Das Leben - Zufall, Schicksal, Selbstbestimmung?

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Beitrag von sonntagsmalerin 18.01.11 - 12:15 Uhr

Hallo miteinander,

mich würde mal interessieren, wie ihr euer Leben seht: Ist es eine zufällige Aneinanderreihung von Ereignissen, oder glaubt ihr daran, dass auch ein "Schicksal" leitet? Empfindet ihr euer Leben als selbstbestimmt oder glaubt ihr daran, dass im Prinzip doch alles vorbestimmt ist?

Ich persönlich glaube an einen "Mix" aus allem.. einerseits denke ich, jeder ist für sich selbst und für das, was er aus dem Leben und seinen Umständen macht, selbst verantwortlich. Andererseits glaube ich, dass viele Dinge doch Schicksal sind - Dinge, die unabwendbar sind und einfach so kommen, egal was man tut. Oder erklärt ihr euch so was mit Zufall?

Wenn es jemand im Leben besonders schwer hat - Zufall oder hartes Schicksal?

Beitrag von purpur100 18.01.11 - 12:31 Uhr

ich seh das auch als Mix. Es gibt Dinge im Leben, da hat man Einfluß drauf und es gibt Dinge da hat man eben keinen Einfluß drauf. Und da kommts dann drauf an, was man draus macht.


"Wenn es jemand im Leben besonders schwer hat - Zufall oder hartes Schicksal? "

Definiere "besonders schwer". Das ist nämlich sehr unterschiedlich. Für den einen ist ein abstehendes Ohr der Weltuntergang und ein furchbar schweres Schicksal und ein anderer, der durch einen nicht selbst verschuldeten Unfall ein Bein verloren hat, lacht drüber und würde statt eines verlorenen Beines lieber ein abstehendes Ohr haben.

#winke

Beitrag von scrapie 18.01.11 - 12:36 Uhr

Mein Einstieg ins Leben in eine Alkoholikerfamilie empfinde ich als Schicksal... alle "Schicksalsschläge" die im Laufe meines Lebens kamen empfinde ich ebenfalls als solche.

Die Wendungen in meinem Leben schreibe ich mir größtenteils selbst zu, meinen Auszug mit 16 um mein Leben in Griff zu bekommen z.b. und bin sehr stolz darauf.

Ich hab erst vor kurzem mit meinem Mann darüber gesprochen. Seine Mutter war heroinabhängig, der Vater ein nutzloses Stück etwas, was sich nach 2 Jahren verdünnsiert hat und vor 1 Jahr meinte wieder auftauchen zu müssen nach 25 Jahren...

beide kommen wir aus der Gosse. Beide haben wir unser Schicksal in die Hand genommen und unseren Abschluß nachgeholt. 1x ging eine Firma, wo mein Mann gearbeitet hat insolvent, ein Chef wanderte aus... 2x gabs Arbeitslosigkeit für meinen Mann. 1x ging eine Firma bei der ich gearbeitet habe insolvent... Trotzdem haben wir gekämpft, er arbeitet bei den Stadtwerken, ich bei McDonalds... nebenbei haben wir 2 Kleinkinder und trotzdem trotzen wir jeder Geldnot (auch wenn ich manchmal groß heule ;-) Aber nur kurz bis ich den Kopf wieder erhebe ), treten wir uns gegenseitig in den Allerwertesten, streben weiter... geben nicht auf.
Wir wollen aufjedenfall aus diesem Kreislauf aus Drogen, Schulden und Arbeitslosigkeit raus und bald haben wir es geschafft, nach knapp 7 Jahren!

Aber, fast den größten Teil haben wir gemeinsam zurück gelegt... und darauf bin ich auch stolz :-)

Ich denke schon, dass es Schicksal gibt... die Frage ist, wie der Mensch damit umgeht... ob er es dem Schicksal erlaubt einen fertig zu machen oder ob er dem Schicksal den Mittelfinger zeigt und weitergeht....




Beitrag von gingerbun 18.01.11 - 13:58 Uhr

Respekt! Wirklich!

Beitrag von linnie73 18.01.11 - 12:38 Uhr

Also eigentlich sehe ich das wie du, ein Mix von allem. Manchmal müssen wir manchmal unser leben selber lenken oder brauchen mal einen Anstoß.
Das Schicksal wird aber auch eine sehr große Rolle spielen.
Ich hab vor Jahren einen Mann kennengelernt der mir das leben zur Hölle machte, dadurch ging ich wieder öfter zu meiner Mutter,obwohl wir zerstritten waren brauchte ich sie. Wir gingen oft spazieren in unserer Stadt, dort habe ich durch Zufall,meinen heutigen Mann kennengelernt. Schicksal? Sollte es genau so sein?
Konnte nie mit Geld umgehen, durch einen Zwischenfall hab ich gelernt alles genau zu rechnen und gezielt auszugeben? Vorbestimmt?

Mein Leben zurzeit spielt sich genau so ab, wie das meiner Mutter.
Sie hatte genau wie ich mit 18 einen falschen , agressiven Mann , mit 21 haben wir den richtigen Mann gefunden, wurde wie ich mit 22 zum ersten Mal Mutter. Was sehr schön ist, sie feiert dieses Jahr ihren 28. Hochzeitstag, Wir es mir wieder wie ihr ergehen? Ist das Zufall? Schicksal??

