Umfrage: Auswandern. Pro und Contra

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Beitrag von salome25 22.01.11 - 13:15 Uhr

Guten Tag zusammen

schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Auswandern. Meine Familie und ich möchten einen Neuanfang wagen. Da ich aber die Lage in Deutschland als "äußerst übel" bezeichnen möchte, denken wir darüber nach, auszuwandern. Ziel wäre Schweden. Schweden aufgrund der anderen Arbeitsmoral, des besseren Schulsystems, der kostenlosen Ausbildung, der Anbindung zur Natur. Über 90% der Schweden beteiligen sich an den Wahlen im Land, was bei uns ja in den letzen Jahren nachgelassen hat. Ich habe mich über die Jahre sehr viel und intensiv mit diesem Land beschäftigt und ich war schon mehrere Male da und habe auch die negativen Seiten des Landes kennengelernt. Sehr teuer, höhster Steuersatz #schock, das widerrum fließt aber alles in die Möglichkeiten der kostenfreien Bildung z.B und kein schwedischer Politiker würde es wagen, mit Steuergelder in den Urlaub zu fahren. Sozialer Wohlfahrtsstaat...Es gibt auch dort Probleme mit der Finanzierung der Renten ect. Naja, jedenfalls sind wir dabei die Sprache zu lernen, zu gucken, was wir beruflich dort auf die Beine stellen können. Ich mache eine Umschulung zur Altenpflegerin. Ob die dort gesucht werden? Da habe ich mich noch nicht kundig gemacht. Ob wir es überhaupt auf die Reihe bekommen, dies Land hier zu verlassen, man wird es sehen.

Wie steht ihr zu dem Thema Auswanderung und warum würdet ihr das ins Auge fassen?

LG
salome

Beitrag von karna.dalilah 22.01.11 - 13:31 Uhr

Auswandern.. ja da muss man sich vorher gut kundig machen, damit man nicht vom Regen in die Traufe kommt.
Gründe wären für mich die schrittweise Entmündigung
- legalisierte Eingriffe in die Privatsphäre
- das Schulsystem

Beitrag von jrc 22.01.11 - 14:09 Uhr

Auswandern, jaaaaaa #verliebt würde ich sofort machen, wenn ich nicht soviel Familie hier hätte. Der Teil Familie im Ausland ist relativ gering. ;-)

Aaaaber: Auswandern nur, wenn man sich hier nicht vorbereitet hat, sondern von hier aus auch vorher schon einiges "gemanagt" hat. Ich lach mich immer wieder schlapp, wenn im Fernsehen gezeigt wird, daß viele von der dortigen Bürokratie "überfallen" werden, weil irgendwas nicht gewußt wurde.
Dazu gehört es nicht, die Sprache zu lernen, sondern sie auch mit Fachwörtern auf den Ämtern usw. anwenden zu können. Was nützt mir die Lernerei, wenn ich nur in der Lage bin, Smalltalk zu führen, aber für Ämter einen Übersetzer brauche.
Dazu die nötigen Vorbereitungen schon aus Deutschland: Wohnung suchen, Arbeit suchen, bei kurzer Hinreise dann Wohnung mieten, evtl. Arbeitsvertrag unterschreiben und mit anderen Auswanderern Behördengänge besprechen.
Ebenso Transport des Hausrates aus Deutschland. Schulmöglichkeiten für Kinder klären, Haustiere etc.
Vieles läßt oder sollte aus Deutschland gemacht werden.
Vorteile hat es allemal, aber nur wenn man viele, viele Punkte vorher berücksichtigt, bleiben so gut wie keine Nachteile. ;-)

Beitrag von sneakypie 22.01.11 - 14:21 Uhr

>>Wie steht ihr zu dem Thema Auswanderung<< - Kann der Plan des Lebens sein oder die totale Schnapsidee. Ohne konkretes Jobangebot würde ich es eher unter "Schnapsidee" verbuchen.

>>warum würdet ihr das ins Auge fassen<< - Aus beruflichen Gründen, wie wohl die meisten. Meine Schwester ist in die Schweiz ausgewandert. Da werden deutschsprachige Akademiker mit Kusshand genommen.
Ich werd wohl nachziehen: Danke, Deutschland, für mein Studium, ich such mir dann mal was anständig Bezahltes.

Gruß
Sneak

Beitrag von romance 22.01.11 - 14:38 Uhr

Hallo,

wir denken schon seit Jahren genauso wie du. Wir haben uns kundig gemacht mit Kanada. Aber wir wären noch nicht so weit, jetzt von heut auf morgen zu gehen. Das ist eine Schnappsidee und wäre eh zum scheitern verurteilt.

