WAS mache ich nur falsch?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von josili0208 18.01.11 - 00:49 Uhr

Meine Tochter - knapp 11 - tanzt mir immer mehr auf der Nase herum (wie sie selbst sagt...)
Sie ist intelligent, hat irgendwie Talent für alles (und Lust auf nichts #gaehn) und ist eigentlich seit sie sprechen kann, chronisch unzufrieden. Sie meckert den ganzen Tag. Über ihr schweres Leben, die Schule, das Essen, darüber dass ich soviel meckere wenn sie meckert... Und nein es liegt NICHT an der Pubertät, denn sie ist schon immer so. Nichts ist recht.

Heute hat sie einen Preis bekommen, sie hat den Malwettbewerb v. meinem Arbeitgeber gewonnen und es gab ein Buch (ihrer Lieblingsreihe), das sie leider schon hatte, aber sie kann es ja umtauschen... Schon legte sie los: kann man das auch gegen was anderes umtauschen, am liebsten würde sie sich ja am liebsten das Geld holen und sich ein neues Handy kaufen, und überhaupt, die Schokolade dabei kann ich gleich ihren Geschwistern geben, die isst sie nicht... usw.
Dann war sie sauer weil sie Hausaufgaben machen sollte, dann weil ich ihr Tipps beim Kochen gab (sie wollte kochen), dann hatte sie keine Lust aufs üben (sie geht auf eine Musikschule und hat nie Lust auf das was sie macht, sondern findet alle anderen Instrumente viel spannender. Sie geht aber gern auf diese Schule#kratz). Sie erklärte mir dann heute unter anderem, dass ja vielleicht ein Internat viel besser für sie wäre, weil sie dann mehr Disziplin hätte. Oder dass sie ja nicht ab und zu beim Papa sei, damit sie mehr üben würde (er ist auch Musiker und wir haben geteiltes Sorgerecht, alle Kinder sehen den Papa fast täglich und wir kommen gut klar), sondern weil ich ja nicht mehr mit ihr zurecht käme #schock

Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Sie ist 10! Sie gibt mir Antworten, auf die ich nichts mehr zu sagen weiss. Sie argumentiert wie eine Erwachsene! Und sie hat einfach immer auf alles was zu sagen... Sie ist mir gegenüber mehr als respektlos mittlerweile, schnauzt mich an und diskutiert wegen jedem Mückenschiss. Mit ihrem Vater macht sie das nur nicht, weil er ihr das Wort abschneidet, mehr Respekt kann ich da aber auch nicht erkennen, eher Resignation. Sie ist gut in der Schule, alles fliegt ihr zu, aber sie hat keinerlei Ehrgeiz. Nichts lockt sie, mit nichts kann man sie glücklich machen...

Und falls das jemand denkt: nein, die Kinder bekommen keinen Zucker in den A... geblasen, sie haben NICHT alles. Es gibt keinen Fernseher auf dem Zimmer, sie hat nur ein Handy, weil sie jetzt allein in die Stadt zur Schule fährt und es ist ein altes, ein neues gibt es schon aus Prinzip für dieses Verhalten und ihre Unachtsamkeit mit ihren Sachen nicht. Ich wüsste nicht, wo wir sie verwöhnt haben und doch ist sie eine undankbare, verwöhnte Rotzgöre zuhause. #schock Andere Leute (auch die Lehrer) sind vollkommen zufrieden und kennen sie als nettes, wohlerzogenes Mädchen mit Manieren, zuhause kann sie keinen Teller vom Tisch räumen ohne zu meckern.
Sie bekommt die gleiche Liebe, Zuwendung, Sonderbehandlungen wie ihre 2 Geschwister, trotzdem ist es nie genug und sie fühlt sich grundsätzlich vernachlässigt #kratz Sie kriegt zu hören, dass sie toll ist, dass wir stolz sind (was stimmt und von Herzen kommt), wir geben ihr extra Anreize... alles bringt nichts.

WAS mache ich also falsch??
Und wie mache ich es richtig?
Ich habe einfach keine Lust mehr zu hören, sie wäre in einem schwierigen Alter! Seit Jahren?

(Ich bins echt leid jeden Abend der Fussabtreter ihrer schlechten Laune zu sein #schwitz Ach ja, und einsehen, dass sie den falschen Ton drauf hat und dass ich mir den A... für sie aufreisse kann sie grundsätzlich niemals nicht. Als "Entschuldigung" kommt jedesmal ein "was muss ich tun damit Du mir nicht mehr böse bist?")

