2. Kindergartenwoche - nur erfunden?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von judith81 20.01.11 - 13:58 Uhr

Hallo,
Johanna geht die 2. Woche in den Kindergarten. Ihr gefällt es dort, klar biem Abschied kullern noch Tränen, aber ruck zuck ist es ok und sie spielt. Heute Morgen wollte sie jedoch gar nicht rein. Ich fragte dann nach und dann sagte sie "ich habe Angst", ich frage nach u. dann erzählte sie, dass ein Junge sie in die Wange gekniffen hätte u. nun hat sie Angst, dass re das wieder tut. Ich erklärte ihr dann, dass sie dann laut sagen soll "Aua, das tut mir weh, hör auf!", wenn er dann nicht aufhört, dann darf sie zurückkneifen. Johanna lies sich so nicht beruhigen, sie sagt weiter "ich will heute daheim bleiben". Ich fragte sie dann, ob sie iherer Erzieherin das gestern gesagt hat, dass ein Junge ihr Wehgetan hat, sie verneinte. Ich sagte dann zu ihr, pass auf, ich fahr dich in den Kindergarten u. erzählte Erika (Erzieherin) davon, dann kann sie aufpassen ok? Und so ging sie heute mit. Ich sprach Erika darauf an u. sie wollte nun besser aufpassen u. achtgeben ...was bei 16 Kids nicht so einfach ist.
Johanna hat einen Pinguin gebastelt, strahlte als ich sie abholte u. meinte "ja es war schön". Daheim aß sie, legte sich schlafen, stand kurz darauf wiedre auf und meinte "der Junge hat mir wiedre weh getan" ...ich hackte nach, Namen weiß sie wieder nicht u. sie hat sich nicht gewehrt ....................jetzt frage ich mich, ist da nur erfunden oder ist da was dran? Wie würdet ihr weiter vorgehen? Erneut erklären, was sie tun soll, wieder Erzieherin informieren?
LG
Judith

Beitrag von perserkater 20.01.11 - 14:10 Uhr

Hallo

Ist da echt nur eine Erzieherin für 16 Kinder zuständig?#schwitz

Du hast es sonst ganz richtig gemacht und ob erfunden oder nicht, deine Tochter hat etwas Angst. Kann sie vielleicht (unauffällig) beim nächsten Hinbringen dir den Jungen zeigen damit die Erzieherin acht geben kann? Und falls doch erfunden, dass gibt sich wieder. Mach weiter wie bisher, tröste sie und gib ihr Halt.

LG

Beitrag von judith81 20.01.11 - 14:12 Uhr

Eine Erzieherin u. eine Kinderpflegerin

Beitrag von arthurmama 20.01.11 - 14:27 Uhr

hallo Judith,

Kind 1 isdt bereits in der 3. Klasse und hatte 4 Jahre den Kiga besucht. Kind 2. ist 5 und im 3. Jahr im Kiga.
Kind 2 erzählt mir auch heute noch auf die Frage: "Und wie war es heute?"
"Niemand wollte mit mir spielen, die haben mich weggeschickt" oder "Die Kinder haben mir weh getan" "Der xxx hat mich in den Bauch geboxt", "Der xxx hat mir ein Bein gestellt." usw.
Und klar frage ich bei der Erz. nach ob was war, und was da war. Meistens war da was, in 50% der Fälle hat sich mein Kind so benommen, wie er es beschrieben hat, dass andere sich benommen hätten und in den anderen 50% der Fälle musste er auch mal den Kürzeren ziehen. Eher selten musste die Erz eingreifen, weil die Kinder meistens das untereinander geregelt haben und kein Kind ist unglücklich gewesen.
Ich kenne mein Kind: es ist dominant, lebhaft, einfühlsam und voller schräger Ideen. Ich bin sicher er geht nicht unter und ich vertraue den Erz., dass sie nicht Kinder in Not allein stehen lassen. Ich tröste mein Kind, wenn er meint es ist ihm unrecht passiert, aber ich ermuntere ihn nicht mit gleicher Münze zurück zu zahlen, sondern eher zur Erz zu gehen und sich Hilfe besorgen. - Das macht er .... nur wenn er wirklich ein Pflaster braucht!

Tröste Deine Tochter und ermuntere sich verbal zu verteidigen und eben zur Erz zu gehen. Bleib im Gespräch mit den Erz, dann kannst Du auch das Vertrauen aufbauen, dass Dein Kind gut betreut wird.

Einen notorischen Prügler hatte mein Sohn auch im KiGa - ich habe nichts davon mitbekomen (DAS hat Kind nicht erzählt), aber die Erz hatten schon öfters Besuch von der Mutter erbeten.

