Ausbildung abbrechen - Ein absolutes No Go?

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Beitrag von hibblerin1979 20.01.11 - 15:03 Uhr

Hallo

mich beschäftigt diese Frage schon länger...

In meiner Arbeit ist eine Auszubildende, die absolut unglücklich ist. Sie ist wohl Theoretisch gut drauf, in der Praxis kann man sie aber leider vergessen ( Sie macht eine Ausbildung zur Mechanikerin).
Sie hat Angst vor den Maschinen, bekommt Panikattacken und schafft es mittlerweile nur mit Beruhigungstabletten in die Arbeit. In psychatrischer Behandlung ist sie auch schon, sie sagt, sie hat einfach Angst vor der praktischen Arbeit... aber gut, unser Beruf ist halt eben NUR praktisch....
Sie ist neben mir die einzige Frau, und es ist bestimmt hart für sie, vor den ganzen Jungs ständig in Tränen auszubrechen, weil sie es nicht packt.
Achja, die Informationen habe ich von ihr selbst.

Nun "zwingen" ihre Eltern sie, die Lehre zu beenden (noch knapp 1,5 Jahre), denn man "muss" eine Ausbildung zu Ende bringen...
Sie ist zwar gerade 18 geworden, hört aber (warum auch immer) nicht auf ihr Herz sondern auf ihre Eltern..

Oh man, sie tut mir richtig leid.

Nun kenne ich das ganze, ich habe mit 15 eine Ausbildung begonnen, mit der ich totunglücklich war. Ich hatte zwar keine Panikattacken, hätte aber am liebsten nur noch krank gemacht, kurz: ich habe diese Arbeit aus tiefstem Herzen gehasst.
Diese Ausbildung fing ich übrigens "nur" an, weil man noch vor 16 Jahren Frauen (vor allem erst mit 15) keine Chance in Männerberufen gab, bzw. hier im ländlichen Gebiet war es unheimlich schwer...
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab an meinem 18. Geburtstag gekündigt, 1 Tag vor der Zwischenprüfung, meine Eltern, mein ganzes Umfeld war entsetzt, schockiert, empört... Ich hätte die Ausbildung zu Ende machen sollen, dann hätte ich mich immer noch beruflich neu orientieren können...
Mir wars egal, ich wollte da nicht mehr arbeiten...

Und heute? Hab ich eine abgeschlossene Ausbildung mit super Abschluss in meinem Traumberuf, und keine alte Sau schreit noch nach dieser abgebrochenen Lehre....
Wichtig ist mein Abschlusszeugnis und mein Gesellenbrief, alles andere ist egal...

Was sagt Ihr dazu?
Muss man etwas zu Ende bringen, nur damit man´s gemacht hat?
Auch wenn man totunglücklich ist?
Damit man was "durchzieht"?

Oder lieber auf sein Herz hören und hoffen, das die Sache im Lebenslauf mal keine Rolle spielen wird?

Sorry, ist doch etwas länger geworden...

Gruß
Tanja

Beitrag von daisy80 20.01.11 - 15:14 Uhr

Nein, wenn man kreuzunglücklich ist, macht es m.E. keinen Sinn.

Allerdings rate ich zumindest meinen Teilnehmern immer dazu, sich in der heutigen Zeit ERST eine neue Stelle zu suchen und DANN abzubrechen.

Gerade abgebrochene Lehren machen sich bei der Suche nach was Neuem immer ganz schlecht im Lebenslauf. Und in dem Alter ist man oft (nicht immer) noch nicht souverän genug - gerade in einer solchen eh schon angespannten Situation - das bei einem Bewerbungsgespräch zu umschiffen.

Bist Du Kollegin oder ihre Ausbildungsleiterin?
Ein Gespräch mit den Eltern wäre nämlich auch nicht schlecht in der Situation. Da muss sie aber einverstanden sein, da sie ja schon 18 ist.
Offenbar hat sie ja mehr Angst vor den Eltern als vor den Maschinen.
Ich weiß ja nicht, wie die drauf sind, aber wenn sie schon eine Lehre abgebrochen hat, müssen die Eltern sie (unter Umständen!) nicht mehr unterstützen, vielleicht spielt das auch eine Rolle.

