Fälligkeit der Gehaltszahlung

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von taliysa 21.01.11 - 03:35 Uhr

Hallo zusammen,

vielleicht kennt sich jemand von euch ja mit der Problematik aus....folgendes Problem:
Mein Mann arbeitet seit September für ein Unternehmen und hat sein Gehalt immer zum 30. des Monats ausgezahlt bekommen.

Vor etwas über einer Woche musste er einen Zettel unterschreiben, auf dem den Mitarbeitern mitgeteilt wurde, dass die Gehaltszahlungen sich ändern.
Und zwar würden jetzt zum 15 und 25. Abschläge gezahlt werden und nach Einreichen von Stundenzetteln der Rest am 5. des Folgemonats.
Für uns eigentlich ganz logisch, dass er diesen Monat zum 15. auch sein Geld hätte bekommen müssen.
Aber es kam nichts und sein Chef meinte auch: WIeso, wir zahlen das mit einem Monat Verzug... also erst nächsten Monat das Gehalt für diesen Monat.

Mein Mann verdient knapp über Hartz4 Niveau, ich habe noch keine Kinderbetreeung weshalb ich nicht arbeiten gehen kann und jetzt sollen wir plötzlich 6 Wochen mit dem Gehalt zurechtkommen? Wir bekommen keinen Dispo o.ä. da mein Mann vor Antritt dieser Arbeitstelle 2 Jahre lang arbeitslos war.
Ich bin im Moment sooo verunsichert und habe Angst, weil ich nicht weiß wie das gehen soll, wenn wirklich erst frühestens am 15. nächsten Monats ein Abschlag von 250 Euro kommt (Wir können dann noch nicht mal die Miete zahlen) heißt wir sind mit Miete Strom - Telefon ... allem 1 Monat in Verzug....

Ich scheue mich etwas davor zum Anwalt zu gehen, da mein Mann noch in der Probezeit ist, und wir ehrlich gesagt Angst um seinen Job haben.

Darf der Chef die Gehaltszahlung einfach so umstellen?

Sorry, das es so lang wurde. Vielen Dank fürs Lesen!

Janine (die schon wieder eine schlaflose Nacht deswegen hat)

Beitrag von parzifal 21.01.11 - 06:54 Uhr

Wie lautet den der genaue Wortlaut den er unterschrieben hat?

Wenn man schon erst am 15. des Folgemonats einen "Abschlag" erhält, sollte dieser fast den kompletten Lohn betragen und nicht nur EUR 250,--.

Liest sich so als wenn dem AG die Solvenz anhanden kommt.

Beitrag von taliysa 21.01.11 - 08:42 Uhr

Der genaue Wortlaut:

...am 15. des Monats wird ein Abschlag von 250,- Euro gezahlt. Ein weiterer Abschlag folgt am 25. des Monats in Höhe von 850,- Euro, der Rest am 5. des Folgemonats....

Daher sind wir davon ausgegangen dass diese Abschlagszahlungen sich auf den laufenden Monat beziehen.
Angeblich wurde das nur umgestellt, da ein neuer Steuerberater für die Gehaltsabrechnungen hinzugezogen wurde, der dem AG dazu geraten hat.

Der AG ist imo durchaus solvent, da er sich gerade noch ein neues Auto für den Fuhrpark angelegt hat und die Auftragslage durchaus gut ist, es werden Mitarbeiter gesucht.

Vielen Dank für deine Meinung.

Beitrag von vwpassat 21.01.11 - 09:43 Uhr

Ich würde mich auf diese Lohnmauschelei in 3 Raten nicht einlassen und notfalls diesen mies bezahlten Job riskieren.

Geht zum Anwalt.

Beitrag von seikon 21.01.11 - 09:59 Uhr

Ihr solltet euch dringend einen Anwalt nehmen. Wenn ihr euch keinen leisten könnt, dann geht zur Arge und beantragt einen Beratungsschein. Alternativ könnt ihr Prozesskostenbeihilfe bei Gericht beantragen.

