Was können wir noch tun(Ex Vermieter)?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von liloma 22.01.11 - 09:47 Uhr

Guten Morgen!


Wir sind letztes Jahr umgezogen ,und dachten das alles nahtlos abläuft mit der Kaution .Jetzt haben wir das Problem ,dass unsere Ex Vermieter die Kaution einbehalten wegen der Nebenkostenabrechnung.
Wir bekammen dann auch die Abrechnung für 2009 da hatten wir erst 3 Monate dort gewohnt ,und sollen schon für drei Monate knapp 100 Euro nachzahlen(Gas u Strom gehen zahlen wir extra!) jetzt hat sie uns 400 von 800 Euro Kaution überwiesen.Da sie davon ausgehen ,dass für das Jahr 2010 genausoviel anfällt.Wir glauben das es zu viel ist!!

Wir haben ihr schon ein Brief per Einschreiben geschickt,dass wir eine genaue Aufstellung des Energieversogers haben möchten . Heute kam der Brief zurück sie hat ihn abgelehnt.

Was können wir machen ausser ein Rechtsanwalt?





Hoffe ihr könnt mir helfen!#danke

Beitrag von milka700 22.01.11 - 10:50 Uhr

Deswegen raten sogar schon Rechtsanwälte dazu, die Kaution abzuwohnen.

Ihr könnt da nur gerichtlich gegen vorgehen. Also Mahnbescheid wäre mein erster Gedanke, da der Vermieter offensichtlich keine Transparenz zeigt um die NK Abrechnung prüfen zu können, wozu er lt. BGB verpflichtet ist.
Ansonsten könntet ihr die Forderungen zurückbehalten.
Euer VM begeht hier ganz klar Rechtsbruch.

Beitrag von liloma 22.01.11 - 11:00 Uhr

Danke für deine Antwort .Meinst du beim Mieterschutz bekommen wir auch Hilfe,ohne das wir dort beitreten?

Beitrag von windsbraut69 22.01.11 - 11:36 Uhr

Warum sollten die Euch kostenlos beraten?

Welche Unterlagen habt Ihr denn gefordert, für 2009 oder 2010???

Einen Teil der Kaution in Höhe der zu erwartenden Nebenkostennachzahlung einzubehalten, ist durchaus rechtens.

Gruß,

W

Beitrag von liloma 22.01.11 - 12:06 Uhr

Ja schon klar nix gibts um sonst ;-).Wollten die Unterlagen für 2009 haben ,
aber wie gesagt sie hat den Brief ja nicht mal angenohmen!!

Beitrag von windsbraut69 22.01.11 - 12:15 Uhr

Dann schickt Ihr ein Einwurfeinschreiben udn bittet um Einsicht in die Belege der Energieversorger. Das steht Euch zu, die Zusendung von Kopien m. W. aber nicht.

Wegen 100 Euro würde ich aber keinen großen Aufstand machen - sind da auch Heizkosten enthalten?

Dass jetzt 400 Euro einbehalten wurden, halte ich für durchaus zulässig.
Ein nahtloser Übergang, wie Ihr ihn Euch vorgestellt hattet, klappt in den seltensten Fällen und beruht dann auf Kulanz des Vermieters.

LG

Beitrag von liloma 22.01.11 - 12:28 Uhr

Nein, Heizkosten gehen getrennt !wir habe noch nie nachzahlen müssen immer rausbekommen .Ich weiß ja auch nicht#gruebel.


Danke für deine Hilfe:-D

Beitrag von ppg 22.01.11 - 13:27 Uhr

Ja bis 2008 habe ich auch nie nachzahlen müssen, sondern immer raus bekommen, zwar immer weniger, aber immer noch Guthaben.

Dann ab 2009 Nachzahlung ( sogar ziemlich viel ca. 170 € ) und für 2010 rechne ich mit noch mehr.

Immerhin sind die Energiekosten expotential angestiegen.

Ich halte daher die angebenen Nachzahlungen für realistisch.

Ute

Beitrag von nick71 22.01.11 - 14:57 Uhr

Als die Nebenkostenabrechnugn 2009 kam, habt ihr drei Monate dort gewohnt. Warum habt ihr nicht gleich Einsicht in die Belege gefordert, sondern erst jetzt, nach dem Auszug?