Beitrag von hibblerin1979 20.01.11 - 16:51 Uhr

Hallo

danke für Deine Antwort.

Ich bin "nur" Kollegin.

Ein Gespräch mit den Eltern, dem Ausbilder, Betriebsrat und Geschäftsführung fand schon statt.

Fazit: Azubi geheult, Mutter geheult, Vater stinksauer, Ausbilder ratlos, Geschäftsführung ratlos.

Es ist schwierig, die Azubi weiß nicht, was sie machen soll (in welche Richtung sie beruflich weitermachen will), die Eltern wollen, das sie etwas zu Ende bringt, der Vater ist sauer und der Ausbilder ratlos, weil er sie nicht zum abbrechen zwingen will....

Die Geschäftsführung lässt ihr eigentlich freie Wahl, kann und möchte sich nicht einmischen, da sie ja in der Theorie gut zurechtkommt...

Aber im Grunde hast du vollkommen recht: Erst was neues suchen, dann kündigen...

Hach, schwierig das ganze, auch wenn es mich nicht direkt betrifft.

Beitrag von daisy80 20.01.11 - 21:02 Uhr

*Aber im Grunde hast du vollkommen recht: Erst was neues suchen, dann kündigen...*

Das ist der zentrale Punkt.

Ich finde man muss immer auch schauen, was derjenige schon "durch" hat.
Wenn schonmal eine Ausbildung abgebrochen wurde, kann ich die Eltern verstehen, aber dann liegt das Problem auch vermutlich tiefer und es sollten solche Dinge wie ein Berufsberater (und im Zuge dessen vielleicht auch der psychologische Dienst der Arbeitsagentur - aber das entscheidet der BB) zum Zuge kommen.
Vielleicht ist die gute Dame ja noch nicht wirklich ausbildungsreif oder hat sonstige tieferliegenden Probleme.
Das weiß man als Kollege ja nicht so ohne Weiteres.
Und als Eltern oft auch nicht.

Weiß sie denn, was sie stattdessen machen möchte?
Kann auch sein, dass sie erstmal in die Berufsvorbereitung sollte. Auch diese Entscheidung trifft man zusammen mit dem Berufsberater.

Wenns die erste Ausbildung ist - gut, man kann sich vergreifen. Passiert jedem Mal im einen oder anderen Lebensbereich :-)

Beitrag von pocahontas60 20.01.11 - 15:31 Uhr


Hallo,

ich habe auch schon eine Ausbildung abgebrochen und bereue es überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil.
Meine Eltern waren auch überhaupt nicht begeistert aber die mussten auch nicht täglich durch die Hölle gehen.

LG poca


Beitrag von theowaigel.lookalike 20.01.11 - 15:35 Uhr

Hallo.
Sie sollte nicht auf ihr Herz, sondern vor allem auf ihre Gesundheit hören. Das sagt ausgerechnet jemand, der sich aus Angst vor der Zukunft und dementsprechend viel zu lange Festhalten an einer Situation geradewegs in den Burnout trieb.
Dazu sollte und braucht es nicht zu kommen. Das Mädchen ist noch jung, sie soll ihr ganzes oder weite Teile ihres Lebens in dem Beruf verbringen, sie soll das tun, was ihr liegt und was sie kann. Ich denke auch heutzutage, dass einem Arbeitgeber immer noch ein Mitarbeiter, der Spaß an der Arbeit hat und dementsprechend motiviert und leistungsbereit ist, obwohl er denn Flecken im Lebenslauf hat, lieber ist, als ein Mitarbeiter, der sich quält und deshalb nichts bringen kann.

