Mann in Elternzeit - Probleme mit Arbeitgeber?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von larajoy3 21.01.11 - 05:52 Uhr

Hallo,

ich habe z Z wilde Diskussionen mit meinem Mann: Er sagt, er könne sich keine Elternzeit nehmen, da er dann ggf seine Position verliert. Geplant hatten wir mal ursprünglich 4 Wochen voll ab Geburt und dann im Anschluss 2 Monate auf halber Stelle arbeiten. Und jetzt kurz vorm Einreichen so etwas...

Er ist Abteilungsleiter, meint nun, ein anderer könne seine Stelle dann ggf bekommen (sagt aber auch im gleichen Atemzug, er würde gerne die Lebensmonate 13 und 14 nehmen, um sich mal auszuruhen- aber da brauche ich ihn auch nicht mehr...)

Letztlich bin ich der Meinung, er soll mit seinem Chef ein ganz offenes Gespräch führen, ob er Angst um seinen Job haben muss, wenn der Einreich-Zeitpunkt gekommen ist (riesige Firma, super Familien-Typ, sehr verständnisvoll, der sogar rät, man soll sich mal krank schreiben lassen, wenn man für die Kinder frei braucht!). Dabei sollte mein Mann zwei Versionen der Elternzeitanträge im Gepäck haben: Einmal wie wir es eigentlich geplant haben mit Teilzeit und den anderen eben nur Urlaub einreichen, wie er es jetzt will (3 Wochen). Und dann am Ende des Gesprächs einen Antrag einreichen (um den Kündigungsschutz zu wahren).
Und die ganze Mehr-Arbeit während der Teilzeit sollte mein Mann hinreichend gerecht auf seine Mitarbeiter verteilen (so kann ihm der andere Kollege, der im Moment sein Projektleiter ist, auch nicht gefährlich werden) und diese darin ordentlich einarbeiten.

Wenn man immer noch den halben Tag anwesend ist, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man "raus" ist, oder denke ich da zu kurz?? Er hat Angst, überflüssig zu werden.

Ich brauche ihn hier wirklich, zwei wilde und chronisch kranke Kids (8 und 2,5J), keine Familie oder Freunde, die uns unter die Arme greifen könnten, und den dritten geplanten Kaiserschnitt.

Und ich habe jetzt einen Verdacht auf Bandscheibenvorfall in der SS, kann jetzt schon nicht heben, habe eine Haushaltshilfe, aber die Krankenkasse wird das auch nicht ewig weiter zahlen. Und das Baby soll dann auch bei mir oder ihm auf den Arm und nicht dauernd bei der Haushaltshilfe (möchte nicht, dass es sich dann an eine fremde Person gewöhnt, die dann wieder weg sein wird....). Behandelt werden muss mein Rücken ja auch noch...

Was sagt ihr dazu? Haben eure Männer nach oder in der EZ Probleme bekommen?

Grüße

Beitrag von pegsi 21.01.11 - 06:04 Uhr

Ich kann Deiner Argumentation sehr gut folgen und sehe das ähnlich. Allerdings hast Du dabei Kleinigkeiten übersehen:

Auch wenn der Chef sehr familienfreundlich sein sollte, könnte Dein Mann doch zumindest unterschwellig sanktioniert werden für die Elternzeit. Das ist leider nicht selten. Da wird man dann mal hier bei einer Gehaltserhöhung übergangen und da nicht gefragt... So ganz aus der Luft gegriffen sind also die Ängste Deines Mannes nicht.
Andererseits ist Dein Elternzeit-Wunsch für Deinen Mann wirklich nicht sehr lang, das sollte sich realisieren lassen. Möglicherweise spielen bei ihm noch Ängste eine Rolle, die er sich noch gar nicht eingestehen möchte. Habt Ihr mal das "Was wäre wenn"-Spiel gespielt? Also was passiert denn, wenn er aus seinem Posten verdrängt würde, welche Folgen hätte das für wen usw.? So etwas hilft meinem Mann und mir immer, zu mehr Klarheit zu kommen und Ängste abzubauen.

Mein Mann hat übrigens seit er Vater ist den Flitz, er müßte "Ernährer" spielen und sich deshalb beruflich mehr engagieren. Hat eine ganze Weile gedauert, ihm klarzumachen, daß ich mir genau das Gegenteil wünsche.

Wie stand mal in einem der schönen Bücher:
Auf dem Sterbebett hat noch keiner gesagt "Ach, hätte ich mal mehr Zeit im Büro verbracht"

Dir eine gute Besserung und viel Erfolg!

Beitrag von redsea 21.01.11 - 08:04 Uhr

tja egal ob Mann oder Frau.... Elternteilzeit ist meistens ein Karriereknick...... dafür haben die wenigstens AG Verständnis....

man ist eben keine vollwertige Arbeitskraft wenn man nicht mind. 8 Stunden am Tag arbeitet.....

leider hinkt da unsere Gesellschaft noch sehr nah.....

Beitrag von bree81 21.01.11 - 08:42 Uhr

Hallo!

Ich kann Dich schon verstehen, aber richtig einschätzen kann es nur Dein Mann, da er die Firma besser kennt.

Es gibt soooo unterschiedliche Meinungen dazu. In der Firma meines Freundes geht das. Mein Freund nimmt die ersten 2 Lebensmonate Elternzeit, ein Kollege von ihm sogar die vollen drei Jahre. Kein Thema.

Aber meine Schwester war auch erst skeptisch und wollte meinem Freund abraten danach zu fragen. Warum? Weil IHR Chef auf dem Standpunkt steht: "Wer 2 Monate abkömmlich ist, der wird auch nicht gebraucht."
Und ihr Chef ist sonst auch ein ganz sozialer Chef...aber da hat er einfach seine feste Meinung...

Sprecht nochmal darüber, aber letztendlich kann es nur Dein Mann entscheiden, da er die Gepflogenheiten in der Firma besser kennt. Vielleicht gibt es ja auch gute Gründe, dass er Angst um seine Position hat. Es kann sich innerhalb kurzer Zeit viel ändern und Männer erzählen nicht immer alles...

Euch alles Gute!
LG, Bree81

Beitrag von larajoy3 21.01.11 - 12:44 Uhr

ja, ich denke, es ist ein wenig ein Spiel mit dem Feuer. Letztlich müsste mein Mann in dem offenen und ehrlichen Gespräch mit seinem Chef die Karten auf den Tisch legen und dann anhand seiner Reaktion abschätzen, welcher "Antrag" der richtige ist (Version lang oder kurz). Da es aber noch einige darüber gibt (große Firma), kann das jedoch trotzdem die besagten Folgen haben, die ihr oben beschrieben habt...:-(

Wenn nicht alleine alles auf meinem Rücken ausgetragen werden würde (im wahrsten Sinne des Wortes) und ich gesund wäre, wäre es natürlich auch anstrengend, aber irgendwie machbar.
Nur so habe ich echt auch Angst, da meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen...

Sollte mir auf jeden Fall noch einen Plan B überlegen. Ggf. Krankenkassenwechsel, in der Hoffnung, dass die dann noch länger die Haushaltshilfe aufschreiben würden. Oder von dem Gehaltsplus durch normalen Verdienst dann eben ne Mithilfe cash bezahlen. Nützt ja nichts...

Schade ist, dass bei mir so im Moment fast die Angst vor der neuen Situation mit drittem Baby mehr überwiegt, als dass ich mich darauf entspannt freuen kann.... Obwohl das vielleicht beim dritten auch ein wenig legitim ist. Ist ja nun mal auch viel (schöne) Arbeit.

LG