzte und Hebammen! Die haben Dir doch nur beim Endspurt ein wenig unter die Arme gegriffen, mehr nicht. Du hast in der Schwangerschaft so viel durchgestanden und dafür gesorgt, dass es Deinem Krümel gut geht. Das warst nur Du und niemand sonst!

Beitrag von kleineswunderkind 18.01.11 - 20:19 Uhr

Danke, ganz lieb von Dir dass Du das so siehst!
Ja eigentlich schon, aber wie das so ist - mit der Art wie man entbindet sieht man vieles doch wieder anders.
Ich hätte so gern spontan entbunden, jetzt nach über 2 Jahren wird mir das immer begreiflicher. Schade, dass frau nicht immer die Wah hat.
Wie war Deine Geburt oder Deine Geburten?

GlG

#winke

Beitrag von hippogreif 19.01.11 - 08:12 Uhr

Zitat: Ich hätte so gern spontan entbunden...
Naja, es gibt auch ziemlich häßliche natürliche Entbindungen... Bei meiner Freundin ist während der Preßphase die Plazenta gerissen und sie wäre daran fast gestorben. Wollte es auch unbedingt spontan probieren, obwohl die Ärzte zu einem KS rieten. Und bei einer anderen Freundin kam es zu einer Zangengeburt. Sowas muß man auch nicht unbedingt haben...
Ich hatte großes Glück, ich hatte eine lehrbuchmäßige natürliche Entbindung ohne jegliche Komplikationen und bin sehr froh drüber.
Aber wie gesagt, das ist eigentlich Glückssache.
Und nur weil ich mein Kind natürlich entbunden habe, macht mich das nicht zu einer besseren Mutter oder einer tapferen Frau.
JEDE Frau, die ein Kind entbunden hat, egal ob vaginal oder durch KS, verdient größten Respekt vor dieser Leistung!
Versuch ein bißchen stolzer auf Dich selbst zu sein, denn Du hast einem kleinen Menschen das Leben geschenkt und diese Leistung gebührt nur Dir ganz allein! Die Ärzte haben Dir dabei eigentlich nur über die Ziellinie geholfen! ;-)
Ganz liebe Grüße!

Beitrag von kleineswunderkind 19.01.11 - 13:36 Uhr

#danke