Die Geburt von Jonathan - lang

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von jania 18.01.11 - 07:52 Uhr

Kaiserschnitt-Geburt von Jonathan - lang       
Mein kleiner Zwerg ist nun schon sechseinhalb Monate alt, aber bis jetzt konnte ich einfach noch keinen Geburtsbericht schreiben. Das ganze hat mich einfach noch zu sehr mitgenommen.

Der errechnete Termin laut US bei meiner FÄ war der 17.06.2010. Laut Tempi-Messung wäre es aber eher der 21.06.2010 gewesen. Daher ist meine Hebamme auch von diesem Termin ausgegangen.

Der 17.06. verging, ich hatte noch nicht einmal Senkwehen, das Köpfchen dümpelte über dem Becken rum. Da ich aber auch eher vom 21.06. überzeugt war, machte ich mir noch keine Gedanken und genoß den Rest der Schwangerschaft.

Der 21.06. kam, ich hatte immer noch keinerlei Wehen und der Kopf war auch noch übr dem Beckeneingang. Mit meiner Hebi besprach ich, dass ich nochmal einen US bei der FÄ machen lasse, ob es einen ersichtlichen Grund gibt, warum der Kopf nicht ins Becken rutscht.

Am 22.06. war ich dann bei meiner FÄ. Beim US konnte sie nichts erkennen, was einer natürlichen Geburt im Weg steht. Allerdings meinte sie, dass ich spätestens am 24.06. zur Einleitung ins Krankenhaus sollte, also 7 Tage nach ihrem ET. Ich sagte ihr, dass mir das definitiv zu früh wäre und ich so lange wie möglich warten möchte. Davon war sie nun gar nicht angetan und versuchte mich zu überzeugen. Wieder zu Hause habe ich dann erstmal, total verunsichert, mit meiner Hebi telefoniert, die mich beruhigte und am nächsten Tag nochmal zu schauen kam. Dem Kleinen ging es die ganze Zeit super. Er hatte einfach noch total viel Platz. Meine Hebi hat mir dann noch eine Fußreflexzonenmassage gemacht, in der Hoffnung, dass es endlich losgeht.

Die nächsten Tage haben wir dann mit Fußreflexzonenmassage und Rizinuskapseln versucht die Geburt in Gang zu bringen. Am 27.06. bin ich dann, da es bis dahin nichtmal ein Ziehen gab, nach langer Diskussion mit meinem Mann (er vertraute eher den Argumenten der Ärzte, die zum Einleiten rieten; ich eher der Hebi, die zum abwarten riet) ins KH zum Einleiten. Also ET + 10 bzw. ET + 7.

Im KH wurde erstmal ein US gemacht und der MuMu getastet. Der Kopf war immer noch nicht im Becken, der Mum war fingerdurchlässig und weich. Beim CTG schreiben kam die Hebi zwischendrin und ruckelte an meinem Bauch, da der kleine Mann schlief. Dann bekam ich noch einen Zugang gelegt und es wurde mit einer halben Tablette Cyclotec angefangen einzuleiten. Der Tag verging mit alle 4 Stunden CTG schreiben und Tabletten nehmen. Dazwischen spazierengehen und warten. Wehen spürte ich keine. Um 22 Uhr beim CTG wurden das erste Mal welche aufgezeichnet, ich spürte allerdings nur ein leichtes hart werden des Bauches.

Ab etwa Mitternacht hatte ich dann ein durchgehendes Ziehen, wie starke Mensschmerzen. Ich bin allerdings bis drei auf meinem Zimmer geblieben, da ich einfach meine Ruhe wollte. Um drei ist dann der Schleimpropf abgegangen und ich bekam eine leichte Blutung. Da habe ich dann doch mal nach der Stationsschwester geklingelt. Die hat mich dann direkt in den Kreißsaal gebracht. Dort wurde ich untersucht (Zeichnungsblutung, MuMu unverändert, Kopf über dem Beckeneingang) und ein CTG angelegt (das wurde ich auch erst nach der Geburt wieder los). Die Wehen waren inzwischen schon ziehmlich scherzhaft und immer noch ohne Pause. Die Hebamme meinte dann, ich solle noch ein bisschen schlafen und hat mir ein Schmerzmittel gegeben. Das habe ich in der Situation allerdings gar nicht geschnallt, ich dachte das Kirschkernkissen hilft so gut (Ich hatte immer noch schmerzhafte Wehen, aber mit Pausen).

Gegen fünf Uhr ist dann die Fruchtblase geplatzt. Die Wehen wurden sofort ziehmlich heftig. Die Herztöne von Jonathan gingen in den Keller. Ich bekam einen Wehenhemmer. Daraufhin erholten sich die Herztöne langsam wieder. Zu dem Zeitpunkt stand das erste Mal ein Kaiserschnitt zur Debatte, da sich die Herztöne aber erholten, durfte ich erstmal so weiter machen. Da der Kopf immer noch über dem Becken war, durfte ich jedoch nicht mehr aufstehen. Das war echt quälend. Außerdem wurde mir immer wieder gesagt ich solle zum Kind atmen. Ich habe mich echt bemüht, aber wußte überhaupt nicht wie. Achso nachdem die Herztöne wieder gut waren, bekam ich Wehenmittel, ich brauchte ja wieder Wehen.