Beitrag von sanrina 20.01.11 - 16:01 Uhr

Naja, wenn man unglücklich ist und die Arbeit nur mit Medikamenten bewältigen kann - was auch noch extrem gefährlich ist! - sollte man es sein lassen und keine Zeit verschwenden.
Sie soll sich aber ERST eine neue Ausbildungsstelle suchen und dann kündigen!

Beitrag von kathrincat 20.01.11 - 16:09 Uhr

nein, natürlich muss man sowas nciht zuende machen, wenn es einen nichts bringt, sie wird schon behandelt deswegen, dann wird es wirklich zeit die lehre abzubrechen und was anderes zu suchen

Beitrag von xandria 20.01.11 - 16:12 Uhr

Hallo Tanja,

ich bin auch ganz klar dafür, die Ausbildung abzubrechen, wenn man merkt, dass es nicht das Richtige ist. Hab ich auch schon gemacht, mit 17. Hab ne Ausbildung zur Arzthelferin gemacht und nach nem halben Jahr hab ich den ambulanten OP-Bereich geleitet, weil wir chronisch unterbesetzt waren. Dann hab ich ihm alles vor die Füße gepfeffert und bin gegangen. Aber ich war auch nicht glücklich mit diesem Beruf, denn ich wollte mehr vom Leben, ich wollte eigentlich immer Studieren. Tja, und jetzt bin ich fast fertig mit meinem B.A.-Studium und sehr glücklich, dass ich damals das gemacht habe, was mein Herz mir gesagt hat. Denn es war richtig, für mich, ich muss damit leben! Mein Vater wollte mir noch kurz vor meinen Abiprüfungen nahe legen, doch lieber die Schule abzubrechen und ne Ausbildung zu machen, weil die Mittlere Reife reicht. Gut, dass er das nicht geschafft hat ;-)

Ich hoffe, Eure Auszubildende findet ihren Weg und arbeitet sich nicht auf! So wie sie darunter leidet, geht das weit über die Gründe, warum ich abgebrochen habe, hinaus. Vielleicht kannst du sie mal zu nem Kaffee einladen und mit ihr reden.

LG, Kathrin

Beitrag von nixfrei 20.01.11 - 16:15 Uhr

Hallo,

ich stimme den anderen zu. Sie sollten lieber einen Beruf erlernen, in dem sie sich auch vorstellen kann die nächsten 40 bis 50 Jahre zu arbeiten...

Aber was ich mich frage: warum beginnt man eine Lehre als Mechanikerin, wenn man Angst vor Maschinen hat und einem das Praktische nicht liegt? #gruebel

LG

Beitrag von hibblerin1979 20.01.11 - 16:59 Uhr

Hallo

auch Dir danke für Deine Meinung.

Warum sie das lernen wollte weiß ich nicht. Sie hat ihre Lehre in einem anderen Betrieb angefangen der pleite gegangen ist und hat zum 2. Lehrjahr bei uns weitergemacht.
Wie es in diesem Betrieb lief, weiß ich nicht.

Ich denke einfach, sie hat es sich einfach anders vorgestellt. Vielleicht dachte sie, das es nicht so komplex ist (CNC Maschinen programmieren, drehen, fräsen, schleifen, Drehzahlen und Maße ausrechnen)...

Ich weiß auch nicht. Im Grunde ist sie ein liebes, schlaues Mädchen, ich hätte nie gedacht, das das mal so ausarten wird.

Auch wenn sich ihre Kollegen in der Lehrwerkstatt (alle zwischen 15 und 20 Jahre alt) Mühe geben, irgendwie werden sie es ihr schon merken lassen, das sie das ganze nicht packt, und die anderen männlichen Azubis schon.

Vielleicht wurde sie in der alten Firma mehr gefördert, jetzt ist sie eine von 5 Azubis alleine in ihrem Lehrjahr....

Wenn es sich ergibt, werd ich mal in Ruhe mit ihr reden, sofern sie das auch möchte.

Ich finde es auch schwierig, jemandem nahezulegen, zu kündigen, wenn derjenige das evtl gar nicht will....