Beitrag von sarosina1977 18.01.11 - 04:31 Uhr

Guten Morgen.

Beim Lesen Deines Texts fiel mir spontan Folgendes ein: Schon mal Hochbegabung in Erwägung gezogen?

Ich gebe literarische Kurse für Hochbegabte und dieses Verhalten, das Du da schilderst, kommt mir sehr bekannt vor. Diese chronische Unzufriedenheit könnte mit chronischer Unterforderung zusammenhängen. Vor allem diese Argumentationsreife, die Deine Tochter an den Tag legt, spricht zumindest für eine hohe emotionale Intelligenz.

Ansonsten finde ich, dass Du alles ganz prima machst, soweit ich das von hier aus beurteilen kann. Ich schreibe das deshalb ganz bewusst, weil Du sicher auch Postings mit anderem Tenor kriegen wirst :-) Kopf hoch! Du gibst Dein Bestes und jetzt geht es darum, für Euch einen Weg zu finden, der für alle Beteiligten tragbar ist.

Alles Gute!

Beitrag von josili0208 18.01.11 - 10:36 Uhr

Ich habe da auch schon dran gedacht, ehrlich gesagt schon seit sie ganz klein war, aber durch ihre guten Schulnoten und dadurch, dass sie bis auf das "aufgeweckte, vorlaute Verhalten" in der Schule nie aufgefallen ist, habe ich das von mir geschoben.
Aber neulich hat uns ihre Klassenlehrerin darauf aufmerksam gemacht, dass die Kinder (durch die Musik) ein enormes Pensum zu bewältigen haben und sie erstaunt ist, wie gut meine Tochter das wegsteckt.
#kratz

Beitrag von landmaus 18.01.11 - 11:42 Uhr

Hallo,

stell Dir vor, wie esist, wenn Dir alles zufliegt, Dich nichts wirklich fordert. Das ist furchtbar. Das Leben fühlt sich dann furchtbar fade an, man kann sich nie spüren, seine Fähigkeiten nie ganz entfalten, nie Grenzen fühlen. Das ist absolut grauenhaft.

Viele Menschen wünschen sich ja, dass ihnen alles leichter von der Hand ginge, aber ein Leben ohne Anspruch ist unglaublich zermürbend. Bitte lass die Kleine testen.

Liebe Grüße

Beitrag von zahnweh 18.01.11 - 23:27 Uhr

super auf den Punkt gebracht

Beitrag von zahnweh 18.01.11 - 23:23 Uhr

Ganz ehrlich, der erste Gedanke, den ich hatte war auch Hochbegabung!

Vor allem die Stelle mit dem Internat wegen der Disziplin.
Das sagte ich zu meiner Mutter einst, meine Mutter zu ihren Eltern...

Auch sonst dachte ich bei deinem Text immer mehr daran. Traute mich aber im ersten Moment nicht den Gedanken zu äußern. Bis ich den ersten Beitrag gelesen habe ;-)

Chronische Unterforderung, sowie den Ehrgeiz alles können zu wollen, aber es mit der Perfektion SOFORT können zu wollen (eben weil einem sonst alles zu fliegt), das Üben lieber ganz zu lassen und sich der Frustration hinzugeben, dass man es eben nicht sofort und vor allem nicht so perfekt kann, wie man möchte ist hart...

Durch das alles zugeflogen bekommen, setzt man dann auch noch die Messlatte an sich selbst höher...

Ach ja, Tipps von außen können mich bis heute zum Ausrasten bringen, wenn ich nicht danach gefragt habe. Im Erwachsenenalter habe ich damit umzugehen gelernt, aber wehe es kam von den Eltern...

Wie man da wieder rauskommt, weiß ich auch nicht.
Mir taten Erfolgserlebnisse gut, für dich ich üben musste (anfangs nur ein bisschen, später ein bisschen mehr, die meiner Perfektion entsprachen) und die meine schulischen Frustrationen ausglichen.

