Angst vor Gespräch

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Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 09:28 Uhr

Hallo
ich weiss, dass ich ein Gespräch mit meinem Mann führen muss. Wollte das eigentlich gestern abend schon machen. Da er aber unbedingt was im Fernsehen schauen wollte habe ich ihm nur gesagt, dass wir reden müssen, weil da langsam war für mich echt zum Problem wird. Es geht schon jahrelang so, dass wir gerade mal 1 mal Sex im Monat haben. Mit der Zeit wurde es immer weniger. Ja, ich weiss, dass er unter der Dusche sich einen runterholt und ich weiss auch, dass er Pornos schaut. Ziemlich regelmässig macht er das.Gut, ich habe mir gesagt, dass das nichts schlimmes ist, ist normal. Jetzt ist es so, dass wir immer weniger Sex miteinander haben. Und wenn, dann so dass er unten liegt und ich oben so nach dem Motto, mach du mal und wann bist du fertig. Letztes Jahr hatten wir genau 3 mal Sex. Und auch nur, weil ich mich beschwert habe ich habe ihn gefragt, ob er denn kein Verlangen danach hat, keine Antwort. Gespräche mit ihm werden meistens ein Monolog. Bei solchen Monologen habe ich bisher auch nie erwähnt, dass ich weiss, dass er Pornos schaut und unter der Dusche masturbiert. Ich habe mich schön angezogen, versucht ihn zu verführen, keine Reaktion von ihm. Ich habe mir gesagt, mit der Zeit wird es nunmal weniger und er ist auch nicht mehr der Jüngste, ok aber jetzt denke ich, dass es was anderes ist.
Bei den letzten 2 mal Sex ist er nämlich nicht gekommen dass heisst, ich habe ihm dann einen geblasen, weil er geschwächelt hat.
Bis aufs letzte Mal, da habe ich ihm keinen geblasen. Er hat auch nur schwer eine Errektion bekommen und die hat gerademal solange angehalten, bis ich *fertig* war.
Ich bin jetzt zu dem Schluss gekommen, dass ich das Gespräch, dass unbedingt stattfinden muss, von vornherein als Monolog plane. Ich rede und er soll zuhören. Wenn er was dazu zu sagen hat, dann kann er das ja tun. Und bis er etwas dagegen sagt oder erklären kann, steht meine Meinung.
Er ist pornosüchtig, masturbiert viel zu viel, hat dadurch kein Verlangen mehr nach zwischenmenschlichem Sex und jetzt ist es schon soweit, dass er nichtmal einen mehr hochkriegt.
Und dass es nicht am mir liegt, weil ich wirklich geduldig war, abgewartet habe, Gespräche gesucht habe und nichts hat sich geändert.
Drückt mir die Daumen.

Beitrag von malsoheut 19.01.11 - 09:39 Uhr

er ist pornosüchtig und macht zu viel SB ?

wenn der sex mal gut war und dann so doll leidet wie bei euch,
dann ist wohl eher vielleicht was anderes im argen.
vielleicht bist du für ihn nicht mehr so attraktiv und hast weniger ausstrahlung als früher ? und da bringt es auch nix, sich was schönes anzuziehen...weil das glättet nicht eure probleme.

wie verläuft euer altag? bist du mit dir und deinem leben zufrieden?
was tust du für dich damit es dir gut geht ?

ich sag nicht das du eine schuld bei dir suchen sollst,
aber es schad nie mal selber in den spiegel zu schaun.
damit meine ich nicht das aussehn ansich.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 09:51 Uhr

Na danke für den Hinweis. Soweit bin ich schon, das habe ich durch.
Unser Alltag verläuft so, dass ich mir natürlich kleine Liebkosungen, mal eine Umarmung oder einen Kuss wünsche. Wenn ich was sage, bekomme ich es und dann schleift es wieder. Ich selbst bin mit meinem Leben ansich zufrieden, liebe meinen Job, die Kinder sind aus dem Haus und selbständig.
Flirten mit anderen Männern klappt wunderbar, so schlecht sehe ich wohl doch nicht aus, dass mich keiner mehr bemerken würde. Lange blonde Haare haben durchaus ihren Reiz.
Es ist auch nicht so, dass ich denke, dass mich mein Mann nicht mehr liebt. Er liebt mich, das merke ich an anderen Dingen, eben wenn es um kleine Gefälligkeiten geht, wie unaufgefordert den Müll runterbringen, unaufgefordert Kaffee kochen und mir zu bringen, Hilfe beim Wäscheaufhängen, einen Film aufnehmen, den ich nicht sehen kann, weil ich nicht zuhause bin, um mal Beispiele zu nennen. Er ist eigentlich ein ziemlicher Egoist und denkt nicht oft an andere.

