Er will wieder ins Ausland *achtung lang*

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lisa1408 19.01.11 - 09:46 Uhr

Guten Morgen ihr Lieben...

mein Mann und ich sind seit 1 Jahr zusammen... kennen uns seit 16 Jahren, wir sind gemeinsam in die Schule gegangen.
Bevor wir zusammengekommen sind, war er lange beim Militär (immer wieder längere Auslandseinsätze), Polizei, Cobra - dann ein Dienstunfall und er konnte nicht mehr in den aktiven Dienst zur Polizei. Das war auch die Zeit, in der wir uns näher gekommen sind.
Ich hab meinem Mann von Anfang an gesagt, dass ich nicht möchte, dass er wieder ins Ausland geht - wenn er nicht darauf verzichten kann oder will, müssen wir getrennte Wege gehen. Er hat mir damals klipp und klar gesagt, dass er lieber bei mir und meiner Tochter sein will, dass er lange genug im Ausland war, viele schreckliche Dinge gesehen hat - das alles will er nicht mehr.... für mich war damit alles in Ordnung.

Wir haben uns gemeinsam eine Wohnung 500 km von unseren Familien gesucht (er ist vor 7 Jahren der Liebe wegen schon hierher übersiedelt und hat eine 2 jährige Tochter). Nachdem wir 4 Monate hier gewohnt haben, bekam er ein tolles Jobangebot in den arab. Emiraten. Befristet auf 1 Jahr, Familie kann nach 3 Monaten nachkommen. Klingt ja alles toll und die ersten 3 Monate schaffen wir auch irgendwie... dachte ich.

Wir hatten 7 Tage Zeit um seine Abreise zu organisieren, Vollmachten zu machen, Bank usw. 2 Tage vorher haben wir noch geheiratet.

Als er dann bei seinem neuen Dienstgeber ankam, hat sich sehr schnell herausgestellt, dass dieser nie vorhatte, dass die Familie nachkommt. Anscheinend hat diese Firma sehr große Probleme, qualifiziertes Personal zu finden... na dann verspricht man halt schnell mal was. Bauernfängerei #aerger
Dann hat sich noch sein Heimaturlaub um fast 1 Monat verschoben, die letzten 3 Tage wusste ich nicht einmal wo er ist... kurzum - die Zeit war furchtbar!

Als er dann endlich wieder gesund und munter zu hause war, war klar - das machen wir nie wieder! Wir suchen uns beide eine Arbeit hier... so, das war im Oktober.

Bis jetzt hat mein Mann noch keine ordentliche Arbeit gefunden, was ich auf der einen Seite verstehen kann - in Österreich oder Deutschland ist die Nachfrage nicht wirklich groß - auf der anderen Seite hat er immer gewusst, dass das nicht so einfach wird und er eben Abschnitte machen muss.

Gestern dann der Supergau - wir hatten eine ziemlich heftige Diskussion über Job & Geld, von meiner Seite viele Vorwürfe, u.a. dass er schon wieder überlegt, ins Ausland zu gehen - OBWOHL ES DOCH ANDERS ABGEMACHT WAR!

Ich hab ALLES für ihn aufgegeben, meinen Arbeitsplatz, meine Familie und Freunde, hab meine Tochter aus ihrem sozialen Umfeld gerissen, usw.

Ich bin so hin- und hergerissen. Auf der einen Seite, hab ich von Anfang an gesagt, dass ich so nicht leben möchte und er wissen muss, was er will. Auf der anderen Seite sehe ich, dass er hier nicht glücklich ist und sich immer mehr und mehr in sich zurückzieht.

Aber mir würde es nicht gut gehen, wenn er wieder monatelang fort wäre....

Ich hab ihm gestern auch gesagt, dass er kein kleines Kind mehr ist und sich endlich entscheiden muss. Auf der einen Seite will er mit mir gemeinsame Kinder - auf der anderen Seite hat er schon wieder Hummeln im A**** und es zieht in weg.

Was soll ich nur tun?

Ich weiss, dass er hier bleiben würde, wenn ich es verlangen würde.... aber ob das auf Dauer gutgeht? Und ob es umgekehrt gutgeht, wenn ich ihm quasi "grünes Licht" gebe und selbst daran zu Grunde geh?

