Ist das normal?

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von spatzl75 22.01.11 - 14:21 Uhr

Hi,

wir haben ja neben unseren kleinen Florian(5 Jahre, PS III, SB 100%) noch eine Tochter(22 Monate)!
Ich habe eine besondere Angst um sie. Nicht das diese Angst mich lähmt, sondern es ist, als ob ich Luisa ständig beschützen müßte. Ich empfinde es zu arg.
Wißt Ihr wie ich das meine? Ist es das normale Muttergefühl oder ist die Sorge um das gesunde Kind größer, weil ein schwerbehindertes Kind da ist?

Danke für Eure Antworten.

lg
Bianca

Beitrag von anja570 22.01.11 - 16:31 Uhr

Hallo Bianca,

mein Jüngster ist jetzt fast 20 Monate und wurde viele Jahre nach unserem beh. Sohn geboren, unser Mittlerer hat auch die PS III und einen SBA mit 100%.

Ich kann für mich nicht sagen, dass ich so eine besondere Angst um den Kleinsten empfinde.
Sorge und mütterliche Gefühle ja, die sind natürlich da, alle Eltern wollen ihre Kinder beschützen.
Aber ich empfinde es jetzt beim Kleinsten nicht stärker, als bei unserem großen Sohn, der vor unserem beh. Sohn geboren wurde.

LG
Anja

Beitrag von anja570 22.01.11 - 18:04 Uhr

Ich möchte noch ergänzen, dass ich anfangs bei unserem Jüngsten schon etwas "überbesorgt" war und mir zu viele Gedanken gemacht habe.

Ich glaube das Folgekind nach einem beh. Kind beobachtet man irgendwie viel genauer und wartet sehnsüchtig auf jeden Entwicklungsschritt.
Mir sagte mal eine Mutter, dass durch unsere beh. Kinder das Urvertrauen in unsere gesunden Kinder einen Knacks weg bekommen hat.

Die Entwicklung verlief bei unserem Jüngsten ganz normal , er lernte krabbeln, laufen... in seinem eigenen Entwicklungstempo, seitdem habe ich keine besondere Angst mehr um ihn.

Es war wohl mehr die Angst, dass seine Entwicklung wieder nicht normal verläuft.

LG
Anja

Beitrag von maybelle 22.01.11 - 17:51 Uhr

Hallo!

Ich glaube ich weiß, was Du meinst.
Als Max noch alleine war, also noch keine Schwester hatte, konnte ich Eltern nie verstehen, die übel besorgt um ihre Kinder waren, wegen einem Schnupfen z. B., bei Max kam mir das wie Kleinigkeiten im Gesamtbild vor.
Als Alice dann da war und plötzlich was hatte, konnte ich diese "hysterischen" Eltern plötzlich verstehen.
Ich habe mir bei Kleinigkeiten bei Alice viel mehr Sorgen gemacht als bei Max, weil sie im Gesamtbild viel schwerer zum Tragen kamen.
Ich glaube aber nicht, dass die Sorge um das gesunde Kind größer ist als bei anderen Eltern, sie ist normal und einfach anders gelagert, als man es von dem behinderten Kind kennt. Und glaub mir, es läßt nach, um so größer die Kleinen werden und um so mehr Vertrauen man in ihre Fähigkeiten hat, um so leichter wird es.
Mittlerweile ist sogar eher so, dass ich das Gefühl habe, dass ich mir weniger Sorgen mache, als andere Eltern um ihre gesunden Kinder.

Lg Yvonne