Heute Nostalgie pur hier - 6-jährige vor 30 Jahren / 6-jährige heute

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Beitrag von emestesi 18.01.11 - 18:09 Uhr

Hallo Zusammen,

wenn wir hier schon heute so schön nostalgisch sind, fällt mir gerade eine wichtige Sache auf; ich weiß ja nicht, wie das bei euch früher so war, aber damals, als ich - anno dazumal 1980 - 6 Jahre alt war, war ich schon ziemlich auf mich allein gestellt.

Mein Vater hatte damals als Dachdecker gearbeitet, ist leider aus 10 m Höhe abgestürzt und war über drei Jahre eigentlich durchgängig entweder im Krankenhaus oder in der Reha und konnte nicht arbeiten. Meine Mutter musste damals dann "ran" und hatte 8/9-Std.-Schichten in einer Wäscherei gearbeitet. Ich war gerade mal eingeschult, da bekam ich einen Schlüssel für die Haustür in die Hand gedrückt und war vor wie nach der Schule auf mich gestellt. Meine Mutter weckte mich zwar morgens, bevor sie zur Arbeit ging, und gab mir auch noch Frühstück und Schulbrot mit, aber dann musste ich selbst zu sehen. Ich hab mich selbst gewaschen, angezogen, meine Schulsachen gepackt und bin zur Schule geradelt. Nach der Schule musste ich auch allein sehen, wie ich den Tag herum bekam.

Und komischerweise habe ich alles so gemacht, wie Mütter es sich wünschen würden - ganz ohne anwesende Mutter: Ich kam nach Hause, hab mir selbst eine Stulle geschmiert, meine Hausaufgaben gemacht und hab danach mein Zimmer aufgeräumt und mein Brotbesteck sowie den Teller abgewaschen, bevor ich rausgegangen bin zu meinen Freunden zum Spielen. Meine Mutter kam meistens gegen 16:00 Uhr nach Hause und ich half ihr noch wie selbstverständlich im Haushalt und beim Kochen.

Wenn ich jetzt mal so an meine kleine Tochter denke, die jetzt auch bald 6 wird .... puh! Ich finde, dass DAS für ein so kleines Kind doch schon eine ganz schöne Portion ist, die ich meiner Tochter heutzutage nicht zumuten würde, wenn ich die Wahl hätte (aber damals war halt alles auch ein bissel anders). Anders herum bin ich dadurch früh sehr selbstständig geworden und fühle mich weiß Gott nicht von meiner Mutter vernächlässigt. Dafür hatte ich eine zu schöne Kindheit mit vielen Freunden und verdammt vielen tollen Erinnerungen. Zudem ging es bei uns eben nicht anders - irgendwoher musste ja das Geld herkommen - damals gab es so gut wie keine Unterstützung für eine Familiensituation wie die unsere, zudem hätten sich meine Eltern geschämt, Staates Hilfe anzunehmen. War halt noch die alte Liga. Ergo wurde mir schon sehr früh klar gemacht, dass man für seinen Lebensunterhalt etwas tun muss.

Wie war das bei euch damals? Wurdet ihr auch schon früh ins Leben bzw. in die Realität geschickt oder wurdet ihr sehr behütet? Würd mich mal interessieren :-).

VLG Emestesi

Beitrag von thea21 18.01.11 - 18:13 Uhr

*ähm**hust*

Also ich bin heute wirklich und in echt jemand der janz im Leben steht, wa.....

Aber...

Damals:

-Papa hat mich früh geweckt - Jeden Morgen

-Papa hat mir Cornflakes ans Bett gebracht

-Papa hat mich und Schwesterchen, bevor er zur Arbeit fuhr IMMER in die Schule gefahren (em, der Schulweg, jaaa war jetzt nicht der weiteste) ;-)

-Ich musste NIE mein Zimemr aufräumen

-Muttern wusch Wäsche und sortierte sie ein

-Ich musste nie abwaschen

-NIE den Müll rausbringen.

Das einzige was ich musste, war gute Noten nach Hause bringen...und das tat ich.

Was hab ich das Lotterleben geliebt.

#verliebt

Beitrag von thea21 18.01.11 - 18:14 Uhr

Achso, der Vergleich fehlt...em.