Beitrag von liloma 22.01.11 - 20:30 Uhr

Nein die Abrechnung für 2009 haben wir jetzt erst bekommen! wir haben nicht ganz ein Jahr dort gewohnt(Gott sei Dank!!)

Beitrag von sandrinchen85 23.01.11 - 16:26 Uhr

leider nein...hatten wir gerade erst :(

Beitrag von nobility 22.01.11 - 14:40 Uhr

" Deswegen raten sogar schon Rechtsanwälte dazu, die Kaution abzuwohnen. "

Richtig !

Das erspart dem Mieter einen langen Nervenkrieg mit dem Ex-Vermieter. Denn der vom Gesetzgeber angedachte Sicherungszweck der Mietkaution wird von vielen Vermietern mißbraucht. Nach Mietende wird sehr oft die Kaution einbehalten und alle Vorwände angegeben um diese mit irgendwelchen Forderungen zu verrechnen, und ebend diese nicht auszuzahlen.

Dieses Verhalten vieler Vermieter wissen inzwischen sehr viele Mieter. Diese kündigen Fristgerecht und zahlen die verbleibenden 3 Monate keine Miete mehr. Der Vermieter kriegt den Mieter in dieser Frist nicht aus der Wohnung. Danach zieht der Mieter aus und dann kann der Ex-Vermieter zusehen woher er die Miete bekommt.

An dieser Entwicklung tragen aber nicht die Mieter sondern einzig und allein die Vermieter die Schuld.

Beitrag von windsbraut69 23.01.11 - 07:55 Uhr

"An dieser Entwicklung tragen aber nicht die Mieter sondern einzig und allein die Vermieter die Schuld. "

Soso.

Gruß,

W

Beitrag von muqq 24.01.11 - 10:11 Uhr

Cool, kannst Du mir diese Anwälte mal nennen, damit ich gegen Diese bei der Anwaltskammer vorgehen kann?

Definitiv ist es nicht gestattet die Kaution abzuwohnen, gibt es sogar recht aktuelle Rechtssprechungen dazu.

Desweiteren ist der VM dazu berechtigt, einen Teil der Kaution für die Nebenkostenabrechnung einzubehalten.

Beitrag von windsbraut69 23.01.11 - 07:54 Uhr

"Euer VM begeht hier ganz klar Rechtsbruch. "

Womit denn genau?
Dass er einen Teil der Kaution einbehalten hat oder damit, dass er das Einschreiben nicht angenommen hat?

Gruß,

W

Beitrag von werner1 22.01.11 - 10:54 Uhr

Hallo,

du könntest eine Belegeinsicht verlangen.
Zuschicken muss sie dir normalerweise nichts, ausser die Entfernung wäre zu gross.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von nobility 22.01.11 - 14:30 Uhr

Hallo,

nicht ganz schlüssig geht aus deiner Darstellung hervor, ob gegen die NK-Abrechnung Einspruch erhoben wurde. Ebenso ist nicht schlüssig wenn, wie du schreibst Energiekosten, also Strom und Gas, extra abgerechnet werden, diese nun mit der NK-Abrechnung in Verbindung gebracht wird.

Klar ist auch nicht, inwieweit dein EXvermieter diese Abrechnung erläutert hat. Denn auf eine verständliche Erläuterung hast du Anspruch. Ist diese Erläuterung nicht verständlich, also nicht nachvollziebar so kannst du diese einfordern. Du kannst auch Einsicht in die Abrechnungsunterlagen verlangen, wenn der EX-Vermieter nicht weiter als 50 Klm ( ? ) von dir entfernt seine Abrechnungsunterlagen aufbewahrt. Ansonsten kannst du Kopien verlangen. Er kann diese bis zu max. 0,50 € pro Kopie vergütet verlangen.

Wie gesagt, schriftlich Einspruch gegen die NK-Abrechnung am besten per Kurier/Boten erheben. Somit wird erstmal eine Anerkennung deinerseits und das Recht des EX-Vermieters auf die Eröffnung eines Mahnverfahrens verhindert.

Danach würde ich die Kaution schriftlich per Fristsetzung in vollem Umfang verlangen. Um deiner Forderung etwas nachdruck zu verleihen kannst du gleichzeitig mitteilen, dass du bei fruchtlosem Fristablauf sofort ohne weiteres zusätzliches Anschreiben Mahnbescheid gegen ihn beantragst.

