habe keine trauer

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von marlen0606 20.01.11 - 11:40 Uhr

Hallo liebe Foris !!

Tja wo und wie fange ich an...

vor 26 Jahren trennte sich der Vater meiner Kinder von uns ,da war unser jüngster Sohn gerade geboren der andere Sohn 18 Monate.
Schuld denke ich nach heutiger Einsicht hatten wir beide.

Er betrog mich 1 Jahr :-( und ich merkte es nicht.Hätte er mit offenen Karten gespielt wäre unser jüngster Sohn bestimmt nicht auf dieser Welt...aber ich bin sehr sehr glücklich das er da ist.
mein Ex kümmerte sich all die Jahre nicht um seine Kinder ,(er wohnte nur 2 Straßen weiter !!)er zahlt Alimente aber das war es.Kontakt war zwischen uns wenig bis gar keinen, die letzten 8 Jahre.Zu meinen Schwiegis bestand hin und wieder Kontakt...mehr in den letzten 4 Jahren ...seit meine Enkelinnen geboren wurden(auch diese interessierten meine Ex nicht).

ich habe es ihm nie nie verziehen was er mir und seinen Kindern angetan hat...und vergessen schon gar nicht !!er hat mir wertvolle zeit gestohlen...ganze 6 Jahre konnte ich niemanden mehr vertrauen wenn ich einen Mann kennenlernte. ich frage mich oft wie ich all das geschafft habe...

am 16.1.11 ist er nach längerer Krankheit verstorben.seitdem ich es weiß gehe ich in mich ...aber ich kann keine Trauer oder Mitgefühl empfinden...ebenso seine söhne , der jüngere will noch nicht mal auf die Beerdigung gehen...er meinte was soll ich dort...er war mein Erzeuger mehr nicht !!
aber da ist seine Oma zu ihr hat er ein gutes Verhältnis...
ich gehe 100% nicht..aber die Kinder sollten gehen..oder was meint ihr???

Danke..

Beitrag von bottroperin1987 20.01.11 - 11:58 Uhr

hallo

ich bin der meinung wenn die kinder alt genugn sind und selber entscheiden und es auch nicht wollen...

dann sollen sie nicht gehen..

lg Sandra

Beitrag von juniorette 20.01.11 - 12:07 Uhr

Hallo,

deine Söhne sind 26 und 28 Jahre alt und dürfen natürlich selber entscheiden, auf welche Beerdifungen sie gehen und auf welche nicht.

"aber da ist seine Oma zu ihr hat er ein gutes Verhältnis...
ich gehe 100% nicht"

Wenn du mit dem Argument "Oma war immer lieb zu den Kindern" kommst, müsstest du aus Respekt zu dieser Oma, die zu deinen Kindern immer gut war und die gerade ihren eigenen Sohn verloren hat, auch auf die Beerdigung gehen - der Oma zuliebe.

Du nimmst keine Rücksicht auf eventuell verletzte Gefühle einer Frau, die deinen Kindern früher (heute?) Gutes getan hat, warum sollten die Kinder das dann tun?

Wobei ich sowieso NICHTS davon halte zu Beerdigungen von Leuten zu gehen, die man entweder kaum kannte oder sogar noch nicht mal mochte.

Den Hinterbliebenen kann man auch beistehen, ohne zu einer Beerdigung zu gehen.

LG,
J.

Beitrag von redrose123 20.01.11 - 15:15 Uhr

Ich denke sie sind alt genug um diese Entscheidung zu treffen und du solltest diese auch aktzeptieren, im Grunde hat dein Sohn ja leider recht, er kannte Ihn so gut wie nicht, er Kümmerte sich nicht wieso sollte er hingehen?

Beitrag von myimmortal1977 20.01.11 - 15:39 Uhr

Mein Opa ist nicht mein leiblicher Opa.

Der leibliche Vater meiner Mutter hatte kurz nach ihrer Geburt das Interesse an Familie verloren, ging ihm wohl alles zu schnell, wollte seine Freiheit, seine Karriere, ohne Kind und Kegel.

Es bestand bis zum 5. Lebensjahr meiner Mutter noch persönlicher Kontakt, bis meine Oma ihren heutigen Mann kennen lernte.

