Einleitungsfragen?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von tosse10 22.01.11 - 14:10 Uhr

Hallo,

mittlerweile bin ich bei 40+3 und von Geburt ist nichts in Sicht. Beide Gynikologinnen (Gemeinschaftspraxis) sagen das bei mir spätestens bei 41+0 (also Mittwoch) eingeleitet werden sollte (das Kind wurde schon Ende Dezember auf 4kg + x geschätzt, neuere Schätzungen gibt es nicht da sie den Kleinen nicht gut genug im US erwischt haben). Die eine hatte es sogar schon für letzten Mittwoch (genau ET) angeregt, was ich abgelehnt habe da meine Angst davor sehr groß ist.

Jetzt würde ich mich gerne mal belesen welche Möglichkeiten es da gibt, wie diese wirken und welche Nebenwirkungen diese haben. Ob mehr Komplikationen zu erwarten sind. Mir wurde dazu bisher nichts gesagt. Aber wenn ich dann evtl. im KH sitze und vorher nichts dazu weiss, dann fallen mir bestimmt nicht die Fragen ein, die ich eigentlich stellen würde. Ich hasse es total unvorbereitet in so was hineinzugehen. Es ist für mich als Laie sicherlich auch alles verständlicher, wenn ich vorher schon mal was gelesen / gehört habe.

Vielleicht hat ja jemand Links für mich, wo seriös aufgeklärt wird. Ich hoffe auch noch meine Hebamme zu erreichen. Ich habe totale Panik wegen einer Einleitung evtl. zum KS-Kanditaten zu werden (war bei zwei Bekannten der Fall).

LG
die tosse (die gleich mit der besten Freundin und dem Sohn erst mal einen laaaangen Spaziergang machen wird, der hoffentlich mal was in Gang setzt)

Beitrag von warste 22.01.11 - 15:13 Uhr

Erst Mal vorweg: nicht jede Einleitung endet im KS!!
Ich hatte auch bei 41+0 meine Einleitung, bin sehr unvorbereitet hingegangen (hab einfach dem Arzt vertraut...heut wäre das anders...) und hab die im KH machen lassen.
Mein Sohn wurde auch groß geschätzt, haha, er war dann letztendlich grad mal 3,2kg schwer!!
Vielleicht kannst Du doch noch ein Gespräch VORHER ausmachen??
Bei mir war es übrigens so,dass das KH rappelvoll war und sie dort kaum Zeit hatten, sich um mich zu kümmern!
Von daher wurde nur einmal das Gel gelegt (morgens um 8) und danach NIX mehr!
Wehen haben erst um Mitternacht begonnen und dann kam ganz schnell der Blasensprung dazu und mein Sohn war halb fünf Uhr früh da.
Wünsche Dir alles Gute!
Vielleicht kommt es ja doch noch allein??
Steffi
39.W und schon sehr gespannt auf die 3.Geburt!

Beitrag von zwei-erdmaennchen 22.01.11 - 17:53 Uhr

Hallo,

die Schätzungen müssen tatsächlich nicht viel aussagen. Wenn allerdings von mehreren seiten etliche Schätzungen mit hohem Gewicht vorliegen ist es schon wahrscheinlich, dass das auch tatsächlich der Fall ist.

Weißt du denn wie die Geburten deiner Bekananten ausgegangen wären wenn sie keine Einleitung gemacht hätten? Genau das ist nämlich der Punkt - man weiß nicht ob die Einleitung tatsächlich "schuld" daran ist. Diese Tatsache wird leider oft außer Acht gelassen. Endet eine Geburt nach einer Einleitung im Kaiserschnitt, dann hat das oft den Grund, dass die Einleitung sehr schnell gemacht wird. Das ist z.B. der Fall wenn man bis lange nach ET wartet und dann erst gehandelt wird wenn schon eine medizinische Indikation wie grünes Fruchtwasser oder so vorhanden ist. Dann muss es schnell gehen. Viele Frauen wünschen sich auch eine schnelle Einleitung weil sie nicht noch tagelang in der Klinik auf ihr Kind warten wollen. Das hat aber Nebenwirkungen weil die ausgelösten Wehen oft heftig sind und es dadurch u.a. schnell zu schlechten Herztönen beim Kind kommen kann. Dann wird ein KS nötig um kein Risiko einzugehen.

Wenn Kinder übertragen werden, dann ist das manchmal auch ein Hinweis darauf, dass der Körper keine normale Geburt machen kann oder will. So haben manche Frauen eine Wehenschwäche und produzieren einfach gar keine natürlichen Wehen (oder zumindest keine effektiven). Oder aber der Körper weigert sich aufgrund der Größe des Kindes. Das gibt es auch. Und wahrscheinlich noch weitere tausend weitere Gründe. Und dann wäre es so oder so ein KS geworden.

