Hausgeburt geplant und nun doch nicht mehr sicher...

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von jadzia82 22.01.11 - 12:36 Uhr

Hallo!

Ich hatte vor ein paar Wochen schonmal wegen HG was gefragt und so viele tolle Antworten bekommen, ich hoffe, dass ihr mir diesmal vielleicht wieder einen guten Rat geben könnt?!?

Also, ich hatte ja auf die Schnelle (bin jetzt 36. SSW) noch eine Hebi gefunden, die HG macht und für uns noch Zeit hat. Als ich sie kennen lernte, fand ich sie soweit auch sehr nett und sympathisch und war guter Dinge und konnte mich zum 1. Mal diese Schwangerschaft völlig auf die Geburt freuen.

So, jetzt ist es aber so, dass da ein paar Sachen sind, die mich doch gestört haben und ich zweifel nun, ob sie 1. die richtige Hebamme für mich ist und 2. ob es nicht doch praktischer ist, ins KH zu fahren.
Angemeldet habe ich mich dort letzte Woche auch schon, für den Fall der Fälle, und habe mich relativ wohl gefühlt. Aber wir fahren auch über eine halbe Stunde dorthin und überhaupt - es ist und bleibt ein KH !!!

Emotional stehe ich beiden Varianten etwa gleich positiv gegenüber, aber wenn HG, dann würde ich gerne mit der Hebi nochmal darüber reden wollen, was mich stört. Und davor hab ich auch wieder bammel, das ist mir nämlich auch total unangenehm, sie zu kritisieren.

Ich weiß echt nicht so recht, was ich machen soll. Ach, und es klingt vielleicht total doof, aber ich vermisse auch ein wenig die Vorsorge bei meinem FA...
ich wünsche mir jetzt eigentlich, dass der kleine sich jetzt demnächst auf den weg macht, dann muss ich nämlich ins KH und brauche selber keine Entscheidung treffen :-D

Beitrag von muffin357 22.01.11 - 13:04 Uhr

hi --

die Frage, die Du Dir stellen musst: aus welchen Gründen willst Du unbedingt eine Hausgeburt? (ich hoffe, es sind nicht verklärte, romantische Vorstellungen, denn diese kannst Du echt mal gleich vergessen).

Und was spricht alles gegen ein KH ? -- es gibt ja auch die möglichkeit, ambulant zu entbinden und 4h nach der Geburt gleich nach Hause zu gehen...

Also wenn du nicht 100%ig dahinter stehst dann wird das wohl nix ...

ausserdem erzähl doch mal mehr:
warum willst du nicht ins KH ?
willst Du dir die Möglichkeit auf Schmerzmittel total verbauen indem Du zuhause bleibst?
wie wichtig sind dir "sicherheitsfaktoren" ?

anscheinend willst du ja doch ärztliche bzw. medinische betreuung, sonst würde dir die Vorsorge nicht fehlen?

erzähl mal ein bisschen mehr, - vielleicht können wir dir so Denkanstösse in die eine oder andere richtung mitgeben?

Beitrag von connylein1 22.01.11 - 13:31 Uhr

Hallo!

Also ich möchte dir nochmal Mut machen, plane nämlich auch eine HG.

Meine Hebamme sagt, dass ich mich mit dem was ich mache absolut wohlfühlen muss, also auch mit Ihr, wenns was gibt soll ich mich melden. Also wenn HG dann musst du es ihr sagen oder dich kurzfristig umorientieren sonst ist es keine entspannte Geburt für dich.

Du musst allerdings wirklich dahinter stehen, wenn nicht würd ich auch eher abraten. Und wenn ich lese, dass du dir jetzt schon wünschst dass das Kind kommt dann sieht es doch eher nach Kh aus oder seh ich das falsch?
Wenns dir um Sicherheit geht schau mal auf die Statistik für ausserklinische Geburtshilfe www.quag.de da sieht man wie wenig Notfälle es doch dort gibt, jede ausserklinische Hebamme gibt dort ihre Geburten ein. Das hab ich von meiner Hebi bekommen und es hat mich in einer Panikphase beruhigt.