Also meine Tochter räumt auf - zusammen mit mir

Ansonsten?...Mh

Beitrag von emestesi 18.01.11 - 18:18 Uhr

Ach, schöööön ... Ja, so ein Lotterleben haben meine beiden Mäuse jetzt ;-). Obwohl ich auch schon so einiges von Beiden erwarte. Gut, sie gehen noch nicht zur Schule, dennoch erwarte ich von meiner Tochter, dass sie ihr Zimmer allein aufräumt und auch ihre Kaninchen versorgt, ohne dass ich immer "erinnern" muss. Bei Sohnemann, der im April 4 wird, drücke ich noch hie und da ein Auge zu und räume mit ihm zusammen auf, aber viel macht er halt dann auch schon selbst.

Manchmal denke ich, dass ich viele Dinge ZU eng sehe.
Manchmal denke ich, dass es aber genau richtig ist.

Egal - die Fehler, die unsere Eltern gemacht haben, wiederholen wir oder machen andere. Nobodys perfect ;-).

Beitrag von valentina.wien 19.01.11 - 11:20 Uhr

Ich bin ein Kind der (späten) 70er-Jahre, aber mein Kinderleben hatte auch nie etwas mit den berüchtigten "nostalgischen" Massenmails gemein.

Mama weckte uns- meine Geschwister und mich- morgens und machte uns Frühstück UND die Schuljause. Wir wurden nach der Schule betreut und das (warme) Mittagessen wartete jeden Tag schon auf uns. Im Haushalt mussten wir im Grunde nichts machen. Beim Zimmeraufräumen halfen uns unsere Eltern bis zu einem gewissen Alter.

Allerdings wie bei dir: in der Schule musste Leistung erbracht werden. Außerdem hatten wir alle privaten Musikunterricht und mindestens zweimal pro Woche eine Sportart nach Wahl.

Und: wir waren nie den ganzen Tag "draußen" ohne, dass unsere Eltern wussten wo wir waren. Und Spielverabredungen kannte ich "damals" auch schon.

Beitrag von maamaa2006 18.01.11 - 18:22 Uhr

Hallo,

bei mir war das genauso bin sogar schon in den Kindergarten alleinen gegangen ( denke da war ich schon 5Jahre) und hatte aber dann auch eine Tagesmutter. Später wo ich in die Schule ging hatte ich auch einen Schlüssel und war auf mich selbst gestellt. Meine Mama war alleinerziehend und hat auch Nachtschicht (Altersheim) gearbeitet, da war ich dann auch Nachts alleine. Kann mich aber daran erinnern das ich abundzu Angst hatte und weinend durch die Wohnung gelaufen bin.
Naja dazu kamen noch viele andere Dinge meine Mama war Drogenabhängig/Alkohol/Tabletten/Heroin und wir waren mal fast Obdachlos lebten dann bei einer anderen Fam. Aus mir ist trotzdem was geworden und bin stolz darauf. Habe auch einen Bruder der ist 14 Jahre jünger bei ihm läuft alles anders, da war ich auch schon mal neidisch drauf#gruebel
Ich liebe mein Mama und bin stolz das sie die Kurve gekriegt hat#liebdrueck

Beitrag von emestesi 18.01.11 - 18:31 Uhr

Dann aber mal ganz kräftig Hut ab für dich und deine Mutter! Dagegen ist ja meine Kindheit quasi paradiesisch.

Aber schon heftig, was man als kleines Kind mitgemacht hat und dennoch (oder vielleicht auch manchmal deswegen?) hat man vieles für das Leben gelernt und für sich Positives hieraus gezogen, oder?

#liebdrueck Alles Gute für dich!
Emestesi

Beitrag von maamaa2006 18.01.11 - 18:37 Uhr

Natürlich ich bin jetzt Ausbilder in in dem Beruf Koch für genau diese Jugendlichen deren Eltern nicht die kurve bekommen haben oder denen alles egal ist und man muss sagen vieles ist die Schuld der Eltern.

