Fragebogen Schuluntersuchung ist mir suspekt!

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von dunkelelfe28 21.01.11 - 15:09 Uhr

Moin, ihr Lieben.

Ich hab gerade ein riesiges Fragezeichen über dem Kopf.
Habe gerade vom KiGa den Brief von der Schule wegen der Schuleingangsuntersuchung bekommen.
Jetzt les ich mir alles durch, und neben der Anmeldung für den Schulbus, und einem Infoblatt, was wir alles mitbringen müssen, war da auch ein Fragebogen, den ich ausgefüllt mitbringen soll.
Weiß nicht, ob das nur in unserem Landkreis oder Bundesland so ist, oder überall. Bei meinem Sohn(hab damals noch in Bremen gewohnt, jetzt in Niedersachsen) kann ich mich nicht an solche Fragen erinnern.

Da wird z.B. gefragt, wie schwer und groß sie bei der Geburt war, in welcher SSW sie kam UND dann wird noch gefragt, ob man eine Spontangeburt hatte, mit oder ohne Saugglocke oder Zange, oder gar nen Kaiserschnitt, ob es Komplikationen gab...
Weiter sind dann noch die Fragen, welchen Abschluss ich, oder der Vater haben, ob wir eine Ausbildung haben, und wenn, welche.

Sorry, aber mir ist gerade nicht ersichtlich, wo das wichtig für ihre Einschulung sein könnte.

Klar, die Fragen bezüglich ihrer Gesundheit, ob sie diverse Kinderkrankheiten hatte oder geimpft ist, ob sie bestimmte Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat, kann ich ja verstehen,

aber die anderen Sachen sind mir irgendwie zu intim, bzw. gehen doch niemanden etwas an.

Meint ihr, ich kann verweigern, das anzugeben?
Oder stehe ich dann als pingelige Zicke da?
Was haltet ihr davon?
Ist das in anderen Landkreisen/Bundesländern auch so?

LG Dunkelelfe.

Beitrag von manavgat 21.01.11 - 15:25 Uhr

Ich streiche Fragen dieser Art großzügig durch.

Es gibt keine Auskunftspflicht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von dunkelelfe28 21.01.11 - 15:27 Uhr

Ja, ne?
Ich finde das auch ein wenig zu viel. wie gesagt, Gesundheit und Impfungen sind ja o.k. aber der rest?
Am besten kommt dann noch die Frage nach unserem Jahreseinkommen, die haben sie anscheinend auf dem Fragebogen vergessen (IRONIE)

Beitrag von grizu99 21.01.11 - 15:27 Uhr

Ich wohne auch in NS und wir hatten einen ähnlichen Fragebogen.

Die Stellen mit der Elternbildung hab ich frei gelassen, denn die geht niemanden etwas an ;-)
Auch wenn ich auf unsere Schulbildung stolz sein kann :-p
Hat aber auch keiner nachgefragt #schein

Fehlt noch, das man da sein Einkommen angeben muß :-[

Mit der Geburt mußte man bei uns nur ankreuzen ob spontan oder Kaiserschnitt und in welcher SSW, ich denke die wollen wissen, ob es ein Frühchen ist/war.

Kann mir auch vorstellen, das die vom Gesundheitsamt das für statistische Zwecke nutzen, sprich sounsoviele Kinder waren Frühchen, davon hatten soundsoviele Krankengymnastik/Logopädie usw.

Beitrag von dunkelelfe28 21.01.11 - 15:29 Uhr

Na, alles klar...
dann bin ich ja nicht die Einzige, die das komisch findet, bzw. nicht ausfüllen wird.

Beitrag von ayshe 21.01.11 - 15:54 Uhr

##
Ist das in anderen Landkreisen/Bundesländern auch so?
##
Bei uns war es nicht so.
Da ging es wirklich um Fragen um das Kind, evtl. Krankheiten, Entwicklung.
Was eben für die Schule so wichtig ist.


Ich würde nichts beantworten, was damit nichts zu tun hat.

Beitrag von gr202 21.01.11 - 15:57 Uhr

Das war bei uns auch so (NRW), fand ich absoluten Schwachsinn und habe es einfach nicht ausgefüllt, hat auch keiner nach gefragt.

Gruß
GR

Beitrag von dore1977 21.01.11 - 16:31 Uhr

Hallo,

ja wir hatten auch so einen riesigen Fragebogen und das U-Heft sollten wir auch mitbringen. Ich habe im Fragebogen nur den Namen meiner Tochter eingetragen und fertig.
Die Amtsärztin hat sich darüber total aufgeregt und wir sollen doch gefälligst mal kooperieren so geht das ja schließlich alles nicht.........
Über das nicht mitgebrachte U-Heft hat sie sich besonders aufgeregt ich habe bis heute nicht verstanden wieso das für die Einschulung wichtig sein soll.

