Misstrauensantrag gegen Betriebsratsmitglied?

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Beitrag von espirino 18.01.11 - 14:20 Uhr

Hallo,

welche Vorraussetzungen müßten erfüllt sein, ehe man ein Misstrauensantrag gegen ein BR- Mitglied stellen könnte?

Bei uns ist diese Person zuständig für die Urlaubsplanung in der gesamten Produktion und die Verteilung der Schichten bei krank. Befindet sie sich damit nicht in einem Interessenskonflikt? Wahrung der AN-Rechte und Interessen der Geschäftsleitung?

LG Jana

Beitrag von arkti 18.01.11 - 14:29 Uhr

Wieso sollte da ein Interessenskonflikt bestehen? #kratz

Beitrag von espirino 18.01.11 - 14:34 Uhr

Es wird bei BR-Sitzungen beschlossen, was für die Personalteilung von Vorteil ist und nicht für die AN. #kratz

Beitrag von myimmortal1977 18.01.11 - 14:49 Uhr

Nur weil der AN, der auch Betriebsratsmitlied sein soll, für die Schichtpläne verantwortlich ist, soll ein Interessenskonflikt zwischen ihm und seiner BR-Arbeit bestehen #kratz Na das ist ja mal eine Sichtweise....

Derjenige, der für die Schichtplanerstellung nebst allem drum und dran verantwortlich ist, muss so wie so die Unternehmensinteressen vertreten, so wie jeder Angestellter eines Unternehmens, vollkommen egal, in welcher Position auch immer, egal, ob BR Mitglied oder nicht. Denn explizit er hat dafür zu sorgen, dass der Laden läuft, genug Mitarbeiter am Platz sind.

Wenn Euer Vorgesetzte direkt die Einteilung und Pläne machen würde, hätte ein normaler AN auch nur bedingtes Mitspracherecht. Denn vorrangig sind immer die Interessen es Unternehmens.

Was sollte Euer Unternehmen denn Deiner Meinung nach so böses vorhaben, dass es Dir so wehement austößt, dass ein BR Mitglied nun diesen Job bekleidet.

Gab es entsprechende Vorfälle? Oder wie?

Im Übrigen bedeutet BR Arbeit nicht nur im Sinne des AN uneingeschränkt da zu sein, sondern beinhaltet auch ein Geben und Nehmen zwischen Geschäftsleitung und BR.

Denn die Geschäftsführung kann einen BR absetzen, wenn er ganz dumm kommt.

LG Janette

Beitrag von espirino 18.01.11 - 14:54 Uhr

Fühlen sich die AN verraten durch dieses BR-Mitglied, daß in seiner Position seine ureigensten Interessen durchsetzt und bestimmte Sachen zum Personalchef trägt, dann ist das schon ein Grund über einen Misstrauensantrag nachzudenken.

Beitrag von myimmortal1977 18.01.11 - 15:15 Uhr

Liebe Jana,

es würde wirklich mehr helfen, wenn Du die von Dir 2 benannten Punkte etwas genauer bennenen könntest.

In welche Form vertritt das BR Mitglied seine ureigensten Interssen und setzt sie durch?

Welche Dinge z. B. werden zum Perso-Chef durch das BR-Mitglied getragen?

#danke

Beitrag von espirino 18.01.11 - 15:31 Uhr

Es ist etwas schwierig zu erklären. Wir arbeiten rollende Schicht und müssen in bestimmten Freizeitblöcken Bringeschichten leisten um auf unsere Arbeitstage zu kommen. Diese Bringeschichten sind aber zeitlich nicht genau definiert. Es kann also sein, daß du kurz bevor du ins Frei gehst plötzlich noch zusätzliche Schichten im Computer findest. Das paßt nicht jedem, da man ja nach 3x 7Tage zusammenhängende Schicht auf mal froh ist ein paar Tage am Stück frei zu haben. Manchmal stehen aber auch keine Schichten drin und die AN werden dann zuhause angerufen. Das da nicht jeder ans Telefon geht, wenn er die Nummer vom Chef sieht ist verständlich, zumal vorher nichts ausgemacht war über Schichten. Wer wann nicht ans Telefon geht, wird zum Personalchef getragen.

Über unsere Urlaubsplaung ist ein großer Streit entbrannt.Viele AN bekommen in den Sommermonaten sämtliche Urlaubswünsche verwehrt und müssen alles aufs Jahresende verschieben, dennoch werden ihnen keine Schichten eingetragen, sie sollen sich quasi bereit halten für den Fall der Fälle... Damit sind viele AN auch nicht einverstanden. Über diese Urlaubsregelung wurde nun eine BV vereinbart, zu der besagte BR-Mitglieder ihren entscheidenden Beitrag geleistet haben.

Beitrag von raena 18.01.11 - 14:44 Uhr

Also die Tatsache, das das von dir erwähnte BR Mitglied den Urlaub und die Schichten einteilt ist kein Grund für einen Misstrauensantrag.

Grundsätzlich kann ein BR Mitglied JEDEN Job innerhalb eines Unternehmens wahrnehmen.

Weder als Betriebsrat noch als Geschäftsleitung bewegt man sich in einem rechtsfreien Raum. Wie die Schichten zu planen sind und was bzgl. der Urlaubsplanung zu beachten ist ist entweder gesetzlich geregelt, in Tarifvereinbarungen oder in einer Betriebsvereinbarung. Dies gilt dann als verbindliche Regelungen für ALLE im Unternehmen, BR, Geschäftleitung und Mitarbeiter.

Mein direkter Kollege ist Betriebsrat und wir optimieren hier im Unternehmen die Prozesse und Abläufe. Natürlich ist es manchmal für ihn nicht ganz leicht, aber er trennt wann er als Betriebsrat unterwegs ist und wann als "normaler" Mitarbeiter und das klappt gut seit Jahren.

Im Rahmen seines Jobs ist er den Regelungen (s.o.) verpflichtet wie jeder andere Mitarbeiter auch und wenn er ein BR Tätigkeit wahrnimmt dann muss er sich an das Betriebsverfassungsgesetzt halten. Nachdem normalerweise sich die Betriebsräte auch die Themen aufteilen kann man ja auch ganz einfach alles "Probleme" von Mitarbeitern bzgl. Schicht, Urlaub etc an einen anderen "neutralen" BR übertragen, so dass es dann echt keinen Interessenskonflikt gibt.

naja und wenn dir der Typ insgesamt nicht passt, bleibt dir nix anderes übrig als ihn das nächste Mal nicht zu wählen oder dich selbst aufstellen und besser machen!

VG
Tanja

Beitrag von espirino 18.01.11 - 14:51 Uhr

Das leuchtet ein.
Diese Person hat zur Verstärkung noch einen Schichtleiter, der ebenfalls im BR ist. Auch er hat Weisungsrechte und nutzt diese gegen Interessen der AN.
Ich persönlich habe kein Prob mit dieser Person, weiß aber, daß sie BR interne Gespräche auch ins Personalbüro trägt, da sie ja direkt mit dem Personalchef arbeitet. Soll heißen, sie verdreht ein paar Tatsachen gegenüber des Chefs und läßt die AN im schlechten Licht dastehen so nach dem Motto "Die wollen ja nicht arbeiten."

Sowas beweisen können wird man nicht, da ja weder sie noch der Chef zugeben werden, daß sowas vorgefallen ist.

LG Jana