Wir beide hatten es sehr schwer, genau so wie mein Mann, ich glaube nicht dass das Zufall ist, eher Schicksal das uns alle Zusammengeführt hat.

LG

Beitrag von mullifinne 18.01.11 - 12:52 Uhr

Hallo,


teilweise glaube ich an Schicksal.

Seid Ende letzten Jahres um genau zu sein

Wir hatten immer vor uns ein Haus zu kaufen haben aber immer wieder den Mut daran verloren.

Jetzt kam es das unser vermieter uns wegen Eigenbedarf kündigen mußte.

das war für uns der Anspurn nun doch nach einem Haus zu suchen.

Und prompt haben wir genau das richtige für uns gefunden und dann noch hier im Ort wo wir gerne bleiben wollten.

Jetzt ziehen wir Ende Februar in unser eigenes Haus und freuen uns riesig.

Das ist für mich Schicksal gewesen sonst hätten wir wahrscheinlich nie ein Haus gekauft.

Lg

Beitrag von ninnifee2000 18.01.11 - 13:09 Uhr

Ich glaube nicht, dass es so was wie Schicksal oder Vorbestimmung gibt.

Die letzten 10 Jahre haben mir aber deutlich gemacht, dass man das zurückbekommt, was man anderen angetan hat - früher oder später - egal wie.

Beispiel: Ich bin immer montags zur Hochschule gefahren. Einmal habe ich einen riskantes Überholmanöver gemacht. Am Freitag bin ich wieder nach Hause gefahren. Prompt hatte ich einen Unfall mit Totalschaden.

Auch bei anderen Menschen sehe ich das. Sie waren nie die Besten Menschen gewesen und bekommen schon vor dem Rentenalter Krankheiten, die sonst nur ältere haben, wie z.B. Alzheimer, Herzinfarkt, Gehirnschlag.

Im Gegensatz dazu treffen solche Sachen aber auch Menschen, die nach außen hin immer ein rechtschaffendes Leben geführt haben.

Beitrag von purpur100 18.01.11 - 13:38 Uhr

"Im Gegensatz dazu treffen solche Sachen aber auch Menschen, die nach außen hin immer ein rechtschaffendes Leben geführt haben. "

Wieso im Gegensatz? Nach außen hin weiß ja keiner, was wer wann wo und wie mal getan hat.

Beitrag von gingerbun 18.01.11 - 13:56 Uhr

Witzig aber gerade das Thema hatte ich vor einer halben Stunde mit meiner Mutter am Telefon. Ich seh das so:
Ich stehe schon immer auf der Sonnenseite des Lebens, bereits als Kind. Ich habe keine harten Schicksalsschläge oder diverse andere schlimme Dinge erlebt. Dafür bin ich sehr dankbar aber ich glaube auch, dass das sehr viel mit meiner Einstellung zu allem zu tun hat. In wenige Worte gefasst: Ich lasse den Dingen ihren Lauf, ich plane nicht alles und ich orientiere mich nicht an anderen Leuten was die haben oder wie sie aussehen. Ich bin ich und es ist mein Leben und ich bin froh über all das was ich habe. Alles andere ergibt sich. Mein Mann tickt genauso und wir stellen immer wieder fest wie gut es doch läuft -nämlich einfach so. Ich kenne viele Menschen aus meinem Bekanntenkreis die sich Probleme schaffen von denen ich nicht mal träume. Völlig unnütz.
Ja so seh ich das!
Gruß!
Britta

Beitrag von echtjetzt 18.01.11 - 15:01 Uhr

Alles "vorbestimmt". Schicksal, wenn man so will. Ursache ==> Wirkung.

Wir sind das Produkt unserer Umwelt, verhalten uns so, wie es uns unser Erbgut und unsere Erfahrungen vorschreiben und denken, wir hätten irgendeine Wahl.

Beitrag von asimbonanga 18.01.11 - 15:27 Uhr

Hallo,
Zufall und Selbstbestimmung kann ich stehen lassen.
Dazu gehören Glück ,Fehlentscheidungen ( besonders die besseren Wissens ) und natürlich die Fähigkeit überhaupt Entscheidungen zu treffen und mit diesen zu leben bzw. sie zu ändern.
Ich habe z.B. viel Glück-meine Familie leidet an einer seltenen ( es gibt nur 700 Familien weltweit) dominant vererbbaren Krankheit.Ich ( und damit auch meine Kinder ) habe diese Krankheit im Gegensatz zu meinen Geschwistern, Neffen und Nichte nicht vererbt bekommen.
Manchmal ist man einfach nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort-oder umgekehrt.
Nach all den Jahren ;-) behaupte ich, letztendlich immer wieder auf die Füße zu fallen-ein gutes Gefühl.

L.G.

Beitrag von inrosa 18.01.11 - 17:09 Uhr

hallo
ich denke, es ist vorbestimmt, wann wir gehen müssen, was wir erleben und somit glaube ich auch an Schicksal.


Auch glaube ich, dass alles was man gibt, alles was man tut (oder auch nicht) irgendwann wieder zurückkommt.
Im positiven wie im negativen Sinn.
Tschüs

Beitrag von monalisa71 19.01.11 - 23:04 Uhr

Ich bin eine überzeugte Fatalistin und Diderot ist mein Meister.
Mich wurde interesieren, habt ihr den Glauben schon immer gehabt?
Kann man lernen zu glauben?