Du musst also gar nicht s ausfüllen, Dein Kind ist schulpflichtig sie werden es einschulen müssen ob Du den Bogen nun ausfüllst oder nicht. #;-)

LG dore

Beitrag von rosalinde.x 21.01.11 - 17:36 Uhr

Hallo,

ich habe Fragen, die ich als nicht relevant betrachtet habe einfach nicht beantwortet. Es hat keiner noch mal nachgefragt und meine Kinder müssen trotzdem zur Schule gehen...

Da stimme ich dir zu, wie die Geburt verlaufen ist, spielt doch echt keine Rolle mehr und geht die Schule nichts an. Das einzige was hier entscheidend ist, ist das Geburtsdatum - das habe ich natürlich angegeben.

Liebe Grüße

Beitrag von tauchmaus01 21.01.11 - 17:51 Uhr

Ach, wenn man lustig drauf ist, dann kann man doch einfach einen ausführlichen !!! Geburtsbericht hinschreiben. Wann die erste Wehe war, ob der Mann in Ohnmacht gefallen ist, wieviele Presswehen es bis zum Austritt des Köpfchens brauchte, ob man geschnitten wurde oder ob die Nachgeburt Probleme machte.;-)

Nö.....da schreiben wir auch nichts hin, wozu auch!

Mona

Beitrag von froehlich 21.01.11 - 18:28 Uhr

Hier hat schon mal jemand über so einen Fragebogen geschrieben (da musste man dann glaube ich sogar die Wohnverhältnisse angeben!) - ich muss sagen, ich find's nen Hammer!!!! Ausgerechnet im konservativen BAYERN gab's überhaupt keinen Fragebogen, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern (war ja erst letztes Jahr, mein Sohn geht in die erste Klasse). Ich hätte solche Fragen auch nicht beantwortet - finde ich eine Frechheit! Streich's durch - oder - die letzte Idee hier finde ich auch nicht schlecht!!! :-)...... - überbeantworte das Ding und erwähne jede einzelne Wehe:-p... . Was ich komischerweise noch am ehesten einsehen kann, ist VIELLEICHT das U-Heft...ich glaube, damit will das Schulamt Fällen von Kindsmisshandlung gegensteuern...nachdem ja in der letzten Zeit so viel passiert ist in dieser Richtung. Und sich herausgestellt hat, daß es Kinder gibt, die bei keiner einzigen Vorsorgeuntersuchung waren. Nun denn. Viel Glück!

Babs

Beitrag von anyca 21.01.11 - 18:52 Uhr

... und da wundert man sich dann, wenn die Kinder von Akademikereltern bei gleicher Leistung besser benotet werden ...

Beitrag von mimi1410 21.01.11 - 20:50 Uhr

... weil die Lehrer nichts Besseres zu tun haben als diese Fragebögen zu lesen ... sorry, aber dass Kinder, deren Eltern Akademiker sind, besser bewertet werden, ist so ein Quatsch! Ich unterrichte seit nun 17 Jahren und ich weiß bei fast keinen Eltern, was sie beruflich machen.

LG Mimi

Beitrag von 3wichtel 23.01.11 - 13:56 Uhr

Naja, aber die Statistik ist da schon recht eindeutig...

Bei GLEICHEN Noten bekommen Kinder von Akademikern häufiger eine Gymnasialempfehlung als Kinder von ehemaligen Hauptschülern.

Beitrag von mimi1410 23.01.11 - 20:47 Uhr

Hi,
diese Statistik würde ich gerne sehen.
"Die IGLU-Studie 2006 stellte fest, dass bei den Schullaufbahnpräferenzen NEBEN dem Leistungsstand der soziale Hintergrund der SchülerInnen entscheidend ist. Die Chance eines Kindes aus der "oberen Dienstklasse" (Akademikereltern) eine Gymnasialpräferenz zu erhalten ist 3,97 mal so hoch als bei einem Arbeiterkind." -> Die Chance ist höher heißt nicht gleichzeitig, dass es die Empfehlung nur deshalb bekommt, weil es ein Akademikerkind ist!

LG Mimi

Beitrag von 3wichtel 24.01.11 - 07:57 Uhr

Hmh, eine fast 4fach erhöhte Chance soll Zufall sein???

Und in der Tat heißt das nicht, dass das Kind selber keine guten Leistungen bringt. Das heißt im Gegenteil nur, dass ein Kind bei GLEICH GUTER Leistung nicht so häufig eine Gymnasialempfehlung bekommt, wenn die Eltern "nur" Arbeiter sind.
Oft sogar mit dem Argument: "Wie sollen diese Eltern dem Kind denn bei den Hausaufgaben helfen" #schock

Beitrag von mimi1410 24.01.11 - 15:49 Uhr

??? Es heißt, dass Akademikerkinder 3, x-mal öfer die Gymnasialempfehlung bekommen als andere - vielleicht weil sie die besseren Leistungen bringen ? Von gleich guter Leistung stand da nix ...

