Mein 3,5jähriger Sohn spricht nicht!

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von sandrav 21.01.11 - 10:17 Uhr

Mein Sohn ist jetzt 3,5 Jahre alt und spricht ein paar verständliche Wörter und sonst in seiner eigenen Sprache die nur ich und mein Mann versteht. Seit September geht er nun zur Logopädie, doch es passieren kaum Fortschritte. Im Sommer 2012 kommt er in den Kindergarten und muss bis dann den ganzen Rückstand aufgeholt haben. Ich kann mir nicht vorstellen dass dies noch möglich.
Hat jemand von euch Erfahrung mit Kindern die das selbe Problem haben oder hatten?

Vielen Dank für eure Antworten.

Beitrag von marion2 21.01.11 - 10:25 Uhr

Hallo,

was sagt sein Ohrenarzt dazu?

Gruß Marion

Beitrag von sandrav 21.01.11 - 10:38 Uhr

Das kinderspital zürich hat dies auch abgeklärt und es ist alles bestens mit dem Gehör!

Beitrag von marion2 21.01.11 - 10:44 Uhr

Hallo,

wenn das Gehör in Ordnung ist, müsst ihr abwarten.

Tritt keine Besserung ein, müsst ihr auf jeden Fall noch zum http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4daudiologie

LG Marion

Beitrag von kruemlschen 21.01.11 - 10:39 Uhr

Warum kommt er denn erst so spät in den Kindergarten?

Vllt. würde sich das Problem ja viel eher geben wenn er jetzt schon im Kindergarten wäre und in Folge dessen normal sprechen müsste wenn er sich verständlich machen will?

LG K.

Beitrag von sandrav 21.01.11 - 10:46 Uhr

Bei uns in der schweiz kommt jedes kind erst mi 5 in den kindergarten. Daran kann ich leider nichts ändern!!

Beitrag von judith81 21.01.11 - 11:41 Uhr

Hallo,
Bekannte haben sowas bei Ihrem Sohn (Lukas wird im April 4). Seit 2 Monaten geht er jetzt in den Kindergarten u. siehe da er spricht mehr - vielleicht solltet ihr das mal versuchen?
Lg
Judith

Beitrag von vonni 21.01.11 - 12:15 Uhr

Hallo,

bei meiner Tochter war es genauso! Sie hat mit 3 jahren nur Mama, Papa und Mam mam gesagt! der kinderarzt hat uns immer vertröstet! Er sagte, das wird wenn sie im Kindergarten ist! Das stimmt auch zum teil, sie hatte viel Fortschritte gemacht! Für uns zumindest! Unsere Logopädin hat sich dann mal im Kindergarten gemeldet und wollte wissen, wie sie so in der gruppe ist! Da wurde ihr dann gesagt, das die im Kindergarten mit Ihrer Situation total überfordert sind und sie meiner tochter nicht die Förderung geben könnten die sich braucht! das Ende vom Lied, wir haben (zum Glück) einen Kindergartenplatz in einem Sprachheilkindergarten bekommen! ich weiß nicht, ob es sowas bei euch auch gibt! versuche aber (kommt drauf an, wie er alles aufholt) dort einen Platz zu bekommen! Meine Tochter hat nun nur 1 jahr in diesem Kindergarten gehabt, weil sie dieses jahr schon eingeschult wird! Aber bei uns gibt es auch eine Sprachheilschule die gleich neben dem Kindergarten ist! Sie wird wohl die ersten 2 jahre dort hin gehen, weil sie einfach immer noch nicht auf dem stand ist, wo sie sein müßte!

Alles Gute!

Beitrag von inajk 21.01.11 - 13:43 Uhr

Hi,
ich arbeite mit Kindern mit Sprachentwicklungsproblemen, allerdings in den Niederlanden, also kann ich nichts ueber die Situation in der Schweiz sagen.
Was du beschreibst ist sicher behandlungsbeduerftig. Bei uns wuerde das in die Kategorie "ernste Sprachentwicklungsstoerung" fallen. Die Definition davon ist 1. schwerwiegender Rueckstand in der Sprachentwicklung und 2. 6 Monate Logopaedie ohne (hinreichenden) Effekt. Naja, die 6 Monate habt ihr noch nicht ganz, aber fast...

