Geburt von Julia Amalia nach Einleitung

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von ina175 19.01.11 - 21:01 Uhr

So, jetzt schaffe ich es endlich mal.

Ich hatte ja nun immer wieder Wehen und Schmerzen und irgendwie tat mir der Unterleib immer weh. Wir sind zunächst am Freitag abend (10.12.2010) ins KH. Dort wieder leichte Wehen, MuMu 2 cm und alles weich. Der Arzt (mein Lieblingsarzt) sagte, wir sollen am Sonntag wieder kommen. Da bin ich dann bei 37+0 und er darf dann was unternehmen. Abgesprochen war Gel auf MuMu um zu sehen, ob es dann richtig los geht. Übrigens hatte meine Lieblingshebamme (von Marius) Nachtschicht und so wäre es das Dreamteam.

Wir also Sonntag (12.12.2010) wieder hin und ich wurde wieder untersucht. Bei dem US sah der Doc was in der Blase. Irgendwie sah es aus wie Zysten oder Polypen. Ich war schon bedient. Also wurde erstmal nichts unternommen, am Montag sollte ich dann in die Urologie.

Ich am Montag dann rüber zum Urologen. Der war irgendwie überfordert, schalte keine Minute und sagte: ich sehe nichts, die Blase ist leer. Das Kind soll erstmal kommen. Zurück auf der Station kam dann der Prof. und es wurde über eine Einleitung gesprochen. Da es bereits 14 Uhr war, wurde ich nicht mehr eingeleitet (könnte ja sein, dass die Hebammen nachts arbeiten müssten). Somit passierte Montag nichts.

Dienstag so gegen 9.30 Uhr bestellte man mich in den Kreißsaal. Hier untersuchte mich nochmal eine Hebamme im beisein vom Prof. Der Befund war gleich. Also bekam ich um 9.45 Uhr eine viertel Tablette. So gegen 10.30 Uhr war ich wieder auf dem Zimmer und dachte: ach du sch.... geht es etwa los???

Um 11 Uhr waren die Wehen echt heftig und so bin ich wieder in den Kreißsaal. Wehen waren schön da auch regelmässig nur leider zu kurz. So wehte ich mal in der Wanne, mal auf dem Bett vor mich hin. Um 20 Uhr hatte ich gerademal 3 cm :aaaah: Hab nur noch geweint, weil ich langsam auch nicht mehr konnte. Bin dann so gegen 20.30 Uhr in die Wanne und wehte weiter vor mich hin. Irgendwann so gegen 21 Uhr gab es ein komisches Gefühl im Bauch. Dachte erstmal, dass das Baby mich doller getreten hat. An Blasensprung traute ich mich nicht zu denken. Dann kamen die Wehen noch heftiger und endlich richtig lang also so 1 min. bis 1 1/2 min. Ich dachte mir: du bleibst jetzt hier so lange drin bis es nicht mehr geht.

Ca. 21.30 Uhr bin ich aus der Wanne raus und schon beim Aufstehen lief mir das Fruchtwasser raus. So wusste ich, es ist die Fruchtblase gewesen. Stefan schnell Hebamme geholt und da waren es 4 cm.

Um 22 Uhr hatte ich dann 6 cm. Baby drückte jedoch so doll nach unten, dass die Hebamme sich entschlossen hat unter den Wehen den MuMu mit aufzudehnen. Mir war zwischenzeitlich alles so sch.... egal. Ich wollte nur noch eine Vollnarkose und keine Schmerzen mehr. Den Rest weiß ich nicht mehr so genau, irgendwann sollte ich hecheln. Stefan sagte mir ins Ohr: du hast es bald geschafft, das Köpfchen sieht man schon. Dann sollte ich pressen, was zunächst gar nicht ging da ich keine Kraft mehr hatte. Irgendwie schaffte ich es dann und presste was die Lunge her gab und nach gefühlten 10 Presswehen (es waren wohl nur 3) war dann Julia um 22.47 Uhr geboren.

Mäuschen lag dann da zwischen meinen Beinen und die Hebamme sagte: na dann wollen wir mal sehen was wir da haben. Und ich sah zwischen die Beinchen und wußte endlich dass es ein Mädchen ist. Aber ganz ehrlich: in dem Moment hätte da auch ein Schniedel sein können, es war mir sooooooo egal. Julia war voller Käseschmiere und sie wurde mir dann auf die Brust gelegt.Es war soooo schön, ich war plötzlich ganz ruhig (klar die Schmerzen waren weg).

So. Die Ärztin und die Hebamme machten dann ihr Ding schauten unten immer wieder hin. Ich blutete ziemlich stark was ich da noch nicht mitbekommen hatte. Ca. 40 min nach der Geburt untersuchte mich die Ärztin nochmal und ging dann wieder. Plötzlich kam der Oberarzt mit rein, zog sein Kittel aus und ich dachte: Hä, was hat der denn jetzt vor??? Julia hat dann die Hebamme zum Wiegen und Messen genommen und der Arzt fing an mich unten rum zu Untersuchen, Tupfer hier Tupfer da und ich schrie wieder wie am Spieß. Es wurde kein Dammriss, kein Scheidenriss festegestellt aber ich blutete immernoch. Also entschied er sich mich auszuscharben und jetzt ging es los. Ich bekam irgendwas dauernd in die Wehen gespritzt, ein Tropf, in die Scheide eine Betäubung (hier legte ich mich mit dem Oberarzt an). Und dann kam eine OP-Schwester mit dem OP-Besteck. Die Spritzen wirkten, ich hörte auf zu zittern und fing an zu schimpfen wie eine Große. Es tat so weh, dass ich zeitweise dachte: ich sterbe vor Schmerzen. Die Hebamme war sehr nett, reichte mir ihre Hand. Ich traute mich nicht zuzudrücken, diese Person von ca. 150 cm und 45 kg wollte ich nicht auf dem Gewissen haben und auch kein Schmerzensgeld bezahlen.

Irgendwann war der Oberarzt dann fertig und ich mit. Die Ärztin schaute regelmässig nach mir und gab dann so gegen 2 Uhr die Entwarnung für eine OP. Insgesamt hat man mir 4x Blutabgenommen. Dann ging es noch um den Eisenwert aber der war soweit ok (bei 10 rum).

Ich empfand die Geburt schlimmer als bei Marius aber Frau vergißt ja so schnell. Bei Marius musste ich eine Woche nach der Geburt ausgescharbt werden auch hier ohne Narkose. Darauf hätte ich gerne verzichtet.

Trotzdem bin ich sehr dankbar für zwei wunderbare Kinder. Auch für die Hebamme wo ich am Anfang dachte: oh bitte nicht die.

Kurz die Daten:

Julia Amalia, *14.12.2010 um 22.47 Uhr, KU 36,5 cm, 50 cm, 3410 g und wurde bei 37+2 geboren.

LG, Ina