Wieviel hält eine Ehe/Familie aus?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von monte-frau 18.01.11 - 06:48 Uhr

Im Moment fällt mein/unser ganzes Leben wie ein Kartenhaus zusammen. Vielleicht hat jemand von euch einen Rat.

Zur Vorgeschichte:
Wir, das sind mein Mann und ich, haben 4 Kinder und wohnen in einem Haus, welches wir noch 3 Jahre abbezahlen. Mein Mann ist zu Hause, ich gehe arbeiten. Beim Kauf des Hauses hat uns meine SchwieMu unterstützt, sonst wäre das mit einem Einkommen nicht möglich gewesen. Sprich; sie hat die Anzahlung und einen Teil der Umbauarbeiten finanziert, wir zahlen von meinem Gehalt den monatlichen Abtrag.

Und nun ist es passiert...
Mein Schwiegervater hatte vor 9 Tagen einen schweren Autounfall und wird nicht mehr laufen können, wenn er irgendwann aus dem Krankenhaus kommt. Da meine Schwiegereltern zur Miete in einem Haus wohnen und meine SchwieMu das Haus nicht alleine tragen kann, kamen mein Mann und ich auf diese besch... Idee, die beiden bei uns aufzunehmen. Wir müssten dafür unsere gerade neue ausgebaude EG-Etage aufgeben und ins DG des Hauses ziehen. Dort muss alles neu ausgebaut werden und es stehen uns dort neben einem kleinen Bad gerade noch 25 qm Wohnfläche, die nicht schräg sind, zur Verfügung. Ok, weniger Wohnfläche, mehr Stress, einen Pflegefall - aber was macht man nicht alles für seine Familie....
Meine SchwieMU sollte weiter arbeiten und so einen Teil ihrer Neben- und Lebenshaltungskosten bezahlen.
Gestern dann der Supergau... Meine SchwieMu hat seit Jahren eine Zystenniere. Die Werte sind jetzt so schlimm, dass sie an die Dialyse muss. Sie wird also nicht mehr arbeiten können.
Alles Ersparte der beiden würde jetzt für den Umbau des DG sowie des EG (um es rollstuhlgerecht zu machen) draufgehen.
Unseren Lastenzuschuss, den wir monatlich erhalten, würden wie verlieren, weil die Rente meines Schwiegervaters angerechnet wird.

Irgendwie verlieren wir nur - meinen Lieblingsteil des Hauses, finanziell wäre es schlechter, 2 Pflegefälle und der psych. Stress - kann das eine Ehe (Familie) schaffen???????????????????????

Wir streiten doch jetzt schon ganz viel...seit dem Unfall und den Zukunftssorgen. Ist es schäbig von mir, sich zu wünschen, dass die Beiden hier nicht einziehen? Sie hat doch so viel für uns getan?!

Vielleicht noch zur Info: Mein Schwiegervater ist nicht der leibliche Vater meines Mannes. Die Beiden haben ein recht angespanntes Verhältnis. Der Stiefvater meines Mannes hat aber einen eigenen Sohn, der sich fein raushält - er könne sich gelegentlich mal um ihn kümmern, aber finanziell nicht unterstützen?

Hilfe!!!

Beitrag von rienchen77 18.01.11 - 07:10 Uhr

so... ich hab das bedürfnis dich mal ganz fest in den Arm zu nehmen...ist schon alles blöd derzeit...aber ändern könnt ihr glaub ich nicht viel daran... gibt es noch andere Kinder von den Schwiegereltern die euch zur Hand gehen könne, finanziell oder Ausbauhilfe?

Beitrag von mindgames 18.01.11 - 07:39 Uhr

Jetzt beruhig Dich mal einen Moment #liebdrueck

Der Autounfall liegt 9 Tage zurueck. Die Diagnose Deiner Schwiemu gerade mal 1 Tag! Nicht nur Dein Leben aendert sich schlagartig, sondern auch das Deines Mannes, Deiner Kinder UND Deiner Schwiegereltern! Vorlaeufig sind die beiden alten Leute mal auf Euch angewiesen. Wie es nach einer gewissen Zeit (wenn wieder etwas Alltag ist) weitergeht, da werden sich bestimmt auch Deine Schwiegereltern Gedanken machen. Vielleicht wollen die beiden ja gar nicht auf Lebenszeit bei Euch bleiben? Aber auch wenn sie es wollten, gib Dir und den Schwiegis noch etwas Zeit und umsorge sie ein bisschen.