Beitrag von diebina 20.01.11 - 16:20 Uhr

ich habe beruflich mit Bewerbern zu tun und kann auch aus Sicht der "Personalchefs" meinen Vorschreiberinnen nur Recht geben.

Kaum jemand von uns wusste nach der Schule wirklich mit Sicherheit, ob die Berufswahl die richtige war. Und manchmal irrt man sich im Leben. Dann ist aber nicht unbedingt "Durchhaltevermögen" das Richtige, sondern den Mut etwas abzubrechen und einen anderen Weg einzuschlagen.

Natürlich gilt das nur für Menschen, die eine Perspektive haben. Hat sie denn eine Idee was sie dann lernen möchte? Denn vielleicht könnte man die Eltern mit einer neuen Lehrstelle mit ins Boot holen?

denn eins ist mal klar: abgebrochene Lehre und dann nur zuhause rumgehangen kommt im Lebenslauf natürlich nicht gut.

Hoffentlich findet sie den für sich richtigen Weg!

gruß
die bina

Beitrag von echtjetzt 20.01.11 - 16:39 Uhr

Auf jeden Fall abbrechen.

Wurde eigentlich ja schon alles geschrieben. Wenn man das beim Bewerbungsgespräch richtig verkauft, kann so ein Abbruch auch positiv gewertet werden. Und die meisten verstehen doch wohl, dass eine 16 Jährige sich auch mal in der Berufswahl täuschen kann.

Beitrag von daviecooper 20.01.11 - 17:11 Uhr

Hallo!

Sie sollte auf ihr Herz hören, so wird sie nur krank und hat vielleicht ein Leben lang etwas von Angststörungen und Panikattacken.

Ich habe ähnliches erlebt: Hab nach dem Abi eine Ausbildung begonnen, in der ich vom ersten Tag an todunglücklich war. ABER: ich dachte, das gehört so, weil es eben Arbeit ist#klatsch Arbeit kann keinen Spaß machen, das sagen doch fast alle...

Ich ging mit Bauchschmerzen hin und mit Kopfschmerzen wieder nach Hause und habe nach 6 Wochen eine Art Nervenzusammenbruch bekommen...

Meine Tante war dann diejenige, die mich (und meine Eltern) überzeugt hat, sofort abzubrechen, wenn man so unglücklich ist.

Heute habe ich nach einem Studium meinen Traumberuf (Grundschullehrerin) und gehe jeden Morgen gerne zur Arbeit#huepf

LG

daviecooper

Beitrag von seikon 20.01.11 - 17:18 Uhr

Was bringt ihr denn eine abgeschlossene Ausbildung, wenn sie vor lauter Panikattacken NIE wieder in diesem Beruf arbeiten würde? Das macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn sie sich danach dann Richtung Techniker weiterbilden möchte. Gerade wenn ihr die Theorie so liegt. Aber dann sollte sie vielleicht die 1,5 Jahre nicht verschenken sondern sollte lieber jetzt aufhören und dann das ganze ggf. mit einem Studium machen.

Also ich persönlich würde wohl abbrechen wenn ich tot unglücklich bin.

Beitrag von donaldine1 20.01.11 - 17:55 Uhr

Hallo,
ich habe zwar nie eine Ausbildung abgebrochen, aber doch auch zwei Ausbildungen gemacht, weil mir der eine Beruf nicht zusagte. ;-)
Ich habe aber aus einem festen Arbeitsverhältnis heraus etwas Neues (neien Ausbildungsplatz) gesucht/gefunden und nicht einfach so irgendwas beendet, weil es mir nicht paßte.
Ein NO-GO ist es meines Erachtens nur dann, wenn man etwas beendet (egal ob Ausbildung oder auch schon Anstellung im Beruf), OHNE eine feste/sichere Alternative zu haben. Sowas ist meines Erachtens komplett perspektivlos und damit sehr unpasend für den Lebenslauf. Und einfahc auch ziemlich Assi (sorry, ist aber meien Meinung).
Aber wenn jemand erkennt, daß etwas nichts für ihn ist und er sucht dann nach guten Alternativen und Perspektiven, DANN ist es eher das Gegenteil: Es zeugt auch von Reife und dafür, daß jemand sich Gedanken macht. Dann kann man in jedem Fall etwas beenden oder wechseln.
LG
donaldine1

Beitrag von hexe3113 20.01.11 - 18:34 Uhr

Hallo,

nein, natürlich ist der Abbruch einer Lehre unter diesem Umständen kein No Go...