Schule war schon früh langweilig. Hausaufgaben eine endlose Qual (so als würde man einem Erwachsen auftragen eine Stunde lang nur aaaaaaaaa zu schreiben. Ohne Unterbrechung nur "a" seitenweise... so in etwa würde ich das Gefühl von Hausaufgaben beschreiben, die reine Wiederholung sind. Referate vorbereiten, die ich selbst gestalten kann, die eine HERAUSFORDERUNG sind und ZUSÄTZLICHES Wissen/Recherchieren benötigen #huepf

Ihre Idee mit dem Internat finde ich gar nicht mal so schlecht. Mit 11 Jahren dürfte sie an einem Punkt sein, wo die Regelschule schwierig werden könnte (Gymnasium? Realschule?) Ich habe es bis zur 11. geschafft OHNE Lernen war zwar ok. Aber da ich NIE gelernt habe zu lernen, kam ich in der Oberstufe nicht mehr mit, war nicht mehr so perfekt, wie ich es wollte und wurde noch schlechter.

Wenn du diesen Gedanken schon hattest, gehe ihn weiter. Informieren ist der erste Schritt. Wenn das zu deiner Tochter passt, gehe diesen Weg weiter. Wenn es doch nicht zu ihr passt, bist du schlauer, hast was neues dazu gelernt ;-)

Ein Buch kann ich dir sehr empfehlen:
Ist mein Kind hochbegabt?
http://www.amazon.de/mein-Kind-hochbegabt-Bettina-M%C3%A4hler/dp/349960499X/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1295389143&sr=1-2

ich habe es mir aus der Bücherei ausgeliehen und es liest sich wie ein Krimi meiner Kindheit (alle meinten, das könnte wohl nicht sein, wussten nichts davon oder reagierten genau gegenteilig wie in dem Buch empfohlen. Nur meine Mutter meinte mal: was ist eigentlich los? dumm bist du ja nicht, eigentlich klug. aber warum bist du so schlecht in der Schule? ... sie hatte gegen Ende meiner Pubertät, als ich erst mals auf HB stieß, auch den Gedanken, dass es sein könnte. Hatte dann aber Angst davor und suchte Grunde, warum es nicht sein könne. Jetzt mit Ende 20, verhärtet sich bei mir mein Verdacht allerdings immer mehr.)

Wie gesagt: Informieren ist ein Versuch wert ;-)

Hier gibt es übrigens auch einen Club "Hochbegabung- Fluch oder Segen" sollte sich deine Vermutung bestätigen oder weiter in diese Richtung führen, du/ihr seid nicht allein :-)

Beitrag von zahnweh 18.01.11 - 23:24 Uhr

Ach so, Gerechtigkeitspenibel bin ich auch heute noch!
Vor allem was die Geschwistersituation angeht.

Beitrag von josili0208 19.01.11 - 11:25 Uhr

Das hört sich alles so logisch an...
Das sie intelligent ist, wissen wir ja. Sie sprach sehr früh und sehr korrekt, das fiel auf. Ansonsten scheiterte eigentlich alles in ihrem Leben an mangelndem Ehrgeiz. Sie hat inzwischen erfolgreich Handball im Verein gespielt, war beim Schwimmen auf Vor-Wettkampfniveau - wir haben halt immer wieder zurückgerudert, weil sie keine Lust hatte, sich ganz einzubringen. Kürzlich hat sie den 2.Platz der Matheolympiade belegt, Mathe war eigentlich ihr Paradefach, aber dieses Jahr mag sie die Lehrerin nicht und ist sofort 2 Noten abgerutscht #kratz
Sie wurde auf Anhieb und ohne jegliche Vorkenntnisse auf der staatlichen Musikschule (Gitarre) angenommen und kann jetzt nach nur 3 Monaten Noten lesen und mühelos Stücke vom Blatt spielen, die sie noch nie vorher gehört hat (sie konnte bei der Aufnahmeprüfung mit Mühe die Tonleiter...)#schock

Wenn man das mal so sammelt, ist das schon ziemlich beeindruckend #gruebel

Was Du beschreibst, keine HA machen, nicht wissen wie man lernt, SO war ich. Und ich merke dass meine Tochter in die gleiche Richtung geht. Ich hatte auch nie Probleme in der Schule und kann eigentlich auch alles was ich mir so vornehme, ausser Sport ;-) Und Musik liegt mir nicht besonders...
Ich werde mich mal schlau machen, was wir mit diesem Kind anstellen können, ich merke auch, dass sie ruhiger und glücklicher ist, wenn sie Verantwortung trägt und was zu tun hat. Wiederholungen liegen ihr dagegen gar nicht ;-)

lg #danke Jo

Beitrag von mel130180 18.01.11 - 08:53 Uhr

"Mit ihrem Vater macht sie das nur nicht, weil er ihr das Wort abschneidet"

Hi,

dieser Satz fiel mir als erstes ins Auge. Dein Ex-Mann macht es meiner Meinung nach richtig. Das handhabe ich mit meiner 3,5jährigen schon so.

