Aufenthaltsbestimmungsrecht??

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von kati24la 19.01.11 - 11:51 Uhr

Hallo!

Kurz zu meiner Geschichte!
Ich habe mich letztes Jahr im Oktober von meinem Mann getrennt. Wir leben in einem Zweifamilienhaus, wo er unten und ich oben wohnen. Es funktioniert nach längeren Diskussionen usw. recht gut.

Wir haben 2 Kinder. 8 Jahre und 6 Monate.
Der große hat sein Zimmer unten beim Papa, weil Papa das so wollte. Mir ist es egal, der große ist den ganzen Tag bei mir, ich kümmere mich um die Dinge, bzgl. Schule, Arztbesuche was halt so anfällt.
Ist ja alles kein Problem. Der große schläft so zu sagen nur unten.

Jetzt ist es aber so, das mein Ex will, das ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht für den großen Ihm alleine übertrage. Er will unbendingt, das es festgehalten ist, das der große bei Ihm lebt. Was ja nicht stimmt. Er schläft lediglich unten.
Mein Ex hat keine Ahnung, was in der Schule los ist, ob er Hausaufgaben hat oder noch machen muss.

Er übt mitlerweile rießen Druck aus, wegen dem Termin beim Jugendamt. Ich habe bisher versucht, das auf die lange Bank zu schieben, aber langsam wird es eng.

Was passiert, wenn ich das Unterschreibe? Nur des Friedenswillen? Damit eben die Kinder nix von Streiterein und sowas mitbekommen
Ich weiß, das ich dann nicht ausziehen kann mit meinem 2 Kindern, aber das kann man ja rein rechtlich auch nicht, bei geteiltem Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ich habe gelesen, das wenn es eine Frau macht, sich eigentlich strafbar macht, das es ja geteilt ist.

Könnt Ihr mir da Tipps geben bzw. mir sagen, was auf mich zukommt, sollte ich mal ausziehen wollen oder wenn es nicht mehr funktioniert auf der Ebene mit uns?

Danke und LG
Kati

Beitrag von nadineriemer 19.01.11 - 12:09 Uhr

Hallo,
solltest du mal ausziehen und er hat das Aufenthalsbestimmungsrecht kannst du dein Kind nicht so einfach mit nehmen wenn er es nicht will.Ich würde es nicht tuen da es doch nichts ändert,er kann sich doch weiter hinn um dein Kind kümmern.

Nadine

Beitrag von hauke-haien 19.01.11 - 13:14 Uhr

Und wenn sie unterschreibt, kann sie sich auch weiterhin um das gemeinsame (!) Kind kümmern.
Das Argument ist wohl nicht so aussagekräftig.

LG, H.H.

Beitrag von karna.dalilah 19.01.11 - 17:42 Uhr

Aber sie kann nichts dagegen unternehmen, wenn er mit dem Sohn auszieht.
Interessant wäre die Motivation des Vaters die dahinter steht.

Beitrag von kati543 19.01.11 - 13:13 Uhr

Das ist völliger Blödsinn. Selbst wenn Vater und Mutter in 2 getrennten Orten wohnen, ist ein gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht durchaus möglich. Er soll sich doch mal genau beraten lassen - Anspruch hat er nicht auf ein alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht. Bei dem Termin beim Jugendamt kannst du VOR der Sachbearbeiterin gleich nachweisen, dass der Vater sich NULL um die Erziehung kümmert und das Kind nur bei dir ist. Das soll für später Probleme doch gleich mit dokumentiert werden. Mein Mann war auch der Meinung im Falle einer Trennung würden ihm die Kinder problemlos zugesprochen werden, weil er ja der mann ist und das geld verdient. ;-) Nun...es wurde ihm von Dritten dann nahegelegt, seine Meinung dazu nochmals zu überdenken. Mein Mann kennt bis heute keine weiteren, wichtigen Infos der Kinder. Er weiß nicht, was genau sie haben, welche Ärzte sie haben, wie die Erzieherinnen heißen,...
Wenn der Vater das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, kann er damit völlig unproblematisch von dort wegziehen - zumindest innerhalb eines bestimmten Umkreises. Der Umgang, den du derzeit mit deinem Kind hast, ist dann so nicht mehr möglich. Hat dein Ex vor umzuziehen?

Beitrag von peti05 19.01.11 - 17:44 Uhr



Hallo

Ausserdem kann das Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht so einfach geteilt werden.

Es müssen Gründe vorliegen und ein Gericht wird prüfen und entscheiden wer und wenn überhaupt es alleine hat!

Das Jugendamt hat damit indem Sinne gar nichts zutun

lg Petra

Beitrag von rosebay 20.01.11 - 21:15 Uhr

Hallo Kati,

unterschreib bloß nicht !!!!

Also, als mein Ex und ich uns trennten, wohnte unser damals 5 jähriger Sohn hälftig bei mir und bei ihm. Wir wohnten in einem Miet-Block in gegenüberliegenden Wohnungen.

Nachdem unser Sohn älter wurde, sagte er selbst, dass er nicht mehr ständig wechseln wolle und wohnte fortan bei seinem Vater. Der Vater versuchte daraufhin, mir ganz das Kind zu entziehen. Ein elender Kampf vor Gericht entfachte.

Ergebnis war, dass unser Sohn nach wie vor bei seinem Vater wohnt und ich Unterhalt zahle. (Zum Glück kommt er häufiger als gesetzlich festgeschrieben zu mir).
ABER: wir haben gemeinsames Sorgereicht UND gemeinsames Aufentahltsbestimmungsrecht. Mittlerweile bin ich in eine andere Stadt gezogen. Das ist natürlich nicht strafbar für mich!

Ich hätte nur wegen der Aufenthaltsbestimmung das Kind nicht mitnehmen dürfen, sobald der Vater Einspruch erhebt. Umgekehrt darf er nicht mit dem Kind wegziehen, wenn ich es nicht will. Ohne Kind natürlich schon.
Unterschreibst Du jetzt "des lieben Friedens willen", dann sei Dir darüber klar, dass Dein Ex jederzeit mit dem Kind quer durch Deutschland ziehen kann - und Du zahlst Unterhalt und nicht etwa er, wenn Dein Sohn mit Dir wegziehen will - zB. aus dem gemeinsamen Haus.
Mit Deiner Unterschrift schaffst Du keinen Frieden - ich schwöre Dir, dann beginnt erst der Krieg, weil Dein Mann dann ganz viel Macht bekommt - und Du darfst zahlen. Überlegs Dir - manchmal ist der scheinbar steinigere Weg der Bessere.