Einschulung oder doch nochmal KIGA Wechsel?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von kaffetante 19.01.11 - 20:37 Uhr

Hallo Zusammen,

mein Sohn ist gerade fünf geworden und geht seit über zwei Jahren in den KIGA. Zunächst lief alles gut, dann kam er in eine Hauphase, die irgendwann auch beendet war.

So richtig "erholt" hat sich davon aber keiner, weder die Erzieher noch mein Sohn. Sie mögen ihn eigentlich gerne und er ist auch bei den Kindern sehr beliebt, aber es hat sich da doch eine Eigendynamik entwickelt, die mir nicht gefällt und mein Sohn fühlt sich dort einfach nicht mehr wohl. Mein Sohn ist kein Engel, er ist aufgeweckt und manchmal auch "frech" - frech aber nicht im Sinne von unverschämt, sondern eher Kind halt. Immer, wenn irgendetwas vorgefallen ist musste meiner erstmal dafür herhalten. Er wehrt sich nicht, er nimmt es hin und bereichtet mir dann zu Hause. Seinen Berichten glaube ich, die sind nicht von der Art "ich bin ein Engel" sondern eher aufklärend.

Ich bin ratlos. Ich fühle mich da seit zwei Jahren nicht wikrlich wohl, mein Sohn durchsschaut das Ganze mehr und mehr und fällt wieder in Verhaltensmuster, die wir schon längst abgelegt hatten. So nach dem Motto wofür Bemühen, wenn er der Sündenbock. Im Sommer soll nun auch der Kleine in den KIGA kommen - er ist eine andere Art von Kind, ich denke er würde das ohne Probleme packen.

Zudem ist mein Sohn ein Kann-Kind. Alle seine Freunde gehen in die Schule und ich habe mir eigentlich soviel vom letzten Kiga Jahr versprochen - vor allem im Hinblick auf die Selbstwahrnehmung.

Aber so langsam kommen mir Zweifel. Alle, bis auf die Erzieher plädieren auf Einschulung, wobei die Zurückhaltung der Erzieher eher prinzipiell als persönlich ist, sie halten nichts von vorzeitiger Einschulung. Ich eigentlich auch nicht, wobei ich meine Sohn schon extrem "entfördere". Momentan bringt er sich selbst das multiplizieren bei. Wenns nicht unbedingt sein muss, dann antworte ich nur kurz und schicke ihn mit seinem Bruder spielen. Nützt nichts, dann nimmt er sich einen Taschenrechner aus dem Büro.

Was soll ich also tun? Nochmal einen KIGA Wechsel anstreben, das Jahr noch durchhalten oder sogar einschulen?

LG

Beitrag von fbl772 20.01.11 - 09:43 Uhr

Hallo,

in Untersuchungen werden frühe Einschulungen nicht mehr propagiert, da sich daraus keine wirklichen Vorteile für die Kleinen ergeben sondern häufiger auch Nachteile entstehen können (aber wohlgemerkt: können).

Ich würde ihn an deiner Stelle an den Schultauglichkeitsuntersuchungen teilnehmen lassen. Wenn die positiv sind und dein Kleiner in die Schule möchte, dann würde ich ihn dann auch einschulen.

Einen Kindergartenwechsel würde ich aber ehrlich gesagt nicht vornehmen, es sei denn es besteht dort tatsächlich ein massiver Vertrauensverlust. Was suggeriert man da seinen Kindern? Dass man Probleme löst indem man einfach die Kita wechselt? Auch im neuen Kindergarten wird gefragt werden, warum man einen Wechsel gemacht hat.

VG
B

Beitrag von kaffetante 20.01.11 - 11:48 Uhr

Ich war bereits bei der Untersuchung und die Direktorin würde ihn sofort einschulen. ICH hingegen möchte ihm das Jahr Kindheit nicht nehmen. Ebenso wenig möcht ich den KIGA wechseln, aber er hat dort komplett das Vertrauen verloren - ich habe da viel zu lange gewartet.

Ist halt die Frage, ob wir das noch ein Jahr durchhalten.

LG

Beitrag von fbl772 20.01.11 - 13:47 Uhr

Das klingt sehr martialisch "durchhalten" - wenn dir an Kindheit etwas gelegen ist, dann kann es sicher kein schöner Ort sein wo man / Kind "durchhalten" soll.

Wenn dein Kleiner in die Schule will, dann wäre es dann vielleicht tatsächlich besser.

VG
B

Beitrag von engelshexle 20.01.11 - 10:33 Uhr

Hallo :-)

was will denn dein Sohn ? Kann er sich vorstellen in die Schule zu kommen ???

Wie die Dame vor mir schon geschrieben hat, so sehe ich es auch...Du kannst mal unter www.familienhandbuch.de die Kriterien für ein schulfähiges Kind durchlesen....
Es kommt nicht nur auf das kognitive Wissen an, sondern sehr stark, wie dein Sohn sich verhält... Kann er warten, wenn er noch nicht dran ist...Sagt er seine Meinung, traut er sich unbekannte Sachen zu / Versucht er es, oder lässt er es aus Angst vor Rückschlägen lieber gleich sein ??

Wie ist DEIN GEFÜHL ?? Kannst du dir deinen Süßen in der Schule vorstellen ??? Mütter haben sehr oft ein gutes Bauchgefühl bei solchen Entscheidungen !!!!#schein

Liebe Grüße vom engelshexle

Beitrag von arthurmama 20.01.11 - 10:40 Uhr

Hallo,

ich habe auch ein Kann-Kind (und eines in der 3.) und bin eigentlich auch gegen frühe Einschulung. Mir erschliessen sich nur kurzfristige Vorteile und dafür ist das Schülerleben zu lang um potentielle Nachteile in Kauf nehmen zu wollen. Bei cleveren Kids ist ein Wiederholen einer Klasse sehr kontraproduktiv, also ist das für mich kein "Polster" das man sich da anschafft. (Clevere Kids könnten aus Gründen mangelnder Reife trotzdem zu Klassenwiederholer werden.)

Mein Kann-Kind wird bei Einschulung im 5. Jahr den Kiga besucht haben und das ganztags und er langweilt sich jetzt schon .... das sind gruselige Aussichten. Leider gibt es keinen anderen Kiga, wohin ich ihn gerne hinschicken würde, ohne vom Regen in die Traufe zu kommen.
Solltest Du aber diese Alternative haben, solltest Du die nutzen!

LG, I.