Wer sich Schuldhaft mit einer Leistung in Verzug befindet, muss sich der Bemühung eines Anwaltes anrechnen lassen.

Es gibt ein altes Sprichwort das besagt, " Wer Wind säht, wird Sturm ernten ! "

Viel Glück !
Nobility

Beitrag von werner1 22.01.11 - 14:43 Uhr

Hallo nobility,

#Somit wird erstmal eine Anerkennung deinerseits und das Recht des EX-Vermieters auf die Eröffnung eines Mahnverfahrens verhindert. #

Das stimmt nicht.
Mal davon abgesehen, dass noch gar keine NK-Abrechnung erstellt wurde, ein Einspruch ohne Belegeinsicht ist vollkommen sinnlos.
Grundsätzlich ist JEDE Rechnung nach 30 Tagen fällig, sofern nichts anderes draufsteht.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von nobility 23.01.11 - 14:53 Uhr

Hallo Werner,

Ich hatte geschrieben;

Somit wird erstmal eine Anerkennung deinerseits und das Recht des EX-Vermieters auf die Eröffnung eines Mahnverfahrens verhindert.

Du sagst,

" Das stimmt nicht. " Jedoch ohne deine Antwort auch nur Ansatzweise zu begründen.

Ich sage. da irrst du dich.

Das begründe ich und erwiedere wie folgt,

der BGH hat hierzu bereits klar gesagt das ein Anspruch erst dann entstanden ist wenn dieser eine ordnungsgemäße Abrechnung erstellt hat welche den Anforderungen nach § 259 BGB entspricht.

Auszugsweise: Urteil vom 27.11.2002, Aktenzeichen VIII ZR 108/02
Hat der Vermieter eine ordnungsgemäße Abrechnung nicht erstellt, ist der Mieter nicht zur Nachzahlung verpflichtet (BGH WuM 82, 207, WuM 84, 127).
Sind nur Teilbeträge, nicht aber die ganze Abrechnung streitig, hat der Mieter nicht das Recht, die gesamte Nachzahlung einzubehalten.
Soweit bei bestimmten Betriebskosten gegenüber dem Vorjahr erhebliche Kostensteigerungen auftreten, ist eine besondere Erläuterung erforderlich (LG Kiel WuM 96, 628). Dasselbe gilt für Kosten, die erheblich über den ortsüblichen Kosten liegen (AG Köln WuM 96, 629).

Hier liegt nach Aussage des Fragestellers eine erhebliche Kostensteigerung vor. Diese muss der Vermieter also besonders erläutern.

" Mal davon abgesehen, dass noch gar keine NK-Abrechnung erstellt wurde, ein Einspruch ohne Belegeinsicht ist vollkommen sinnlos. "

Da steckt Logik drin Werner. Aber lies doch nochmal selbst was der/die Fragesteller/in geschrieben hat. Liloma schreibt; „Problem ,dass unsere Ex Vermieter die Kaution einbehalten wegen der Nebenkostenabrechnung "

Aha. Also hat der Vermieter diese nun gekriegt oder noch nicht gekriegt ?

" Wir bekammen dann auch die Abrechnung für 2009 da hatten wir erst 3 Monate dort gewohnt ,und sollen schon für drei Monate knapp 100 Euro nachzahlen(Gas u Strom gehen zahlen wir extra!) „

Aha. Also doch gekriegt.

Jedoch nicht nach deiner Meinung Werner.

Als letztes schreibst du;

" Grundsätzlich ist JEDE Rechnung nach 30 Tagen fällig, sofern nichts anderes draufsteht. "

Nein !

Eine Rechnung ist nur dann fällig, wenn dieser eine Berechtigung ( Leistung ) vorausgeht. Und die Rechnung den Gesetzlichen Voraussetzungen entspricht.

Und wie ich schon oben geschrieben habe, bei berechtigtem Einwand ist die Fälligkeit (ggfs nur die jeweilige Kostenposition betreffend) ausgesetzt.

Stelle dir mal vor Werner es wäre anders. Jeder könnte jedem eine Xbeliebige Rechnung schreiben und der Rechnungsempfänger hätte die grundsätzliche Pflicht zu zahlen. Was wäre das ? Rechtswillkür !