Danach brach sämtlicher Kontakt, allerdings von seiner Seite aus, ab. Die Geschichte wurde uns/mir auch nicht nur so erzählt, ich hatte vor 4 Jahren mal mit ihm kurzen schriftlichen Kontakt, da lehnte er auch jegliche Treffen ab, heute mit der "guten" Begründung, er sei zu alt und alles wieder aufleben zu lassen.

Ganz ehrlich, wenn sich ein Mensch, auch wenn es ein leiblicher Elternteil gewesen ist, nie und nimmer nicht um seine Abkömmlinge kümmert, persönlicher Kontakt absolut nichts wert zu sein scheint, dann kann ich die Reaktion Deiner Kids sehr gut verstehen.

Ich würde auch nicht zur Beerdigung meines leiblichen Opas gehen. Warum????? Er hat sich nie für mich und für meine Mutter interessiert.

Ich habe einen wundervollen Opa! Er ist zwar nicht mein leiblicher Opa, aber er ist der Opa meines Herzens, der sich seit meiner Geburt immer viel um mich gekümmert hat, immer da war, mir immer geholfen hat.

Er hat 2 leibliche Enkel. Und mich. Er hat mich nie fühlen lassen, dass ich nicht sein leiblicher Enkel bin, ganz im Gegenteil.

Das ist wahre menschliche Größe. Der Erzeuger meiner Mutter hat nur versagt, auf der ganzen Linie.

Respektiere den Wunsch Deiner Kinder. Warum sollen sie jetzt Anstand beweisen, wenn der Erzeuger diesen Anstand ihnen gegenüber zu Lebzeiten nie fand und nie für nötig hielt?

LG Janette

Beitrag von holidaylover 20.01.11 - 16:07 Uhr

deine jungs sind erwachsen, sie müssen gar nichts! kann man ja auch gut verstehen, was sollen sie zum begräbnis eines ihnen fremden mannes gehen, nur weil er der erzeuger war?
meine oma war schon ewig lange geschieden, hat meinen "opa" aber öfter im altenheim mit mir zusammen besucht, aber er hatte weder interesse für mich, noch ich für ihn. als er starb hat mich das überhaupt nicht interessiert.
lg
claudia

Beitrag von derhimmelmusswarten 20.01.11 - 20:50 Uhr

Lass es deine Kinder selbst entscheiden. Nichts ist lächerlicher, als auf eine Beerdigung zu gehen, nur "um den Schein zu wahren". Auf der Beerdigung meines Opas tauchten sein Sohn aus erster Ehe und sein Enkel auf, die seit sage und schreibe 30 Jahren keinen Kontakt zu ihm hatten und ihn, als er noch lebte, keines Blickes würdigten. Nur, um im Dorf den Schein zu wahren. Es war eine Lachnummer. Wirklich.

Beitrag von 3wichtel 24.01.11 - 08:40 Uhr

Ich sehe das anders als die anderen hier.

Klar sind Deine Söhne alt genug, um das alleine zu entscheiden (und auch zu alt, um hingetragen zu werden ;-) )

Aber manchmal kommen bei einer Beerdigung auch Emotionen hoch, mit denen man so nicht gerechnet hätte und die es im Nachhinein leichter machen, die ganze Sache (einschließlich allem, was in den letzten Jahren schlecht lief) zu verarbeiten.

Ich gehe mal davon aus, dass Deine Söhne es natürlich nicht so toll fanden, dass ihr Vater sie verlassen hat, ohne sich weiter zu kümmern. Vielleicht sind da noch psychische Wunden offen (oder nur oberflächlich vernarbt). Manchmal hilft es dann, sich im Rahmen der Beerdigung der ganzen Thematik noch einmal zu stellen, um es wirklich richtig zu verarbeiten statt es nur zu verdrängen.

Alles Liebe,
3wichtel

P.S. Dieser Hinweis gilt natürlich auch für Dich als enttäuschte Ex-Ehefrau, die wahrscheinlich auch noch nicht ihren Frieden mit dem Mann gemacht hat.

Beitrag von froehlich 25.01.11 - 16:51 Uhr

Naja - und wie stellst Du Dir genau vor sollen die Söhne und die enttäuschte Ehefrau nun ihren Frieden ausgerechnet auf dieser Beerdigung finden?! Ich denke, da wären andere Wege besser..