Spermiogramm

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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von melli-27 18.01.11 - 22:14 Uhr

Hallo Mädels,

mein Mann und ich versuchen jetzt seit etwas mehr als 3 Jahren unsere Familienplanung in Gang zu bringen. 2009 und 2010 hatten wir jeweils ein Sternchen Ende des 3. Monats :-(.

Es ist jetzt ein halbes Jahr her und ich war heute zur normalen Vorsorge beim Gyn. Meine Hormonwerte sind soweit völlig im grünen Bereich, der Blutdruck sehr niedrig. - Grund für die 2 #stern. Mein Gyn hat heute gemeint, mein Mann sollte jetzt ein Spermiogramm erstellen lassen um dann zu sehen, wie es weitergeht.

Dass mein Mann ein SG machen lassen will, darüber spricht er schon mehr als 1 Jahr, er ist nur nicht hingegangen. Letzte Woche sagte er mir, er würde sich jetzt kümmern ... Heute nach der Mitteilung des Doc habe ich ihm einen Termin geholt fürs nächste Quartal.

Er war stinksauer... er wüsste schon jetzt wie das Ergebnis aussehe und alles wäre in Ordnung.

Könnt Ihr das verstehen? Wo ist das Problem, alle Seiten abchecken zu lassen???? Ich habe auch schon diverse Sachen über mich ergehen lassen müssen. Ist das denn für die Männerschaft so ein Kraftakt?

Schickt mir bitte Eure Meinung und ab wann hätte er da längst mal hingehen sollen?

Danke und Gruß Melli mit 2 #stern im Herzen

Beitrag von shiningstar 18.01.11 - 22:18 Uhr

Sag Deinem Mann einfach, dass der Kiwu euch beide betrifft, dass Du ja schließlich auch alle möglichen Untersuchungen über Dich ergehen lässt und dass ein Spermiogramm für den Urologen eine ganz normale Untersuchung ist wie auch beim Zahnarzt, Augenarzt oder wo auch immer....

Mal im ernst, für viele Männer ist das zu Anfang ein Problem. War für meinen Mann auch nicht leicht. Haben das erste Spermiogramm zu Hause gewonnen, da konnte ich ihm bei helfen. Die Probe muss nur auf Körpertemperatur gehalten werden und innerhalb von 30 Minuten in der Praxis sein.
Alle anderen hat er ganz alleine in der Praxis geschafft.

Ich wäre auch sehr enttäuscht gewesen, wenn ich alle möglichen Hormone schlucke, ständig beim Frauenarzt die Beine breit mache usw. und von seiner Seite aus nichts gekommen wäre...

Beitrag von grinsgesicht 18.01.11 - 22:26 Uhr

Hallo Melli,
mein Mann ist auch nicht begeistert von dem SG aber er hat es ohne Probleme gemacht. Das erste vor zwei Jahren war auch noch im normbereich (da kam unser Sohn) heute war er beim Urologen und da wurde an beiden Hoden das Sternhimmelsyndrom gestellt. Leider mit wenig erfolg auf einer normalen Schwangerschaft. Er muss jetzt auch Sg machen aber er macht es und das mir zu liebe.
Er findet es aber gar nicht toll und heute die Diagnose hat ihn ganz schön runtergezogen.
Mal sehen wie es weier geht.
Liebe Grüße
P.S. Ich glaube man kann das so nicht sagen ob er schon längst hätte
hingehen müssen. Vieleicht hilft es ihm wenn du mitgehst?
Manche Männer brauchen einen Arschtritt:-)
Liebe Grüße

Beitrag von tritratrullalala 18.01.11 - 22:30 Uhr

Einerseits kann ich mich immer tierisch über Männer aufregen, die sich vorm Spermiogramm drücken. Wir Frauen machen echt unangenehmere Sachen mit.

Andererseits haben Männer natürlich reichlich Ängste. Oft genug liest man hier in Postings davon wer "schuld" ist am unerfülten Kinderwunsch. Und wer will schon gerne schuld sein? Zeugungsfähigkeit gehört im weitesten Sinne zum Thema Potenz und welcher Mann will das schon gerne testen lassen?

Davon abgesehen sind es Männer schlicht nicht gewohnt, beim Arzt die Hose herunter zu lassen. Im Gegensatz zu uns Frauen, die wir das oft schon seit jungen Jahren machen. Ich glaube das macht viel aus.

Grundsätzlich scheint mir eine kleines Beziehungsgespräch anzustehen: Wollen wir beide das gleiche? Wollen wir beide unseren Teil dafür tun? Kann das hier funktionieren, wenn sie einer immer drückt und die Probleme ignoriert? Versuch ein offenes Ohr für seine Ängste zu haben, aber mach ihm auch klar, dass ihr auf diese Weise nicht zu Eurem Kind kommt.

Alles Gute,
Trulli

Beitrag von sternlein24 19.01.11 - 08:22 Uhr

hi
das tehma hatte ich und meiner auch .als wir mal später darüber geredet haben, sagte er, das es sein stolz war. er wolltees nicht wahr haben das es an ihm liegen könnte. als die ergäbnisse kamen, musste ich ihn trösten. es war echt schlimm für ihn und er hat dann auch mehrere sp gemacht um das so zu akzeptieren.
Und er sagte das was ihn dazu gebracht hat, dort hin zu gehen, war das er mich nicht so leiden sehen konnte. gib deinem mann etwas zeit, und versuch es immer wieder anzusprechen, wie wichtig es für dich ist, wie es dir dabei geht, und das igal was raus kommen würde du ihn nicht verlässt sondern bei ihm bleibst. das hat meinem geholfen.
ich wolte es wissen, ob ich probleme habe und mein mann, hatte viel zu große angst davor.
lg