Es gibt Dinge, über die kann man mit mir reden. Aber es gibt schlicht Diskussionen, die ich mich zu führen weigere, weil sie entweder völlig fruchtlos sind, oder bereits vorher geführt und entschieden wurden.

Ansonsten kann ich dir da auch nicht viel zu sagen, da ich mit dem Alter wenig Erfahrung habe.

LG
Mel

Beitrag von juniorette 18.01.11 - 09:18 Uhr

Wenn mein Sohn einen seiner Rumnöhltage hat (hat er ab und an mal), sage ich ihm irgendwann mal ziemlich genervt "ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN!!!"

Mein Sohn ist danach ruhiger, und meinen Nerven geht es danach besser.

"nein, die Kinder bekommen keinen Zucker in den A... geblasen, "

"und dass ich mir den A... für sie aufreisse "

Was denn jetzt? Sich den A* für sein Kind aufreißen, ist für mich dasselbe wie Puderzucker in den Hintern blasen.

Ich bemühe mich, meinem Sohn eine gute Mutter zu sein, aber den A* aufreißen tue ich mir für ihn sicher nicht. (In einzelnen Situationen natürlich schon, aber dann weiß mein Sohn mein Engagement für ihn auch zu schätzen).

Sag deiner Tochter beim nächsten Meckern über eine Sache, die du angeblich nicht gut genug gemacht hast, dass du das in Zukunft dann gar nicht mehr für sie machen wirst, weil sie ja so oder so meckert - und das dann auch durchziehen.

Ich kann akzeptieren, dass mein Sohn mal einen schlechten Tag hat, und ich dann auch Ziel seiner schlechten Laune bin. Aber ich stehe dann nicht den ganzen Tag als Fußabtreter für seine schlechte Laune zur Verfügung. Er hat ein Spielzimmer und ein Schlafzimmer, in das er sich zurückziehen kann und wo er seine schlechte Laune an seinem Spielzeug, Sofa, Bett, etc. auslassen kann (ohne was zu zerstören, versteht sich).

Die Wort-Abschneide-Methode des Kindvaters mag keine Besserung im Verhalten deiner Tochter bringen, belastet aber die Nerven des Kindvaters wesentlich weniger.

LG,
J.

Beitrag von josili0208 18.01.11 - 10:33 Uhr

>Was denn jetzt? Sich den A* für sein Kind aufreißen, ist für mich dasselbe wie Puderzucker in den Hintern blasen. <

Nein, ist es nicht. Wir kümmern uns sehr um ihre Belange, sie geht auf eine besondere Schule, dort musste sie die letzten Monate hin und wieder abgeholt werden, das haben wir gemacht. Wir kümmern uns, wenn es Termine gibt, wenn sie Dinge braucht, nehmen (beide) am Unterricht teil wenn der Lehrer darum bittet (ist so üblich). Machen möglich dass sie zum schwimmen gehen kann, dass sie Freunde treffen kann, basteln mit ihr für Schulprojekte, gehen zb. mal allein mit ihr ins Kino...usw. Ich finde das sind normale Eltern-Kind-Dinge, für die ich mir - da ich natürlich berufstätig bin und auch aufgrund des besonderen Umfangs durch die besondere Schule - schon den A... aufreisse, es ist jedoch kein Kinder-Verwöhnprogramm, sondern etwas das wir tun, damit sie Erfolg im Leben hat.

Sie bekommt weder übermässig Geschenke, noch darf sie sonst ausserordentlich viel. Also nein, kein Puderzucker.

(Ich kann es nicht mehr hören, kann sie nicht mehr hören. Es ist ihr schlicht egal, ob mich (uns) ihr Gemecker stört.)

Beitrag von juniorette 18.01.11 - 10:49 Uhr

"Machen möglich dass sie zum schwimmen gehen kann, dass sie Freunde treffen kann, basteln mit ihr für Schulprojekte, gehen zb. mal allein mit ihr ins Kino...usw."