...ich mein, das Mädel macht gerade die Ausbildung und ist jetzt schon ein Nervenbündel. Man muss ja auch bedenken, dass sie dann ohnehin nochmal ein Lehre beginnen würde, oder? Wo sollte das sonst hinführen, wenn sie auch noch viele Jahre in dem Beruf arbeiten müsste...#gruebel

Gruß,

Andrea

Beitrag von moulfrau 20.01.11 - 19:26 Uhr

Hi Tanja,
ich bin seit 20 Jahren im selben Betrieb, habe dort schon meine Ausbildung gemacht und habe Horden von Azubis mitbekommen.

Wir hatten ein "Seelchen" von Azubi. Vater ein Angsteinflössender Betriebsprüfer auf dem Finanzamt, Mutter ist Grundschullehrerin.

Vom Vater "Peitsche" von der Mutter nur "Zuckerbrot". Der Junge beschloss dann nach 1,5 Jahren die Ausbildung abzubrechen, er sähe keinen Sinn drin. Er hatte schon die Zwischenprüfung, die war sogar mit 1,5. Aber er hatte überhaupt keine Alternativen. Er hatte sich noch gar keine Gedanken gemacht wie es weiter gehen sollte.

Meine Kollegin und ich haben dann nach Berufswünschen gefragt, Hobbys die zum Beruf werden können................... Null Plan. Wir 2 haben ihn dann "überredet", so lange weiterzumachen, bis er weiß was er werden will.

Zum Schluss hat er die Prüfung sehr gut geschafft und ist danach noch mal auf die Hochschule. Er studiert sich jetzt "blöd", denn was er werden will, weiß er immer noch nicht.

Von einem Freund die Tochter, hatte auch die Zwischenprüfung zur Bankkauffrau schon, und als die Eltern in Urlaub waren, brach sie die Ausbildung ab. Als die Eltern nach 2 Wochen zurückkamen, war sie Azubi in einem Blumenladen. Alles heimlich arangiert.

Aber wenn man nicht weiß, was man will, sollte man die Zähne zusammenbeißen und durchhalten, bis man was anderes hat.

Gruß Claudia

Beitrag von theowaigel.lookalike 20.01.11 - 20:16 Uhr

Hallo,
im vorliegenden Fall geht es aber nicht um Unlust oder fehlende Sinnempfindung für die Tätigkeit, sondern um massive psychische Störungen, die aus der Arbeitssituation heraus entstehen. Mir wäre als Arbeitgeber Angst und Bange, jemanden mit einer Panikstörung, in Behandlung und schon unter Medikamentation auf Maschinen loszulassen, die derjenige als bedrohlich empfindet.

"Aber wenn man nicht weiß, was man will, sollte man die Zähne zusammenbeißen und durchhalten, bis man was anderes hat."

So dachte ich auch mal und habe für meine Gesundheit einen viel zu hohen Preis gezahlt.
Rückblickend gesehen- niemals mehr.

Beitrag von justagirl22 20.01.11 - 19:56 Uhr

Hi,

also ich finde, wenn man so unglücklich mit seiner Ausbildung ist, dann sollte man sie abbrechen. Ich finde das Argument, man sollte doch erst die Ausbildung fertig machen, um sich dann neu zu orientieren ziemlich sinnbefreit.
Wenn sie jetzt schon weiß, dass sie den Beruf nicht ausüben möchte, dann würde ich meine Zeit lieber auf die Suche einer neuen Ausbildungstelle nutzen, anstatt die 1,5 Jahre noch dort zu verschwenden.