Ich finde auch, da Deine Schwiemu einen finanziellen Anteil am Haus hat, hat sie es verdient, dass Du Dich jetzt etwas um sie kuemmerst. Angesagt ist aber natuerlich eine klare Ansage von Deinem Mann und Dir, dass Ihr es lieber haettet, wenn sie evtl. in Eurer Naehe wohnen, aber nicht im gleichen Haus(halt). Das wuerde ich aber den Schwiegis wirklich erst nach ein paar Wochen sagen ;-) Sprecht sie auf 1. die Finanzen an und 2. auf den schwierigen Umgang zw. Deinem Mann und seinem Stiefvater und generell auf das gemeinsame Leben unter einem Dach (erfahrungsgemaess immer schwierig!). Ich hoffe, Ihr findet alle eine vernuenftige Loesung!

LG Mindgames

Beitrag von cazie71 18.01.11 - 08:21 Uhr

Hallo monte-frau!

Hmmmm..... verzwickte Lage - aber nicht unlösbar. ;-)

Wäre es evtl. möglich, unten ans EG 2 - 3 Zimmerchen dranzuhängen?? Eine Wohnküche, kleines Schlafzimmer und ein Bad für die Schwigis würde ja reichen. Müsste ja nicht soooo groß werden. Aber dann könntet ihr euer EG behalten und die Schwigis wären auch behindertengerecht untergebracht. Das DG würde ich mir (soweit möglich) für die Kinder aufheben....

Zur Pflege muss man wohl erst mal abwarten, wie sich das ganze auswächst bzw. abschwächt. Manchmal sieht alles erstmal fürchterlich aus, wird daber dann doch nicht so schlimm, wie man momentan annimmt. #huepf Wartet mal ab, was die Ärzte meinen und setzt euch dann mit der Krankenkasse in Verbindung, wie es z.B. mit Pflegehilfe aussieht. Ist alles machbar... :-D

Alles, alles Gute!!!!

LG

Beitrag von bruchetta 18.01.11 - 08:45 Uhr

Ehrlich gesagt NEIN, ich glaube nicht, dass das problemlos machbar ist.

Mit Eltern/Schwiegereltern unter einem Dach zu leben sorgt von Haus aus für Zündstoff, Eure Situation verschlimmert das ja noch.

Ich denke es ist besser, wenn die Schwiegereltern sich etwas Günstigeres zur Miete suchen (EG-Wohnung) und Ihr bleibt allein im Haus.

Beitrag von spatzl75 18.01.11 - 09:06 Uhr

Hi,

ja, kann sie - vorausgesetzt Ihr haltet zusammen und arrangiert Euch! Seid immer offen und ehrlich zueinander!

Die erste Bewährungsprobe unsere Ehe war die Geburt unseres Sohnes. Er ist jetzt 5 Jahre und ein Pflegefall.
Wir bezogen ein Haus meiner SE(nicht zusammen, wir sind Mieter mit normaler regionalen Miete), welches sie mit hochtrabenden Worten angeblich extra für uns gekauft haben. Anfänglich zahlten wir nur einen kleinen Obolus, um uns zu locken.
Warum, wieso, weshalb sie es getan haben erfuhren wir erst jetzt und glaube mir, das ist alles andere als ein sozialer und wohlwollender Grund.
Fakt ist hier, daß meine SE uns das Haus unterm Arsch wegziehen und wir nicht wissen, ob wir es kaufen können. Denn es muß noch ganz viel gemacht werden und es ist möglich, daß es über Wert verkauft werden muß oder es wird zwangsversteigert. Es ist alles offen und zermürbend. Hinzu kommt der tagtägliche Psychoterror ihrerseits.
Wir brauchen eine behindertengerechte Wohnung oder zumindest ansatzweise. Woher nehmen? Ich schaue mich jeden Tag nach geeigneten Wohnungen oder Häusern um.
Ich habe nur einen wirklich kleinen Auszug unserer Situation geschildert und ich rate Euch - wie eingangs - seid offen und ehrlich!

Wir haben kein Vertrauen mehr, wurden belogen und betrogen.
Mein Mann und ich halten zusammen, unsere Kinder geben uns viel Kraft.
Ich sitze manchmal heulend hier und verstehe die Welt nicht mehr. Wir sind Spielbälle im Spiel meiner SE.
Unsere Freunde helfen wo sie können und auch meine Eltern versuchen gemeinsam mit uns eine Lösung zu finden.