Dann wurde das erstemal eine MBU gemacht. Da war zum Glück alles in Ordnung. Mir wurde, da es nicht so richtig voranging zu einer PDA geraten, die ich dann bekam. Gegen den Wehenschmerz half die ganz gut, aber da der Kopf bei jeder Wehe auf mein Becken prallt, hatte ich totale Knochenschmerzen und die Herztöne gingen auch immer wieder runter. Der Muttermund öffnete sich bis um neun Uhr komplett. Allerdings kam der Kopf einfach nicht ins Becken. Bis um kurz vor 11 durfte ich noch weiter versuchen, ab 9 mit Presswehen. Aber der Kopf blieb trotzdem über dem Becken. Währenddessen wurden noch zwei weitere MBUs gemacht und das CTG am Kopf von Jonathan angeschlossen. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass es total sinnlos ist, weiter zu machen, weil ja eh nichts passiert. Irgendwann gegen 11 erholten sich die Herztöne dann nur noch so schlecht, dass abgebrochen wurde. Ich bekam dann Wehenhemmer, die PDA wurde aufgespritzt und es ging in den OP.

Um 11:16 Uhr wurde Jonahan (51 cm lang, 3900 g schwer, KU 37,5 cm) geboren. Er wurde uns kurz über das Tuch gezeigt und dann zum Absaugen zum KiA gegeben. Anschließend wurde er mir viel zu kurz auf den Arm gelegt und dann rausgebracht. Sein Papa war zum Glück die ganze Zeit bei ihm.

Als ich endlich aus dem OP kam, wurde mir mein gebadetes, gewogenes, vermessenes und fotographiertes Baby auf die Brust gelegt. Die Bindung zu Jonathan war zum Glück trotzdem nie ein Problem und auch das Stillen klappte sofort. Aber trotzdem fehlt mir einfach ein Stück Geburt und der Beginn von Jonathans Leben außerhalb meines Bauches. Ich würde z. B. so gerne wissen wie er gerochen hat, aber er war ja schon gebadet.

Dazu kam, dass die Erinnerung an die Schmerzen total schnell verblasst sind und bei mir die Frage aufkam, hätte ich nicht noch mehr aushalten können. Da hat es mir total geholfen jetzt, nach einem halben Jahr, mit meiner Hebi nochmal den Geburtsverlaufsbericht durchzugehen. Sie sagte ziehmlich sofort, dass man dem Bericht ansieht, dass es mir und Jonathan einfach echt schlecht ging und dass der Kaiserschnitt in der Situation die einzig sinnvolle Entscheidung war. Was ihr im Geburtsverlauf fehlte war jemand, der mit mir gearbeitet hat. Mir wurde die ganze Zeit nur gesagt ich dürfe nicht aufstehen, da der Kopf ja nicht im Becken ist. Ich durfte nur in Vierfüssler, als ich den Hüftschmerz anders nicht mehr aushielt. Da habe ich aber nicht mehr geschnallt, dass das ja eigentlich genauso aufrecht ist.

Vielen Dank an alle, die bis hier durchgehalten haben.

Liebe Grüße,

Jania

Beitrag von steffi8981 18.01.11 - 10:53 Uhr

Hallo Jania

mir kamen fast die Tränen. Meine Kleine ist nun 8 Wochen und 2 Tage und ich habe auch noch keinen Bericht geschrieben.
Bei mir war es fast ähnlich, allerdings hatte ich Wehen und bei Ankunft war auch der MuMu schon 5 cm offen.
Die Ärzte waren total begeistert, es ging dann etwas langsamer und sie eröffneten mir die FB. Die Kleine lag mit dem Kopf auch noch etwas weit oben (weshalb mich meine Gyn vorab schon mal zur Untersuchung vorgestellt hatte aber lt Ärzte alles ganz normal!!!)
Wir quälten uns dann aber nachdem der MuMu komplett offen war so arg, da ich kaum Presswehen hatte und die Kleine auch nicht weiter nach unten kam.
Dann begann der Alptraum, sie kamen erst mit der Glocke dann mit der Zange und dann musste ein Notkaiserschnitt in Vollnarkose gemacht werden da ich vorher gar keine Betäubung hatte :-(
Es vergeht kein Tag an dem ich nicht an die Geburt denke. Zum Glück hat Sophie alles total gut überstanden und wurde von Ihrem Papa auf der Welt begrüßt.

Es war wirklich schlimm aber ich bin sehr glücklich dass wir es beide so gut überstanden haben und soweit gesund sind!!

Dir alles Gute #klee
Lg Steffi

Beitrag von kleineswunderkind 18.01.11 - 13:23 Uhr

Hallo,

oh Mensch das klingt aber wirklich nach verarbeiten müssen!
Da hast Du Dich so lange angestrengt und zum Schluss doch einen KS machen lassen müssen. Ist noch heftiger als bei mir, wo ich sofort einen verpasst bekommen hab.
Ich wünsche Dir und Deinem Kleinen eine gute Zeit, wichtig ist dass es euch gut geht!
Schönes restliches erstes Jahr mit Baby!

Kleineswunderkind

#herzlich