Aber wieso hat dein Mann das denn einfach so unterschrieben, ohne sich die genauen Modalitäten erklären zu lassen, oder das ganze von einem unabhängigen Fachmann prüfen zu lassen?
Gerade vor dem Hintergrund, dass ihr recht wenig Einkommen habt.

Beitrag von taliysa 21.01.11 - 10:09 Uhr

Weil aus dem Schreiben deutlich hervorgeht, dass die Abschläge im laufenden Monat gezahlt werden...
Und da war das für uns in Ordnung, da wir dachten keine Zeit "überbrücken" zu müssen.
Immerhin ist er in der Probezeit und mag sich da nicht querstellen. Nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit ist er froh endlich Arbeit zu haben.

Erst jetzt, wo der erste Abschlag nicht geflossen ist, stellte sich heraus, dass der Chef wohl erst im nächsten Monat zahlen will.

Aber ich denke wir werden wohl doch den Schritt zum Anwalt gehen müssen...

Danke für die Antworten!

Beitrag von goldtaube 21.01.11 - 10:31 Uhr

<<Wenn ihr euch keinen leisten könnt, dann geht zur Arge und beantragt einen Beratungsschein.<<
Den Beratungshilfeschein bekommt man beim zuständigen Gericht, nicht bei der ARGE und damit geht man dann zum Anwalt.
Prozesskostenhilfe gibt es nur dann, wenn es zu einem Prozess kommt.

Beitrag von seikon 21.01.11 - 11:10 Uhr

Achso, ok. Dachte man muss den Schein bei der Arge beantragen.

Beitrag von goldtaube 21.01.11 - 15:16 Uhr

Ne, auch bei Gericht.

http://www.justiz.nrw.de/BS/formulare/beratungshilfe/

Beitrag von parzifal 21.01.11 - 12:12 Uhr

Dann redet mit dem AG, dass dies logisch nur so zu verstehen ist, dass der laufende Monat gemeint ist.

Ich verstehe die Regelung auch so wie Dein Mann. Inbesondere deshalb, da der Lohn ja bisher immer am Ende des laufenden Monats gezahlt wurde.

Ein "Abschlag" im Folgemonat macht keinen Sinn. Da ist üblicherweise der Lohn ohnehin fällig).



Besteht auf der alten Regelung oder einigt Euch auf eine Regelung mit der ihr Leben könnt (z.B. Abschlag am letzten des LAUFENDEN Monats in Höhe der Miete etc) Und ein weiterer am 15. des Folgemonats in Höhe des üblichen Mindestrestlohns).

Beitrag von sini60 21.01.11 - 11:13 Uhr

Das ist nicht rechtens. Der gesamte Lohn ist spätestens am 15. des folgenden Monats zu bezahlen. Manche Firmen brauchen noch etwas Zeit die gearbeiteten Stunden abzurechnen. Wieso soll er nach 6 Wochen #klatsch erst in der Lage sein einen ersten Abschlag zu zahlen. Das grenzt schon an Betrug #aerger


LG
Sini

Beitrag von vwpassat 21.01.11 - 11:31 Uhr

Ich finde auch, dass es in diese Richtung geht.

Betrug evtl. Konkursverschleppung etc..

Da ist es nebensächlich, ob neue Dinge angeschafft werden oder MA gesucht werden. Ich hab schon Pferde kotzen sehen.

Beitrag von windsbraut69 21.01.11 - 12:32 Uhr

"Das ist nicht rechtens. Der gesamte Lohn ist spätestens am 15. des folgenden Monats zu bezahlen."

Wo steht das?

Beitrag von sini60 21.01.11 - 13:36 Uhr

Wenn am 15. des folgenden Monats noch kein Geld auf dem Konto ist, dann ist einfach was faul. Wenn der AG es in zwei Wochen nicht schafft, seine Stunden abzurechnen, dann kann man sich darauf einstellen, dass man auch in Zukunft seinem Geld hinterherrennen muss. Und in diesem Fall möchte er sogar erst noch einen kleinen Abschlag zahlen. Der ist oberfaul.

Beitrag von windsbraut69 21.01.11 - 13:51 Uhr

Du schreibst, es sei nicht rechtens und das stimmt nicht.

Dass das hier nicht gut klingt, ist was anderes.

LG