Ab wann kann man den ersten Brei geben?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von lulu-stern 18.01.11 - 13:49 Uhr

Hallo,
meine kleine ist nun 3 1/2 Monate und bekommt ca. alle 4 Std eine Flasche. Meine Freundin hat einen Jungen der wird jetzt 4 Monate und sie fängt jetzt an mit Möhrchenbrei. Auf allen Gläschen die man kaufen kann steht drauf,nach dem 4 Monat. Wie habt Ihr es gemacht?

Beitrag von luluhaben 18.01.11 - 14:02 Uhr

nach dem 4.Monat bedeutet ab dem vollendeten! Das heisst mit anbruch des 5.Monats.
Voher würde ich auf keinen Fall anfangen, lieber später als zu früh!Mein Baby ist 20Wochen und ich fang so frühestens in 4Wochen an, ich stille voll.

Beitrag von prinzessin990 18.01.11 - 14:11 Uhr

Hallo,
meine Tochter ist letzte Woche 4 Monate alt geworden und seit einer Woche gebe ich Mittags Brei. Meine Kleine hat auch alle 4 Stunden eine Flasche bekommen, aber mir ist aufgefallen, daß Sie, wenn mein Kleiner gegessen hat immer mitgekaut hat. Und somit hab ich es letzten Montag probiert und es hat gut geklappt. Wir essen jetzt Mittags immer ein Gläschen und Nachmittags ein wenig Obstbrei :-). Versuch es einfach und wenn Deine Kleine noch nicht so weit ist, dann wirst Du es schon merken, Sie schiebt dann den Brei wieder rau. Viel Glück und viel Spaß... macht ganz schön Sauerei der erste Möhrenbrei.

Gruss Peggy

Beitrag von marysa1705 18.01.11 - 15:01 Uhr

Hallo,

hier die Beikostempfehlung von WHO und Unicef:

"Wann und wie wird mit der Zufütterung begonnen?
Mit dem Beginn des 7. Lebensmonats sind die meisten Kinder für die Einführung von Beikost bereit. Der Beginn des Zufütterns bedeutet jedoch nicht das Ende der Stillzeit, sondern es sollte parallel weiter gestillt werden. Manche Kinder interessieren sich erst nach 9 bis 12 Monaten für größere Mengen anderer Nahrung als Muttermilch. Dies ist kein Grund zur Beunruhigung, denn Muttermilch soll im ganzen ersten Lebensjahr Hauptnahrungsmittel sein.
(...)
Lassen Sie sich von der Etikettenaufschrift “Ab dem 4. Monat“ nicht irritieren."

http://www.babyfreundlich.org/uploads/media/BeikostempfehlungEltern2010-05-19.pdf


Ich würde NIEMALS so früh mit Beikost beginnen. Es hat keinen Vorteil, kann aber jede Menge Nachteile haben. Beispielsweise haben Babys, die bereits nach 4 Monaten Beikost erhalten, durchschnittlich viel häufiger Magen-Darm-Krankheiten als Babys, die erst nach dem 6. Monat Beikost erhalten haben.

Lass Deinem Kind und Dir doch einfach Zeit!
Das kommt alles früh genug... ;-)

LG Sabrina

Beitrag von islandmaedchen 19.01.11 - 11:26 Uhr

Es gibt mittlerweile wirklich Zweifel an der modernen späten Einführung der Beikost, z.B. in diesem Artikel:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,739537,00.html

Hier ein kleiner Auszug:

"[...]Stattdessen empfehlen die Forscher nach Auswertung der bekannten Daten, dass zumindest in den Industriestaaten Babys vom vierten Monat an neben der Muttermilch mit anderen Nahrungsmitteln gefüttert werden sollen. Das Forscherteam analysierte eine Reihe aktueller Studien zu dem Thema und kommt zu dem Schluss: Babys, die länger voll gestillt werden, könnten unter Allergien und Eisenmangel leiden. Ein weiteres Argument der Autoren ist, dass die frühere Beikost und damit die Erfahrung neuer Geschmacksrichtungen Babys besser auf Lebensmittel wie etwa Gemüse vorbereiten könne. [...]"

Ich glaube, es muss sich jeder seine eigene Meinung bilden und auf die Reaktionen seiner Kinder achten. Mein Kleiner ist jetzt knapp 4 Monate alt und wird noch super satt von der Babymilch. Wenn ich allerdings merke, dass er einfach hungrig ist und die Milch nicht mehr ausreicht, dann werde ich auch anfangen, Brei zu füttern, auch wenn der 6. Monat noch nicht vollendet ist.
Aber die Schwiegermutter z.B. erzählt immer stolz davon, wie ihre Kinder schon mit 8 Wochen Fisch und Quark gegessen haben und auch groß geworden sind :-) So ist das halt...

Beitrag von marysa1705 20.01.11 - 14:00 Uhr

Der Artikel geht ja noch weiter...

"Andere Experten hegen gehörige Zweifel an der Studie und den Schlussfolgerungen der Mediziner. Janet Fyle von der britischen Hebammen-Vereinigung etwa sagte dem Sender BBC, die Stillempfehlung auf vier Monate zu beschränken, wäre ein "Rückschritt" - und spielte den "Herstellern von Babynahrung in die Hände" - drei der vier Studienautoren haben bereits als Berater für die Babynahrungsmittelindustrie gearbeitet oder Forschungsgelder von ihr erhalten. Auch das britische Gesundheitsministerium bekräftigte, Babys bis zum sechsten Monat erhielten alle für sie notwendigen Nährstoffe aus der Muttermilch."


Es gibt einen Cochrane-Review zur Thematik, in dem sämtliche anerkannten Studien zu dieser Thematik vergleichen wurden mit der Schlussfolgerung, dass es vorteilhafter ist, nicht schon nach 4 Monaten mit Beikost zu beginnen, v.a. bzgl. des Verdauungstrakts.
Niedrigere Eisenwerte wurden lediglich in Entwicklungsländern festgestellt, denn das hängt ja sehr stark von der Ernährung der Mutter ab.
Bezüglich der Allergien macht es keinen Unterschied ob bereits mit 4 Monaten mit Beikost begonnen wird.


>>Wenn ich allerdings merke, dass er einfach hungrig ist und die Milch nicht mehr ausreicht, dann werde ich auch anfangen, Brei zu füttern, auch wenn der 6. Monat noch nicht vollendet ist.<<

Das ist eine weitverbreitete, aber total falsche Ansicht. Schau Dir mal die Nährwerte für einen Babybrei im Vergleich zur Säuglings- oder gar Muttermilch an und überlege Dir, WAS wohl schneller wieder hungrig macht.


>>Aber die Schwiegermutter z.B. erzählt immer stolz davon, wie ihre Kinder schon mit 8 Wochen Fisch und Quark gegessen haben und auch groß geworden sind So ist das halt...<<

Wenn es Dir reicht, dass Deine Kinder einfach nur irgendwie "gross" werden - bitteschön! Mir reicht das nicht!
Ich möchte, dass meine Kinder GESUND gross werden und möchte nicht schon in der Kindheit die Weichen für Adipositas, Diabetes & Co. stellen.


#winke