Meinung Arbeitszeugnis

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von baumrock 19.01.11 - 21:25 Uhr

Hallo,

Mein Mann hat die Tage ein Arbeitszeugnis bekommen. Er war dort nur wenige Monate...er paßte einfach nicht (da waren sich alle Parteien einig).
Sie haben den Vertrag in der Probezeit gekündigt, aber er fand innerhalb weniger Tage eine neue Anstellung, insofern bin ich jetzt nicht sonderlich besorgt.
Das es nicht berauschend ist, ist mir klar, aber würdet Ihr sagen das es "neutral" ist?

Erst viel Text um was für ein Unternehmen es sich handelt, dann kurz in welcher Abteilung er war und was seine Aufagben waren (knapp 4 Zeilen)

>>Herr xyz verfügt über ein solides Fachwissen, dass er auch bei schwierigen Aufgaben effektiv einsetzte. Seine meist schnelle Auffassungsgabe ermöglichte es Herr xyz, auch schwierige Sachverhalte zu überblicken und dabei das Wesentliche zu erkennen. Herr xyz agierte im allgemeinen professionell, umsichtig und verantwortungsbewusst.
Wir haben Herr xyz als einen interessierten Mitarbeiter kennen gelernt, der sich in der Kürze der Zugehörigkeit gut in das bestehende Team eingefunden hat. Sein verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Geschäftspartnern war einwandfrei und kooperativ.>>

Dann wann der Arbeitsverhältnis endet und die guten Zukunftswünsche.

Davor war er über 10 Jahre bei einem anderen Unternehmen und von dort hat er ein excellentes Arbeitszeugnis bekommen.
Also wie gesagt, dieses Zeugnius dient mehr der lückenlosen Dokumentation als das es für eine Bewerbung derzeit absout wichtig wäre.

Vielen Dank

Baumrock

Beitrag von my.jessi 19.01.11 - 21:44 Uhr

Also ich hab nicht so viel Ahnung davon aber meiner Meinung nach ist das Zeugnis ziemlich schlecht! Da sind einige Passagen die extrem negativ klingen.

Beitrag von connykati 19.01.11 - 22:01 Uhr

Hallo,

ich fürchte auch, dass das Zeugnis recht schlecht ist #schwitz
Schon allein die Aussage "Seine meist schnelle Auffassungsgabe ...." - das "meist" ist echt sehr negativ!

Und vor allem enthält es einen Rechtschreibfehler, sofern du es nicht aus Versehen klein geschrieben hast: "Sein verhalten gegenüber ...." in der letzten Zeile - Verhalten wird groß geschrieben #schock

Viele liebe Grüße,
Konstanze (hab morgen auch ein Vorstellungsgespräch #zitter )

Beitrag von baumrock 19.01.11 - 22:15 Uhr

Hallo,


Oh je, dann ist es wohl noch schlimmer als ich dachte.
Auch wenn es jetzt nicht wirklich relevant ist...ob man das so auf sich sitzen lassen sollte?
Ich weis das ein anderer MA dort den AG verklagt hat und Recht bekam. Das Zeugnis war auch mies und sie mußten ausbessern. Allerdings war er wesentich länger in dem Unternehmen...
Der Rechtschreibfehler geht überings auf meine Kappe, ich habe nur schnell das Wesentliche abgetippt und meine Tastatur klemmt bei einigen Tasten #hicks

Naja, vieeicht kommt ja noch Feedback.
Vielen Dank jedenfalls schonmal

Baumrock

Beitrag von r.le 19.01.11 - 22:31 Uhr

Hallo Baumrock,

wenn das Zeugnis nur der lückenlosen Dokumentation dient (und die jetzige Stelle absehbar dauerhaft ist) sollte Dein Mann mit dem letzten Arbeitgeber nochmal reden und um ein einfaches Arbeitszeugnis bitten.

Wenn der Arbeitgeber dann entgegenkommend ist, kann er vielleicht noch die Formulierung einbauen, dass der Arbeitnehmer die Firma auf eigenen Wunsch verlässt. Das wäre nach meinem Empfinden schon das Optimum.

Viele Grüße

Ralf

Beitrag von hippogreif 19.01.11 - 22:33 Uhr

Ich habe es schon ziemlich oft hier geschrieben, aber gerne noch einmal: ein Zeugnis kann man NICHT nur anhand der Beurteilungssätze einschätzen! Du mußt das komplette Zeugnis posten, denn auch auf die Tätigkeitsbeschreibung, die Beendigungswünsche und sogar das Ein- und Austrittsdatum kommt es an!
Ich verstehe als Juristin mit Schwerpunkt Arbeitsrecht ein wenig von der Materie. Schreib mich über PN an, wenn Du magst.

Beitrag von hedda.gabler 20.01.11 - 00:23 Uhr

Hallo.

Grundsätzlich sehe ich es so wie meine Vorschreiberin hippogreif ... man muss das Zeugnis in Gänze kennen ...

... wenn ich aber nur den Absatz beurteile, den Du reingestellt hast, hat das Zeugnis offensichtlich jemand geschrieben, der weiß, wie man beschissene Zeugnisse formuliert, ohne dass einem ein Arbeitsgericht wirklich an den Karren fahren kann ...

... ich war als Arbeitgeber auch gezwungen ab und an solche Zeugnisse zu schreiben, aber so ein mieses habe ich nie gewagt zu schreiben.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von manavgat 20.01.11 - 13:22 Uhr

Das ist ein schlechtes Zeugnis!


meist

im Allgemeinen

überwiegend


sind Einschränkungen, die das ganze umdrehen.


interessiert, bedeutet: leistet nichts.


kooperativ, bedeutet: wir sind froh, wenn wir uns nicht mit ihm auseinander setzen müssen.

Im Satz mit dem Verhalten ist die Reihenfolge falsch: Geschäftspartner/Kunden müssen vor den Kollegen genannt werden.

Mein dringender Rat: Fachanwältin für Arbeitsrecht beauftragen und ein wohlwollendes (steht ihm gesetzlich zu) Zeugnis verlangen.

Auch wenn er jetzt eine Stelle hat, es kann immer mal sein, dass er dieses schlechte Zeugnis doch mal vorlegen muss und Nachteile hat.

Gruß

Manavgat