Ihr schafft das! Ich wünsche Euch viel Glück!

lg

Beitrag von yve1978mar1965 18.01.11 - 09:25 Uhr

Schrecklich, ich drücke euch die Daumen das ihr aus dieser Situation schnell rauskommt und was neues findet.
Super das ihr zusammenhaltet - das ist das wichtigste bei allen Problemen die im Leben so auftauchen!

Beitrag von yve1978mar1965 18.01.11 - 09:12 Uhr

Ich schick dir erstmal ein dickes Kraftpaket.

Bitte überstürzt jetzt nichts und streitet euch vorallem nicht. Die Hiobsbotschaften sind ganz frisch und noch lange nicht alle Gedanken zuende gedacht.
Wird der Schwiegervater zum Beispiel Geld aus einer Unfallversicherung bekommen etc. was den Verbleib im jetzigen Haus oder einen Umzug in ein Behindertengerechtes Haus (Wohnung) erleichtern würde.
Eventuelle Umbauarbeiten (behindertengerecht) würde vieleicht auch die Krankenkasse mit tragen.
Habt ihr überhaupt mit ihm und der Schwiegermutter schon gesprochen was sie möchten? So kurz nach den Diagnosen kann es da noch keine durchdachten Ergebnisse geben!
Ist es möglich euern Kredit zu verlängern und so Lösungen zu finden?

Ich würde mich erstmal über alle Möglichkeiten erkundigen.
Die Lösung die ihr jetzt ins Auge fast ist sicher sehr schwierig und wird mit vier Kindern schlecht machbar sein - sprecht mit den Schwiegereltern darüber wie sie das sehen!!!!

Viel Glück!

Beitrag von kleiner.fisch 18.01.11 - 09:26 Uhr

Hallo,
da ist wirklich viel passiert bei euch in kurzer Zeit.
Allerdings habt ihr auch in sehr kurzer Zeit beschlossen, wie ihr weiter vorgehen wollt. Ich denke, da ward ihr ein bißchen zu schnell! Ihr wißt doch noch gar nicht, wie lange dein Schwiegervater im Krankenhaus bleibt, wie es ihm danach geht usw. Ebenso wie bei deiner Schwiegermutter, die genauen Auswirkungen der Dialyse und ihrer Krankheit sind jetzt auch noch nicht absehbar. Damit meine ich, dass es ja auch möglich sein kann, dass einer von beiden gar nicht mehr zu Hause wohnen bleiben kann, weil er Rundumversorgung braucht.
Hinzu kommt, dass dein Mann ja derjenige ist, der den ganzen Tag zu Hause ist. Wenn er ein angespanntes Verhältnis zu seinem Stiefvater hat, wird es sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, ihn dann auch noch zu pflegen.
Und würdet ihr das überhaupt schaffen, einen oder 2 Pflegefälle, und den 4 Kindern gerecht werden? Puh!
Könnt ihr noch zurück aus dem Versprechen / der Idee, die beiden zu euch zu holen?
Sicher, sie haben viel für euch getan, und ihr solltet schon überlegen, wie ihr sie so gut wie möglich unterstützen könnt in dieser Situation. Aber das Zusammenwohnen unter diesen Umständen (Pflegefall, 4 Kinder, schlechtes Verhältnis der Männer, viele Umbauten) scheint mir fast unmöglich. Und das kann man vielleicht auch einfach mit den Schwiegereltern besprechen und gemeinsam eine andere Lösung suchen, die für alle einigermaßen OK ist.

Versuche erstmal, mit deinem Mann in Ruhe zu sprechen und die Gedanken zu ordnen. Das ist doch alles gerade erst auf euch reingeprasselt, die Suppe wird ja bekanntlich nie so heiß gegessen wie sie gekocht wird.

Ich wünsche euch alles Gute! Ihr macht das schon!

Lieben Gruß,
Andrea

Beitrag von raena 18.01.11 - 09:35 Uhr

Erstmal tief durchatmen und zur Ruhe kommen.

Bevor irgendjemand ein Haus/wohnung kündigt, umzieht oder umbaut, erstmal alle Informationen sammeln und dann an einen Tisch setzten und überlegen was das beste ist sowohl gesundheitlich, psychisch und auch finanziell.