Beitrag von gunillina 19.01.11 - 12:38 Uhr

Jetzt muss ich mich doch einmischen.

Wenn das für dich Liebesbeweise sind, weiss ich auch nicht.

Liebe ist

-einander zuhören können

-dem anderen das Gefühl der Geborgenheit geben können

-Nachts aufwachen und sich ungemein darüber freuen, dass der andere da ist. Ihn aufwecken und ihm das sagen. Egal, wo er grad ist...

-Vertrauen und Vertrauen geben

-vollkommene Hingabe dem anderen Gegenüber

So etwas ist für mich Liebe (und die Liste lässt sich fortführen). Mir ist es vollkommen egal, ob der Mann, der mich zu lieben scheint, den Müll raus bringt.

Bitte, überdenk das alles noch einmal. Ich will dich hier nicht verarschen. Ich finde nur, du verrennst dich da und missachtest evtl. weitaus schwerwiegendere Probleme als ausbleibender Sex.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 12:57 Uhr

ja, zuhören können ist wichtig. Er hört mir ja zu, allerdings bekomme ich auf Fragen keine Antworten, nur ein Schulterzucken. Du hast echt Nerven, ich möchte mal wissen, wieviele Männer es schön fänden, nachts geweckt zu werden. Wenn möglich jede Nacht, weil der Frau danach ist.
Nun gut, ich werde mir das, was du geschrieben hast, durch den Kopf gehenlassen.

Beitrag von gunillina 19.01.11 - 12:58 Uhr

Also, zwei kenne ich schon einmal.

Der eine teilt sich sein Bett mit mir.

Der andere mit meiner Schwester im Geiste. #winke

#liebdrueck

Beitrag von thea21 19.01.11 - 13:05 Uhr

#verliebt

Beitrag von thea21 19.01.11 - 13:14 Uhr

Gunni hats schon geschrieben, aber nochmal...

Was hat Müll rausbringen und Kaffeekochen mit: Ich liebe dich zu tun?

Für mich garnichts. Ich finde es selbstverständlich den Haushalt ordentlich zu halten und wenn du ehrlich bist, kannst du dir vielleicht sogar eingesehen, das sein Haushalt auch ohne dich geschmissen würde. Wem beweist er denn da die Liebe. Dem Mülleimer?

Im Ernst. Ich vermute du hast ein generelles Problem damit (was verständlich ist) dir einzugestehen, bzw vielmehr in Erwägung zu ziehen, das fehlende oder schwindende Gefühle der Grund für sein Verhalten sein könnten.

Natürlich ist es schwer sich solche Gedanken zu machen, vor allem wenn man selbst nicht so fühlt.

Ob ein Monolog etwas bringt oder nicht, kann ich dir nicht sagen, da ich weder dich noch deinen Mann kenne.

Mein Partner hätte mir nen Vogel gezeigt und wäre gegangen, wenn ich anfangen würde mit ihm zu reden, als wäre er ein Kind.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 13:32 Uhr

Dein Partner verhält sich aber auch bestimmt nicht wie ein Kind dem zu einer Frage nur ein Schulterzucken einfällt.Angenommen es ist so, dass er keine Gefühle für mich mehr hat. Was tun? Gehen? Kampflos gehen? Oder versuchen ihn irgendwie aus der Reserve zu locken? Und wie stelle ich das an? Ich habe soviel Gefühl für ihn, soll ich einfach warten, bis die vergehen?

Beitrag von thea21 19.01.11 - 13:37 Uhr

Das Schulterzucken muss nichtmal darauf deuten, das er kindisch ist. Vielleicht eher selbst hilflos.

Was du tun möchtest und kannst, weißt nur du selbst.

Das wiederrum kannst du nur herausfinden, wenn ihr redet. Nicht du, sondern ihr!

Alles weitere baut darauf auf. Aktion - Reaktion.