Habe auch so meine Macken durch meine Vergangenheit aber schon meine Mama und deren Mama hatten eine schlechte Kindheit.
Auch meine Großcousine und wir haben uns geschworen nie die selben Fehler zu machen und bis jetzt hat es ganz gut geklappt #huepf

Beitrag von maamaa2006 18.01.11 - 18:33 Uhr

Oh habe ich vergessen meine Tochter ist 4Jahre und ich werde sie auch zur Selbstständigkeit erziehen weil ich finde das das wichtig ist.

Beitrag von simone_2403 18.01.11 - 18:32 Uhr

Hallo #winke

Bei mir war es auch so,beide Elternteile haben gearbeitet und ich war "Schlüsselkind" #heul#rofl Und weißt du was...es war herrlich.

Ich kam nicht auf den Gedanken zu Hause irgendetwas "anzustellen" im Gegenteil ich war artig #schock traf mich wenn die Schulaufgaben erledigt waren mit Freunden.Oftmals waren dann deren Mütter zu Hause und ich blieb dann dort zu essen...als wäre es eine Selbstverständlichkeit und es kamen nie Fragen oder Anschuldigungen meine Eltern würden mich ja vernachlässigen.

Das Wochenende gehörte dann uns und wir waren Dauercamper #schock aber meinst du da hätte ich nur 1 ruhige Minute gehabt,denk nicht dran denn auch dort hatte ich Freunde.Keiner von uns konnte schwimmen,trotzallem waren wir am Ententeich mit Luftmatrazen,haben uns vom Bauern eine gefangen weil wir Kirschen klauten und nicht gefragt haben ob wir welche haben können und sind anschließend nicht empört zu Mama gerannt und haben gesagt das es gescheppert hat #schein

#winke

Beitrag von emestesi 18.01.11 - 19:44 Uhr

Ja, isses nicht komisch? Wir waren auf uns gestellt, quasi beobachtungsfrei und haben alles "richtig" gemacht und diejenigen, die begluckt wurden, haben nur Mist gebaut? Verkehrte Welt manches Mal ... #rofl

Beitrag von simone_2403 18.01.11 - 19:56 Uhr

Ja,manchmal schon.Und weißt du was,es war tatsähclich so das die Kinder die "mehr behütet" waren immer irgend einen Blödsinn angestellt haben.Keine Ahnung warum das so war #kratz

Ich mein ok..."damals" war auch noch vieles "einfacher" der Verkehr war weniger und wenn man mal so darüber nachdenkt...die Kinder "liefen" halt so nebenbei.Es gab kein I-Net wo man sich wegen jedem Hasenfurz austauschen konnte,es gab Oma und Tante und die wußten was zu tun ist wenn Kind mal Fieberte #schein Ich denke die Verunsicherungen waren damals weitaus weniger und so lies man uns halt machen.

Was,du bist gestürzt?JA und Spucke drauf und ab dafür.Heutzutage fallen Mütter in Ohnmacht wenn sie bemerken das sie das Octenisept-Fläschchen vergessen haben #rofl#schein

Beitrag von schwarzesetwas 18.01.11 - 18:45 Uhr

Also mit 6 bin ich allein zur Schule gegangen.
Meine Mutter hat mich nur ein Mal gebracht: Das war zur Einschulung! #schock
Stullen hab ich mir selbst geschmiert und geweckt hat mich mein Bruder oder mein Wecker.

Und im Haushalt hab ich schneller geholfen, als ich rechnen konnte.

Komisch.
Obwohl meine Mutter eigentlich immer da war und erst später nen sozusagen 400,- €-Job machte. #kratz

Ich glaube, ich bleib da eher beim Glucken bzw. mache lieber nen Handschlag zu viel, als zu wenig, denn so toll war das für mich nicht.

Lg,
SE

Beitrag von emestesi 18.01.11 - 19:35 Uhr

Ja, das glaube ich (manchmal) auch - so an manchen Tagen denke ich: Herrje, wat biste für eine Glucke!!! Aber dann gibt es auch Tage, wo ich denke, dass ich wieder zuviel erwarte.

Jedoch, im Vergleich zu meiner Kindheit, alles Kindergarten. Meine Kinder wachsen (vielleicht zu?) behütet auf, ich lasse sie nie allein - nichtmal 10 Minuten gehe ich außer Haus und lasse sie für sich allein zurück; geschweige denn lasse ich sie allein draußen spielen, ohne dass ich sie sehe. Könnte mir auch nie vorstellen, meine Kinder allein ihre Brote schmieren zu lassen für den KiGa bzw. Schule oder dass sie ganze Nachmittage allein sind.

