Kennen Eure Kinder das Wort ''tot'' und wissen....

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jacky1983 22.01.11 - 09:28 Uhr

... was es heißt??

Ich war gestern zum Geb meiner Freundin und da war noch eine Mutter, mit einer Tochter, die in ca 3 Wochen 3 wird.
Mein Junge (3) und die Kleine spielen mit Kuscheltierfischen.
Meiner legt seinen Fisch Rücklings in die Schaukel und sagt zum Mädel: ''Mein Fisch ist jetzt tot''.

Irgendwann fing die Kleine uch an und sagte: ''Fisch ist tot'', ''Fisch tot''.
Ihre Mutter war total erschrocken und meine fast böse ''Wo hat sie das denn schon wieder her??''.

Ich hab gesagt, das das von Paul kommt.
Sie guckte mich fragend und Sprachlos an... #kratz

Ich hab ihr dann erzählt, das wir seit einer Woche ein Aquarium haben und da ein Krebs drin lebt (vom Vorgänger noch).
Dieser ''tolle'' Krebs hat sich nen Fisch gekrallt... Kopf ab, Schwanz ab und Bauch aufgeschlitzt... #schock
Mein Sohn hat den Fisch gesehen und da hab ich ihm gesagt, wie es ist.

Auch hat Paul schon gesehen, was beim Angeln und danach passiert (Fisch Angeln, tot machen, zu Hause aufschneiden usw)
Paul will das alles wissen und sehen, was soll ich tun??

Ich wills ihm nicht zweimal erklären, sondern gleich richtig.
Nicht einmal ''der Jäger sitzt da oben und zählt die Tiere'' und später ''der Jäger sitzt da oben und wartet auf ein Tier bla bla''.
Mein Sohnt kennt ''Fuchs du hast die Gans gestohlen'' und da kommt auch der Jäger mit dem Schiessgewähr und schiesst ihn tot.
Er weiß also, das ein Jäger Tiere schiesst und wenn er einwen Hochsitz sieht, erkläre ich ihm gleich, was da passiert.

Ja, so hat mein Sohn schon öfter Kontakt mit dem Tot gehabt.
Ich find das auch absolut nicht schlimm... Das, was im Aquarium passiert ist, ist ja die Natürliche Art zu sterben gewesen...
Hätte er den Fisch nicht gesehen, hätte ich ihn ja nicht extra geholt... Aber er hat ihn gesehen und da hab ichs ihm halt erklärt.

''Aha'' sagte die Mutter und drehte sich weg... #kratz

Ist es zu viel Tot??
Also meiner hat noch nie Tot gespielt oder so... Ich habe nicht das Gefühl, das ihn das sehr beschäftigt.
Es sind bis jetzt nur Tiere gestorben und das ist ''normal''.

Wie ist das bei Euch??

lg Jacky

Beitrag von clautsches 22.01.11 - 09:47 Uhr

Selbstverständlich weiß mein Sohn über den Tod bescheid, war auch beim Begräbnis seines Uropas dabei. Wieso (und wie??) sollte man dieses Thema ausklammern?

LG Claudi

Beitrag von jacky1983 22.01.11 - 09:51 Uhr

Keine Ahnung.
Das WIE, da könnte man sich ja was einfallen lassen, aber was ich nicht verstehe ist WARUM sollte man das machen??

Wenn die Kinder sich erkundigen, wissen wollen was das bedeutet, dann ist es doch die beste Gelegenheit ihnen das zu erklären...

gruß

Beitrag von berry26 22.01.11 - 09:51 Uhr

Hi,

mein Sohn ist 3,5 und weiß auch was tot "bedeutet". Gut ich glaube nicht das er genau einschätzen kann was es wirklich bedeutet (wenn es z.B. um einen Menschen geht...), aber er weiß das Schinken mal ein Schwein war. Er hat eine tote Maus in der Mausefalle in unserer Garage gesehen und wir haben es ihm erklärt. Sein Vater ist Angler und auch er weiß das Fische die man angelt, tot schlägt und dann schlachtet um sie zu essen. Hat er auch schon gesehen!

Ich wüßte jetzt auch nicht warum man einem Kind das so nicht erklären kann! Früher sind die Kinder ganz selbstverständlich damit aufgewachsen und das möchte ich für meine Kinder auch. Der Tod und das Leben sind doch keine Themen die man tabuisieren muss.