Und im schlimmsten Fall, wenn kämpfen nicht mehr lohnt, dann wirst du Zeit brauchen, bis deine Gefühle im Reinen sind.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 13:45 Uhr

Reden habe ich ja versucht die ganze lange Zeit über. Ich habe zuerst alles auf mich bezogen, dass es an mir liegt wie Frau das ja gerne so macht. Habe Fragen gestellt, wie wir etwas ändern können, Antwort Schulterzucken. Habe es auf die lustige Tour versucht, gesagt, dass ich untervögelt bin. Das hat dann jeweils zu Sex letztes Jahr geführt. Dann hab ich erstmal wieder alles ruhen lassen. Und es kam nichts mehr weiter. Du schreibst Aktion - Reaktion. Was für eine Aktion muss ich loslassen, damit ich endlich eine Reaktion erhalte? Eine Reaktion die etwas ändert und zwar nicht nur für den Moment. Bevor in mir drin was kaputtgeht, meine Liebe zu ihm kaputtgeht? Ab wann lohnt sich das Kämpfen nicht mehr?
Danke dass du mir schreibst.

Beitrag von thea21 19.01.11 - 13:55 Uhr

Mhh...Unter Umständen kann schonn das Schulterzucken eben DIE Reaktion sein ...

Die Frage ist, wielange du das möchtest und ab wann Konsequenzen angesagt wären...

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 14:05 Uhr

na ich möchte, dass sich JETZT was ändert. Es MUSS sich was ändern! Konsequenzen, ja eben. Irgendwie ist das Gespräch mit dir jetzt so, als würde ich mit ihm reden. Dreht sich im Kreis und geht nicht weiter.
Bei dir kann ich jetzt sagen, okay, lassen wir es. Aber bei ihm möchte ich das nicht. Ich gäbe was für einen Temperamentsausbruch, von mir aus Brüllen Schreien, irgendwas. Und nicht nur Schulterzucken. Vielleicht bin ich auch zu ungeduldig? Es nagt an mir.

Beitrag von thea21 19.01.11 - 14:10 Uhr

Verständlich, dass das nagt. Aber das wird noch eine Weile so sein, wenn du weiterhin so ungeduldig bist.

Es gibt ja nur 2 Mgl. aufhören zu kämpfen, oder kämpfen. Das 2. wird unangenehmer, im Moment, für dich, WEIL du ungeduldig bist.

Und ein Gespräch dreht sich nicht im Kreis, nicht unseres. Ich sage dir meine Meinung, du hast deine, man kann nicht IMMER zusammenkommen. Aber verstehen und zuhören.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 14:30 Uhr

Verstehen und Zuhören.Darauf baue ich jetzt mal. Ja ich will kämpfen. Ich denke, ich war bisher zu sanft, nicht vehement genug. Und jetzt werde ich ungeduldig, weil sich nichts ändert. Ich denke, ich bin einen Schritt weiter. Ich werde das Gespräch suchen und beabsichtige nun, keinen Monolog zu führen. Sollte es dann doch wieder einer werden, wenn seine Antworten nur Schulterzucken sind, dann werde ich Konsequenzen ankündigen. Bleibt mir ja nichts anderes übrig. Danke, du hast mir geholfen!

Beitrag von thea21 19.01.11 - 14:32 Uhr

Gerne! Das wollte Gunnillina auch nur *anmerkend*

Ich wünsch dir viel Glück.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 14:38 Uhr

das mag denn wohl so sein. Aber Du hast eindeutig mehr Begabung dazu. Danke fürs Glückwünschen. Das brauche ich. Ich will bei dem Gespräch nämlich weder zornig werden, noch losheulen ich will ruhig bleiben dabei. Wenn mir das mal gelingt.

Beitrag von gunillina 19.01.11 - 14:46 Uhr

Hört hört.:-)

Beitrag von lichtchen67 19.01.11 - 10:00 Uhr

einer alleine hat eigentlich nie "schuld" wenn eine Ehe/Partnerschaft in so eine unbefriedigende Schieflage gerät. Das solltest Du bei allem bedenken und bei dem Gespräch vielleicht nicht erwähnen, dass es an Dir absolut nicht liegen kann, weil Du alles richtig gemacht hast.

Viel Erfolg.