Wenn du noch fragen hast dann gerne Nachricht über VK.
Grüße
Nele

Beitrag von nisivogel2604 22.01.11 - 13:43 Uhr

Warum möchtest du zu Hause bleiben?

Und was sind die Dinge die dich an deiner Hebi stören?

So ganz ohne Infos find ichs echt schwer, dir da konkrete Tips zu geben

lg

Beitrag von jadzia82 22.01.11 - 16:57 Uhr

O.k., dann hol ich mal ein bisschen weiter aus!

Gründe, nicht ins KH zu wollen sind zu aller erst mal die Fahrt dorthin. Die 1. Geburt ging mit Blasensprung und sofortigen heftigen Wehen los, die Autofahrt war sehr schlimm, obwohl es damals nur 10 Minuten waren. Jetzt fahren wir wie gesagt ca. 35 Minuten und das mit Wehen...? Horror!!!

Ich fühlte mich auch so merkwürdig bloßgestellt, mit Wehen aus dem Haus zu müssen, fremde Menschen um mich zu haben, den Ort zu wechseln...

Dann KH an sich hat keine schöne Atmosphäre, es hallt auf dem Gang, es riecht so komisch, man selber ist ein fremdling dort. Zu Hause kenn ich mich aus, muss nichts fragen und mache, was, wann und wie ich es will.
Auch brauche ich keinen Koffer mitnehmen, denn ich habe alles, was ich brauche für mich und die Jungs daheim.
Wochenbettstation geht auch mal gar nicht, wenn ich ins KH gehen sollte - warum auch immer - würde ich auch ambulant bevorzugen, wenn es mir körperlich einigermaßen gut gehen würde.

Und ja, ich fürchte mich auch ein wenig davor, im KH in diese medizinischen Automatismen zu geraten und mich nicht dagegen wehren zu können oder dass ich selber schwach werde und entgegen bester Vorsätze nach 3 Minuten schon eine PDA verlange. Ich weiß aber, dass ich keine will, nur sieht man das unter den Wehen einfach plötzlich anders... obwohl ich es bei der 1. Geburt bis 8 cm Mumuöffnung geschafft hatte, wurde mir aus keinem zwingenden Grund eine PDA gelegt. Ich ärgere mich darüber maßlos, denn die Presswehen hatten eingesetzt und der Rest wäre ein Klacks gewesen. Trotzdem habe ich in der Situation zugestimmt und da will ich mich vor mir selber schützen. Habe das im KH schon angesprochen und die meinten, sie müssen mich einmal fragen. Aber mir reicht schon allein die Möglichkeit, dass ich sie haben könnte... ich kenn mich da ;-)

Angst vor Komplikationen zu Hause habe ich so gut wie gar nicht. Im Gegenteil denke ich, zu Hause ist es besser für uns, was die Sicherheit angeht. Ich vertraue auch auf das Können der Hebi, dass sie frühzeitig erkennt, es gibt Schwierigkeiten und dementsprechend handelt.

Auch die 1 zu 1 Betreuung unter der Geburt ist großartig, jederzeit ist da jemand nur für mich und das Baby zuständig! Im Idealfall werden es sogar 2 Hebammen sein, die bei uns zu Hause sind.
Im KH ist es ja eher so, dass sich 2 Gebärende 1 Hebi "teilen" müssen.

Was dagegen nur im KH geht, wäre eine Wassergeburt, was ich mir schon gut vorstellen könnte.