Lass dich bitte nicht beruhigen mit Sachen wie "das wird schon noch" oder "er ist halt ein bisschen sprechfaul". Es ist wichtig dass dein Kind die richtige Foerderung kriegt, und jeder Monat ist kostbar.

Hier (NL) wuerden wir an dieser Stelle ausfuehrliche Diagnostik machen, um zu schauen, wo genau das Problem liegt. Gehoer ist schon ausgeschlossen, prima. Wie steht es mit der kommunikativen Intention? Will er kommunizieren? Reagiert er boese/frustriert, wenn er sich nicht verstaendlich machen kann? Oder probiert er es gar nicht, zieht er sich zurueck?

Dann: Er aussert sich wenig, hat also einen ernsten Rueckstand in der Sprachproduktion. Verwendet er Alternativen, zB Gebaerden?

Wie sieht es mit dem Sprachverstaendnis aus? Bei manchen Kindern ist beides hinterher, bei anderen nur eines. Hast du den eindruck dass er alles versteht was ihr sagt? Vor allem Worte, oder auch Saetze?

Undsoweiter... alle diese Dinge muessen untersucht werden, durch Observation, Fragen(listen) fuer euch, Tests mit ihm. Dadurch kriegt man dann die spezifische Diagnose und auch einen Behandlungsplan. zB fuer die Logopaedie, aber auch fuer Elternbegleitung (wie koennt ihr ihm helfen, besser sprechen zu lernen?). Es koennte auch sinnvoll sein, ihm Gebaerdensprache anzubieten. Wichtig ist auch zu schauen, wo er am besten hin kann. Regelkindergarten? Sprachheilkindergarten? Ich habe keine Ahnung was es da gibt in der Schweiz, aber dafuer muss es ja Experten geben die das wissen.

Bitte warte nicht laenger. Ich hoffe du findest die richtigen Menschen/Institutionen. Vertrau nicht zu sehr auf Aerzte, die haben leider oft wenig Ahnung von diesem Problemkomplex.
Wenn du Fragen hast, schreib mir ruhig.

LG
Ina

Beitrag von sunflower.1976 24.01.11 - 21:04 Uhr

Hallo!

Mein großer Sohn war in der Sprachentwicklung ähnlich wie Du es beschreibst.
Er ist jetzt 5,5 Jahre alt und spricht mittlerweile einigermaßen gut. Zur Zeit sind wir stationär in einer Sprachheil-Reha und wie es aussieht, ist ein regulärer Schulbesuch möglich. Aber es war/ist ein langer Weg.
Um den 2. Geburtstag herum konnte er ca. 20 korrekte Wörter und viele Lautmalereien, allerdings nur 1/3 aller Buchstaben. Nach diversen Arztwechseln wurden wir zur Pädaudiologie überwiesen. Die Tests dort ergaben universelle Dyslalie (er konnte viele Buchstaben/Buchstabenkombinationen nicht sprechen), Dysgrammatismus (fehlerhafte Grammatik) und Verdacht auf verbale Dyspracie (grob gesagt, mangelnde Kontrolle über seine Lippen/Zunge).
Er bekam zwei Mal wöchentlich Logopädie, hat aber auch nur sehr sehr langsame Fortschritte gemacht. Besser wurde es, als er mit 4 1/2 Jahren mit therapeutischem Reiten als Ergänzung anfing.
Hier in der Reha haben wir gelernt, dass es sinnvoll ist, eine logopädische Behandlung durch z.B. Motopädie/Psychomotorik o.ä. zu ergänzen weil die Verbesserung der allgemeinen Motorik die Sprachentwicklung deutlich unterstützen kann. Die Erfahrung machen wir hier gerade sehr deutlich (nicht nur bei meinem Sohn).

Mein Sohn geht in den Regelkindergarten seit er 2 3/4 Jahre alt ist. Verbessert hat sich seine Sprache dadurch nicht, was aber aufgrund seines Störungsbildes normal ist, selbst wenn sich die anfänglich vermutete Dyspraxie nicht bestätigt hat. Dein Sohn muss nicht den ganzen Rückstand aufgeholt haben, bis er in den KiGa geht! Bis zum Schulbeginn wäre es allerdings ganz gut.

Wurde denn schon eine genaue Diagnostik gemacht, warum Dein Sohn so wenig spricht?

LG Silvia