Ich komme mit dem Tod meiner Oma nicht zurecht!

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von lilie684 18.01.11 - 20:53 Uhr

Hallo,

vor zwei Wochen war meine Oma sehr erkältet. Sie sollte inhalieren und ich habe abends noch mit meiner Mutter und meiner Oma telefoniert und wollte unser Inhaliergerät sofort vorbei bringen. Da ich aber etwas weiter weg wohne meinte meiner Mutter, dass es auch am nächsten Tag noch reicht. Am nächsten Morgen hab ich bei meiner Oma angerufen und mich nach der Nacht erkundigt. Hab zu meiner Mutter gesagt, dass ich mich noch kurz anziehe, in die Apotheke gehe und dann komme. Ich war um kurz nach10 da.

Wir haben uns kurz unterhalten und sie hat sich darüber gefreut, dass mein Kleiner auch mitgekommen ist. Hab dann meiner Mutter erklärt wie das Inhaliergerät funktioniert und haben angefangen zu inhalieren. Der Kleine hat noch zugeschaut aber ihm war langweilig. Hab ihn dann zusammen mit meinem Mann ins Wohnzimmer geschickt zum Kinderstunde schauen. Als mein Sohn weg war, ist mir , dass meine Oma irgendwie gelb ist. Sag das noch zu meiner Mutter und in diesem Moment verdreht meine Oma die Augen. Erst hab ich gedacht sie wäre bewusstlos und hab ihr das Gebiss entfernt, solange meine Mutter den Arzt angerufen hat. Nur meine Oma atmete nicht mehr und wurde gelblichweiß. Hab dann schnell meinem Mann gerufen um zu schauen. Aber da war der Blick schon starr und kein Puls mehr zu fühlen. Meine Oma war tod! Gestorben als ich mit ihr inhaliert habe. Kurz darauf war der Arzt da und konnte wirklich nur den tod bestädigen. Herzversagen! Hab sie dann noch zusammen mit dem Arzt in ihr Bett gelegt.

Ich kann es einfach nicht verstehen. Wie konnte meine Oma nur so schnell sterben. Keine 2 Minuten zuvor hat sie noch mit meinem kleinen gelacht. Manchmal hab ich das Gefühl, sie wusste genau das sie sterben wird und hat nur auf uns gewartet. Mich schockiert aber noch immer wie schnell sie weiß wurde. Nachts ist es besonders schlimm. Ich kann nicht mehr schlafen, habe Panikattaken und fühle mich hilflos und alleine gelassen. Meine Oma war mir doch so wichtig! Sie war mein Vorbild! Mit ihr konnte ich über mehr reden als mit meiner Mutter! Wegen ihr habe ich doch meine Sammelleidenschaft! Oma, ich vermisse dich!

LG L

und danke das ich mir einfach mal von der Seele schreiben durfte auch wenn es sehr lang geworden ist.

Beitrag von pechawa 18.01.11 - 21:12 Uhr

Hallo Lilie,

deine Trauer ist noch frisch und es ist verständlich, dass du nicht schlafen kannst......
Wenn aber einige Zeit vergangen ist, wirst du klarer denken. Du darfst dich geehrt fühlen, dass du deiner Oma in ihrer letzten Stunde beistehen konntest. Sicher ist so ein schnelles Ende nicht schön für alle, die diesen Menschen geliebt haben, aber wünschen wir uns nicht alle so einen Tod?
Meine Oma starb, als ich 16 war. Mittwochs wurde ihre unheilbare Krankheit festgestellt und Samstags war sie tot :-( Sie starb in einem Krankenhaus und ich sah sie das letzte Mal am Mittwochmorgen, als ich mich von ihr verabschiedete und ihr viel Gesundheit wünschte, da sie wegen einer nicht ausheilenden Erkältung ins Krankenhaus musste. Ich bereue es noch heute, dass ich nicht Abschied nehmen konnte, weil meine Mutter wollte, dass ich sie so in Erinnerung behalten solle, wie sie vorher war!

Liebe Grüße
Pechawa

Beitrag von saskia161181 18.01.11 - 21:58 Uhr

Hi, #liebdrueck

meine Oma ist nächsten Monat schon vier Jahre tot und es tut immernoch weh...nicht mehr so sehr wie am Anfang, aber immer noch so sehr, dass ich nicht an ihr Grab gehen kann...
meine Oma und ich waren seelenverwand, es gab etwas zwischen uns, was es zu niemand anderen in meinem Leben gibt...ich habe sie gepflegt, viele Jahre und sie jeden Tag ein Stückchen mehr sterben sehen...ich konnte mich auf ihren Tod vorbereiten, du hattest keine Chance dazu...es sind gerade mal zwei Wochen vergangen um zu trauern, gib´ dir Zeit...solltest du irgendwann merken, dass du mit der Situation nicht klar kommst - lass´ die helfen...bei uns gibt es z.B. ein Trauercafe, organisiert von einem Bestattungsunternehmen...dort kann man sich austauschen und mit anderen betroffenen sprechen...
und zu deinem Satz "ich glaube sie hat nur auf uns gewartet" - ich glaube auch daran, denn bei uns war es ähnlich...
ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit,

Saskia

Beitrag von lisa-marie040984 19.01.11 - 08:22 Uhr

Huhuuu ihr Lieben...
Ich kenne euer Problem nur zu gut...
Meine Oma ist am 10.04.diesen Jahres schon 3 Jahre tot und ich weine noch immer um sie.
Ich kann das auch nicht verstehen. Ich wünsche mir auch ständig dass ich noch mal zu ihr hinfahren könnte.Ich hatte auch ein super Verhältnis zu ihr..In allen Fragen die ich hatte konnte sie mir helfen..
Auch gerade jetzt wünschte ich sie wäre noch da weil ich einen 3 Monate alten Sohn habe und es wäre halt ihr Urenkel.... Ach aber das schöne daran ist, dass man weiß dass sie nicht mehr leiden musste...

Bin froh dass ich so ne Oma hatte...
Immer dankbar sein dass man so viele schöne Erinnerungen hat und dankbar sein dass man sie hatte ...
Ist immer leicht gesagt ich weiß....
Wünsche euch trotzdem auch viel Kraft für die Zeit...

Liebe Grüße

Beitrag von alpenbaby711 19.01.11 - 11:50 Uhr

Glaub mir ich weiß wie du dich fühlst. Meine Oma starb vor 2.1/4 Jahren einen Tag nach meinem Geburtstag. ich wußte an dem Tag ich muss täglich damit rechnen und konnte leider nicht bei ihr sein. Das Krankenhaus hat bei einer Blutvergiftung geschlampt. Aber ich war wenige Tage vorher noch die 300 km extra zu ihre gefahren wegen 2 Stunden KH und das war es wert. Versuch es so zu sehen, keiner kann dir zwar dein Oma wieder geben, aber sie starb schnell, glücklich ( weil sie kurz zuvor deinen Kleinen noch sah) und ohne Schmerzen. vielleicht hilft das mit der Zeit ein wenig.
Ela