Tja, und zur Hebamme selber: ich fand nicht so gut, dass sie bisher jeden Termin verschoben hat. Gut, eine Geburt kann immer dazwischen kommen, aber es ist bei ihr generell so, dass sie schlecht organisiert ist und sich dann teilweise recht spät meldet. Sie hat selber eine kleine Tochter und ich verstehe das ja auch, aber als meine Hebamme sollte sie dann doch zuverlässiger sein.
Außerdem kam sie mir bei der letzten Vorsorge mit einem ziemlich doofen Spruch, was mich echt total verärgert hat. Und ich bin nachtragend, wenn ich mich erstmal aufrege. Ich bin relativ gutmütig, bis zu einem gewissen Punkt, aber wehe, der ist überschritten - dann bin ich schon dauerhaft beleidigt. Und zwar hatte ich Wehen, die ich als Senkwehen eingestuft hatte. Mit der Hebi am Telefon kurz besprochen, ich soll mich melden, falls ich weiterhin Wehen hätte. Das war dann auch so, habe ihr, da Sonntag war, nur eine SMS geschickt, denn sonst ging es mir super, was ich auch geschrieben hatte. Sie rief mich dann nach etlichen Stunden erst abends an, was ja auch o.k. ist, und meinte, ich solle mir so ein Pulver in der Apotheke zulegen. Am Montag hab ichs nicht geschafft, aber Dienstag war ich in einer Apotheke. Die hatten es nicht da und extra bestellen wollte ich es dann doch nicht, weil die zu weit weg ist. In die nächste Apotheke bin ich dann aber auch nicht mehr gekommen. Am selbisgen abend kam dann die Hebi (Termin von morgens auf abends verlegt...) und fragte, ob ich das Mittelchen genommen hätte. Da sagte ich natürlich, dass ich es noch gar nicht bekommen habe. Da guckt sie mich allen ernstes ganz strafend an und meinte ziemlich fies "Und dich ruf ich nochmal sonntags an..."
Mir blieb da erstmal die Sprache weg, aber ich find das eine unmögliche Art und Weise. Es kam wirklich nicht lustig rüber sondern total vorwurfsvoll. Generell ist sie mir nicht "lieb" genug, ich mag eher den fürsorglichen Typ der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt und sie ist eher quirlig und jugendlich-dynamisch. Nicht, dass sie das zu einer schlechten Hebamme macht, aber so ist sie vielleicht nicht die richtige für mich. Andererseots weiß ich ja, woran ich bei ihr bin und sollten wir da eine offene und ehrliche Basis finden, wäre das o.k. für mich. Nicht ideal, aber wer weiß, was für ein Drachen da im KH auf mich wartet???

Puh, schon voll der Roman, aber ihr wolltets ja wissen :-p
Nee, mal im Ernst: danke schonmal fürs Lesen!

Beitrag von qrupa 22.01.11 - 17:29 Uhr

Hallo

ich würde sagen, sprich in Ruhe mit ihr. Entweder sie kann sich so wie du es dir vorstellst auf dich einlassen oder auch nicht. Dann weißt du aber in jedem Fall woran du bist. Wenn du dich nach dem Gespräch immernoch nicht mit ihr wohlfühlst, dann geh in die Klinik und instruiere deinen Partner ganz genau was du willst und was du nicht willst um dich nciht überrumpeln zu lassen, schreib evtl noch einen ausführlichen Geburtsplan udn gib ihn in der Klinik ab.
Was die Wassergeburt angeht, es gibt auch Geburtspools für zu Hause.

LG
qrupa

Beitrag von jadzia82 22.01.11 - 17:42 Uhr

Ja, da werde ich wohl nicht drum rum kommen, auch wenn es mir super schwer fallen wird.

Den Tipp mit den Geburtspools hattest du mir glaube ich schonmal gegeben, habe mir jedenfalls diese eine Seite mal angesehen. Im Prinzip eine tolle Sache, aber unsere altersschwache Heizanlage schafft manches Mal noch nichtmal unsere kleine Badewanne komplett mit warmen Wasser zu füllen und dann braucht es ewig, bis wieder genug heißes Wasser da ist. Da wird es nichts werden mit einem minimum viermal so großen Geburtspool, leider!

Eine Liste mit Stichpunkten was ich will und was nicht könnte ich mir ja noch in meine Notfallkliniktasche legen, guter Tipp!

Beitrag von tekelek 22.01.11 - 20:15 Uhr

Hallo !