Das war bei mir bei der zweiten Geburt der Fall. Ich hätte meine Tochter nie normal gebären können. Darum hat der Körper von vorne herein gestreikt und nichts Effektives zur Geburt beigetragen. Es wurde eine Einleitung gemacht aber trotz guter Wehen ging der MuMu überhaupt nicht auf sondern blieb ewig bei den schon vorhandenen 2cm. Obwohl meine Tochter noch tolle Herztöne hatte haben wir uns dann für den KS entschieden. Wir dachten, dass man den Körper zwar vielleicht irgendwann noch zu einer normalen Geburt hätte bewegen können aber da ich eine schwere erste Entbindung hatte wollten wir kein Risiko für mich und das Kind eingehen. Erst nach dem KS stand dann fest, dass das niemals gut gegangen wäre. Unsere Tochter wurde übrigens von mehreren Seiten deutlich leichter (zwischen 500 und 1000g verschätzt) geschätzt als sie letztendlich war - auch das gibt es. Wie oft ich höre: "Aha, KS nach Einleitung". Aber es hatte damit nichts aber auch gar nichts zu tun. Unsere erste Tochter war ein Kilo leichter und steckte schon 4 Stunden im Geburtskanal. Da hätte also unser kleiner "Sumoringer" (welchen charmanten Spitznamen sie auf der Station bekam ;-)) niemals durchgepaßt. Laß dich also nicht verunsichern...

Eine vorsichtige Einleitung ist weder für dich noch für dein Kind ein Drama. Und es muss definitiv nicht in einem KS enden. Ich würde dir nur wirklich raten: Nehmt euch die Zeit das vorsichtig und sanft zu machen. Sicherlich nervt das wenn man ein paar Tage länger in der Klinik ist und nichts wirkliches passiert. Aber es ist für euch beide so besser. Bei mir wurde am ersten Tag ein Wehenbelastungstest gemacht. Also ein ganz niedrig dosierter Wehentropf angehängt der mit der Zeit immer höher gedreht wurde. Dann hat man geschaut erstens wie reagiert das Kind auf die erzeugten Wehen und zweitens sind die Wehen effektiv und drittens bleiben sie auch bestehen wenn man den Tropf wieder runterdreht. Anhand dieses Wehenbelastungstests und den gemachten Untersuchungen wird dann die weitere Vorgehensweise entschieden. Entweder wird mit Gel weitergemacht oder mit einer Tablette oder auch dem Wehentropf.

Bei mir wurde mit einer Cytotec-Tablette eingeleitet. Die kann man entweder oral verwenden oder vor den MuMu legen. Angeblich soll die orale Variante sanfter sein - so wurde es bei mir gemacht. Ich bekam zuerst eine Viertel Tablette. Das waren ein paar Krümelchen die aber sofort stark angeschlagen haben. Das ist aber wohl total selten. Ich kenne einige, die auch eine Einleitung mit Cytotec hatten und die diese Tabletten tagelang wie TicTacs gegessen haben bis sie etwas bewirkt haben. Von dem Moment an ging es bei mir wehentechnisch wirklich los. Wenn Cytotec verwendet wird musst du dafür eine Einverständniserklärung unterschreiben weil das in Deutschland (anders als in anderen Ländern) nicht zur Geburtshilfe zugelassen ist. Es wird normalerweise zur Behandlung von Magengeschwüren verwendet hat aber die "Nebenwirkung", dass es wehenauslösend ist.

Du kannst natürlich vorher auch natürliche Einleitungsmethoden probieren. Dazu gehört u.a. der Wechencocktail oder Nelkenöltampons. Doch diese natürlichen Methoden sind nicht dosierbar so dass es auch damit sofort zu sehr starken Wehen kommen kann. So ging es mir bei der ersten Geburt als ich (allerdings nicht zu Einleitungszwecken) einen Einlauf bekam. Der löste bei mir innerhalb von Sekunden heftigste Wehen aus die mir 5 Stunden lang keine Sekunde zum Verschnaufen ließen. Der Wehencocktail kann ähnlich wirken.

All das was ich hier schreibe ist natürlich nicht immer und bei jeder Frau so. Ausnahmen bestätigen hier wie immer die Regel ;-)

Mach dir auf jeden Fall keinen Kopf. Versuche möglichst entspannt an die Sache ranzugehen. Bestehe auf eine sanfte Einleitung und nimm dir ein gutes Buch mit damit du in der Zeit was zu tun hast. Du wirst vermutlich nicht sofort solche Wehen haben, dass du dich nur damit beschäftigen musst ;-). Vielleicht willst du auch jemanden mitnehmen der dich in der zeit unterhält. Mein Mann kam erst direkt zur Geburt weil er zuhause bei der Großen (da 23 Monate) besser aufgehoben war :-p. Ich hab mir die Zeit mit den Hebammen und Schwestern wunderbar vertrieben #freu.

Ich wünsch dir alles Gute für die Geburt. Das wird schon - positiv denken ;-)

Liebe Grüße
Ina #winke

Beitrag von tosse10 22.01.11 - 18:12 Uhr

Ich komme grade von meinem (bisher wehentechnisch erfolglosen, aber trotzdem schönen Tierparkbesuch). Danke schon mal für Eure ausführlichen Antworten. Ich werde auch noch mal ein wenig googeln. Denn jetzt habe ich ja schon mal verschiedene Sachen die es so gibt bei Euch lesen können. Mit dem Thema hatte ich mich halt vorher nie beschäftigt.