Nichtsdestotrotz wundere ich mich hier, wie viele Frauen - so wie ich - als Mädchen allein zu Hause waren und die alles wie selbstverständlich für sich bzw. die Schule, die Mama erledigt haben, während wir Glucke-Mamas unseren Kindern manches Mal hinterherbetteln müssen, dass sie doch wenigstens ihr Zimmer mal allein aufräumen ....

VLG Emestesi

Beitrag von schwarzesetwas 18.01.11 - 20:51 Uhr

Klaro. :-)

Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich immer die Kinder beneidet, die in der Schule ihre Stullen öffneten und sagten: 'Oh, Salami! Wie toll'. Ich wusste das ja vorher. :-(
Meist hab ich so getan, als ob ich das nicht wüsste...

Meine Kleinen werden mit Sicherheit mitanfassen, ich werde aber etwas mehr glucken. :-)

Das tut auch gut.

Weiter so... #herzlich

Beitrag von stubi 18.01.11 - 18:53 Uhr

Ich war auch ein Schlüsselkind, allerdings erst ab 4.Klasse, bis dahin ging ich in vor und nach der Schule in den Hort. Mein Papa war Busfahrer und kam nie vor 18 Uhr heim und Mama meist nach 16 Uhr.

Aber wenn ich an meine häuslichen Pflichten denke, sehe ich immer wieder, wie verwöhnt unsere Kinder doch sind.

Abwasch musste gemacht werden, alle 14 Tage die Hausreinigung, im Winter musste ich sofort in Küche und Wohnzimmer den Ofen anheizen etc. Also ich war auch sehr früh sehr selbstständig.

Beitrag von emestesi 18.01.11 - 19:41 Uhr

Unterschreibe ich sofort.

Ich denke, was das Verwöhnen betrifft, ist die Generation unserer Kinder ganz weit oben. Daher fällt es vielleicht auch manchen Kindern so schwer, selbst mal Hand anzupacken bzw. selbstlos mit zu helfen. Es wird ihnen ja sovieles abgenommen.

Bei mir damals wurde gar nicht gefragt, ob ich mithelfen würde. Es wurde erwartet! Und mir wäre gar nix anderes eingefallen, als natürlich mitzuhelfen. War für mich auch okay. Daher frage ich mich manchmal, ob ich nicht meine Kinder ZU sehr aus allem heraushalte bzw. zu wenig fordere. Manchmal frage ich mich aber auch, ob ich nicht ZU streng im Vergleich zu anderen (jüngeren?) Müttern bin. Besonders in puncto Aufräumen und Manieren gegenüber Erwachsenen trichtere ich ihnen so Einiges ein. Wobei - im Stillen bin ich schon stolz, dass meine Beiden ganz selbstverständlich Bitte und Danke im entsprechenden Moment sagen, Älteren die Tür auf halten, zuvorkommend sind oder Dinge aufheben, die Anderen herunter fallen, wenn sie in ihrer Nähe stehen. Das sind aber auch diese kleinen, besonderen Momente, wo ich mir sage: Mädel, ein BISSCHEN was machst du doch richtig #verliebt ....

LG Emestesi

Beitrag von gingerbun 18.01.11 - 21:48 Uhr

Du das seh ich auch so. Es wird gegrüsst und sich bedankt. Unsere Tochter ist zwar erst 3 aber ich hab längst begonnen ihr beizubringen dass sie sich selbst um ihre Sachen zu kümmern hat. Das heisst wenn sie was mitnimmt hat sie drauf zu achten. Wenn sie was "verräumt" bin nicht ich diejenige die es beetweise sucht. So Schritt für Schritt Verantwortung zu übernehmen finde ich schon gut und wichtig. Mag sein dass ich auch ab und zu streng bin. Ich denke aber es schadet nicht. Auf der anderen Seite bekommt sie sehr viel Liebe und Zuneigung. Halt ein gesunder Mix.
Ich finde Teenies die von Mama ausschliesslich noch das Brot geschmiert bekommen gehen gar nicht. Ich kann mir aber gut vorstellen dass meine Tochter dann automatisch "Interesse" hat diverse Aufgaben zu übernehmen da wir ihr es einfach so vermitteln.
Britta