Zwar habe ich lange darüber nachgedacht aber Kanada ist mir einfach zu kalt. Es bringt mir auch nichts, wenn ich alles von einem Land kenne. Ob ihre Gesetzte, wie es mit Betreuung des KIndes geht, wenn es die Jobsuche geht und vieles mehr. Wenn ich weiß, dort mag es auch schön sein aber für mich einfach zu kalt.

Die Zukunft hier in Deutschland ist für uns ungewiß. Und ich möchte mein Kind was besseres bieten. Die Angst doch in Hartz4 zu rutschen und evtl. gar nicht mehr rauszukommen. Das macht mir Angst.

Und in den Süden zu gehen, wissen wir alles. Das wir gerade für die anderen Länder zahlen. Also wird es sogar härter da zu leben als hier in Deutschland. Nur weil da die Sonne scheint.


Bis wir uns einig sind, mmh denke das dauert. Ich würde gerne über den Teich gehen. Nicht in der EU bleiben...wenn auswandern, dann schon richtig.

Mein Traum konnte ich erfüllen, dank eines Wunders. Nun hält mich hier nichts mehr. Ich bin zwar da glücklich wo mein Mann und meine Tochter ist. Aber es ist nicht zwingend Deutschland.

Übrigens würde mein Mann nach Schweden gehen. Er liebt den Winter.

LG Netti

Beitrag von 2froesche 22.01.11 - 14:45 Uhr

Hallo Salome,

ich würde definitiv nur dann auswandern, wenn ich ein konkretes Jobangebot hätte. Nie im Leben würde ich in ein anderes Land ziehen (noch dazu mit Kindern) und mal schauen, was sich dort ergibt. Wenn ich schon mal Sendungen im Fernsehen schaue wie "Goodbye Deutschland" o.ä. bin ich immer total entsetzt, wie Leute total blauäugig ins Ausland ziehen und denken, da sei es immer so schön wie zur Urlaubszeit.
Grundsätzlich stehe ich dem Thema aber offen gegenüber, es gibt bestimmt Länder, in denen einiges besser ist als in Deutschland.

Oft ist es aber auch so, dass man die Nachteile eines Landes erst wirklich kennenlernt, wenn man da wohnt. Und die Vorteile von Deutschland zu schätzen weiß, wenn man mal eine Weile nicht mehr hier wohnt.

Aber man kann ja dann vielleicht auch wieder zurück...

LG,

2froesche

Beitrag von marion2 22.01.11 - 15:08 Uhr

Hallo,

wer es in Deutschland nicht schafft erfolgreich zu sein, wird auch in anderen Ländern Probleme bekommen.

Gruß Marion

Beitrag von romance 22.01.11 - 15:15 Uhr

Inwiefern meinst du erfolgreich? Was bedeutet das für dich erfolgreich.

Wer ein Haus hat? Wer Erfolg in seinem Job hat? Oder wie...

Beitrag von ippilala 22.01.11 - 16:16 Uhr

Weil?

In anderen Ländern werden Berufgruppen gesucht und gefördert, die hier kein Schwein haben will bzw. unterirdisch bezahlt werden.

Köche, Kranführer und Sozialarbeiter in Kanada zum Beispiel.

Beitrag von sneakypie 22.01.11 - 18:05 Uhr

Geisteswissenschaftlicher Studiengang:

In D: 2 Stellenangebote bundesweit
In CH: Welchen der Arbeitsplätze hätten's denn gern?

"Nichts gebacken kriegen" ist ja nun nicht der einzige Grund, auswandern.

Gruß
Sneak

Beitrag von daviecooper 22.01.11 - 15:22 Uhr

Hallo!

Zum Auswandern will ich mich gar nicht so sehr äußern, hab ich mir noch keine konkreten Gedanken zu gemacht.

Aber: Zu welcher Jahreszeit warst du denn in Schweden? Ich war bestimmt schon 25x im Sommer da, aber ich denke, es ist äußerst wichtig, auch den Winter dort zu kennen (und am besten nicht nur aus einem 3-Tage-Trip), BEVOR man dorthin auswandert.

Ich liebe das Land, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich es dort im Winter aushalten könnte. Nicht umsonst erkranken viele Menschen dort an einer echten "Winter-Depression", weil die lange Dunkelheit ihnen doch zu schaffen macht.