Unser Großer (bei der Geburt übrigens auch schon nicht ganz ohne 3690g, 54cm, 36,5cm KU) kam vollkommen unkompliziert 4 Tage vor ET. Wehen, nach ein paar Stunden Blasensprung, wenige Stunden später war er da. Sogar die PDA welche ich hatte, hat meine Wehen bei ihm nicht beeinflusst. Das Ganze habe ich sogar ohne nennenswerte Geburtsverletzungen überstanden. Von daher würde ich mir eine Geburt in der Art wirklich sehr wünschen. Es war ein tolles, wenn auch anstrengendes Erlebnis.

LG

Beitrag von mimaa 22.01.11 - 19:03 Uhr

huhu!

also ich hatte am mittwoch eine einleitung mit einer tablette
hab den namen schon wieder vergessen, aber ist eigentlich für magengeschwüre...

die ärztin hat mir wenig hoffnung gemacht das es am selben tag noch losgeht
sondern ehr noch ein oder sogar 2 tage dauern könnte..

die tablette nimmt im 4 stunden takt bis sie wirkt..

naja bei mir is jedenfalls dann 20 min nachdem ich die tablette geniommen habe , die blase gesprungen....
dann sollte ich ein wenig spazieren gehen... geplant so 1,5 std..
hielt dann aber im endeffekt nur ne halbe stunde oder max. 45 min aus..
hatte dann rasch wehen bekommen so im 2 min takt..
als die dann stärker wurden bin ich vom ctg-raum in kreissaal gewechselt..
da hatte ich schon 30 sek wehen und max. in 1 min abständen..
habe dann im laufe der wehen 2 schmerzmittel bekommen..
die aber nicht viel gebracht haben hatte ich das gefühl..aber weiß ja auch nicht wies ohne gewesen wäre!
als dann presswehen da waren die ich wegatmet sollte...(aber irgendiwe nich mehr konnte)
verklemmte sich auch noch der MuMu zw meinem knochen und seinem kopf (hat die hebamme aber schnell behoben bekommen)
dann kam der kleine mit 5 ausgenutzen presswehen auf die welt ... am selben tag um 18.11
und um 13 uhr ca. bekam ich die tablette..

vlt kann die die erfahrung ein bisschen angst vor der einleitung geben
achso war 41+0 und der kleine wog 3530 gramm

lg

Beitrag von susasummer 22.01.11 - 20:06 Uhr

Ich denke,wenn du mit Ruhe ran gehst und der Einstellung,das dein Kind eben nicht sofort geboren wird,dürftest du dir keine Sorgen machen müssen.
Ich würde das immer wieder so mit machen.Mein sohn ist erst am 3.Tag der Einleitung geboren,nach dem Öffnen der FB.Er ist mein drittes Kind.
Einzig kommen die Wehen häufig von jetzt auf gleich sehr heftig (bei mir auch so) und es ging sehr schnell.Aber darüber ist man ja nicht traurig :-)
Und ich würde mir nicht alles geben lassen.Also nicht nach Tabletten noch wehentropf oder so.das ist dann schon recht heftig.
lg Julia

Beitrag von neroli83 23.01.11 - 19:03 Uhr

Hallo!

Meine Kleine kam an Sylvester nach Einleitung mit Cytotec (oral) auf die Welt.
Bei mir wurde aufgrund eines Blasenrisses eingeleitet. Ich nahm um ca. 15 Uhr die erste niedrigdosierte Tablette (zur Verträglichkeitsprüfung), am späten Nachmittag die zweite (volle Dosis) und dann noch eine am späten Abend. Danach hatte ich richtige Wehen.
Die Eröffnungswehen waren recht heftig, da auf einen unreifen Befund eingeleitet wurde. Daher hab ich irgendwann nach einer PDA verlangt. Ich konnte nicht mehr richtig veratmen, die PDA hat mich entspannt und schnell war der Muttermund voll eröffnet.
Im Morgengrauen wurde die kleine Maus nach ein paar Presswehen geboren und war sofort putzmunter. #verliebt

Ich würde es wieder so machen, hoffe aber, dass bei zukünftigen Geburten eine Einleitung unnötig ist.

Liebe Grüße,

Neroli

Beitrag von lorna24 24.01.11 - 20:57 Uhr

Manche Kliniken leiten auch mit Prostaglandin-Gel ein. Gibt es in unterschiedlicher Dosierung. Prostaglandin befindet sich übrigens auch im Sperma.
Nicht jede Einleitung endet in einem KS. Es gibt genug "spontane" Wehenbeginne, die in einem KS enden.
Wehenbelastungstest gibt es übrigens auch nicht mehr in jeder Klinik. Die Einleitungen lösen ja eh Wehen aus und das Resultat wird dann eh sichtbar (schlechte Herztöne etc.)

Hab keine Angst, das einzigste, was nervig sein könnte, ist, dass es nicht immer sofort funktioniert.

Übrigens sind die Gewichtsschätzungen am Ende meist plus/minus 500g!