Gruß
Nobility

Beitrag von werner1 23.01.11 - 15:22 Uhr

Hallo,

# Jedoch ohne deine Antwort auch nur Ansatzweise zu begründen.#
Das ist doch nicht nötig. Jeder x-beliebige kann jederzeit jedem einen Mahnbescheid schicken, auch völlig grundlos. Das stellt sich erst vor gericht raus.

#Aha. Also doch gekriegt. #
Bestimmt die von 2009.
Nachdem aber erst 20 Tage von 2011 vergangen sind, wird die von 2010 mit ziemlicher Sicherheit noch fehlen.

#Und die Rechnung den Gesetzlichen Voraussetzungen entspricht#
Das setze ich natürlich voraus.

Aber suche das mal raus:
(AG Frankfurt, 07.11.2008 - 33 C 1783/08-57)

Die Richter folgten der Argumentation des Vermieters. Kosten als völlig überhöht zu bezeichnen, sei zu pauschal, um als fristwahrender Einwand gelten zu können. Ob die Reinigungskosten richtig oder falsch seien, spiele dabei keine Rolle.

Dabei geht es darum, dass der Mieter 12 Monate lang keine Belegeinsicht nahm, und nachher spielte es keine Rolle mehr.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von nobility 23.01.11 - 16:30 Uhr

Hallo Werner,

Abschließend; also ich zerlege nicht nach Wenn und Aber.

Da müßte ich ja seitenlang antworten. Das tu ich nicht. Das alles zu lesen mute ich auch keinem zu. Also antworte ich konkret begrenzt.

" Die Richter folgten der Argumentation des Vermieters. Kosten als völlig überhöht zu bezeichnen, sei zu pauschal, um als fristwahrender Einwand gelten zu können. Ob die Reinigungskosten richtig oder falsch seien, spiele dabei keine Rolle. "

Das ein Einwand sprich Widerspruch begründet sein muss hatte ich bereits beantwortet. Und eine ledigliche Begründung die Abrechnung sei überhöht, ist keine ausreichende Begründung. Da haben die Richter wie in deinem Beispiel angegeben völlig recht. Aber dies war nicht Gegenstand der Ausgangsfrage.

Und einem Widerspruch, bei ausreichender Begründung, muss natürlich eine Überprüfung folgen. Dafür gibt es eine Überprüfungsfrist. Wer diese überschreitet macht seinen Widerspruch selbst gegenstandslos und muss zahlen.

Gruß
Nobility

Beitrag von windsbraut69 24.01.11 - 07:07 Uhr

Hier geht es um 2(!) Abrechnungen.
Eine für 2009, die der Mieter bereits erhalten hat und eine für 2010, die noch aussteht und für die der Vermieter 400 Euro Kaution einbehalten hat, da er mit einer für 12 Monate 4fach so hohen Nachzahlung kalkuliert wie für die 3 Monate in 2009.

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 23.01.11 - 07:58 Uhr

Womit genau ist der VM denn im Verzug?
Die Kaution wurde anteilig für 2010 einbehalten.

Gruß,

W

Beitrag von nick71 22.01.11 - 14:43 Uhr

"da hatten wir erst 3 Monate dort gewohnt ,und sollen schon für drei Monate knapp 100 Euro nachzahlen(Gas u Strom gehen zahlen wir extra!) jetzt hat sie uns 400 von 800 Euro Kaution überwiesen.Da sie davon ausgehen ,dass für das Jahr 2010 genausoviel anfällt. Wir glauben das es zu viel ist!!"

Sie hat anhand des vorherigen Verbrauchs kalkuliert...das ist doch vollkommen ok. Zumal die Nebenkosten stetig steigen. Wieso glaubt ihr, dass es zu viel ist? Und wo ist das Problem, bis zur NK-Abrechnung zu warten?

Beitrag von liloma 22.01.11 - 20:57 Uhr

Weil wir in der neuen Wohnung nach 4 Monaten deutlich weniger verbraucht haben,und wir sind ein 6 Parteien Haus (vorher waren wir 3).

Nur ein Beispiel: Allgemein Strom 18 Euro in der alten(3 Mon)
6 Euro nach 4 Monaten in der neuen Wohnung

und noch ein haufen Versicherungen ,wo wir auch nicht wissen ob die da reingehören.


Deshalb wollen wir das auch Prüfen lassen!


lg


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