Chinesische Erziehung

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von purpur100 18.01.11 - 15:44 Uhr

eins sag ich euch: Ich bin froh, daß ich kein Chinesenkind geworden bin.

"....Was die Kinder dürfen, beziehungsweise müssen: Klavier oder Geige spielen - wenn nötig, nächtelang - und in allen Fächern die Besten sein. Außer in Sport oder Schauspiel, da spielt es keine Rolle. Ob sie selbst das wollen oder nicht - Amy Chua ist es egal. "Chinesische Eltern wissen, dass nichts Spaß macht, solange man nicht gut darin ist. Um gut in etwas zu werden, muss man arbeiten, und Kinder wollen von sich aus nie arbeiten. Deshalb ist es so wichtig, sich über den Willen der Kinder hinwegzusetzen",..."

http://www.sueddeutsche.de/karriere/bessere-noten-durch-strenge-erziehung-eine-zwei-voellig-inakzeptabel-1.1047489

#zitter#schock

Beitrag von bine3002 18.01.11 - 15:56 Uhr

Es wird dich vielleicht überraschen, aber diese Kinder sind nicht zwangsläufig unglücklich.

Meine Familie (Onkel und Tante) haben gerade eine 17jährige Austauschschülerin aus Taiwan (sie bleibt ein Jahr). Sie konnte schon nach wenigen Wochen so gut deutsch, dass wir uns unterhalten haben. Sie geht auf ein Internat. Dort hat sie an 7 Tagen in der Woche Schule von 8 bis 18 Uhr. Ihre Eltern sieht sie nur alle paar Wochen mal. Als sie noch zu Hause war, hatte sie eine ebenso strenge Erziehung wie in dem Artikel beschrieben.

Als wir dann wenig später in der Familie über meine Oma sprachen (und das nicht gerade freundlich) war das Mädchen sehr entsetzt darüber, weil für sie der Respekt vor den Eltern über alles geht. Das hat dort auch etwas mit Konfuzius zu tun... als Europäer versteht man das nicht wirklich.

Die Frage ist aber: Können wir uns darüber ein Urteil erlauben, wo doch unserte eigene Gesellschaft auch nicht so wirklich super funktioniert?

Beitrag von purpur100 18.01.11 - 16:07 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ein wenig Zwang gehört zur Erziehung dazu. Das ist mir auch klar;-)

"Als wir dann wenig später in der Familie über meine Oma sprachen (und das nicht gerade freundlich) war das Mädchen sehr entsetzt darüber, weil für sie der Respekt vor den Eltern über alles geht. "

Respekt vor den Eltern -oder Älteren- kann auch mit anderen Erziehungsmethoden erreicht werden.

Weißt, ich hab nur festgestellt, daß ich froh bin, daß es bei mir zuhause anders gelaufen ist. Bin trotzdem ganz passabel geworden#schein

Ist es nicht aber furchtbar, immer und immer der Beste sein zu müssen?
Ehrgeiz in allen Ehren, aber nicht so.

Beitrag von agostea 18.01.11 - 16:13 Uhr

Mich erschreckt die chinesische Philosophie. Auch das Dauergelächle empfinde ich als falsch, diese Überhöflichkeit.......alles zwanghaft anerzogen, wie eine kleine Armee......gruselig.

Gruss
agi

Beitrag von purpur100 18.01.11 - 16:23 Uhr

"zwanghaft anerzogen"

ja eben.

Beitrag von bine3002 18.01.11 - 20:28 Uhr

"alles zwanghaft anerzogen"

Aus unserer Sicht ja. Aber eben nicht aus Sicht des chinesischen Kindes. Es ist normal dort. Wir können das nicht wirklich beurteilen.

Beitrag von agostea 19.01.11 - 10:57 Uhr

Sicher können wir das nicht objektiv beurteilen. Aber nach europäischen Maßstäben gemessen, wirkt diese Erziehung als der totale Drill. Und ist es wohl auch.

