Meine Schwiegermutter....

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von singa07 20.01.11 - 20:03 Uhr

Hallo...

ich bin so traurig. ich muss aber vorweg schicken, dass ich eigentlich ein gutes Verhältnis mit meiner Schwiemu habe, vielleicht macht es mich deshalb so fertig...

Wir haben gestern beim ersten US erfahren, dass wir zwar schwanger sind, aber es wohl ein Windei ist - bzw. MA. Jedenfalls sieht man eine Fruchthöhle, aber die ist leer. Und das in der 9.SSW. Dass da nicht mehr viel Hoffnung ist, ist klar.

So, wir haben gestern abend unsere Eltern angerufen, die wussten von der SS und auch von dem Termin gestern. Meine Stiefmama, mein Dad genau so schockiert und traurig wie wir.
Meine Schwiemu? "Oh. Aha. Ähäm. Ja. Und wie war eure Hausbesichtigung am Sonntag?"
Wir uns beide erst mal angesehen, ich absolut sprachlos, mein Mann dann "Du, wir haben gerade anderes im Kopf". Schwiemu "Ah ja. Äham. Gut."

Okay, sicher, sie war auch schockiert, aber mal ernsthaft. Nicht EIN Wort des Bedauerns, nicht einmal nachgefragt, wie es uns geht oder wie es jetzt weitergeht, was das jetzt heißt.

Mein Mann ist stinksauer, ich bin nur traurig.

Überreagiere ich?
Singa

Beitrag von lovely-angel85 20.01.11 - 20:23 Uhr

Ich glaube, dass deine schwiemu einfach nicht weiß was sie sagen soll und daher ablenkt

Sie meint s bestimmt nicht böse, sondern lenkt wie egsagt ab bevor die tewas falsches sagt

#liebdrueck

Beitrag von marion2 20.01.11 - 20:29 Uhr

Hallo,

du schätzt die Reaktion deiner Schwiegermutter wahrscheinlich total falsch ein.

Für viele Frauen im Alter unserer Schwiegereltern waren Abgänge im ersten Schwangerschaftsdrittel weder etwas worüber man groß Palaberte noch wofür man großartig Mitleid erwarten durfte.

Gruß Marion

Beitrag von singa07 21.01.11 - 09:30 Uhr

Hallo Marion.

Meine Schwiemu ist 60. Sie hat jahrelang darunter gelitten, dass sie nur ein Kind (meinen Mann) hat. Sie hat sich unglaublich über ihren ersten Enkelsohn und jetzt auch über den pos. SST gefreut. Sie hat schon in Gedanken rosa Sachen genäht, da sie der festen Überzeugung war, dass es ein Mädchen wird.

Meine OMA (und die ist 91!!!), die also einer Generation angehört, die nun wirklich oft und normal mit FGs umgegangen ist (meine Uroma war 14 mal ss und hat 10 Kinder gehabt), die Älteste von 10 Kindern, hat viele FGs in ihrer Familie mitgekriegt. Eine meiner Großtanten hat keine Kinder. Als ich meine Oma einmal fragte, warum Tante G keine Kinder hat, meinte sie:

"Die war 3 Mal unglücklich" - so umschreibt diese Generation eine FG. Ud auch jetzt sagte sie: "Es tut mir so leid, dass nun auch unglücklich bist. Ein Kind zu verlieren ist das Schlimmste, was einem Mutterherz passieren kann" (meine Oma redet wirklich so :-)). S

Ich denke, es hat absolut nichts mit dem Alter zu tun, ob man mit Zuspruch oder Sprachlosigkeit reagiert.

Ich werde sehen, ob und wie meine Schwiemu noch mal was sagt. Aber wie ich sie kenne, denke ich, dass es ab jetzt totgeschwiegen wird. Aber das werde ich nicht zu lassen. Unser Käferchen gehört genau so zu uns, wie unser Mupfelmann!

LG
Singa

Beitrag von skea 20.01.11 - 21:15 Uhr

Hallo
Nehm es deiner Schwiegermutter nicht übel ich denke mal das sie entweder wirklich nicht wusste wie sie reagieren sollte oder aber sie halt mit so einer Fehlgeburt anders umgeht.

Als ich mein erstes Kind verloren habe habe ich 4 Jahre gebraucht um vernünftigt damit umgehen zu können. Ich konnte keine Babys sehen nicht einmal im Fernsehen. Schwangere Frauen ging schon mal gar nicht. Selbst meine Neffen und Nichten habe ich gemieden. Ja es ging sogar soweit das ich Selbstmord betreiben wollte..

