Asberger Syndrom, jemand Erfahrung? Einschulung?

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Beitrag von baghira769 20.01.11 - 21:47 Uhr

Hallo,

kurz und knapp, bei unserem Sohn wird wahrscheinlich die Diagnose, nach einem langen Ärzte Weg und Untersuchungen durch ein SPZ auf´s Asberger Syndrom hinaus laufen.

Nicht das wir ein Problem damit haben, im Gegenteil. Ich bin wahnsinnig erleichtert, endlich unseren Sohn nun verstehen zu können( wenn sich jemand mit Asberger auskennt, der weiß wovon ich spreche) und versuche ihm die bestmöglichste Unterstützung zu geben.

Er soll diesen Sommer eingeschult werden. Ich bin mir nur nicht sicher wie ich mich entscheiden soll. Eine Förderschule käme glaube ich nicht in betracht. Es würde sich auch keine geeignete finden. Den er ist geistig top fit, sprachlich auch, und er ist kein Zappelphillip.
Er hat die typischen Syntome Kommunikations-und Interaktionsschwierigkeiten, motorische Auffälligkeiten, Spezialinteressen, Ängste usw.

Ich habe etwas gehört von einem Schulbegleiter der die Kinder in der "normalen" Grundschule unterstützt.
Das müßte doch dann ein geschulter Begleiter sein, oder?
Wo könnte man das beantragen?
Ist das überhaupt eine Lösung?

Ich dachte daran unseren Sohn noch ein Jahr lang den Kindergarten besuchen zu lassen, und ihn während dessen in einer Konzentrationstherapie anzumelden. Denn Konzentration ist auch ein sehr großes Thema.
Aber ist das gut?

Hat jemand Erfahrung? Oder sogar selber Kinder mit Asberger?
Wie habt Ihr Eurem Kind geholfen oder unterstützt?

Wäre dankbar für jede Anregung oder Tipp.

baghira




Beitrag von marion2 20.01.11 - 21:58 Uhr

Hallo,

Asperger ist zurzeit offenbar sehr "modern". So oft wie ich vor kurzem noch "wahrscheinlich ADS" hörte, höre ich heute "wahrscheinlich Asperger".

Sollte die Diagnose tatsächlich Asperger sein, dann informiere dich bitte hier:

http://www.aspies.de/as.php

oder in ähnlichen Spezialforen. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, Autismus mit Urbianern (incl. mir) zu diskutieren.

Gruß Marion

Beitrag von ninna68 20.01.11 - 22:03 Uhr

Mag modern sein, es gibt aber tatsächlich eine Menge Kinder (vor allem Jungs) mit Asperger.
Toll finde ich, wenn man von einem Kinderkrankenhausverwaltungschef gleich an den Kopf bekommen bekommt "Modediagnose".

Wenn du ein Kind mit Asperger hast, fällt dir bei der Diagnose ein Stein vom Herzen, weil einfach viele Ärzte Asperger nicht erkennen.

Beitrag von butler 21.01.11 - 19:00 Uhr

"Asperger ist zurzeit offenbar sehr "modern". So oft wie ich vor kurzem noch "wahrscheinlich ADS" hörte, höre ich heute "wahrscheinlich Asperger". "
Genau das war es was mich 2 Jahre daran gehindert hat meinen Sohn als solchen zu sehen und testen zu lassen. Da ich es auch als Modekrankheit gesehen habe.
Nun, er ist es, ich weiß es und nutze die neuen Möglichkeiten um Ihm ein besseres Schulleben zu bieten. Ansonsten bleibt alles andere so wie es ist. Er muß genauso gezwungen werden, wie schon immer, um sich nicht auf Dauer zurückzuziehen.
LG

Beitrag von manavgat 22.01.11 - 13:31 Uhr

Er muß genauso gezwungen werden, wie schon immer, um sich nicht auf Dauer zurückzuziehen.


Merkwürdige Einstellung.


Ich finde es ist Quälerei, einen Apsperger zu zwingen, wenn er eigentlich Rückzug braucht.

Was nichts damit zu tun hat, dass man Asperger trainieren kann (Verhaltenstraining) in sozialen Situationen zu überleben.