Ich weiss einfach nicht weiter....

SORRY für das lange #bla #bla #bla


Beitrag von seelenspiegel 19.01.11 - 11:20 Uhr

<<<Ich hab ALLES für ihn aufgegeben>>>

Das ist weder als Tiefschlag- noch böse gemeint, aber:


Selbst Schuld !



Das ist so ein Schlüsselsatz beim mir, den ich absolut nicht leiden kann: "Aber ich habe es doch für DICH getan."

Sry....entweder ich mache etwas weil ich es selbst will, oder ich lasse es bleiben wenn ich Zeifel habe, oder mir bei etwas nicht 100% sicher bin.....aber ich schiebe niemanden vor FÜR den ich etwas mache obwohl es gegen meine Überzeugung oder Wünsche geht.


Was bleibt also in Deinem Fall zu tun?

1.) Zurück in Dein altes soziales Umfeld
2.) Ihn den Job im Ausland machen lassen.


So geht jeder einen Kompromiss ein. Du bist wieder bei Deinen Freunden und nicht alleine wenn er auf "Reisen" ist, er kann seinen geliebten Job ausüben, und hat eine ausgeglichene Frau die auf ihn wartet wenn er heim kommt, und sich auch darüber freut.

Das wäre mein Ratschlag.

Alles Gute für Euch drei :-)

PS: <<<aber ob das auf Dauer gutgeht?>>> Die Garantie gibt es auch nicht, wenn "Daddy" jeden Abend nach Hause kommt und man sich auf der Couch dann irgendwann nichts mehr zu sagen hat ;-)

Beitrag von lisa1408 19.01.11 - 12:03 Uhr

Hallo Seelenspiegel,

danke für deine Antwort! :-)

Ich hab alles für ihn aufgegeben.... klar, es war meine Entscheidung... das ist mir bewusst. Er hat das nicht von mir verlangt - ich habe das freiwillig getan.

Ich fühl mich ehrlich gesagt ein bisschen verar****, da ich am Anfang der Beziehung mit offenen Karten gespielt habe und ganz klar gesagt habe, was ich möchte - und ich bin auch davon ausgegangen, dass er mir klar sagt, was er möchte. Hat er ja auch... aber eben nicht die Wahrheit... oder nur die damalige, momentane Wahrheit.

Im Endeffekt sind wir hier her gezogen, weil seine kleine Tochter hier lebt und ich mir dachte, die Kleine verliert den Bezug zu ihrem Papa wenn sie ihn nur alle paar Monate sieht. Sie ist erst 2 Jahre alt, meine Tochter ist 6 Jahre alt, wir konnten das mit ihrem Vater gut regeln.
Er war damals überglücklich, dass er in der Nähe von seiner Kleinen bleiben kann und dann verabschiedet er sich für 4 Monate?

Danach wieder "das mach ich nie wieder, ich will bei euch sein usw"... und jetzt ist er 3 Monate zu hause und das gleiche beginnt wieder von vorne.

Ich will ihn nicht "einsperren" oder zwingen hier zu bleiben.... ist ja nicht mein Eigentum. Ich suche lediglich nach einer Möglichkeit, bei der es uns allen gut geht... aber irgendwie finde ich keine :-(

Ich weiss, dass mein Mann mich über alles liebt und würde ich komplett abblocken, würde er sich hier irgend einen Job suchen. Aber ich weiss, dass er auf Dauer unglücklich wäre.... das möchte ich nicht - ich ich weiss auch nicht, ob ich ich in einer Beziehung glücklich sein könnte, wo wir uns alle 3 oder 4 Monate für ein paar Wochen sehen....

Beitrag von seelenspiegel 19.01.11 - 12:13 Uhr

<<<ich ich weiss auch nicht, ob ich ich in einer Beziehung glücklich sein könnte, wo wir uns alle 3 oder 4 Monate für ein paar Wochen sehen....>>>


Wüsste ich ebenfalls nicht....wer kann sowas im Vorfeld schon sagen, oder wissen, wie man dann auch wirklich damit klarkommt, aber eines wüsste ich genau:

Ob ich es herausfinden will ob es funktioniert, oder ob ich das nicht herausfinden will.