Gruss
agostea

Beitrag von gussymaus 22.01.11 - 13:16 Uhr

also wenn ich mein 7jähriges kind zwinge ein klavierstück zu spielen (was ja nun wirklich nicht lebensnotwendig sein kann) und ihm dafür das liebste spielzeug wegnehme find eich das nicht normel... und unter keinem umstand akzeptabel.

ein druckmittel mag hier und da seine berechtigung haben, aber wenn dann bitte für lebenswichtige fähigkeiten, nicht zum klavierspielen... das ist schon schwierig wenn man es aus eigenem antrib will...

ich halte mich lieber an die ureinwohner von neuguinea oder andere naturvölker, da würde es nie einem menschen einfallen ein kind zu irgendwas zu zwingen, und gammler die sich auf der gesellschaft ausruhen gibts da wenige... kann man sicher nicht in allem vergleichen, aber deren umgang mit ihren kindern finde ich sehr vorbildlich. da gibts kein "du musst wegen der leute"... da gibts kaum etwas was man zwischen eltern und kind bekäme, und so finde ich sollte es überall sein.

Beitrag von ayshe 19.01.11 - 09:34 Uhr

Geht mir auch so.

Es ist einfach eine völlig andere Kultur und für mich erscheint da einiges einfach völlig schwachsinning.

Und wenn man beruflich mit Chinesen und Japanern zutun hat, ist manches wirklich ganz dramatisch, sonst machen sie gleich Harakiri, weil sie ihr Gesicht verloren haben #augen
Also einige Kollegen müssen sich da ehct dauernd einen abbrechen mit irrem Gefloskelgedöns.
Ist echt nicht mein Ding, dann lieber klipp und klar.

Beitrag von bine3002 19.01.11 - 09:48 Uhr

""Und wenn man beruflich mit Chinesen und Japanern zutun hat, ist manches wirklich ganz dramatisch, sonst machen sie gleich Harakiri, weil sie ihr Gesicht verloren haben"

Ja, das lernt man so in speziellen Kursen. In Wahrheit ist es aber so, dass die Asiaten uns (die westliche Welt) sowieso für zu dumm halten, um ihre Verhaltensregeln einzuhalten und uns deswegen so einiges verzeihen. Die sind ja nicht doof und begehen wegen eines (aus ihrer Sicht) unhöflichen Europäers gleich Harakiri.

Und "klipp und klar" ist schön und gut, aber mal realistisch betrachtet: Wer ist das denn wirklich? Meine Erfahrung ist, dass sehr wenige Menschen mit Ehrlichkeit klar kommen. Also das ist echt Wunschdenken.

Beitrag von ayshe 19.01.11 - 09:54 Uhr

Naja, das mit dem harakiri war nicht so ernst gemeint.

Ich kann hier nur aus meiner Erfahrung sprechen, es gab schon heftigsten Ärger und ganz, ganz Probleme. ##
Und "klipp und klar" ist schön und gut, aber mal realistisch betrachtet: Wer ist das denn wirklich? Meine Erfahrung ist, dass sehr wenige Menschen mit Ehrlichkeit klar kommen. Also das ist echt Wunschdenken.
##
Also beruflich betrachtet, kann ich schon mit sehr vielen Kontakten, egal aus welchem Land, wirklich ganz normal und auch direkt sprechen.
Ja, man hat so seine Begrüßungsfloskel und auch am Ende noch einen Spruch, aber man muß einfach nicht ewig blumig um den heißen Brei reden, man sagt, was man will, welches Problem ansteht und gut.

Beitrag von bine3002 19.01.11 - 10:07 Uhr

"Ich kann hier nur aus meiner Erfahrung sprechen, es gab schon heftigsten Ärger und ganz, ganz Probleme. "

Ja gut, es kommt sicher darauf an, in welchem Verhältnis man zueinander steht, beruflich gesehen. Also Lieferant - Kunde oder umgekehrt, Partner usw. Und China ist groß. In Hong Kong ist es sicher anders als in irgendeiner Provinz. Ich glaube, man kann das genauso wenig verallgemeinern wie "Alle Deutschen sind so und so". Deswegen ist sicher der Ratschlag angebracht, sich nach gewissen Regeln zu verhalten. Aber man muss auch sehen, dass es solche Regeln auch für andere Länder gibt. In den USA sollte man z. B. einer negativen Aussage auch erst etwas Positives voran stellen, also ein Kompliment o.ä.

Beitrag von ayshe 19.01.11 - 10:36 Uhr

Du hast rehct, ich will es auch nicht verallgemeinern, es betrifft nur unsere Kontakte ;-)

Das Problem ist einfach, daß sich Probleme ergeben, weil sie nie tacheles reden und wenn man etwas nicht weiß, kann man es eben auch nicht berücksichtigen, was dann wieder ein Problem wird.
ich finde es echt bescheuert.