Jetzt habe ich in kürzerster Zeit 3 Kinder verloren und ja ich bin nicht traurig darüber. Also ich lasse es mein Leben nicht mehr bestimmen. Geweint habe ich deswegen auch nie. Den ich freue mich das ich diese Kinder habe sie sind zwar nicht bei mir aber ich glaube daran das ich sie irgendwann einmal kennenlernen darf.



Beitrag von phili0979 20.01.11 - 21:24 Uhr

Hallo Singa,

es tut mir so leid für Euch beide!!!:-(

ich kann dich und deinen Mann ser gut verstehen und finde du übertreibst es gar nicht.

Ich würde nicht sagen dass es am Alter liegt. Als unser Baby in der 8SSW ging, haben unsere Eltern und sogar Großeltern mit Bestürzung reagiert. Meine Oma erzählte mir wie sehr sie und ihr Mann gelitten haben als sie ihr kleines Baby verloren.

Ich finde die Reaktion deiner Schwiegermutter einfach nur taktlos! Gerade weil ihr euch gut versteht, wird sie wissen wie sehr ihr euch über den positiven Test gefreut habt! Und dann so eine Reaktion??? Da wäre ich aber auch mehr als sauer!!!

Du hast genug mit dem Verlust zukämpfen und solltest nicht darüber nachdenken ob du nun übertreibst oder nicht! Kümmert euch erstmal nur um euch beide! Alles andere gibt sich mit der Zeit!

Liebe Grüße Philine

Beitrag von dia111 21.01.11 - 09:01 Uhr

So erging es uns auch.

Bei der ersten FG, habe wir es auch am Telefon gesagt, das wir unser Baby verloren haben (7SSW) sie hat es irgendwie voll übergangen.
Bei der zweiten FG (6SSW), tat sie es ab: naja das kommt davon wenn man so schnell wieder SS wird- hallo, ich dachte ich hör nicht richtig.

Jetzt im Dez haben wir zu Nikolaus erfahren das unsere Maus krank ist, und sind gleich nach der Schocknachricht zu meinen Schwieleut gefahren,weil sie auf die Kids aufgepasst hat.
Und da kam gleich: da ist eure Entscheidung ja gefallen, dieses Baby wird unser Leben ruinieren... ich dachte ich spinn, habe mein Mann angeschaut, er mich und wir haben dann unsere Kinder geschnappt und sind gegangen.

Nach einer Woche unzähligen Terminen bei versch. Ärzten und in versch. Kliniken haben dann die Wehen eingesetzt und wir haben unsere Maus still in der 22SSW geboren.

Es kam kein Wort, sie kamen bis heute nicht vorbei und es kam auch kein Anruf....
ich finde es sowas von traurig, zu meiner Schwiemutt hatte ich auch ein gutes Verhältins, aber dann gar nicht... echt heftig.
Aber nach dem Satz; sie ruiniert unser Leben, mit einer Behinderung, hallo, da hat sie das Fass zum Überlaufen gebracht.

Wie kann man nur so was sagen, sie hätte unsere Leben eine Wendung gegeben,sie hätte es nicht ruiniert.

Nein,ich denke du reagierst nicht über, aber vielleicht braucht deine Schwiemu einfach noch Zeit und es zu realiesieren, ich weiß es nicht...
drück dich mal ganz feste

LG
Diana

Beitrag von -mell1982 21.01.11 - 12:49 Uhr

Hallo,
ich denke sie weiß nicht was sie jetzt tun soll.
Für meine Angehörigen war es auch schwer das richtige zu sagen oder zu tun.
Vielleicht hat sie selber das auch schon mal erlebt und konnte das nie wirklich verarbeiten?

Beitrag von singa07 21.01.11 - 13:47 Uhr

Nein, das nicht. Aber sie hat jahrelang darunter gelitten, dass sie selbst nur ein Kind haben konnte - angeblich wäre die Gefahr, dass ein zweites schwerstbehindert gewesen wäre, so groß gewesen. Alles sehr undurchsichtig, Rhesusunverträglichkeit scheidet nämlich aus. Aber vor 40 Jahren wusste man es vielleicht nicht besser.

Sicher, es ist die reine Sprachlosigkeit. Aber das macht es für uns auch nicht leichter.

Danke für deinen Post
Singa