Arztgespräch - Einleitung empfholen, da Kind zu schwer und groß

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von nelchen84 22.01.11 - 08:24 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe heute noch 9 Tage bis zum errechneten ET.

Gestern waren wir beim Arztgespräch in der Klinik. Dort wurden wir über Risiken usw. während der Geburt, über PDA und Kaiserschnitt aufgeklärt. Soweit so gut.

Dann wurde geschallt und ihr erster Satz:

Das Köpfchen ist nicht gerade klein... (und was heißt das? - keine Antwort) und sie schätzt das Baby auf 3700 g.

Sie hat nun eine Einleitung zum ET emfohlen.

So, was soll ich davon halten? Bis gestern hatte ich keine Angst, aber jetzt bin ich total verunsichert. Ich möchte so gern spontan entbinden. Von der Statur her bin ich eher von der breiteren Sorte, also auf jeden Fall was das Becken angeht.

Man... doofe Ärzte...

Ansonsten ist bei mir alles ruhig, das Baby macht keine Anzeichen, dass es raus möchte.

LG

Nele

Beitrag von nisivogel2604 22.01.11 - 09:07 Uhr

Hallo Nele,


die US SCHÄTZUNGEN sind ungefähr so sicher wie Kaffeesatzlesen. Nie und nimmer würde ich wegen einer Schätzung das Risiko einer Einleitung oder eines Kaiserschnitts eingehen.

http://doula-ortenau.de/material/cytotec.pdf

http://www.geburtsallianz.at/downloads/cimseinleitung.pdf

lg denise

Beitrag von sunnygirl1978 22.01.11 - 09:42 Uhr

Hallo,

also ich würde nochmal mit der Hebamme reden aber im grunde sind das Schätzungen. Es gibt inwzischen viele Kinder, die mit 4,5 Kilo und mehr zur Welt kommen.

Ich würde deswegen keine Einleitung machen. Die Natur macht das in den allermeisten Fällen so, dass ein BAby zur Mutter passt, also das Kind normal geboren werden kann.

Alles Gute noch.

Sunnygirl

Beitrag von bunny2204 22.01.11 - 10:00 Uhr

Also ich würde nicht einfach so einleiten lassen. Meine Tochter wurde auf 3770 g geschätzt und kam dann drei Tage später mit gerade mal 3245 g zur Welt...

LG BUNNY #hasi

Beitrag von aro79 22.01.11 - 10:17 Uhr

Hallo Nele!

Bei mir wars ähnlich. Kind war immer schon recht groß und kräftig, immer etwas weitrer laut Ultraschall. Am ET am 23.12. hat der FA dann ein Schätzzgewicht von 4800 genannt. Ich bekam schon voll Panik. Er meinte aufgrund des Gewichts und des Verkalkungszustands der Plazenta sollte nicht mehr länger als 5 Tage gewartet werden. Ein Termin zur Einleitung wurde für ET+4 gemacht. Hab so sehr auf eigene Wehen gehofft (hatte bis dahin nicht die geringsten Geburtsanzeichen), hatte aber auch Alpträume vom Riesenbaby und hab nachts oft gedacht, ich lass gleich n Kaiserschnitt machen... Bei ET+4, 10 Minuten bevor mein Wecker geklingelt hätte bin ich von eigenen WEhen wach geworden. 4 1/2 Stunden später war Hannah dann auf natürliche Weise ohne WEhenmittel da. Mit 3960 gr. Um Fast 1 ganzes Kg verschätzt. Ich bin nur leicht gerissen, alles problemlos.
Ganz ehrlich? Hol dir noch ne zweite Meinung. Im KH vor der Geburt sagte die FÄ, beim Ultraschall dass das Baby keinesfalls schwerer als 4,2kg sei. Das beruhigte mich schonmal sehr. Dieser blöde Ultraschall!! Wäre das nicht gewesen hätte ich sehr viel entspannter weihnachten feiern können und hätte nicht nachts solche Alpträume gehabt.

LG,
Anja!

Beitrag von minnie85 22.01.11 - 10:34 Uhr

Hi Nele,

ich würde erstmal die 9 Tage bis zum ET abwarten, vielleicht tut sich ja noch was. Sonst würde ich am ET erstmal mit deiner Hebamme sprechen und sie fragen, ob sie erstmal eine Eipollösung machen kann und ob ein Nelkenöltampon was für dich wäre. Caulophyllum geht evtl bei dir auch.

Wenn das nicht fruchtet (2 Tage Zeit geben) kann man ja nochmal schauen, ob man chemisch einleitet.

Beitrag von lieke 22.01.11 - 10:39 Uhr

Hallo,

ich finde deinen Satz "(und was heißt das? - keine Antwort)" bezeichnend!

Ich würde nur dann einleiten lassen, wenn ein Arzt mir schlüssig erklären kann, warum es absolut notwendig ist oder wenn ich selber finde, dass ich das Risiko der Schwangerschaft nicht mehr tragen kann. (habe selber 2 Einleitungen hinter mir)

Beides ist bei dir nicht der Fall. Dass die Ärztin dir keine Antwort gibt deutet eher auf Unsicherheit ihrerseits hin. Besser wäre gewesen, wenn du nachgehakt hättest, aber man ist ja oft erstmal überrumpelt. Leider bist du jetzt diejenige, die verunsichert ist. Also würde ich zur Beruhigung deine gewohnte Hebamme/FA zu ihrer Meinung befragen.