LG

daviecooper

Beitrag von salome25 22.01.11 - 17:30 Uhr

Ein paar Mal im Sommer aber auch im Winter. Winter ist meine Jahreszeit, aber die Sommer dort sind auch nicht zu verachten und längst nicht in ganz Schweden überall gleich. Ganauso wie die Winter. Ein Winter in Stockholm ist genauso wie der Winter, den wir gerade haben. Mit viel viel Schnee, Verkehrschaos und Glatteis....aber die Leute sind besser drauf eingestellt. Mittelschweden ist so das, was wir ins Auge gefasst haben. Ganz hoch nach Lappland oder so, wäre nicht so pralle. Aber falls wir da ein konkretes Jobangebot her bekämen, würden wir auch dahin gehen. Ja und so wie es oft angesprochen worden ist: ohne gute Sprachkenntnisse und ohne Job werden wir uns da oben eh nicht blicken lassen können.

Beitrag von metalmom 22.01.11 - 15:55 Uhr

Auswandern, ja gerne.
Deutschland macht es den Leuten so leicht, dieses Land zu verlassen.
Mein Mann hat sich schon seine Dokumente beglaubigen und übersetzen lassen, die sind jetzt auf dem Weg nach Oslo.
Und wenn alles gut läuft: Goodbye Germany!
Warum? Bessere Arbeitszeiten, mehr Verdienst, bessere Schulbildung, bessere Berufschancen für die Kinder, bessere Politik und nicht zuletzt: Ein wunderschönes Land, dieses Norwegen.
LG,
Sandra

Beitrag von scotland 23.01.11 - 11:28 Uhr

Ich war schon ein paarmal in Norwegen im Urlaub. Landschaftlich total schön. Aber was mich abhalten würde:

- die Preise, v.a. für Essen. #schwitz Ich weiß nicht, ob man wirklich so viel
verdient, dass sich das ausgleicht
- das Wetter - wir waren mal länger auf den Lofoten, da hat es geregnet,
dann geschneit, die Tage waren sehr kurz - für einen Urlaub sehr
romantisch, aber um immer dort zu leben ...
- die Entfernungen z.B. zwischen Oslo und den Lofoten ...

GLG
Scotland

Beitrag von metalmom 23.01.11 - 14:29 Uhr

Wir waren auch schon mehr als einmal dort.
Lebensmittel sind generell teurer, wobei es darauf ankommt was man kauft. Ausserdem verdient mein Mann dort doppelt so viel wie hier, also gleicht sich das aus.
Das Wetter ist kein Thema, ich mag`s kalt.
Entfernungen sind auch kein Thema, dafür hat man Autos.
Wir finden es wunderschön.
LG,
Sandra

Beitrag von bee55 22.01.11 - 16:02 Uhr

Hallo...

ich bin vor über 5 Jahren aus D weggegangen. Nach Österreich. Ich habe es nie bereut und fühle mich mehr als Wohl hier.
Heimweh habe ich nur nach der Familie, nicht aber nach dem Land.

LG bee

Beitrag von hedda.gabler 22.01.11 - 17:49 Uhr

Hallo.

Viele, die so dermaßen auf Deutschland schimpfen, und diese Gemotze (das meistens nicht wirklich Hand und Fuß hat) als Grund zum Auswandern nehmen, haben doch hier schon nichts auf die Reihe bekommen ... und kacken dann auch im neuen Land (das so gerne verklärt wird, wie Du das tust) ab und krepeln irgendwie in ihrem Traum rum, bis sie aufgeben und sie wieder in die soziale Hängematte ihres Heimatlandes fallen lassen.

Auswandern ist für Menschen, die hier schon erfolgreich waren, bzw eine sehr gute Ausbildung haben und sich dann als gesuchte Fachkraft im Ausland verbessern und/oder entfalten können ...

... oder für Menschen, die super kreativ, voller Ideen und echte Lebenskünstler sind ... die es auch nicht stört, wenn sie im neuen Land eher unkonventionell leben und weit von einem besseren Lebensstandard entfernt sind.

>>> Da ich aber die Lage in Deutschland als "äußerst übel" bezeichnen möchte, <<<
>>> Umschulung <<<
>>> Ob wir es überhaupt auf die Reihe bekommen, dies Land hier zu verlassen, man wird es sehen. <<<