Für mich klingt es schon so, als ob eine Hausgeburt das Richtige für Dich wäre, aber die Hebamme scheint nicht zu passen !
Ich habe gerade die dritte Hausgeburt hinter mir und bin genau aus den Gründen, die Du angibst, immer zu Hause geblieben ...
Die Hebammen habe ich mir jedes Mal sorgfältig ausgesucht (wir sind oft umgezogen), denn Du musst Dich in einer intimen Situation völlig auf sie verlassen können und ihr vertrauen !
Schau doch, ob Du vielleicht doch noch eine andere findest oder sprich mit ihr über Deine Gedanken, vielleicht klärt sich dadurch manches (auch wenn es Dir schwerfällt, aber dann weißt Du, woran Du bist ...).

Ganz liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (6), Nevio (4) und Lino (8 Tage), alle zu Hause geboren :-)

Beitrag von sportskanone 23.01.11 - 15:49 Uhr

hallo!
Ich hatte 3 hausgeburten (vor einer woche die 3.) und eine ambulante kh geburt!

Hausgeburtshebammen sind nun mal einer anderer "schlag", aber bei der geburt ist sie da und bestimmt super. es gibt ja nur extrem wenige-meine war in dieser ss nur 2 mal in den 38 ersten ss- wochen da, aber in den letzten 2 wochen regelmäßig alle paar tage- die geburt war nicht so leicht 24 stunden vorher blasensprung ohne wehen immer wieder geburtsstillstand und null preßwehen zum schluß. die hebi (erfahrung über 2000 geburten) war super und wir haben es geschaft. im kh wäre es wehentropf und saugglocke geworden und bestimmt nicht trotz allem Streß und Anstrengungen so eine "ruhige" Geburt!!!

Ich würde nur zu Hause entbinden-vorausgesezt natürlich dass es baby immer gut geht und das kontroliert die hebi auch unter der geburt.

Lg sportskanone mit emma, matti, tami und mini jakob, der hunger bekommt!

Beitrag von jule2801 22.01.11 - 19:45 Uhr

Hallo,

ich kann deinen Wunsch nach einer Hausgeburt verstehen, denn ich habe mich immer wieder damit beschäftigt. Aus verschiedenen Gründen sind unsere Kinder dann trotzdem alle im KH geboren worden.

Ich denke für eine Hausgeburt solltest du dich mit der Hebamme richtig wohlfühlen. Wenn du nochmal mit Ihr gesprochen hast und du immer noch Zweifel hast, ob du gerne mit Ihr entbinden möchtest würde ich dir raten ins KH zu gehen.

Zu deinem Wunsch keine PDA zu wollen möchte ich noch schnell etwas loswerden: Versteif dich nicht zu sehr auf diesen Wunsch. Manchmal kann eine PDA die letzte Möglichkeit sein um noch eine natürliche Geburt zu erleben! Manchmal sind Frauen so erschöpft, dass sie auch dann sinnvoll ist.

lg und alles Gute
Jule!

Beitrag von .lzs. 22.01.11 - 21:37 Uhr

Was stöhrt dich an der Hebamme? Wenn du dich mit ihr nicht wohl fühlst, lass sie weg.

Ich hatte allein Geburten ohne Hebamme, nur mit meinem Mann.
Ehrlich, man braucht keine Hebamme;-)

Beitrag von estherb 23.01.11 - 21:23 Uhr

Hallo,

ich kenne diesen Zwiespalt, wollte aus den gleichen Gründen wie du nicht ins KH und hatte beim ersten Kind eine Geburtshausgeburt (ist ja relativ ähnlich wie eine Hausgeburt) und hatte auch die Wochen vorher Bammel. Bei mir war es auch eine der Hebammen, mit der ich nicht klarkam. Die war dann zum Glück bei der Geburt nicht da, sondern meine Lieblingshebamme - und wir hatten eine traumhaft schöne Geburt.

Ich würde es in deinem Fall noch mal mit einem Gespräch mit der Hebamme versuchen. Denn die Bezihung muss einfach stimmen. Aber du klingst nicht so, als wäre KH für dich eine gute Lösung!

LG Esther