Karriere und Kind- kann das funktionieren?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von ciocia 19.01.11 - 16:01 Uhr

Hallo,

in diesem Jahr stehen mir gute berufliche Möglichkeiten in der freiern Wirtschaft offen. Ich möchte mich auch weiter entwickeln, mir was für die Zukunft aufbauen. Es kann nur funktionieren, weil ich meine Eltern hier habe, die nicht mehr arbeiten und die Kleine vom KIga abholen.

Es ist mir bewusst, dass ich den ganzen Tag weg sein werde (im Moment ist es noch Teilzeit), auf Projekte in andere Städte fahren muss usw.

Wie gehen Kinder damit um, die ihre Mama vorher regelmäßig für sich hatten? Kann ich mit gutem Gewissen so viel arbeiten? Ist es überhaupt machbar wenn man noch ein relativ junges Kind hat? Meine Tochter liebt ihre Großeltern sehr und sie ihre Enkelin, aber wenn die Mutter fehlt ist doch noch was anderes...

Gruß

Beitrag von susa31 19.01.11 - 17:13 Uhr

mein sohn ist deutlich jünger als deine tochter und ich arbeite auch vollzeit - allerdings ist das für mich nur machbar, weil ich selbständig bin und mir meine zeit einteilen kann. außerdem übernimmt mein mann vieles. ich bin der meinung, dass auch mütter natürlich karriere machen können und es auch absolut nicht verwerflich ist, wenn man sich als frau nicht über die familienleistung, sondern auch über den beruf definiert und daraus bestätigung und selbstwertgefühl zieht.
für mich persönlich wäre aber der preis für die berufliche karriere zu hoch, wenn mein kind darunter leiden würde. heißt konkret: mehrtätige abwesenheitsphasen und arbeitstage, die länger als acht stunden sind, würden für mich nicht regelmäßig in frage kommen.

Beitrag von fancy82 19.01.11 - 20:18 Uhr

es kommt auf das kind an, würde ich sagen. deine tochter ist ja erst 4, solange es für sie OK ist, dann mach es ruhig.

bei meiner tochter hatte es nicht funktioniert. ab 5 jahren hatte sie sehr deutlich formuliert, dass sie immer traurig sei, wenn ich nicht da bin, auch wenn sie bei oma/opa ist. jetzt in der schule ist es nicht besser. originalzitat: "du darfst arbeiten, solange ich in der schule bin", aber sie möchte möglichst oft von mir gleich nach schlulschluss abgeholt werden oder wenigstens dass ich mit ihr hausaufgaben mache. die meisten mütter sind ja nicht oder nur TZ tätig.

ich weiß ja nicht, in welchem bereich du arbeitest und was du damit meinst "sich etwas für die zukunft aufbauen". ich habe ausbildung und studium abgeschlossen und immer gearbeitet und bin letztlich zu dem schluss gekommen, dass kein job so toll ist, dass ich dafür mein kind traurig in fremden händen weiß. ich bereue es eigentlich, dass ich die ersten 5 jahre so wenig für sie da war, aber als alleinerziehende hat man oft auch keine andere wahl. ohne neuen partner würde ich es jetzt auch anders machen müssen.

viel glück #klee

Beitrag von ciocia 20.01.11 - 08:25 Uhr

Hallo,

nun ja, ich war die ersten Jahre für sie da. Habe noch meinen Uni-Abschluss nachgeholt. Ich möchte auch, dass es uns finanziell gut geht und ich ihr einiges ermöglichen kann (1 Gehalt ist leider nicht dasselbe wie 2 Gehälter wenn du verstehst) Wann ihr Vater Unterhalt zahlen wird und in welcher Höhe steht noch in den Sternen. Wie gesagt, es wird sich alles erst entwickeln, ich werde schauen wie sie damit zurecht kommt. Es ist manchmal für uns Mütter wirklich nicht leicht alles unter einen Hut zu bringen:-(

Gruß

Beitrag von marathonbaby 24.01.11 - 14:52 Uhr

Na, das hoffe ich doch... Ich habe Mitte Januar wieder angefangen zu arbeiten, zwar "nur" 30 Stunden, aber meine Kleine ist auch erst 15 Monate alt. Momentan (man weiß es ja nie) bin ich auch sicher, dass ich wieder voll arbeiten will, wenn sie so drei bis vier ist (wobei ich hoffe, es sind nicht mehr ganz so viele Dienstreisen wie früher dann).
Bei mir war es so, dass ich mich mit dem Gedanken nicht anfreunden konnte, auf Geld von anderen (Staat, mein Ex, meine Eltern) angewiesen zu sein. Da hätte ich dauernd schlechte Laune gehabt - nicht toll für ein Kind. Stattdessen geht sie zu einer ganz lieben Tagesmama und freut sich wie Bolle, wenn ich sie um halb vier abhole. Aber ich glaube, man kann schlecht verallgemeinern. Ich glaube ja an das Prinzip: Glückliche Eltern = glückliche Kinder. Also wenn du selber nur mit Bauchschmerzen zu dem Job gehst, weil du eigentlich lieber beim Kind wärst, ist das sicher auch nicht gut.

LG, Marathonbaby