Das sagt doch schon alles ... melde Dich bei VOX, die suchen solche Kandidaten.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von sonnenstein 22.01.11 - 18:16 Uhr

ja, wir planen es und werden vorraussichtlich in den nächsten 5-6 jahren nach norwegen auswandern
mein mann hat die möglichkeit in seinem beurf für 5 jahre unbezahlt freigestellt zu werden ,so das wir für den fall das was schiefgeht auch die möglichkeit hätten zurück zu kommen

lg daniela

Beitrag von angeldragon 22.01.11 - 18:17 Uhr

auswandern würde ich immer empfehlen insofern man sich vorher gedanken über job , wohnmöglichkeit und gesezte informiert hat

ja deutschland macht mir auch angst(harz 4) ich hab meine lezten schuljahre ausbildung und beruf nun in österreich verbracht und ich hab es nie bereut , hier giebt es immer noch mehr arbeit als arbeiter vorhanden sind in fast allen berufen und in deutschland scheint es ja nicht so zu sein

so das man auch völlig ohne schuld ewig in der harz 4 falle hängen kann und manche sogar für immer obwohl sie das nicht wollen

ich hoffe das die arbeitslage hier so bleibt bis auch meine prinzessin mal eine lehre machen wird (hier bekommen noch fast alle jugentlichen einen lehrplatz)

eigentlich wollte ich nach spanien aber an der sprache bin ich leider gescheitert und so leben wir nun in den alpen und leben auch einigermasen abgesichert und glücklich ;-);-)

Beitrag von derhimmelmusswarten 22.01.11 - 19:01 Uhr

Ich würde das nur machen, wenn ich einen Job hätte, der anderswo dringend gesucht würde. Oder wenn ich so viel Geld hätte, dass ich mir aussuchen könnte, wo ich lebe. Ich hätte allerdings auch keine Lust, in ein Land auszuwandern, wo es total kalt ist #zitter, nur weil mein Beruf dort gefragt ist. Wenn, müsste schon alles passen. Geld und angenehmes Wetter.

Beitrag von wuestenblume86 22.01.11 - 20:39 Uhr

Auswandern #pro, allerdings nur mit den nötigen finanziellen Möglichkeiten und Selbstständigkeit....das heißt keine Schulden im neuen Land und soviel Geld, dass man auch einige Monate ohne Arbeit überbrücken kann.

Beitrag von leni.pfeiffer 23.01.11 - 04:21 Uhr

Wir leben zur Zeit im Ausland - und freuen uns, im naechsten Sommer wieder nach Deutschland zurueckzukehren, auch wenn es hier uns gut gefaellt. Ausserdem: wenn man mal eine Weile weg ist, merkt man, wie gut es den Leuten in Deutschland geht...

Alles in allem: Auswandern ist gar nicht mein Ding.
LG, Leni

Beitrag von tabea33 23.01.11 - 08:15 Uhr

http://www.alltag-in-schweden.de/

LG Tabea

Beitrag von scotland 23.01.11 - 08:48 Uhr

In meiner "Sturm und Drangzeit" bin ich mal nach Schottland "ausgewandert". Da ich in den Semesterferien schon immer dort gejobbt habe, um gut Englisch zu lernen, war das kein Problem. Es war auch keine planvolle Auswanderung, ich bin mit einem Rucksack hin und einfach dort geblieben, lebte an der Küste auf dem Land.

Warum bin ich wieder heim?
a) Ich habe dann Kinder bekommen und auf einmal meine Familie ver-
misst. Das Leben mit Kindern finde ich in D wirklich gut, in Schottland gab
es z.B. lange nicht so viele kostenfreie Angebote wie hier

b) Jobs in meinem Beruf gab es nur in Glasgow und Edinburgh (die auf dem Land gingen wohl mit VitaminB weg) und ich hatte die Alternative, mein Studium zu vergessen und irgendwo auf dem Land (wo es mir super gefallen hat) ungelernt in der Gastronomie etc. zu jobben) oder eben in die größeren Städte. Da ich kein Stadtmensch bin, ....

Ich fahre noch immer sehr gerne nach Schottland, bin aber froh, dass ich in D lebe.
GLG
Scotland



Beitrag von scotland 23.01.11 - 08:52 Uhr

P.S. Wenn man länger wo lebt und wenn der Alltag eingekehrt ist, merkt man sehr oft, dass es überall Vor- und Nachteile hat. Ich nutze die Vorteile von Schottland nun immer bei langen Sommerurlauben auf die ich mich 11 Monate im Jahr total freue.

In Schweden war ich schonmal - sehr schön, aber ich schätze, dass man als Ausländer ohne Konnektions vermutlich auch eher in Städten was findet und dass ggf. der Anschluss an die Gemeinschaft auf dem Land etwas schwierig werden könnte.

Ich kenne das nur von Irland - Freunde von mir sind da hin und machten einen Biobauernhof auf. Erst total begeistert von der Freiheit, dann - als der Alltag lief (so nach einem Jahr oder 18 Monaten), haben sie gemerkt, dass die Einheimischen sie nur akzeptieren, wenn sie sich den Regeln, die auf dem Land galten (Sonntags in die Kirche, zwei Abende in der Woche im Pub verbringen, etc. etc.) einfügten. Schon waren sie wieder in eine Struktur mit Regeln!

GLG
Scotland

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