Ich hatte meine Lehre auch abgebrochen, weil ich diesen Job gehasst habe und ich zusätzlich noch gemobbt wurde. Meine Eltern bestanden darauf, dass ich sie zuende bringe, obwohl ich sie noch nicht mal anfangen wollte. Mir wurde damals (ich war 17) mit Rausschmiss gedroht, wenn ich mich dazu entschliessen sollte die Lehre abzubrechen. Lange Rede kurzer Sinn..ich hab meine Lehre abgebrochen und bin ausgezogen.

Jeder sollte die für sich richtige Entscheidung treffen.

Beitrag von patty1205 20.01.11 - 20:44 Uhr

Huhu,

ob ihre Probleme nur mit der Ausbildung zusammen hängen, wage ich zu bezweifeln.
Aber so macht das alles keinen Sinn.
Darf sie die Maschinen überhaupt betätigen, wenn sie Psychopharmaka einnimmt?

Beitrag von hibblerin1979 20.01.11 - 21:29 Uhr

Ich sag mal Jein.

Der Ausbilder hat sich für diese Woche entschlossen, nur Theorie mit ihr zu üben.

Dann wollte sie es dennoch probieren und das Ende vom Lied:

Sie stand heulend vor der Bandsäge (!)

Ich weiß nicht, was ihr so Angst macht.

Das Programmieren von CNC Maschinen klappt soweit ganz gut, sobald das Programm gestartet wird (alles unter Aufsicht), gehen ihr die Nerven durch.
Das tut mir irgendwie leid für sie.

Da ich ja den Beruf selbst seit 11 Jahren als Gesellin ausübe, muss ich sagen, das Verletzungsrisiko hält sich in Grenzen.
Natürlich kann immer was passieren, was aber meistens an menschlichem Versagen liegt. Klar, ich bin auch schon mal mit der Säge abgerutscht, oder hab mich schon oft an einer scharfen Kante geschnitten... aber ganz ehrlich, das gehört zum Teil auch mit dazu.
Auch werden in unserem Betrieb die UVV sehr streng eingehalten.

Ich hab ihr vorhin mal ne Mail geschrieben, falls sie reden möchte....

Mal schauen...
Schwerwiegende Verletzungen sind sehr selten,

Beitrag von hibblerin1979 20.01.11 - 21:32 Uhr

Schwerwiegende Verletzungen sind sehr selten wollt ich noch sagen ;-)

Sie sagt ja auch, das ihr die Maschinen zu laut sind, die Fräserdrehzahlen zu schnell (ja gut, aber das muss so sein), der Vorschub zu schnell....

Mal schauen, ob sie mir schreibt...

Beitrag von sassi31 21.01.11 - 04:20 Uhr

Hallo,

ich würde abbrechen, wenn die Arbeit mich so unglücklich macht. Selbst wenn sie die Prüfung besteht, so wird sie voraussichtlich doch nie freiwillig in dem Beruf arbeiten.

Meine erste Ausbildung habe ich auch "nur" ein Jahr durchgehalten. Das war einfach nur ätzend da und jeder Arbeitstag eine Qual für mich. Als es mal wieder ganz schlimm war, hab ich meine Mutter angerufen und ihr gesagt, ich würde jetzt sofort nach Hause kommen und da nie wieder hingehen. Sie hatte vorher immer nur gesagt: "Du musst doch nur noch zwei Jahre. Das ist doch alles nicht so schlimm. Hauptsache, du hast überhaupt eine Ausbildung gemacht." Sie hat dann den Aufhebungsvertrag mit unterschrieben, weil ich erst 17 Jahre alt war und sie gemerkt hat, dass es mir absolut ernst ist.

Ich habe danach 1 Jahr Handelsschule gemacht und dann eine neue Ausbildung begonnen. Diesmal in einem passenden Beruf.

Für mich war es die beste Entscheidung.

Gruß
Sassi

Beitrag von vwpassat 21.01.11 - 10:36 Uhr

Ich würde zum Abbrechen raten.