Alles andere wird sich zeigen, aber diese eine Entscheidung musst Du vorab fällen.

Beitrag von yve1978mar1965 19.01.11 - 11:35 Uhr

Bist du denn abgesehen von der Tatsache das du von "zu Hause" weit weg gezogen bist, sonst zufrieden in deinem neuen Leben, deiner neuen Umgebung? Wie gehts deiner Tochter im neuen Umfeld?

Das dein Mann unzufrieden ist wenn er keinen Job bei euch findet und daher überlegt eben wieder im Ausland zu arbeiten kann ich gut verstehen. Er möchte eine Familie mit dir sein, gemeinsame Kinder etc., und diese Familie möchte er versorgen.

Bei meinem Mann war es so das er auch ins Ausland zum arbeiten ging, nicht weil wir anders nicht überlebt hätten, aber ER wollte eben für uns sorgen. Nach drei Jahren Fernbeziehung sind wir allerdings zusammen in das Land gezogen (Österreich) in dem er gearbeitet hat um als Familie mehr Zeit zu haben. Nun ist Österreich ja nich wirklich "Ausland" aber auch für uns war es nicht ganz leicht 800 km weit weg zu ziehen. Für unsere Tochter und mich war es nicht einfach, aber wir haben es geschafft. Natürlich bei euch noch etwas schwerer weil ihr ja schonmal umgezogen und neu angefangen habt gerade erst.

Warum lasst ihr nicht erstmal etwas auf euch zukommen, schaut was dein Mann wo für Arbeitschancen hat und plant und redet dann weiter wie es funktionieren könnte.
Sicher ist für mich das dein Mann nicht glücklich sein wird wenn er für euch nicht sorgen kann und da er das scheinbar mit Auslandsjobs immer konnte und zu Hause keine Möglichkeit findet ist es ganz klar das er wieder ans Ausland denkt.

Beitrag von lisa1408 19.01.11 - 12:13 Uhr

Hallo,

ich bin hier in der neuen Umgebung schon zufrieden... Leonie geht hier total gerne in den KIGA, wir haben ein paar nette Bekannte/Nachbarn und eine ganz, ganz tolle Freundin.

Aber ich denke, das reicht nicht ganz aus um hier alleine - also ohne ihn - glücklich zu sein. Da fehlt mir schon meine Familie und mein langjähriger Freundeskreis.

Dass wir nachkommen wenn er im Ausland einen Job hat.... schaut eher schlecht aus. Er ist eben für Spezialeinheiten ausgebildet, dementsprechend sind dann auch die Jobs und die Einsatzgebiete. Die arab. Emirate wären da die Ausnahme gewesen... und im Endeffekt wars eh nicht möglich, dass wir nachkommen.

Ich hätte absolut kein Problem damit, wenn er jeweils 3 oder 4 Wochen am Stück weg wäre. Aber 3, 4 Monate... dann 2 Wochen zu hause, wieder ein paar Monate... ist das dann noch eine Beziehung oder Familie?

Bin so hin und her gerissen :-(

Beitrag von yve1978mar1965 19.01.11 - 14:08 Uhr

Hm das ist natürlich was ganz anderes als wenn er irgendeinen normalen Job hätte wo er vieleicht zwei Wochen arbeitet, dann eine Woche heim ist oder so.
Drei bis vier Monate getrennt zu sein immer wieder, das würde ich für mich nicht aushalten und wäre mir als Familie auch eindeutig zu wenig.

Kannst du denn nicht in Ruhe, ausführlich und abschließend mit ihm reden was dir wichtig ist und was ihm wichtig ist. Vieleicht findet ihr einen gemeinsamen Nenner, ohne das einer von euch sich aufgeben muss?

Beitrag von yve1978mar1965 19.01.11 - 14:10 Uhr

Hm das ist natürlich was ganz anderes als wenn er irgendeinen normalen Job hätte wo er vieleicht zwei Wochen arbeitet, dann eine Woche heim ist oder so.
Drei bis vier Monate getrennt zu sein immer wieder, das würde ich für mich nicht aushalten und wäre mir als Familie auch eindeutig zu wenig.