Also erstmal die Reha von dem Schwiegervater abwarten in wie weit er überhaupt gepflegt werden muss. Nicht gehen können bedeutet ja noch lange nicht Pflegefall zu sein! Dann bei den Krankenkassen, Versicherungen etc. abprüfen was von wem gezahlt wird. Was an Pflege übernimmt die Krankenkasse. Zahlungen einer Unfallversicherung oder auch Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch bei deiner Schwiegermutter muss das überprüft werden.

Dann mal fragen was deine Schwiegereltern überhaupt wollen! Nicht jeder möchte in einem Haus mit 4 Kindern wohnen und sich von ihnen abhängig fühlen. Vielleicht ist es sinnvoller eine kleinere bezahlbare Wohnung zu suchen die in eurer Nähe ist und die auch schon für die Behinderung des Vaters geeignet ist! Das spart Umbaukosten!

Also erstmal zur Ruhe kommen. Nix überstürzen und dann offen und ehrlich darüber reden was für alle das beste ist und das ist nicht unbedingt in das "notdürftig" umgebaute Haus der Kinder mit 4 Enkel einzuziehen ..........

Alles Liebe!
Tanja

Beitrag von frau.mecker 18.01.11 - 10:36 Uhr

Hallo

Wenn deine SE beide Pflegefälle sind, vorerst, gibt es für deine Schwiegermutter Krankengeld, im späteren Sinne dann entwede Sozialgeld oder ALG2, bzw Rente und Pflegegeld.
Für deinen SV Rente oder Sozialgeld, Pflegegeld.

Das bedeutet ihr müsst für die beiden vorerst nicht aufkommen. Aus diesem Geld wäre auch Miete zu bezahlen und ein Pflegedienst.
Könntet ihr nicht, eine Paterrewohnung in der Nähe zu suchen?

Ich finde es nicht gut, wenn die SE zu euch ziehen. Wie wollt ihr dies bewältigen, mit vier Kindern?

mfg

Beitrag von frau.mecker 18.01.11 - 10:37 Uhr

Am besten du wendest dich an die Krankenkossen und eine Seniorenberatungsstelle (die sind versiert beim Pflegegeld sowie Pension)

mfg

Beitrag von froehlich 18.01.11 - 11:52 Uhr

Auch auf die Gefahr hin, herzlos zu erscheinen - nein, ich glaube nicht, daß eine Ehe/Partnerschaft plus 4 Kinder auf die Dauer mit Schwiegereltern im Haus (erschwert: zwei Pflegefällen!) vereinbar sind. Und ich denke, ihr müsst da langfristig wirklich eine andere Lösung finden. Wenn Deine Schwiegereltern ehrlich mit sich selbst sind und Euer Wohl am Herzen haben, werden sie das selbst sehen. (Meine Eltern jedenfalls schärfen uns 4 Kindern IMMER ein, daß wir NICHT für sie rund um die Uhr verantwortlich sein sollen, falls sie jemals Pflegefälle werden - und das finde ich auch nur fair den Kindern gegenüber). Natürlich seid ihr verpflichtet, Euch zu kümmern, das steht ja ausser Frage - aber wie soll denn dieses Zusammenleben praktisch aussehen?! Dein Mann kann doch nicht zusätzlich zu den Kindern seinen gehbehinderten Stiefvater plus seine kranke Mutter versorgen? Und Du arbeitest? Da geht Ihr ja bald am Stock! Nein, nein - das müsst Ihr unbedingt nochmal in Ruhe durchsprechen, und das würde ich den Schwiegereltern auch so kommunizieren. Natürlich steht ihr alle unter Schock, aber es ist nicht sinnvoll, jetzt gleich in blinden Aktionismus zu verfallen und Hals über Kopf Dinge zu beschließen, die Euch alle an den Rand des Abgrunds bringen können. Erkundigt Euch, wo Ihr Hilfe holen könnt - überlegt gemeinsam Alternativen. Es ist viel früh, um Entscheidungen zu treffen!

Alles Gute und Viel Glück!

Babs

Beitrag von seikon 18.01.11 - 12:20 Uhr

Ich weiß, ich falle mit der Tür ins Haus. Und ich weiß, ich erscheine vermutlich herzlos, aber wie lange ist der Hauskauf schon her?