Beitrag von derhimmelmusswarten 18.01.11 - 20:06 Uhr

Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen. Meine Eltern ließen sich scheiden als ich 5 oder 6 war und meine Mutter, die nebenan wohnte, ging Vollzeit arbeiten. Meine Oma stand morgens mit mir auf, machte mir Frühstück und brachte mich dann zum Schulbus bzw. zu einem anderen Mädchen im Ort, mit der ich dann zusammen den Weg zur Schule ging. Wenn ich nach Hause kam, hatte meine Oma gekocht. Meine ganze Kindheit lang war ich keinen einzigen Tag allein. War meine Oma mal nicht da, was dann nur an Krankheit oder Friseurbesuch liegen konnte, wartete mein Opa auf mich. Es war eine wunderbare Kindheit. Es war schön zu wissen, dass immer jemand zu Hause auf mich wartet. Leider verstarb mein Opa letzten Mai und nun ist auch meine Oma sehr schwer erkrankt. 27 Jahre lang waren sie immer da. Und ich hoffe, dass es auch bei meinen Kindern so sein wird, dass sie nie allein sein müssen, wenn sie noch so klein sind.

Beitrag von daisy80 18.01.11 - 20:13 Uhr

Mein Papa ist sein Leben lang vollziet arbeiten gegangen, meine Ma in meinen ersten Jahren halbtags. Da war ich dann bei meiner Oma und ich fand das alles wunderschön.

Mit 5 kam ich in den Kindergarten.
Als ich 6 war, wurde meine erste Schwester geboren und die traumhafte Zeit war vorbei ;-)

Beitrag von nixfrei 18.01.11 - 20:21 Uhr

Hallo,

als ich 6 war, musste ich alleine aufwachen. Den Wecker bekam ich erst später zu Weihnachten, bis dahin hatte ich nur eine normale Uhr ohne Weckfunktion.
Nach dem Aufstehen/Anziehen habe ich mir Milch warm gemacht, was gegessen und mir Brot für die Schule geschmiert. Da ich darauf keine Lust hatte, war meist nur Butter drauf und ich hatte später keine Lust es zu essen #schmoll

Nach der Schule war ich im Hort, aber später dann war ich auch ein Schlüsselkind und in den Ferien mit meinen Geschwistern teilweise ganz allein zu Hause.
Solange ich denken kann, hatten wir unsere Aufgaben, wie Aufräumen, Geschwister beaufsichtigen, Abwaschen, Kehren, Betten machen... mit 6 hab ich das mit Sicherheit schon gemacht.

Heute käme wohl keiner mehr auf die Idee, sein Kind alleine nach Hause laufen oder gar den ganzen Tag alleine zu Hause zu lassen in dem Alter...

LG

Beitrag von melly74 18.01.11 - 20:25 Uhr

Wo ich deinen Text soo lese muss ich sagen, ist schon krass wie unterschiedlich das "Gestern" und "Heute"

Damals mit 6 (1980) war ich meistens von morgens bis abends draußen und hab immer jmd zum spielen gefunden. Ich war echt ein kleiner Streuner. ich wußte, in welchem "Gebiet" ich mich bewegen durfte und das tat ich auch....

Zur Schule bin ich auch recht schnell alleine bzw in grüppchen gegangen.

heute...

Meine Tochter 7 war noch NIE alleine draußen, im Schrebergarten darf sie auf dem Geände sich frei bewegen. Zur Schule geht sie (noch) nicht alleine, das sie die meiste Strecke ALLEINE laufen müßte.....und ich finde sie zu klein dafür....