LG

Judith

Beitrag von golm1512 22.01.11 - 10:00 Uhr

Finde ich voll in Ordnung so.

Ich habe in meinem Berufsleben viel Zeit mit Todkranken und Sterbenden verbracht und ich finde es wichtig, dass man sich damit beschäftigt. Mir ist auch wichtig, dass meine Kinder mit dem Wissen aufwachsen. Wenn Beerdigungen anstehen und sie mitwollen, kommen sie selbstverständlich mit. Als ein Bekannter von uns im Hospiz lag, kamen sie natürlich mit zu Besuch. So haben sie den Prozess mitbekommen und er war eben nicht plötzlich einfach so weg.
Wie alle Kinder haben sie zwischendurch Angst davor, dass ich oder Mann möglicherweise plötzlich sterben könnten, aber ich denke, das gehört dazu. Dem kann man ehrlich und gelassen begegnen, wenn man sich selber darüber im Klaren ist, dass alles endlich ist und dass es auch irgendwie so sein muss.

So ein toter Fisch und das anschließende Spiel dazu sind doch super Möglichkeiten, sich dem Thema ohne großes Drama zu nähern. Wenn man als Elternteil ein Riesending davon macht, macht man es sich und den Kindern doch bloß schwerer als es ist.

Gruß
Susanne

Beitrag von michaela_76 22.01.11 - 10:13 Uhr

Hallo.
Ich finde es total in Ordnung, daß die Kinder in dem Alter schon wissen was tot sein heißt und ist.
WIr mussten unseren Kater einschläfern lassen als unsere Tochter 3 Jahre alt war. Gut die Umstände des Einschläferns hab ich ihr nicht erklärt, aber daß der Kater nicht mehr wiederkommt und es ihm da wo er jetzt ist besser geht. Vor etwas über einem Jahr ist meine Schwiegermama gestorben, das hab ich ihr auch erklärt (sie hatte Krebs).

Was tun denn diese Leute wenn jemand im Umfeld stirbt? Hab schonmal von jemandem gelesen, daß die dem Kind dann erzählt hätten derjenige wäre längere Zeit im Urlaub! :-[ Sowas geht ja gar nicht.
Es fällt im dem Moment eh schon schwer, das dem Kind zu sagen, aber dann sollten sie schon wissen was es heißt!

LG
Michi

Beitrag von sweety1988 22.01.11 - 11:56 Uhr

Mein Sohn weiß seit er 3 ist was "tot" ist.

Seine heißgeliebte oma ist gestorben und somit mussten wir es ihm erklären.

Haben es natürlich kinderfreundlich gemacht und ihm gesagt sie sei jetzt ein stern im Himmel und schaut herab, passt auf dich auf u.s.w.!

Anfangs hat es meinen sohn sehr beschäftigt, oft hat er auch gesagt das ist tot oder ich bin tot oder sowas, dann haben wir nochmal in ruhe mit im geredet und mit der Zeit hat es sich auch gelegt.

ich denke man sollte relativ offen (aber kindergerecht) über den Tot reden.

Liebe Grüße

Beitrag von jindabyne 22.01.11 - 12:43 Uhr

In meinen Augen hast Du es genau richtig gemacht.

Der Tod ist kein Thema, vor dem man Kinder langfristig bewahren kann. Er gehört zum Leben dazu.

Lg Steffi

Beitrag von jessi_hh 22.01.11 - 13:23 Uhr

Hallo Jacky,

meine Mutter hat das Thema Tod damals immer abgetan mit den Worten:"Ach, beschäftige Dich doch nicht mit soetwas, Du bist doch noch so jung!"

Das hat die Angst davor nur noch geschürt weil mit niemandem über dieses Tabuthema reden konnte. #schmoll

Meine Tochter (3,5J.) weiß schon lange, was Tod bedeutet. Mein Vater ist vor 1,5 Jahren verstorben, danach die Uroma. Bei uns kommt das Thema immer mal wieder auf. Sie geht völlig normal damit um und erzählt, dass ihr Opa eben gestorben und im Himmel ist. Das hat sie letztens auch ihrer Freundin erzählt, die mit dem Thema noch keine Berührung hatte. Die war ganz verwirrt und fragte, wie der Opa denn in den Himmel geflogen sei. :-D
Hab mich dann bei der Mama entschuldigt und erklärt, dass es für meine eben normal ist. Sie fand es auch o.k. und wollte das Thema dann mit ihrer Tochter auch angehen.