Würde ich alles nicht für ein Kind machen, das NUR am Meckern ist.

Warum soll deine Tochter ihr Verhalten ändern, wenn du trotzdem so viel für sie machst?

Mal ehrlich, wenn ich als 11Jährige meine Mutter den ganzen Tag angemeckert hätte, hätte sie mir den Vogel gezeigt, wenn ich sie gebeten hätte, mich zum Schwimmen oder ins Kino zu fahren #rofl

"Ganz normale" Eltern-Kind Dinge habe ich dann bekommen, wenn ich mich halbwegs normal benommen habe, und dauernde (!) Rummeckerei eines Kindes ist keineswegs normal.

"Es ist ihr schlicht egal, ob mich (uns) ihr Gemecker stört.) "

Es ist ihr egal, weil es keine Konsequenzen gibt (also keine, die sie treffen). Es kann ihr doch auch egal sein, wenn sie keine Nachteile dadurch hat.

Da du auf meinen Vorschlag, ihr Dinge zu streichen in deiner Antwort nicht eingegangen bist, gehe ich davon aus, dass du ihr nichts streichen möchtest.
Dann kann ich dir aber auch nicht weiter helfen und bin gespannt auf konstruktive Vorschläge von anderen :-)

Beitrag von juniorette 18.01.11 - 10:51 Uhr

Übrigens ist ein Kinobesuch mit meinem Kind, das mich die ganze Zeit vorher angemeckert hat, schon "Puderzucker in den Hintern blasen".

Wäre es mein Kind, würde ich den Kinobesuch auf den ersten meckerfreien Tag verschieben.

Beitrag von josili0208 18.01.11 - 11:00 Uhr

Naürlich gehe ich nicht als logische Konsequenz nach einer Diskussion mit ihr ins Kino. Wir gehen halt mal (vielleicht 2-3x im Jahr), wenn sie sich gut benommen hat ins Kino, genau wie mit ihrem Bruder auch, damit sie sieht, dass wir sie genauso lieb haben wie ihre kleinen Geschwister (das zweifelt sie nämlich an). Das Schwimmen ist keine Belohnung, sondern die 3 gehen seit Jahren 2xdie Woche schwimmen, würde ich es streichen, würde sie ja wieder ne Extrawurscht kriegen, weil ihr Bruder ja trotzdem geht und sie halt inzwischen irgendwo rumgammeln kann...
Andere Dinge streiche ich auch, sie macht sich inzwischen eigentlich alles selbst, Frühstück, zur Schule fahren... #bla das einzige, was ich noch weglassen könnte, ist ihr die Klamotten zu waschen, und das ist bei einer 10jährigen eine ziemlich unrealistische "Strafe" finde ich. Ich wüsste nicht was ich sonst streichen sollte. Aber mach mir gern Vorschläge, ich habe ja um Tipps gebeten, weil ich ratlos bin.
;-)

Beitrag von juniorette 18.01.11 - 11:13 Uhr

"Ich wüsste nicht was ich sonst streichen sollte. "

Fernsehen, Freundebesuche, gemeinsames Spielen mit ihr, Süßigkeiten, ...

Du kannst nicht auf der einen Seite sagen, du machst so viel mit ihr/für sie und auf der anderen Seite sagen, dass sie eigentlich schon alles allein macht und du gar nicht weißt, was du ihr noch streichen kannst.

Natürlich bekommst sie nicht dasselbe an Behandlung wie ihre Geschwister, wenn sie den ganzen Tag nur rummeckert und ihre anderen Geschwister nicht.

Und wenn ihr Rumgammeln besser gefällt als Schwimmen gehen, dann ist ja das Schwimmen gehen eine Strafe für sie und nichts, womit du dich brüsten dürftest, dass du sie ja ihr zuliebe zum Schwimmen fährst #kratz

Wenn ein begründeter Verdachte auf irgendeine Art Hochbegabung besteht, dann würde ich das testen lassen. Kann ja wirklich sein, dass darin ihre Unzufriedenheit begründet liegt, und sie wirklich eine andere Behandlung von euch Eltern nötig hat als ihre Geschwister.