Mimi

Beitrag von 3wichtel 24.01.11 - 18:29 Uhr

Hier steht es noch mal genau:



http://www.ufuq.de/newsblog/1080-bildungsbenachteiligung-von-kindern-mit-migrationshintergrund-

Bildungsbenachteiligung durch Diskriminierung bei Schullaufbahnempfehlungen

Verschiedene empirische Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass SchülerInnen mit Migrationshintergrund bessere Leistungen als ihre deutschen MitschülerInnen erbringen müssen, um eine Gymnasialempfehlung zu erhalten (vgl. Ditton 2007; Gomolla u.Radtke 2002; Arnold et al 2007). Die IGLU-Studie 2006 stellte fest, dass bei den Schullaufbahnpräferenzen neben dem Leistungsstand der soziale Hintergrund der SchülerInnen entscheidend ist. Die Chance eines Kindes aus der "oberen Dienstklasse" (Akademikereltern) eine Gymnasialpräferenz zu erhalten ist 3,97 mal so hoch als bei einem Arbeiterkind. Eine 2,32 mal so hohe Chance auf eine Gymnasialpräferenz der LehrerInnen erhalten einheimische Kinder im Vergleich zu jenen mit Migrationshintergrund.

Die eindeutige Benachteiligung von Kindern aus sozioökonomisch benachteiligte Verhältnissen und bildungsfernen Elternhäusern trifft nicht auf die 12% Kinder mit Migrationshintergrund zu, deren Eltern AkademikerInnen sind. Betroffen sind jene, deren Eltern manuellen Tätigkeiten nachgehen (38,4%) und zumeist maximal über einen Haupt- oder Realschulabschluss als höchste Qualifikation verfügen (Arnold et al 2007). Diese Eltern verfügen über weniger Instrumente, eigene Bildungsaspirationen gegen Grundschulempfehlungen durchzusetzen.


Dort steht ganz klar, dass Kinder von Nichtakademikern BESSERE Leistung erbringen müssen als Kinder von Akademikereltern, um ebenfalls eine Gymnasialempfehlung zu bekommen.

Das ist jetzt nur eine zitierte Quelle. Seit Pisa, Iglu und den UN-Konventionen gibt es ja Quellen satt zu dem Thema!

Beitrag von mimi1410 24.01.11 - 20:36 Uhr

Hi,
ganz ehrlich - ich glaubs nicht! Und meine Erfahrungen in fast 20 Jahren Schuldienst und ehrenamtlicher Arbeit in Brennpunkten zeigt mir eine andere Realität.

LG Mimi

Beitrag von 3wichtel 23.01.11 - 13:55 Uhr

Diese Fragebögen werden aber anonym ausgewertet zu rein statistischen Zwecken und lassen sich von den Lehrern nicht in Bezug zu einem bestimmten Kind bringen (bzw. die Schulen bekommen diese Fragebögen gar nicht zu Gesicht).

Beitrag von anarchie 21.01.11 - 19:12 Uhr

Hallo!


Oh, ich bin ja der Horror solcher Amtsätze und co...#schein

Ich gebe weder unser U-Heft ab, noch Auskunft über den Impfstatus, ganz zu schweigen von den Geburtsmodalitäten, meinem Schulabschluss und co:-p

Weggestriochen udn gut ist - und was hatte ich Diskussionen - allerdings sehr einseitige...#schein
Auf mein monotones,etwa 5 mal angebrachtes, von einem extrem freundlichen Lächeln begleitetes :" Wir haben keinerlei Auskunftspflicht, daher gebe ich auch keine Auskunft" reagierte die dame etwas gereizt - hat ihr auch nichts genutzt:-p#rofl

Und meine Kinder sind trotzdem in der Schule;-)

lg

melanie mit den 4 Kurzen(8,7,3,1)

Beitrag von dore1977 21.01.11 - 19:47 Uhr

OH man ich wuste gar nicht das der Amtsarztdrache ihr Einzugsgebiet bis hach Hamburg hat! #schock Offensichtlich haben wir die selbe Ärztin #;-)

LG dore

Beitrag von anarchie 21.01.11 - 20:00 Uhr

vielleicht pendelt sie;-)

Beitrag von hinterwaeldlerin09 21.01.11 - 19:13 Uhr

Die Schuluntersuchung dient nicht allein der Feststellung der Schulfähigkeit.

Die Schuluntersuchung bietet die Möglichkeit, viele Daten unter anderem über den Gesundheitszustand der Kinder in einer bestimmten Region oder Stadt zu sammeln! Soviele sozialmedizinische Daten gibt es für die Länder und Kommunen nie wieder als zu diesem Zeitpunkt!

Man muss wissen, ob man dazu beitragen will oder einen auf Das-geht-dich-nichts-an machen will.

Man muss wissen, ob man dem Gemeinwesen Informationen gibt, die Erkenntnisse über die Lebensqualität in einem Bereich liefern und daher z.B. für Planungen und Entscheidungen evt. herangezogen werden können, oder ob man nur an sich denkt.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von anarchie 21.01.11 - 19:59 Uhr

...und ob man sich zum gläsernen Menschen machen will...ob man sinnlose Diskussionen will...und vor Allen, ob man hinnehmen will, dass Einem suggeriert wird, man sei verpflichtet diese Angaben zu machen;-)

Ich will nicht dazu beitragen.;-)

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