Kannst du denn nicht in Ruhe, ausführlich und abschließend mit ihm reden was dir wichtig ist und was ihm wichtig ist. Vieleicht findet ihr einen gemeinsamen Nenner, ohne das einer von euch sich aufgeben muss?

Ist natürlich auch klar das du ärgerlich bist das du extra weit umziehst damit er seine Tochter sehen kann und dann geht er immer für Monate weg. Dann kann er nie ein richtiges Verhältnis zu seiner Tochter und deinem Kind aufbauen.

Beitrag von lisa1408 19.01.11 - 15:55 Uhr

Das hat man davon, wenn man sich den Kopf von anderen zerbricht #klatsch

Er wäre nämlich schon auch in unseren Heimatort gezogen - nur hab ich mir damals gedacht, dass ich diese Last - nämlich, dass er wegen mir nicht in der Nähe seiner Tochter sein kann - nicht auf unserer Beziehung haben wollte. Abgesehen davon, tut mir seine Kleine leid wenn sie nix von ihrem Papa hat. Meine Kleine hat zwar ein sehr herzliches Verhältnis zu meinem Mann, aber sie hat ihren Papa. Der wohnt zwar jetzt weit weg, aber sie sieht ihn alle 2-3 Wochen und telefoniert mehrmals in der Woche mit ihm. Für sie wäre es nicht so schlimm wenn mein Mann wieder für ein paar Wochen oder Monate weg wäre.

Es ist halt wirklich so, dass wenn ich mich dazu entschliesse, ihm grünes Licht zu geben (das klingt jetzt gönnerhaft - ist aber gar nicht so gemeint), dann muss ich wirklich entscheiden... lebe ich diese Beziehung so wie sie ist, lasse ich mich auf ein gemeinsames Kind ein, auch wenn ich dann irgendwie allein erziehend bin und stecke somit auch viel zurück?

Kann mich so eine Beziehung ausfüllen und so ein Leben zufriedenstellen - auf lange Sicht? Denn ich möchte ihm (oder auch mir selbst) in ein paar Jahren nicht vorwerfen, dass ich alles für ihn getan hab um ihm seinen Traum zu ermöglichen usw.

Es ist in einer Beziehung immer so, dass man Kompromisse schliessen muss... und einmal der und einmal der andere mehr zurückstecken muss. Ich frag mich einfach nur, ob das auch auf lange Sicht für mich in Ordnung ist.

Ich denke, ich werd mir die nächsten paar Tage noch Zeit nehmen und hinfühlen was ich brauche, damit ich ihm quasi grünes Licht für den nächsten Auslandseinsatz geben kann. Ob ich wieder zurück nach hause will, hier bleiben...

Danke für die lieben Antworten!

Beitrag von bruchetta 19.01.11 - 18:19 Uhr

Na ja, da Du damit überhaupt nicht leben kannst, bleibt Dir ja nur, das wahrzumachen, was Du angekündigt hast:

"wenn er nicht darauf verzichten kann oder will, müssen wir getrennte Wege gehen."

Der Punkt ist ja nun gekommen.

Versuch, Dir ein neues Leben aufzubauen, such Anschluß an Familie und Freunde und das wird das schon.

Ich wäre zwar anders (ich komme durchaus klar, wenn mein Mann mal länger weg müßte), aber das muß ja jeder selbst für sich entscheiden.

Beitrag von lisa1408 19.01.11 - 18:27 Uhr

Ja, das hab ich ihm gesagt als wir zusammengekommen sind und ich wusste, ich komm aus der Beziehung noch relativ unbeschadet (also ohne großartigen Liebeskummer) raus wenn er sich entscheidet, dass er lieber diesen Berufsweg einschlägt bzw. beibehält.

1 Jahr später schaut das alles anders aus.....

Wären es nur 2,3,4 Wochen, hätte ich auch kein Problem damit... aber ein paar Monate am Stück und dann nur 2 oder 3 Wochen Urlaub... das ist halt nicht so toll.