LG,
Jessi

Beitrag von cludevb 22.01.11 - 13:32 Uhr

Hi!

Mein Grosser ist kindgerecht aufgeklärt.

Er weiß woher sein Schweineschnitzel stammt und warum sein Hähnchenschenkel Hähnchenschenkel heisst. (das hat er sich bei mir einmal nachgefragt).

Er weiß dass Tiere gezüchtet und geschlachtet werden weil der Mensch sich davon ernährt, dass Katzen eben lieber Mäuse fressen und die Mäuse dann logischerweise tot sind und dass Fische beim Angeln den Wurm fressen wollen - der dann gefressen, also tot ist.
Natürlich keine Details.

Genauso wie er auch mitbekommt wenn mal ein angefahrenes Tier tot und zermatscht auf der Strasse liegt und nachfragt. Was soll ich denn sagen: ne das schläft nur? Das Tier wurde plattgefahren von einem Autofahrer der nicht aufgepasst hat und ist jetzt tot.

Er weiß auch dass man als Baby geboren wird, dann Kindergartenkind, Schulkind, Erwachsener, Opa/Oma und Uropa/Uroma wird und dass dann der Körper langsam soo alt ist dass man stirbt und der tote Körper der dann nicht mehr funktioniert auf dem Friedhof begraben wird damit man immer hingehen kann um die tote Person zu besuchen und an sie zu denken.

Spätestens in einem halbenJahr bis Jahr würde das Kind von deiner Freundin anfangen sie dergleichen zu fragen.

Der Tod gehört dazu, ich wüsste nicht warum man das beschönigen sollte, keine Details etc das ist sonnenklar, aber allgemeine - im neutralen ton gehaltene Fakten auf Fragen halte ich nicht für schlimm...
das verkraften die Zwerge sicherlich deutlich besser als hochtrabende Lügen - die eh schnell aufgedeckt werden von unseren kleinen schlauen Zwergen ;-)

LG Clude mit Kidz (4 und 1,5)

Beitrag von meandco 22.01.11 - 17:15 Uhr

> Er weiß woher sein Schweineschnitzel stammt und warum sein Hähnchenschenkel Hähnchenschenkel heisst. (das hat er sich bei mir einmal nachgefragt). <

#schwitz;-) das thema hatten wir letzte woche ... wir haben ja nen hund und die bekommt "hundeknochen". also war sie der meinung, dass wir menschen menschenknochen essen #schock#rofl
gsd hat sie das daheim verkündet und nicht in irgendeinem restaurant #schwitz na, die gesichter hätt ich sehen mögen ... "gell mama, menschen essen menschenknochen!" #rofl#rofl#rofl

wir habens ihr jetzt erklärt, wie das mit den knochen und den bezeichnungen ist - ganz klar scheints noch nicht zu sein, aber das wird schon #pro

lg
me

Beitrag von meandco 22.01.11 - 17:12 Uhr

klar weiß sie bescheid #cool

zum ersten mal ganz bewusst ist sie mit genau 2 jahren mit dem thema in berührung gekommen - damals ist ihr uropa gestorben. sein letzter wunsch war sie noch mal zu sehen #schwitz

war ne langwierige aufklärungskampagne da es ja trotzdem überraschend kam und es natürlich erst mal schnell gehen musste - der rest lief hinterher ab und hat sich gezogen.

und ja ... auch bei ihr kommt es schon mal vor, das sie ein kuscheltier für tot erklärt ... #cool so ist das leben eben, man kann die kinder nicht davor beschützen sondern es ihnen so klar wie möglich leichter machen #pro und wer glaubt das so ein kleines kind nix mitkriegt #augen#klatsch naja ...

lg
me

Beitrag von cherry19.. 22.01.11 - 18:05 Uhr

Unser Sohn, auch drei Jahre alt, weiß auch, was "tot" ist. Komisch fände ich ein Kind, dass das nicht weiß.

Beitrag von zahnweh 22.01.11 - 18:55 Uhr

Hallo,

meine fast 3,5 J. kam schon damit in Berührung. So ganz hat sie es noch nicht verstanden.

Ein Großelternpaar lebt und wir besuchen sie in...
Ein Großelternpaar ist "storben" und sie wohnen auf dem Friedhof, da besuchen wir sie.