Im übrigen glaube ich, dass man den KU schon sehr genau messen kann, geschätzte Gewichtsangaben schwanken sehr stark. Aber ein großer KU MUSS ja kein Hindernis sein, zumal er bei einer Einleitung ja auch "dadurch" muss, und das unter künstlichen Bedingungen. Mir hat man immer gesagt, dass bei einer Einleitung die Wahrscheinlichkeit, dass es ein "Not"KS wird größer ist, als bei einer spontanen Geburt.

LG,
Lieke

Beitrag von 2froesche 22.01.11 - 11:02 Uhr

Hallo Nele,

ich bin selbst Gynäkologin im Krankenhaus. Mit Gewichtsschätzungen per US und anschließender Beratung zum Geburtsmodus bin ich sehr, sehr vorsichtig. Ob ein Baby durchs Becken passt, sieht man eigentlich erst unter der Geburt. Es liegt ja auch nicht immer nur am großen Kind, manchmal drehen sich auch kleine Köpfchen einfach nicht richtig ins Becken, und dann passt auch ein 3000g-Baby nicht durch.

Lass Dich nicht verrückt machen. Warte einfach ab. Ich würde mich an Deiner Stelle auch nicht am ET einleiten lassen.

Ich find ja jetzt 3700g auch nicht übertrieben groß. Mach Dir keine Sorgen, in den meisten Fällen passt das Baby zum Becken der Frau!

LG,

2froesche

Beitrag von katy1210 22.01.11 - 11:55 Uhr

Hallo,

bei mir haben 2Ärzte falsch geschäzt.Beide sagten das Baby wiegt ca. 3700g. Da von Einleitung aber keine Rede. Bet ET+10 wurde dann aber eingeleitet, weil ich auch langsam keine lust mehr hatte. Die Einleitung war furchtbar, aber Niklas hatte ein Gewicht von 4930g, war 54cm lang und hatte einen KU von 38cm. Und alles spontan. Beim nächsten Kind würde ich nie wieder einleiten lassen, auch wenn es 3Wochen nach ET noch nicht da wäre ;-)

LG und alles Gute!
Katja

Beitrag von anyca 22.01.11 - 22:07 Uhr

Meine erste Tochter wurde schon 4 Wochen vor ET auf 3600 g geschätzt und hatte in Wirklichkeit bei der Geburt grade mal 3280g. Diese Schätzungen per US sind sehr ungenau.

Abgesehen davon können durchaus auch 4-kg-Babys spontan auf die Welt kommen.

Beitrag von nelchen84 23.01.11 - 07:54 Uhr

Vielen Lieben Dank für eure Worte und wirklich guten Antworten!

Ich werde nächste Woche sowohl mit meiner Hebi, als auch mit meinem FA erst einmal darüber sprechen. Und dann werde ich weiter sehen.

Gestern hatten wir Besuch von Freunden, die uns erzählten, dass ihnen auch solche Angst gemacht wurde und die Kleine kam auch spontan zur Welt.

Gestern ging es mir auf Grund dieser Nachricht wirklich schlecht, aber heute bin ich schon viel gelassener und freue mich wieder auf die Geburt.

Liebe Grüße und danke!!!

Nele

Beitrag von becca04 23.01.11 - 23:36 Uhr

Hallo,

meine erste Tochter kam bei ET+10 mit 4340 g und 38cm KU nach Einnahme eines Wehencocktails bei ET+9 (= Einleitung) auf die Welt,
Sohn Nr. 2 (Kind Nr. 3) nun bei ET+11 mit 5000g und 40 cm KU ebenfalls nach Einnahme eines Cocktails.

Die erste Geburt hat der Größe entsprechend lange gedauert und war mühsam, aber insgesamt unproblematisch - der Riese war hingegen nach 4,5 Stunden da.

Ich persönlich würde soweit VOR ET auf keinen Fall einleiten lassen, zumal Dein Geburtsbefund sicherlich noch unreif ist (MuMu geschlossen, Gebärmutterhals steht, keine (regelmäßigen) Wehen) - wenn Du unter diesen Voraussetzungen eine Einleitung beginnst, kannst Du Dich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen tagelangen Einleitungsmarathon einstellen (mit Gel, mit Tablette, mit Tropf und wieder von vorn...), bei dem entweder Dein Kind oder Du oder ihr beide irgendwann schlapp macht und die Geburt schlimmstenfalls im KS endet.

Meine Erfahrung nach drei Geburten von "Riesen": Man kann auch als Erstgebärende Kinder mit mehr als 4000g Geburtsgewicht gebären, braucht dazu aber eine gute, aktive Hebammenbegleitung, die einem dabei hilft, das Kind durch den Geburtskanal zu lotsen. So eine Hebamme hatte ich leider nicht in der ersten Geburt im KH, aber zum Glück bei den letzten beiden Geburten zu Hause - die haben dann auch prompt nur 4,5 Stunden gedauert und verliefen ohne größere Blessuren.

Ich persönlich würde allerdings - sollte ich ein viertes Kind bekommen, was momentan in den Sternen steht!!! - ab ET mit Einleitungsversuchen (per Cocktail beginnen), da mich die Gewichtsentwicklung meiner Kinder schaudern macht - viel mehr als 5000g und 40 cm KU kann ich nicht auf "natürlichem Wege" gebären!

LG und alles Gute für die Geburt,
Becca.