Beitrag von agostea 19.01.11 - 10:59 Uhr

Vielleicht wird kein Tacheles geredet, weil sie sich die Mühe sparen - wenn sie die westliche Welt ohnehin für "dumm" halten (lt. Bine2000).

#schein

Beitrag von ayshe 19.01.11 - 11:45 Uhr

Tja, wer weiß, aber dann sollen sie auch nicht rumschreien und ausrasten, wenn man eben so handelt, wie man handelt, wenn man manche Info eben NICHT hat.

Ach neeeee, also der Verbrauch an Samthandschuhen ist ja schon sehr hoch.

Beitrag von bine3002 19.01.11 - 12:16 Uhr

Ja so ähnlich ist auch. Übrigens habe ich mir diese Erkenntnis nicht ausgedacht, sondern von einer chinesischen Reiseführerin übernommen. Ist vielleicht eine Einzelmeinung, klang aber schon sehr plausibel.

Beitrag von agostea 19.01.11 - 12:19 Uhr

Ne, das glaube ich schon, dass das allgemeiner Tenor dort ist. Wenn Menschen so extrem Erfoglsorientiert sind, betrachten sie evt Kulturen, in denen es anders gehandhabt wird schon als....eher schlapp und minderbemittelt.

Sorry, für die Verunstaltung deines Nicks, ich konnte mich an die Zahlen nicht mehr erinnern....#schwitz

Beitrag von bine3002 19.01.11 - 13:51 Uhr

"Sorry, für die Verunstaltung deines Nicks, ich konnte mich an die Zahlen nicht mehr erinnern...."

Siehste... minderbemittelt ;-)

Beitrag von purpur100 19.01.11 - 13:53 Uhr

#rofl danke für den Lacher.
Aggi, nich hauen, bitte nich hauen#schwitz

Beitrag von agostea 19.01.11 - 13:58 Uhr

Fiese Möp, du! #rofl

Beitrag von agostea 19.01.11 - 13:58 Uhr

Scheiss Steilvorlage#klatsch#rofl

Beitrag von gussymaus 22.01.11 - 13:34 Uhr

ist das nicht schön, ein bisschen dumm zu sein?!

ich hab ja ne bekannte, die bewunder ich immer wieder. die HAT einfach keine sorgen... die braucht sih nciht zu überlegen, ob sie jemandem auf den schlips tritt, weil es diese möglichkei in ihrer denke gar nicht gibt - also dass jemand beleidigt sein könnte wegen dem was sie sagt...

z.B. sagt sie mir freudestrahlen dass "hosenscheißer" (also kinder unter 3) ja das letzte sind, und sie ja auch nie freiwillig welche bekommen hätte - war ein "unfall" - und froh sei, dass ihre ja nun aus de malter araus sind - und ich sitze da, mit einem kleinkind auf dem schoß, dem vierten im bauch. gut dass mich sowas niocht kränken kann, ich steh ja dazu, aber das ist ja längst nicht bei allen und in jeder situation so.

aber DIE hat damit nie ein problem, sondern nur die anderen... so gesehen hat dummheit j uach was für sich #rofl

aber gegen kleine erinnerungslücken hilft der grüne "zurück" button :-p aber ihr habts ja beide überlebt... #cool

Beitrag von nele27 19.01.11 - 11:33 Uhr

**In den USA sollte man z. B. einer negativen Aussage auch erst etwas Positives voran stellen, also ein Kompliment o.ä.**

Ach, dann waren meine Kollegen (arbeite bei der Kirche) wohl alle in den USA #rofl
Mich treibt dieses "Eigentlich ist alles gaaaaanz toll, aber ich habe da eine klitzekleine Anmerkung... (und dann kommmt der Hammer)" iummer zum Wahnsinn.

Beitrag von agostea 19.01.11 - 11:44 Uhr

Das ist das aber eine gängige Umgangsform z.B. auch in Führungsebenen.

Dort eröffnet man Kritikgespräche meistens mit dieser Floskel, um der Gesamtstimmung einen positiven Touch zu verpassen.

Also, es ist nicht nur in den USA usus.

Gruss
agostea

Beitrag von nele27 19.01.11 - 13:38 Uhr

Echt - ich fühl mich dabei immer total verklapst. Als ob ich ein - höflich vorgetragenes - ernstes Wörtchen nicht vertrage #kratz