Ihr Kommentar zum Foto ihrer Oma: "Meine Oma ist schon storben. Sie kennt mich nicht, sie hat mich nur lieb" #verliebt


Andererseits spielt sie seit dem Kindergarten auch tot machen, schießen usw.
Wenn sie das Thema von sich aus aufgreift, beantworte ich ihr das, was sie fragt. Nicht mehr und nicht weniger. Ehrlich, aber so viel wie ihre Frage ist.

Ebenso wenn sie wo was aufschnappt. Da kann sie mich auch schon aus den Socken hauen ;-) Nach dem ersten Schreck (manchmal) gehe ich dennoch auf ihre Fragen ein.

Beitrag von visilo 22.01.11 - 20:00 Uhr

Mein Sohn war mit 17 Monaten auf der Beerdigung meiner Oma und mit 2,5 Jahren auf der Beerdigung meines Vaters. Er weiß auch das er verbrannt wurde und in einer Urne beerdigt wurde. Der Tot gehöhrt zum Leben warum sollte man sowas den Kindern vorenthalten#kratz.

LG
visilo

Beitrag von bokatis 22.01.11 - 21:30 Uhr

Viele Menschen haben ein seltsames Verhältnis zum Tod. Ich kenne auch sehr viele, die ihre Kinder da abschotten. Es wird einfach nicht akzeptiert, dass der Tod wie die Geburt zum Leben dazugehört. Unabdingbar. Irgendwann stirbt jeder. Mein Sohn wird 4 und weiß das genau. Er weiß, dass seine eine Oma tot ist, dass sie krank war und sterben musste, und dass wir sehr traurig darüber waren. Er weiß, dass seine Uroma mit ihren 90 Jahren vielleicht auch nicht mehr allzu lange leben wird. Er weiß, dass ein Löwe in der Steppe schonmal eine Antilope reisst und dann frisst, dass die dann auch tot ist. Wir sind nicht christlich, aber ich erkläre ihm, dass, wenn man tot ist, man WEG ist, aber man ist irgendwie doch noch da, weil die anderen Leute noch an einen denken, so ist man nicht ganz vergessen und immer mit dabei. Für ihn ist es so gut.
Im Sommer hatten wir auch so eine Situation wie ihr: Bei seiner besten Freundin lag eine tote Fliege auf dem Fensterbrett. Er bemerkte gleich "Oh, die FLiege ist tot. " Die Freundin (auch 3) war völlig perplex, konnte damit gar nicht umgehen, war verwirrt und wusste nicht, was mit der Fliege war. Die Mutter war auch ganz komisch.
Meine Devise: Lieber alles ganz nüchtern erklären. Aber wie gesagt, viele haben die Probleme. Ist wie mit dem Kindermachen usw ;-) wird ja auch lang vom Storch erzählt....

Beitrag von morla29 23.01.11 - 23:46 Uhr

Hallo,

meine beiden Kinder (3 und 5) wissen leider sehr gut, was Tod bedeutet. Sie hatten beide ihre kleine tote Schwester auf dem Arm und haben sie gestreichelt.

Sie spielen sehr oft "Grab", "Beerdigung", oder "Gestorben"

Gruß
morla
mit zwei Mädels an der Hand 3 und 5
und einem Mädel tief im Herzen - still geb. 29.1.10 - 31. ssw

Beitrag von kitty2311 24.01.11 - 17:35 Uhr

Hallo Jacky #winke,

mach Dir nicht so viele Gedanken, ob Du richtig oder falsch gehandelt hast ... dieses Thema ist für die Kinder sehr wichtig und sollte m.E. nicht einfach verschwiegen werden

Mein Sohn (3 Jahre) beschäftigt sich gerade ganz aktuell mit dem Thema Tod und Sterben und damit ich ihm die richtigen Antworten geben kann, habe ich dieses Thema ganz offen gegenüber der Erzieherin angesprochen und versuche sogar, einige Kinderbücher zu finden, damit ich es ihm kindgerecht erklären bzw. antworten kann ...

Warum sollte man bei diesem Thema überhaupt Scheuklappen haben? Wenn man es genau betrachtet, dann dürften sich die Kinder auch gar keine Märchen anschauen ... in manchen Märchen kommt auch dieses Thema "Tod" vor ... was machen dann die Eltern, wenn die Kinder neugierig fragen?

Du hast komplett richtig gehandelt ... laß Dir nichts Gegenteiliges einreden

Liebe Grüße :-)