Beitrag von andarielle 19.01.11 - 08:27 Uhr

Hallo Melli,

so im nachhinein habe ich das Gefühl, daß die Taktik meiner KiWu - sofern möglich immer beide zu allen Terminen zu bitten - gar nicht schlecht ist. Ich weiß nicht, was Männer sich vorstellen, wie solche Gyn-Termine ablaufen (Kaffee und Kuchen im Plüschsessel?), aber zumindest mein Mann hat beim Anblick des Gyn-Stuhls und der ganzen Untersuchungen doch öfter mal ganz schön groß geguckt. Als die FÄ dann meinte, daß nun doch zeitnah das SG anstehe, war Männe zwar immer noch nicht begeistert, hat das aber ohne zu Murren ("ach ne danke, das "Männer-Zimmer" ist mir 3 mal lieber als dieser komische Stuhl und die ganzen Gyn-Geräte" #rofl )auch mitgemacht.

Daß Männern das unangenehm ist - kein Thema. Daß sie nach all den Jahren, in denen das alles nur "Frauen - und Gynäkologen"-Sache war erstmal aus allen Wolken fallen, wenn sie aktiv werden müssen - auch kein Thema. Daß Dein Mann erstmal muffig wird, wenn Du ihm so einen Termin aufs Auge drückst - irgendwo auch verständlich.
Nimm ihn zum nächsten Gyn-Termin doch einfach auch mal mit, damit er halbwegs ein Bild von Deinem Part in der ganzen Sache bekommt - ich glaube kaum, daß er danach immer noch so rumzickt ;-).

Liebe Grüße und alles Gute,
Anda


Liebe Grüße und toitoitoi,
Anda

Beitrag von melli-27 19.01.11 - 17:05 Uhr

Liebe Anda,

mein Männe hat mir seit 3 Jahren erzählt, er bräuchte da nicht hin, er wisse das Ergebnis ohnehin schon, alles i. O.!!!

Er war mit beim Gyn und als wir unser 2. #sternchen verloren haben, war er im Krankenhaus bei den Untersuchungen dabei. Er hat schräg hinter mir auf einem Stuhl gekauert und wusste nicht wo links und rechts ist .... Ich fühlte mich am Tag des Verlustes irgendwie komisch und hatte mich aufs Sofa gelegt. Männe hat sich mit unseren Freunden zum Kiten getroffen und als ich aufstehen wollte um mir was zu trinken zu holen, lief mir schon alles am Bein herunter. Die Untersuchung im KKH war einfach nur grauselig. Mir liefen einfach die ganze Zeit die Tränen und mein Männe tat mir so leid, weil er mir nicht helfen konnte. Ich musste einfach die ganzen Untersuchungen etc. und AS am nächsten Tag über mich ergehen lassen und er stand einfach hilflos da ...

Er sagte nach der AS vor 6 Monaten, er ginge jetzt zum SG, damit mein "Kopf" beruhigt sei. Allerdings hat er nie einen Termin gemacht.

Er meint immer nur, ich solle mal den Kopf ausschalten und an den Kiwu rangehen wie an eine Handarbeit. Ein Zyklus wäre ein Versuch. Wenn mir an der Nähmaschine was nicht gelingt, dann würde ich doch auch wieder alles auffrickeln und neu starten...

So einfach ist das nicht. Nächste Wochen hätten wir ET gehabt und in unserem Bekanntenkreis sind 13 Paare inkl. meiner Schwester, die jetzt von Mitte Dez. bis Mitte Feb. Familienzuwachs bekommen. Manchen Tag ist es einfach nur hart ...

Ich habe mit meinem Mann bereits mehrfach darüber gesprochen, dass es für unsere Ehe keine Rolle spielt, ob wir ein gemeinsames Kind bekommen oder nicht. Ich wäre auch bereit, eines zu adoptieren. Ich habe ihm klar gemacht, dass ich ihn liebe, egal was das SG zeigt. Ich glaub er hat einfach tierisch Angst davor. Sein Pa hatte letzten Sommer Prostatakrebs...

Ich werd auf jeden Fall dranbleiben und den Kopf hoch halten, auch wenn es mir manchen Tag nicht so gut geht.

Danke und Gruß Melli

Beitrag von andarielle 19.01.11 - 18:03 Uhr

Liebe Melli,

ach Mensch #liebdrueck, es tut mir leid zu lesen, was Du - Ihr alles schon ertragen mußtet :-(, aber langsam wird mir klarer, warum Dir da grad der Kragen platzt und ich denke, dann war es wirklich das beste für ihn den Termin zu machen, auch wenn er erstmal meckert, was das Zeug hält.

Daß Dein Mann wahrscheinlich tierisches Angst vor Unfruchtbarkeit und Krebs hat, kann ich gut nachvollziehen, aber die SG-Ergebnisse sind genau wie Deine Ergebnisse die Entscheidungsgrundlage für Eure Ärzte UND für Euch, wie es denn nun weitergeht (ob nun wie bisher, oder via KiWu-Praxis oder via Adoption), und das ist nun wohl wirklich Grund genug dafür gegen seine Ängste anzukämpfen.

Hätten mein Mann und ich diese Ängste (Krebs in beiden Familien) nicht bekämpft, und nicht in den sauren Apfel gebissen, hätten wir weder seine Asthenozoospermien-Diagnose nie bekommen, und bei mir wären weder der Polyp mitten in der GM entfernt, noch das Myom, das man noch eine OP später gefunden hat. Wäre ich dann heute schwanger? Mit Sicherheit nicht.

Halt also weiter den Kopf hoch, und kämpfe weiter! Und wenn Du reden magst - schreib mich wirklich gern jederzeit über PN an! :)

Liebe Grüße
Anda