Nehmen wir mal an, dass ihr eure Schwiegereltern nicht aufnehmt, dann werden die beiden ja vermutlich in eine kleinere Wohnung umziehen müssen. Der Schwiegervater ggf. in eine Pflegeeinrichtung.
Sofern keine Versicherungen dafür aufkommen, dann wird das Vermögen der Schwiegereltern über kurz oder lang aufgebraucht sein. Und dann hängt es davon ab, wie lang die Schenkung (und das ist ja der Zuschuss der Schwiegermutter zu eurem Haus) schon her ist. Wenn das ganze weniger als 10 Jahre her ist, dann kann/muss die Schenkung rückgängig gemacht werden und ihr müsstet das Geld zurück geben. Denn die Schwiegereltern brauchen das ja dann zur Sicherung ihres eigenen Lebensunterhaltes.
Wenn ihr das nicht könnt, dann kann es passieren, dass ihr das Haus verliert.

Ihr solltet euch dringend fachlich beraten lassen und verschiedenste Szenarien durchspielen. Denn der Verlust des Lastenzuschusses ist da ggf. noch die geringste finanzielle Sorge, die ihr habt.

Beitrag von monte-frau 18.01.11 - 19:51 Uhr

Vielen Dank für die vielen ehrlichen Antworten.

Vorab - beide Schwiegereltern sind selbständig und wohnen derzeit zur Miete in einem Haus. Selbst wenn nur einer weiter arbeitet, reicht das Geld nicht für die Miete und die Nebenkosten, weil ja beide nun wenn überhaupt nur noch sporadisch arbeiten können.

Die Diagnose meiner Schwiegermutter kam nicht überraschend; nur überraschend schnell und im Moment katastrophal. Der Gesundheitszustand meines Schwiegervaters ist im Moment wieder kritisch. Die Ärzte kämpfen wieder um sein Leben und um seine Beine - mehrfach wurde das Thema Amputation angesprochen.

Nun zu den Fragen:

Mein Mann fühlt sich eben durch die Hilfe seiner Mutter ihr gegenüber sehr verpflichtet. Da IHR Mann auch Hilfe benötigt, will er IHR Zuliebe die Pflege übernehmen. Sie kann ihren Mann - sollte er im Rollstuhl sitzen - noch nicht einmal anheben. Es ist zu schwer für sie, sie ist zu zart und um Moment auch zu schwach.

Im Moment geht es ganz klar um die moralische Seite. Ich will die beiden nicht um Haus haben, aber weiß auch, dass es von mir ziemlich fies ist und wir meiner Schwiegermutter viel zu verdanken haben.

Aber ich habe auch ein Leben, Kinder und eine Ehe. Ein Zusammenleben aller im Haus würde zumindest unser Privatleben tief beschneiden. Wir müssen uns aus Platzgründen eine Küche und das Esszimmer teilen. Ich will die Zeit, die ich nach der Arbeit habe, auch mit meinen Kindern und meinem Mann verbringen und nicht immer meine Schwiegereltern um mich herum haben.

Ich habe heute einen Termin bei einer Beratungsstellle gemacht. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, Hilfe zu bekommen.

Meine Schwiegermutter will zu uns, das hat sie mehrfach betont.

...

Beitrag von zahnweh 19.01.11 - 00:52 Uhr

Hallo,

erst mal Alle Kraft wünsche ich euch.

Das ist alles sehr viel auf einmal und muss erst mal verdauert werden. Da dann noch Entscheidungen zu treffen, ist hart.

Was ihr machen könntet (am besten vor dem Umbau), erkundigen, ob ihr Zuschüssen bekommen könnt!

Z.B. wenn ihr jemanden aus der Familie zur Pflege aufnehmt, Zuschüsse für den Umbau. (wo weiß ich leider nicht)
hat euer Schwiegervater eine Unfallversicherung? oder Invalididätsversicherung?
wie stehen die Chancen, dass er eine Pflegestufe bekommt?
hat deine Schwiegermutter eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Das sind Fragen, die euer Leben zwar nicht ändern können. Evtl. wenigstens die finanzielle Lage etwas entspannen.
(achso, vorsichtig antippen beim Fragen, nicht dass ihr als Geldgeil hingestellt werdet).

Könnt ihr mit den Ärzten sprechen? Oder mit jemand von der Versicherung (je nachdem welche zuständig sind) und euch beraten lassen. Nicht gleich sagen, dass sie zu euch kommen, sondern mal durchrechnen, welche Möglichkeiten es - auch finanziell - gäbe.