Beitrag von josili0208 18.01.11 - 11:20 Uhr

Fernsehen kann ich nicht streichen, weil sie - kein Scherz - nichts guckt. Ich habe keinen Anschluss, es geht höchstens DVD oder die PS2, aber wenn ich das verbiete, ists auch gut, es stört sie nicht. Dann geht sie halt mit den Puppen ihrer Schwester spielen. Oder mit den Autos ihres Bruders. Oder sie liest ein Buch...
Den Nintendo habe ich schon eingezogen, vermisst sie auch nicht gross.
Unter der Woche haben die Kinder eh nicht viel Freizeit, wir kommen erst gegen 19h nach hause (wohnen in Portugal).
Süsses gibts durch diese Zeiten (morgens gibts nichts, abends ist Abendessen usw.) auch kaum. Also ehrlich, ich habe wirklich keine Druckmittel mehr. #schmoll
Anreize (wie halt ein neues Handy zum Geburtstag, Kino, ... ) reizen sie auch nicht genug, sich mal zusammenzureissen, WEIL sie ja in erster Linie gar nicht einsieht was sie eig. falsch macht)
Ich glaube ich mache einen Termin beim Kinderpsychologen...

Beitrag von juniorette 18.01.11 - 11:48 Uhr

Tja, bei Kindern, denen nichts wichtig genug ist, dass sie sich anstrengen, das zu kriegen oder zu behalten, weiß ich auch nicht weiter, sorry.

"Ich glaube ich mache einen Termin beim Kinderpsychologen... "

Genau, der soll deine Tochter dann auch gleich auf Hochbegabung testen.

Viel Glück #klee

Beitrag von josili0208 18.01.11 - 12:00 Uhr

Danke!
Versteh das bitte nicht falsch, ich versuche hier nicht Ausreden und Entschuldigungen zu finden, ich weiss ehrlich nicht weiter. Der Oma (meiner SM) nach sind wir eh schon VIEL zu streng und sie sei ja noch ein Kind und überhaupt... #schwitz also eher das Gegenteil von Puderzucker...
Es zermürbt wenn man immer gegen das Kind ankämpfen muss. :-(

Beitrag von marion2 18.01.11 - 09:33 Uhr

Hallo,

hat sie schon ausreichend Pflichten im Haushalt?

Gruß Marion

Beitrag von josili0208 18.01.11 - 10:34 Uhr

Ich denke schon, auch wenn es immer ein Krampf ist, diese durchzusetzen. Aber ja, sie hilft.

Beitrag von scura 18.01.11 - 13:00 Uhr

Also mir fiel auch als erstes Unterforderung ein. Sie gewinnt einen Malwettbewerb und freut sich noch nicht mal? Ist also selbstverständlich?
Ich würde schauen ihr Dinge zukommen zu lassen (Aktivitäten kreativ/sportlich und Pflichten), die sie an ihre Grenzen bringen und ihren Ehrgeiz fordern. Das kann natürlich auch dämpfen, aber ein Versuch ist es allemal wert. Ich würde ihr bei ihrem Diskussionsbedarf vielleicht mal ein philosophisches Buch zukommen lassen. (Vielleicht tuts ja "Sophies Welt" auch erst mal)

Beitrag von 1familie 18.01.11 - 13:01 Uhr

Hallo,

du schreibst von meinem fast 8jährigen.

Er wurde schon vor einem jahr als hochbegabt eingestuft und wird auch dementsprechend gefördert - insofern man ein Kind fördern kann, das eigentlich zu nichts Lust hat und keinen Ehrgeiz hat!

Sein ständiges Gemeckere, Gejammere, Geheule geht mittlerweile ganz schön an die Substanz und im Moment weiss ich mir auch keinen Rat mehr.
In der Schule ist er sehr gut und sein benehmen ist hervorragend, was natürlich erstmal wieder raus muß :-(

Ich kann dir leider keinen Rat geben, nur zeigen, das es noch mehr gibt .....wie deine Tochter.

LG

Beitrag von josili0208 18.01.11 - 13:05 Uhr

#liebdrueck
Weisst Du, irgendwann fängt man an sich selber einzureden, dass man sich nicht genug kümmert...

Beitrag von 1familie 18.01.11 - 13:11 Uhr

stimmt, aber eigentlich weiß man 100% das es nicht stimmt.

Beitrag von zahnweh 18.01.11 - 23:35 Uhr

Hallo,

kleiner Tipp, hier gibt es einen Club: "Hochbegabung- Fluch oder Segen"
hier gibt es noch mehr ;-)

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