LG, I.

Beitrag von bine3002 20.01.11 - 14:28 Uhr

Meine Tochter erzählte anfangs immer, dass ein Junge sie "gekillert" hätte. Die Erzieherinnen hatten nichts bemerkt. Sie war aber regelrecht verstört deswegen. Später habe ich gesehen, dass dieser Junge die Kinder immer umarmt und verfolgt hat oder er hat ihnen im Gesicht rumgefummelt. Das war meiner Tochter zu viel. Vielleicht kam es zwei/drei mal vor, die Geschichte erzählte sie aber immer wieder, weil sie ihr einfach nahe gegangen ist. Lange war dieser Junge "die Wurzel allen Übels". Ich weiß nicht, was sie uns alles erzählt hat: Er ist aus dem Bus gesprungen, war nicht angeschnallt, er hat die Wände bemalt und und und. Hat er natürlich nicht alles, aber in ihrer Phantasie war er sowas wie der Teufel in Person ;-) Mittlerweile sind sie übrigens ganz gut befreundet.

Ach so: Ich habe meiner Tochter nicht gesagt, dass sie laut und deutlich sagen soll, dass sie das nicht möchte. Wir haben das auch im Rollenspiel geübt, d.h. ich habe sie bedrängt und sie sollte mich anschreien und mit einer deutlichen Geste auf mich zugehen. Und sollte das nicht funktionieren, habe ich ihr gesagt, dass sie sich Hilfe bei den Erzieherinnen holen soll.

Das würde ich dir auch raten. Zurückkneifen ist kein so toller Tipp wie ich finde. Damit erziehst Du sie zur Eskalation. Sie sollte lieber deeskalierend "petzen" gehen. In dem Alter ist das die beste Lösung. Später kann sie dann lernen, sich nur mit Worten zu wehren. Kann sie natürlich jetzt auch schon, aber manchmal klappt das nicht.

Und noch was: Du hörst dich ein bißchen entsetzt an. Überrascht es dich, dass Kinder auch mal handgreiflich werden? Ich finde das nämlich ganz normal. Nicht schön, aber normal.

Beitrag von judith81 20.01.11 - 14:40 Uhr

Hallo,
nein entsetzt war ich keineswegs ...klingt wohl falsch, oder kam falsch rüber. "Petzen" schlug ich ihr auch vor.

Beitrag von bine3002 20.01.11 - 14:43 Uhr

Schlag ihr mal nur eine konkrete Sache vor. Du musst bedenken, dass sie im Moment mit sehr vielen neuen Eindrücken und Regeln konfrontiert ist. Deswegen sollten die Lösungsansätze, die Du ihr vorgibst, möglichst einfach zu merken sein. Also nur erst mal "Stopp" sagen und dann "petzen", dafür dann mehrfach erklären und durchspielen.

Beitrag von agrokate 20.01.11 - 14:30 Uhr

Hallo Judith,

ich denke nicht, daß Deine Tochter diese Geschichte erfunden hat.
Es kann aber möglich sein, daß der Junge das evtl. nur aus Spaß macht (leicht in die Wange kneifen) und sich gar nicht bewußt ist, daß es Deine Kleine ängstigt.
Meine Maus (Feb.08) erzählte mir am Anfang der Woche auch, daß Alischa sie an das Regal geschlagen hat, weil sie ein Buch wollte...!
Daraufhin habe ich auch am nächsten Tag die Erzieherin angesprochen-
sie erzählte mir dann, daß Alischa gestolpert sei und mit Kira zusammen ins Bücherregal gefallen ist;-)!
Du siehst, sie hat nichts erfunden, nur mit ihren Worten hörte sich die Story schlimmer an, als sie war!
Ein Funke Wahrheit ist wohl immer daran.
Ich würde aufjedenfall morgen noch einmal mit der Erzieherin reden.

GLG,agrokate!

Beitrag von judith81 20.01.11 - 14:42 Uhr

Hallo,
morgen rede ich auf jedenfall nochmal mit der Erzieherin. Heute konnte mir sie dazu nichts sagen, ihr war nichts aufgefallen.
Ich wunder mich nur auch über das Verhalten meiner Tochter, denn in der Krabbelgruppe (Kids von 3 Mon. bis 4 Jahre) zeigte sich meine Tochter letzte Woche noch anders, als Nils sie ärgerte, ärgerte sie ihn kurz darauf, dann versöhnten sie sich wieder ...ohne Eingreifen u. als er ihr ins Gesicht fasste sagte sie klar "nein, hör auf!".
Lg
Judith