Lichtchen

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 10:16 Uhr

du hast recht. Natürlich habe ich ebenfalls Fehler gemacht. Alleine zu aller erst die ganze Schuld bei mir zu suchen weil ich evtl. nicht mehr attraktiv genug bin und mir dann hinterher einzureden, dass alles völlig normal sei, wenn ein Paar eben länger zusammen ist, ihn nicht zu bedrängen weil man Männer nicht bedrängen soll und so zuzulassen, dass die Beziehung immer mehr in Schieflage kommt.
Ich werde dies in meinem Monolog berücksichtigen. Danke für den Hinweis

Beitrag von asimbonanga 19.01.11 - 10:34 Uhr

Hallo

<<<<Ich bin jetzt zu dem Schluss gekommen, dass ich das Gespräch, dass unbedingt stattfinden muss, von vornherein als Monolog plane. Ich rede und er soll zuhören. Wenn er was dazu zu sagen hat, dann kann er das ja tun. Und bis er etwas dagegen sagt oder erklären kann, steht meine Meinung. <<<<

Was soll das bringen???Er wird dich auflaufen lassen.
Ich würde das Thema offen und direkt ansprechen, ihm sagen wie es dir mit seinem Verhalten geht und dann gezielte Fragen stellen.Wie findet er euer Eheleben? Ist er zufrieden?Fühlt er sich körperlich fit?Macht ihr genug zusammen?Redet ihr überhaupt noch über euch? Habt ihr gemeinsame Interessen?
Seine Lustlosigkeit was euren gemeinsamen Sex angeht kann viele Ursachen haben:
allgemeine Ermüdungserscheinungen, zuviel Alltag,Bequemlichkeit, mangelnder Reiz--------
das gilt es heraus zu finden und ob er an einer Belebung und Auffrischung eurer Beziehung Interesse hat.

L.G.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 10:44 Uhr

Hallo
es hat natürlich schon einiges an Gesprächen in der Vergangenheit stattgefunden. Ich frage und er antwortet nicht oder bestenfalls mit einem Schulterzucken.
Auch ging es darum, wer denn nun den Anfang macht und dass ich es leid bin, dass ich immer den Anfang machen soll beziehungsweise muss, damit überhaupt etwas stattfindet.
Auch das Thema körperliche Fittness hatten wir, da er einen Bandscheibenvorfall hatte und ich ihn diesbezüglich gefragt habe, ob es da evtl. Schwierigkeiten gibt und ob er da mal seinen Arzt zu gefragt hat. Nein, damit sei alles in bester Ordnung, es habe keine Auswirkungen auf eine Errektion.
Hätte ich alles, was zwischen uns an Gesprächen oder Monologen meinerseits stattgefunden hat, aufgeschrieben, es wäre vom Text her zu lang geworden. Ich merke, wie ich mich jetzt immer mehr auflade, was hab ich zu verlieren?
Und die Sache mit dem mangelnden Reiz, ja das ist es doch! Eine Frau alleine nackt vor ihm kann ihn anscheinend nicht mehr reizen. Das ist Pornosucht unter anderem.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 10:53 Uhr

dank dir weiss ich jetzt, wie ich das Gespräch anfangen werde. Ja du hast recht, ich muss direkt fragen, nach seinen Interessen, wie er es sich vorstellt und ich muss auf eine Antwort bestehen. Wenn ich dann keine Antwort erhalte, dann kann ich loslegen mit meinen Vermutungen in Richtung Pornosucht.
Gut, dass ich hier geschrieben habe. Bringt ja doch Bewegung in den Kopf

Beitrag von badguy 19.01.11 - 12:55 Uhr

Deine Situation erinnert mich an meine vor ca. 10 Jahren. Und auch wenn die Ansätze, die dir asbo mit auf dem Weg gegeben hat, m. E. richtig sind, du stehst vor einer Herausforderung, die du m. E. nicht meistern wirst.

Warum nicht? Weil du mit einer vorgefertigten Meinung (Pornosucht) in ein Gespräch (Gefecht) gehen willst und von Anfang an bereit bist, Druck auszuüben.

Euer Problem liegt tiefer, als du in der Lage bist, mit diesem Gespräch zu gehen. Es treffen absolut verhärtete Fronten aufeinander, die müssen zuerst aufgeweicht werden. Bildlich gesehn willst du mit nem 3,5kg schweren Spalthammer eine Haselnuss knacken und das mit der scharfen Seite.

Beitrag von die_ängstliche 19.01.11 - 13:08 Uhr

Na, das ist doch mal eine Antwort! Vom Monolog bin ich ja mittlerweile wieder weg. Hast du irgendwelche Tipps für mich? Wie die Fronten aufweichen?