Gruß

Manavgat

Beitrag von ninna68 20.01.11 - 22:01 Uhr

Hallo Baghira,

ich hätte auch gedacht, das mein Sohn ein Asperger ist (Schreibweise hilft beim Googeln) .. aufgrund seiner Sprachverzögerung ist er nun als " frühkindlicher Autist auf hohem Niveau" diagnostiziert worden.

Wenn du die Möglichkeit hats, lass ihn über eine Autismusambulanz diagnostizieren. Es ist wichtig, dass du dann Unterstützung auch wegen der Einschulung bekommst. Unser Spz und die Kinderklinik mit KJP haben einen nicht so guten Ruf.

Uns hilft die Diagnose, dass wir unseren Sohn in eine Grundschule, die Klassen hat in denen Aspergerkinder integriert werden, geben können. Kleine Klassen, die gleich bleiben, zwei Lehrer bis zur 4. Klasse unsd ein optimales Umfeld auch im Hort.
Ob ein Schulbegleiter für ihn beantragt wird, weiss ich noch nicht. Auch hier gibt es speziell ausgebildete Schulhelfer vom Verein "Das autistische Kind".

Unserem Sohn hat das verlängerte Kindergartenjahr unheimlich gutgetan, er hat Freunde und ist gut akzeptiert. Ich würde dir dazu raten. Eine Konzentrationstherapie haben wir nicht gemacht, er kann sich, wenn er will recht gut konzentrieren und ist auch ein schlaues Kerlchen.

Ansonsten schau mal in www. rehakids.de, da gibt es viele Familien mit Aspies (Unterforum Autismus) oder in das urbia-teilforum Leben mit Handycaps, da tummeln sich auch einige Mamas.

LG Ninna

Beitrag von similia.similibus 20.01.11 - 22:02 Uhr

Eine Bekannte von mir hat einen Pflegesohn mit diagnostiziertem Asperger und diese Bekannte hat gerade eben einen Schulbegleiter durchsetzen können. Näheres kann ich dir da aber nicht zu sagen.

LG

Beitrag von scrollan01 20.01.11 - 22:04 Uhr

www.autisten-kinder.de!

Komm rüber!

LG

Beitrag von similia.similibus 21.01.11 - 09:13 Uhr

Du meinst sicher die TE? #winke

Beitrag von tinaxx 21.01.11 - 12:40 Uhr

Hallo!

Da die Zuständigkeiten für Beantragung, Genehmigung und Kostenübernahme qualifizierter Schulhelfer mit Sicherheit nicht bundesweit einheitlich geregelt sind, musst du dich in deiner Stadt/deinem Landkreis informieren.

Ich würde zunächst in der zuständigen Grundschule nachfragen, dann im Gesundheitsamt (was zumindest bei uns die Schuluntersuchung übernimmt) und als letztes an einer Förderschule nachfragen. Irgendwo wirst du Auskunft bekommen!

Viel Erfolg wünscht
Tina.

Beitrag von manavgat 21.01.11 - 15:29 Uhr

Ein gutes Handbuch ist dieses hier:


http://www.amazon.de/Ein-ganzes-Leben-Asperger-Syndrom-Erwachsensein/dp/3830433921/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1295620063&sr=8-1


Aber Achtung: entgegen der Meinung von Attwood, der sich auf die amerikanische Gesellschaft bezieht, würde ich von einem Outing in der Schule abraten.

Die Asperger Kinder die in unsere Nachhilfe kommen informieren die Schule in aller Regel nicht. Aus gutem Grund.

Gruß

Manavgat

Beitrag von geralundelias 21.01.11 - 15:58 Uhr

Hallo,

wende dich, sobald du die Diagnose und den Arztbrief hast, an das für euch zuständige Jugendamt!

Mein Sohn besucht eine ganz normale Grundschule (2.Klasse) und bekommt jetzt hoffentlich bald einen Integrationshelfer.
Die Diagnose haben wir im August 2010 bekommen, seitdem arbeiten Jugendamt, Schule, Gesundheitsamt und Ich daran, das Ganze zu organisieren (I-Helfer, Therapie, weitere Gutachten - Notwendigkeit, Kostenübernahme ect.).

Wenn du Fragen hast, kannst du mich gerne über die VK anschreiben!
LG