Ich finde es komsich, wie sehr man heute doch zur Glucke neigt, klar damals gab es auch Kinder die verschwinden, ich denke mal da WWW sorgt leider heute dafür, das wir ALLES mitbekommen.....Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das meine maus groß wird. Ich weiß auch nicht, WIE ich das am besten mal in Angriff nehmen kann....Ich meine ich kann nicht bis 18 immer alles für und mit ihr machen#schein

Aber früher war meine Mama immer zuhause, wenn ich von der Schule kam, leider kann ich das nicht, so das meine Kinder nach Schule und Kindergarten zu meinen Eltern gehen, aber auch da fühlen sie sich wohl.

lg

Beitrag von gingerbun 18.01.11 - 21:42 Uhr

Hallo,
meine Eltern waren immer arbeiten und ich kam mit 11 Monaten in eine Kinderkrippe. Danach war ich im Kindergarten. Eine schöne Zeit. In den ersten vier Schuljahren war ich nach der Schule im Hort, der ging bis 16 Uhr. In den ersten 2 Schuljahren haben wir dort mittags sogar noch geschlafen. Dort wurden auch Hausaufgaben gemacht, dann gespielt. Ich war super gern im Hort. Ich bin auch mit Schlüssel nach Hause, war gar kein Thema, meine Mutter kam eine halbe Stunde später. Jeder hatte seine Aufgaben im Haushalt, ich war auch recht frühzeitig einkaufen, Brot und Milch und so. Ich hab auch früh gekocht und gebacken, rein aus Interesse. An der Nähmaschine sass ich das erste mal mit 16. Ich kenne aus meiner Kindheit nur ein Mädchen dessen Mutter zuhause war - bei allen anderen lief es wie bei mir. UND: Es war nicht schlimm.
Gruß!
Britta (1973 geboren in Karl-Marx-Stadt)

Beitrag von imzadi 18.01.11 - 22:46 Uhr

Als ich mit 7 Eingeschult wurde brachte mich meine Mutter die ersten Tage früh zum Schulbus. Mittags gab es jeden Tag warmes Essen. Hin und wieder hat meine Mutter auch mal bei meinem Vater in der Firma ausgeholfen wenn viel zu tun war. Aber bis ich von der Schule kam war sie wieder zuhause. Als ich ca 12 war ging sie dann regelmäßig 4 Stunden am Tag arbeiten.

Mein Vater hatte mit unserer Erziehung nicht viel am Hut, er war beruflich sehr eingespannt. Mein 20 Geburtstag war der erste an dem mein Vater mitgefeiert hat, aber auch nur weil er ein Gipsbein hatte. Omas und Opas wohnten sehr weit weg und habe ich nur alle paar Monate gesehen.

Nachmittags trfen wir Nachbarkinder uns und spielten im Wald, am Fluß oder wir fuhren im Rudel zum 7 KM entfertnten Schwimmbad. Zum Abendessen war es selbstverständlich zu hause zu sein, ausser ich hab vorher bescheid gesagt das ich woanders esse dann durfte ich im Sommer auch schon mal bis 20 Uhr weg.

An sich hatte ich eine sehr schöne Kindheit, würde meine Eltern gegen nichts auf der Welt eintauschen!

Geboren 1973, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Franken.

Beitrag von sassi31 19.01.11 - 02:12 Uhr

Hallo,

ich wurde damals von meiner Mutter geweckt. Sie hat Frühstück gemacht und wenn notwendig auch mal beim Anziehen geholfen. Vor allem aber hat sie aufgepasst, dass wir rechtzeitig zur Schule losgegangen sind. Gefahren wurde keiner, weil wir kein Auto hatten. Hat es geregnet, haben wir entsprechende Kleidung angezogen und einen Regenschirm mitgenommen. Mittags wurde gegen 13:30 Uhr gegessen, weil dann alle zuhause waren.

Wir mussten im Haushalt helfen. Abwaschen, Geschirr in den Schrank stellen, Abfall runter bringen, staubwischen und auch einkaufen (nicht nur Kleinigkeiten, sondern durchaus auch schwere Sachen). Unsere Zimmer mussten wir auch alleine aufräumen.

Die Schultaschen haben wir allein gepackt. Hausaufgaben hat sie in den ersten 4 Jahren kontrolliert. Ab der 5. Klasse waren wir selber dafür verantwortlich. Finde ich auch gut so. Irgendwann müssen Kinder lernen, dass sie die Verantwortung für die Hausaufgaben tragen.

Meine Mutter war zwar Hausfrau, aber wir haben auch früh vermittelt bekommen, dass Arbeit wichtig ist und wir selber dafür verantwortlich sind, wo wir später im Leben stehen.

Gruß
Sassi

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